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Kann das einer mal spezifizieren?
Autor: Its_Me 05.12.22 - 21:47
Office 365 ist ja zuerst mal ein Abo-Modell. Damit kann ich ganz normal Word, Excel, Powerpoint, Outlook etc. lokal installieren. Gibt es hier schon ein Problem, wenn ich alle Dateien lokal speichere?
Oder geht es um die Web-Version dieser Programme?
Oder geht es nur um die OneDrive Cloud, die ich ja nicht benutzen muss?
Oder geht es um Teams?
Wo genau gibt es nun die Probleme und wie sehen die aus? -
Re: Kann das einer mal spezifizieren?
Autor: Michael H. 06.12.22 - 12:45
Its_Me schrieb:
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> Office 365 ist ja zuerst mal ein Abo-Modell. Damit kann ich ganz normal
> Word, Excel, Powerpoint, Outlook etc. lokal installieren. Gibt es hier
> schon ein Problem, wenn ich alle Dateien lokal speichere?
> Oder geht es um die Web-Version dieser Programme?
> Oder geht es nur um die OneDrive Cloud, die ich ja nicht benutzen muss?
> Oder geht es um Teams?
>
> Wo genau gibt es nun die Probleme und wie sehen die aus?
Nein.
O365 ist um einiges mehr als das. Du kannst das nicht auf eine einzelne Anwendung (Office) herunterbrechen. Da liegt bei dir leider ein gravierender Denkfehler vor.
Aber ist auch nicht schlimm. Microsoft hat ja auch deswegen das alles in Microsoft 365 umbenannt, damit die Leute endlich von dem falschen Gedanken wegkommen, es würde sich lediglich um Office handeln.
Micrsoft 365 beinhaltet hunderte verschiedene Dienste die alle ineinander greifen.
Ich zähl nur mal eben eine Handvoll davon auf:
Azure Cloud Computing (Ähnlich wie AWS - virtuelle Server / Clients etc)
Azure AD
Sharepoint + Onedrive Anwendung
Graph API
Powerapps
Delve
Streams
Yammer
Insights
Exchange
M365 Apps (das was du als Office verstehst)
Intune (komplettes Mobile Device Management mit Softwareverteilung und allem drum und dran)
Forms
Planner
Teams
Kaizala
Defender
Sway
Whiteboard
usw usw usw
Legst du einen User in einem MS365 Tenant an und weist du ihm die Office Lizenz zu, wird zeitgleich ein Azure Active Directory Benutzerkonto angelegt... ist es z.B. eine Small Business oder gleich einer E3 Lizenz, erhält dieser Benutzer auch zeitgleich ein Exchange E-Mail Konto, einen Kalender usw.
Installiert der User von einem PC ein Office aus seinem Abo oder meldet sich in einem vorinstallierten Office an, wird ein Gerätekonto in Azure AD bzw. auch Intune angelegt, womit quasi die Lizenz geprüft wird, ob der User nur 5 Geräte benutzt. Du darfst Office ja auf 5 (Windows)Geräten installieren. Irgendwie muss ja geprüft werden, ob du das nur auf 5 Geräten installierst.
Somit existieren schonmal personenbezogene Daten von dir in der Cloud.
Vor- und Nachname. Abteilung vielleicht wenns über deine Firma läuft usw.
Je nachdem wie viele Infos da reingepackt werden.
Von deinen Dateien ist da ja noch gar keine Rede.
Das Problem ist hauptsächlich, dass hier 100e Dienste ineinandergreifen. Wenn du ein Dokument in Word öffnest, kannst du es via Sharepoint bzw. über Onedrive freigeben. Dazu wird dem Dokument ähnlich wie in einem lokalen Netzwerk die Lese- Schreiberlaubnis für andere Benutzer in dem Azure AD gegeben.
Teilst du dieses Dokument über Teams, sind auch noch Exchangedienste, Teams und andere Anwendungen mit der Info versorgt, dass User XY ein Dokument verschickt hat.
Es muss aber laut DSGVO immer ersichtlich bleiben wo deine Daten langwandern.
Im Endeffekt ist der Kern eigentlich nur, dass Microsoft als US Unternehmen an die Behörden Daten weitergeben könnte. Was ja für EU Bürger nicht gestattet ist. Da die Daten normal aber auf US Servern liegen, hat die CIA und andere Geheimdienste/Polizei etc. da ja ein Recht darauf Daten anzufordern.
Jetzt hat Microsoft entsprechend Server im EU Raum und auch in Deutschland. Die allermeisten Dienste, haben ihre Daten inzwischen auch auf EU Servern und wären somit DSGVO konform einsetzbar. Aber es gibt noch dienste innerhalb dieses riesigen machwerks, die noch nicht auf EU Servern laufen.
Dazu kommt, dass immer die Angst besteht, Microsoft könnte ja trotzdem an die Daten kommen und diese in die USA geben.
Und wegen dieser Angst bzw. diesem "könnte", gibt es die ganze Debatte, weil hier für jeden Prozess nachgewiesen werden soll, wo welche Daten hinwandern.
Und das ist halt selbst für Microsoft, gerade bei diesem extrem riesigen Apperat der M365 Cloud
ein riesen Kostenfaktor für den halt keiner bezahlt.
Es gibt bereits tausende Seiten Dokumentationen, dutzende ISO Prüfungen etc. die Microsoft über sich ergehen lässt um DSGVO konform zu sein. Aber das reicht den Datenschützern nicht. Diese wollen quasi jeden einzelnen Datenprozess komplett bis ins kleinste Detail zerlegt haben, was alleine schon bei tausenden Entwicklern die da dran arbeiten quasi selbst für Microsoft nicht zu 100% nachvollziehbar ist weil es so riesig ist. Entsprechend wehrt es sich dagegen. Aber Datenschützer sind da halt leider etwas realitätsfremd und fordern es dennoch. Das ist eigentlich der ganze Kern der Diskussion.



