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Und was wieder nicht im Artikel steht

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  1. Und was wieder nicht im Artikel steht

    Autor: fabiwanne 08.11.21 - 11:31

    Die Anzahl derer, die Verteilt wurden.

    Die Statistik, die wir mittlerweile haben: Von 60000 Nutzern wurden von 4500 angenommen, dass sie deutsch sind. Gegen 3000 von denen Wurden Ermittlungen eingeleitet. (Also fast gegen jeden. Es ist also davon auszugehen, dass die jeden Chat analysiert hat und beim kleinsten Hinweis Ermittlungen eingeleitet hat. Es ist also Quatsch, dass da noch ein fetter Backlog ist.) und 2600 angeklagt (Auch hier fast gegen jeden. Es ist also entsprechend anzunehmen, dass auch da alles, was ansatzweise stichfest klang, zur Anzeige gebracht wurde.) und 900 verhaftet (das dürften die viel ganannten "größeren Fische" sein, denen man mehr als nur ein bisschen kiffen vorwirft. Es ist also quatsch, dass nur diese zur angezeigt wurden.)
    Dem Gegenüber stehen eine kleinere zweistellige Anzahl von Verurteilungen. Also knapp 1% der deutschen Nutzer. Dazu hat die Polizei bis jetzt in allen Pressestatements "der überwiegende Anteil der Nutzer ist kriminell gesagt."

    => Die Polizei gängelt und Verdächtig wild Leute mit privatsphärefreundlichen Geräten. Insbesondere von solchen, die etwas dafür ausgeben. Und es sieht kein bisschen so aus, als ob die deutlich Überdurchschnittlich häufig kriminell sind.
    Ich wette wenn man die Handys von langhaarigen Männern untersucht wird man auf ähnliche Quoten kommen.

    Btw: Zugegeben: Es laufen noch eine Menge von verfahren. Die Zahlen können sich noch ändern. Aber es ist langsam abzusehen, in was für Größenordnungen sich das bewegen wird.
    Sollte sich meine Vermutung als Wahr herausstellen: Werden die Leute, die die Geräte tausender legitimer Nutzer gekillt und deren private Chats per Gericht veröffentlicht haben verurteilt?
    Wird die Presse ihr Verhalten ändern und endlich aufhören dauernd von der Polizei frisierte "Schätzungen" kommentarlos zu übernehmen?
    Ich glaube nicht.

    Btw: Es kann auch sein, dass bei uns die Polizei so schlecht arbeitet, dass sie selbst bei bekanntem Täter und Strafverhalten und passender Ermittlungsarbeit in den aller meisten Fällen vor Gericht nicht überführt bekommt. Dann müssen wir uns ernsthaft über den Sinn der Polizei Gedanken machen.

  2. Re: Und was wieder nicht im Artikel steht

    Autor: interlingueX 08.11.21 - 13:05

    fabiwanne schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Anzahl derer, die Verteilt wurden.
    Verurteilt meinst du sicher.

    > Von 60000 Nutzern wurden von
    > 4500 angenommen, dass sie deutsch sind.
    Bitte Quelle angeben

    > Gegen 3000 von denen Wurden
    > Ermittlungen eingeleitet. (Also fast gegen jeden...)
    Zwei Drittel ist nicht „fast jeder“.

    > (... Es ist also davon
    > auszugehen, dass die jeden Chat analysiert hat und beim kleinsten Hinweis
    > Ermittlungen eingeleitet hat. Es ist also Quatsch, dass da noch ein fetter
    > Backlog ist.) und 2600 angeklagt...
    Der Backlog liegt vermutlich nicht bei 1900 Personen, aber es wäre schon interessant zu wissen, wieviele da jetzt noch der Ermittlungen harren. Hast du Quellen?

    > Dem Gegenüber stehen eine kleinere zweistellige Anzahl von Verurteilungen.
    > Also knapp 1% der deutschen Nutzer. Dazu hat die Polizei bis jetzt in allen
    > Pressestatements "der überwiegende Anteil der Nutzer ist kriminell
    > gesagt."
    Das wird sich auf die 2600 angeklagten Nutzer beziehen oder möglicherweise gar auf den Stand der Ermittlungen gegen die Personen des gesamten Datensatzes. Es wird ja nicht wahllos irgendjemand angeklagt. Aber deine Infos sind mir alle zu ungenau. „Angeklagt“ bedeutet meines Wissens, dass es ein Strafverfahren gibt und dass es nicht eingestellt wurde [1]. Freisprüche sind natürlich immer noch möglich. Bitte daher Quellen nachliefern, damit sich hier jeder ein möglichst objektives Bild machen kann.

    > => Die Polizei gängelt und Verdächtig wild Leute mit
    > privatsphärefreundlichen Geräten. Insbesondere von solchen, die etwas dafür
    > ausgeben. Und es sieht kein bisschen so aus, als ob die deutlich
    > Überdurchschnittlich häufig kriminell sind.
    > Ich wette wenn man die Handys von langhaarigen Männern untersucht wird man
    > auf ähnliche Quoten kommen.
    Es ist in der Tat ein schwieriges Thema. Ich kann es mir nur so erklären, dass man die Interessen der Allgemeinheit den Interessen der unschuldigen Nutzer gegenüberstellt. Reaktion auf und Schutz vor Kriminalität betrifft sicher mehr Menschen als der Wunsch nach absoluter Privatsphäre ohne kriminelle Absichten. Wenn man einem Nutzer nichts nachweisen kann, sollte der dann aber auch ohne großes Gewese vom Haken gelassen und aus der Ermittlungsdatenbank gelöscht werden.

    > Btw: Zugegeben: Es laufen noch eine Menge von verfahren. Die Zahlen können
    > sich noch ändern.
    In der Tat!

    > Aber es ist langsam abzusehen, in was für Größenordnungen
    > sich das bewegen wird.
    Ich glaube, es ist noch zu früh für belastbare Aussagen, was ist mit Berufungen? Außerdem sollte man die Ermittlungen zum Gesamtdatensatz abwarten, nicht nur zu den 4500.

    > Sollte sich meine Vermutung als Wahr herausstellen:
    Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär'... :p

    > Werden die Leute, die
    > die Geräte tausender legitimer Nutzer gekillt und deren private Chats per
    > Gericht veröffentlicht haben verurteilt?
    Wird sowas im Wortlaut veröffentlicht? Quelle bitte!

    > Wird die Presse ihr Verhalten ändern und endlich aufhören dauernd von der
    > Polizei frisierte "Schätzungen" kommentarlos zu übernehmen?
    „Die Presse“... bitte keine plumpen Verallgemeinerungen. Das kommt immer drauf an, was die jeweilige Redaktion sagen möchte. Und: Bitte eine Quelle dafür angeben, dass die Schätzung der Polizei frisiert ist. Was du oben geschrieben hast, überzeugt nicht.

    > Btw: Es kann auch sein, dass bei uns die Polizei so schlecht arbeitet, dass
    > sie selbst bei bekanntem Täter und Strafverhalten und passender
    > Ermittlungsarbeit in den aller meisten Fällen vor Gericht nicht überführt
    > bekommt.
    Er spekuliert ja schon wieder...

    > Dann müssen wir uns ernsthaft über den Sinn der Polizei Gedanken
    > machen.
    In welche Richtung soll denn das gehen? Man kann die Polizei gerne besser schulen oder ausrüsten, aber Kriminelle sind halt auch nicht auf den Kopf gefallen und können sich sowohl technisch als auch juristisch zum Teil sehr gut aus der Affäre ziehen (Encrochat wird sicher nicht das das einzige Angebot sein). Es ist sicher ärgerlich, wenn Kriminelle den Ermittlern eine lange Nase drehen, aber ich hoffe, du verfolgst nicht den völlig verquasten Gedanken, gleich den ganzen Laden abzuschaffen.

    [1] https://www.anwalt.de/rechtstipps/strafverfahren

    ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
    Also, ich bin Generation A. Trends muss man setzen, bevor es zu spät ist.

  3. Re: Und was wieder nicht im Artikel steht

    Autor: Kleba 08.11.21 - 13:18

    fabiwanne schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Anzahl derer, die Verteilt wurden.
    > ...
    > Wird die Presse ihr Verhalten ändern und endlich aufhören dauernd von der
    > Polizei frisierte "Schätzungen" kommentarlos zu übernehmen?

    Im Schnitt dauern Verfahren vor Landgerichten insgesamt 19,4 Monate.

    > Ge­rech­net ab Ein­gang bei der Staats­an­walt­schaft dau­ern die erst­in­stanz­li­chen Ver­fah­ren
    > beim Land­ge­richt in­zwi­schen sogar durch­schnitt­lich 19,4 Mo­na­te

    Da der Encrochat-Hack im Juni 2020 war - und insbesondere die Berliner Justiz sowieso schon am Limit war - kann ich mir gut vorstellen, dass das noch bis gut in die Mitte nächsten Jahres gehen wird, bis überhaupt eine nennenswerte Anzahl an Verurteilungen stattgefunden haben (womöglich auch noch länger).

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