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Strafmass

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  1. Strafmass

    Autor: RemoCH 21.04.17 - 15:54

    Mich schockiert wie brutal und kalkulierend hier vorgegangen wurde: Es wurden mehrere Sprengsätze gezündet, es wurden falsche Fährten gelegt, das Leben von Zivilisten und Unschuldiger wurde in Kauf genommen und das ganze nur für ein paar Mäuse? Hier wird nicht im Streit jemand getötet (was schlimm genug ist), hier wurde aus persönlichem Profitstreben ein quasi-terroristischer Anschlag geplant und ausgeführt. Das ist nicht die normale Habgier, dass ist völlig ins unmenschliche abgedriftete Gier, die keine Skrupel mehr kennt. Was ist das korrekte Strafmaß für so eine Tat? So etwas muss mit aller Härte des Gesetzes bestraft werden - und nicht die Härte, die Politiker in Ihren Sonntagsreden meinen.

  2. Re: Strafmass

    Autor: Mingfu 21.04.17 - 16:11

    Grundsätzlich reden wir hier im wesentlichen über versuchten Mord (§ 211 Strafgesetzbuch). Die anderen Straftatbestände (vollendete Körperverletzung, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion, Sachbeschädigung) treten da eher in den Hintergrund.

    Es sind mehrere Mordmerkmale erfüllt: Habgier, Heimtücke, Einsatz gemeingefährlicher Mittel. Das Strafmaß wäre bei Mord zwingend die lebenslange Freiheitsstrafe, welche mindestens 15 Jahren Gefängnis entspricht (§ 57a StGB), bei Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld (bei dieser kaltblütigen Kalkulation durchaus denkbar) auch noch mehrere Jahre länger.

    Es wäre zwar denkbar, dass die Strafe dadurch, dass es beim Versuch blieb entsprechend milder ausfällt (§ 23 Abs. 2 StGB in Zusammenhang mit § 49 Abs. 1 Nr. 1 StGB), so dass es ein Freiheitsstrafe von mindestens 3 Jahren zur Folge hätte, aber darauf muss man nicht unbedingt zählen. Denn der Täter hatte es überhaupt nicht mehr in der Hand, dass es nicht zu schwereren Folgen gekommen ist. Das ist purer Zufall und muss deshalb nicht strafmildernd wirken.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.04.17 16:18 durch Mingfu.

  3. Re: Strafmass

    Autor: Muhaha 21.04.17 - 16:23

    RemoCH schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was ist das korrekte Strafmaß für so eine Tat?

    Das legt der Richter fest. Laut StGB gibt es auf versuchten Mord zwischen 3 und 15 Jahre. Gut möglich, dass hier die Maximalstrafe angelegt wird, weil das keine Handlung im Affekt war, sondern rational geplant und ausgeführt wurde.

    Dann kommen noch Strafen wegen Körperverletzung hinzu, die versuchte Finanzmanipulation ist strafbar. Sofern keine mildernden Umstände hinzukommen, kann man durchaus mit 15-20 Jahren rechnen.

    So oder so, das zivile Leben des Mannes ist vorbei! Selbst wenn er mit guter Führung vorzeitig entlassen wird ... er muss die Stadt wechseln, sein Leben wechseln, irgendwo mit ganz, GANZ kleinen Brötchen wieder versuchen (!) anzufangen. Das ist seine Strafe.

    Die natürlich nicht so dolle klingt, wenn man wutentbrannt auf Rache sinnt, aber zum Glück ist unser Strafrecht nicht mehr auf das rein emotionale Rachebedürfnis eines Mobs ausgelegt.

  4. Re: Strafmass

    Autor: picaschaf 21.04.17 - 18:54

    Strafmaß

  5. Re: Strafmass

    Autor: thinksimple 21.04.17 - 19:03

    RemoCH schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mich schockiert wie brutal und kalkulierend hier vorgegangen wurde: Es
    > wurden mehrere Sprengsätze gezündet, es wurden falsche Fährten gelegt, das
    > Leben von Zivilisten und Unschuldiger wurde in Kauf genommen und das ganze
    > nur für ein paar Mäuse? Hier wird nicht im Streit jemand getötet (was
    > schlimm genug ist), hier wurde aus persönlichem Profitstreben ein
    > quasi-terroristischer Anschlag geplant und ausgeführt. Das ist nicht die
    > normale Habgier, dass ist völlig ins unmenschliche abgedriftete Gier, die
    > keine Skrupel mehr kennt. Was ist das korrekte Strafmaß für so eine Tat? So
    > etwas muss mit aller Härte des Gesetzes bestraft werden - und nicht die
    > Härte, die Politiker in Ihren Sonntagsreden meinen.

    Solche Taten finden leider weltweit x-fach am Tag statt. Teils auch unter politischem Deckmantel aber mit gleichen Gründen.
    Es wird auf Reis gewettet, dessen Preis steigt, manche Menschen können sichs nicht mehr leisten und verhungern. Alles aus Profitgier/Habgier. Hier sind wir mehr geschockt weils der BVB-Bus war. Wenns in Afrika wäre????

    Wenn ein Mensch immer online ist spricht man dann von einer KI?

  6. Re: Strafmass

    Autor: stiGGG 21.04.17 - 19:06

    Welcome to Planet Earth

  7. Re: Strafmass

    Autor: sofries 21.04.17 - 20:18

    thinksimple schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > RemoCH schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------

    > Solche Taten finden leider weltweit x-fach am Tag statt. Teils auch unter
    > politischem Deckmantel aber mit gleichen Gründen.
    > Es wird auf Reis gewettet, dessen Preis steigt, manche Menschen können
    > sichs nicht mehr leisten und verhungern. Alles aus Profitgier/Habgier. Hier
    > sind wir mehr geschockt weils der BVB-Bus war. Wenns in Afrika wäre????

    Das ist nicht korrekt. Wenn ich mit dir wette, dass es morgen regnet und die Wette gewinne, dann können wir nicht daraus herleiten, dass ich den Regen herbeigeführt habe. Ich habe lediglich von dem Ergebnis profitiert. So sind auch Spekulationen auf Rohstoffentwicklungen zu verstehen. Moralisch kann das in vielen Fällen verwerflich sein, aber kriminell wird es erst, wenn ich auf Kursentwicklungen wette, die ich dann illegal beeinflusse oder bei denen ich einen unerlaubten Informationsvorsprung (Insidergeschäfte) habe.

  8. Re: Strafmass

    Autor: thinksimple 21.04.17 - 23:11

    Okay war doofes Beispiel, relativiert aber nicht die grundsätzliche Aussage.

    Wenn ein Mensch immer online ist spricht man dann von einer KI?

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