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Danke

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  1. Danke

    Autor: demon driver 19.11.21 - 19:50

    Hoffentlich klagt jemand. Das Beispiel zeigt, dass das Gegenteil der seit Corona ubiquitären Pauschalvorwürfe richtig ist, der Datenschutz würde den Infektionsschutz untergraben. Der Infektionsschutz wird vielmehr dazu missbraucht, einen vernünftigen und notwendigen Daten- und Persönlichkeitsschutz zu untergraben. Und das neue Gesetz ist wieder so eins.

    Und komischerweise immer irgendwie zu Lasten von Beschäftigten, seltenst Arbeitgebern. Diese kriegen zwar wieder eine "Homeofficepflicht" vorgeschrieben, deren Einhaltung aber genausowenig kontrolliert wird, geschweige denn dass Verstöße geahndet würden, wie beim letzten Mal.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 19.11.21 19:51 durch demon driver.

  2. Re: Danke

    Autor: PI.314 19.11.21 - 20:44

    Grundsätzlich wird beim Impfstatus sehr wenig auf Datenschutz geachtet.
    Man sollte bedenken, dass es hier um medizinische bzw. Gesundheitsdaten handelt.
    Denke ich bin nicht der einzige, der Hoemoffice für Leute ermöglichen muss, weil sie "nicht geimpft" sind

  3. Re: Danke

    Autor: KlugKacka 19.11.21 - 23:07

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hoffentlich klagt jemand.
    Das wird wohl mal wieder die AFD machen.

  4. Re: Danke

    Autor: demon driver 20.11.21 - 12:05

    PI.314 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Grundsätzlich wird beim Impfstatus sehr wenig auf Datenschutz geachtet.
    > Man sollte bedenken, dass es hier um medizinische bzw. Gesundheitsdaten
    > handelt.
    > Denke ich bin nicht der einzige, der Hoemoffice für Leute ermöglichen muss,
    > weil sie "nicht geimpft" sind

    Wenn Leute freiwillig ihren Impfstatus nennen, ist das ja erst mal deren eigene Entscheidung. Man kann ja Personen nicht zum Schutz der eigenen Daten, des eigenen Persönlichkeitsrechts zwingen. Wenn jetzt andersherum aber kraft gesetzlicher Anordnung die Informationen nicht mal nur abgefragt, sondern dann auch noch über die sachliche Notwendigkeit hinaus verarbeitet und gespeichert werden, dann wird es doch problematisch.

    Aus Arbeitnehmersicht war ich da bisher auf der Linie, die die DGB-Gewerkschaften vertreten haben, und wie es bisher auch gesetzlich ausgesehen hat, nämlich dass der Arbeitgeber kein Auskunftsrecht hat, dass man Beschäftigten aber empfahl, den Impfstatus freiwillig zu nennen, wo es im Rahmen der Arbeitsorganisation für den Infektionsschutz Sinn macht.

  5. Re: Danke

    Autor: ratzeputz113 20.11.21 - 14:25

    > Und komischerweise immer irgendwie zu Lasten von Beschäftigten, seltenst Arbeitgebern.

    Das stimmt leider so nicht ganz. Wir haben als AG die Fürsorgepflicht, mussten immer schon die Tests stellen, teilweise 2020 "mal eben" die Infrastruktur für Homeoffice schaffen und haben trotzdem das wirtschaftliche Risiko zu tragen. Ich glaube, die Kosten, die teilweise auf die Betriebe zukamen, haben viele AN (und auch AG) sehr überrascht. Die Corona-Krise hat uns ALLE sehr belastet, AG und AN. Bitte lasst uns da jetzt nicht ein "Wir gegen die" daraus machen. AG sind nicht alles immer nur böse Großkonzerne, sondern vor allem kleine Betriebe - und die häufig ohne große "Kriegskasse".

    PS: Ich bin FÜR Datenschutz, darum geht es mir hier aber nur am Rande. Mir geht es eher darum, dass wir uns jetzt nicht in "wir gegen die" spalten. Das haben wir schon genug in der Gesellschaft.

  6. Re: Danke

    Autor: demon driver 20.11.21 - 14:54

    ratzeputz113 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Und komischerweise immer irgendwie zu Lasten von Beschäftigten, seltenst Arbeitgebern.
    >
    > Das stimmt leider so nicht ganz. Wir haben als AG die Fürsorgepflicht [...]

    Die sehr viele Arbeitgeber bestenfalls dem Namen nach kennen.

    Stichwort Homeoffice: Frühjahr 2020 haben es viele Betriebe eingeführt, weil die Chefs selber Schiss hatten, aber als dann die Homeoffice-Pflicht Frühjahr 2021 kam und die Belegschaften noch fast vollständig am Leben waren, das Ganze also anscheinend doch nicht so schlimm war, siegte wieder die Gier nach Kontrolle über die Notwendigkeiten des Infektionsschutzes, um von Fürsorgepflicht gar nicht zu reden, und es durften trotz Pflicht bei weitem nicht soviele ins Homeoffice wie das Jahr zuvor, die Straßen blieben zu den Stoßzeiten voll mit Pendlern, mit Staus und allem, was dazugehört – obwohl die Pandemiesituation in dem Moment längst viel schlimmer war als im Vorjahr.

    > jetzt nicht ein "Wir gegen die" daraus machen. AG sind nicht alles immer
    > nur böse Großkonzerne, sondern vor allem kleine Betriebe [...]

    Das ist kein sinnloses "wir gegen die", sondern die Kritik an einer tendenziell arbeitgeberfreundlichen Politik, wie wir sie unter dem Strich seit Bestehen der BRD haben, egal welche Parteien gerade die Regierung stellen.

    Aber gerade die Chefs kleiner Betriebe sind mitunter auch die schlimmsten Ausbeuter und die größten Gesetzesbrecher, was das Ignorieren zwingender Vorschriften des Arbeitsrechts gerade in Sachen Arbeitsschutz angeht. Und gerade in Kleinbetrieben traut sich niemand, dagegen einzuschreiten. Zumal dort in aller Regel auch die Kontrolle durch Betriebsräte fehlt und deren rechtliche Möglichkeiten.

    > PS: Ich bin FÜR Datenschutz, darum geht es mir hier aber nur am Rande. Mir
    > geht es eher darum, dass wir uns jetzt nicht in "wir gegen die" spalten.
    > Das haben wir schon genug in der Gesellschaft.

    Sorry, aber wir leben in keiner homogenen Gesellschaft, die ist nun mal und war schon immer in vielerlei Hinsicht gespalten, von vornherein, per se, strukturell, weil es nun mal verschiedene Gruppen mit elementar widerstrebenden Interessen gibt. Arbeitnehmer vs. Arbeitgeber ist wahrscheinlich das beste und älteste Beispiel dafür, und daran ändern auch gute und fürsorgliche Chefs nichts, wie du vielleicht einer sein magst. Der eine hat Vermögen oder einen Betrieb, zumeist geerbt, und kann deswegen andere für sich arbeiten lassen, die anderen müssen für andere arbeiten gehen, weil sie selbst kein nennenswertes Vermögen mitbekommen haben. So sieht's nun mal aus.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.11.21 14:56 durch demon driver.

  7. Re: Danke

    Autor: sg-1 21.11.21 - 10:52

    Einfach Mal drüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, dem Bäcker hoheitliche Aufgaben zu geben/aufzuerlegen

    Letztens ist mir aufgefallen, dass Bäcker seit neuestem auch Personalausweise kontrollieren.

  8. Re: Danke

    Autor: Test_The_Rest 22.11.21 - 16:29

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Stichwort Homeoffice: Frühjahr 2020 haben es viele Betriebe eingeführt,
    > weil die Chefs selber Schiss hatten, aber als dann die Homeoffice-Pflicht
    > Frühjahr 2021 kam und die Belegschaften noch fast vollständig am Leben
    > waren, das Ganze also anscheinend doch nicht so schlimm war, siegte wieder
    > die Gier nach Kontrolle über die Notwendigkeiten des Infektionsschutzes...

    Das sollte man aber _bitte_ nicht verallgemeinern!

    Im Unternehmen, in dem ich arbeite und bei nahezu allen Kunden und Partnern, wurde Homeoffice zur Regel, als man ziemlich eindrucksvoll bemerkte, daß mit der gleichen Mannschaft auch das gestiegene Auftragsvolumenen geschafft werden konnte.

    Bürogebäude wurden abgekündigt, Homeofficeausstattung nach Ergononomievorschriften wurde ALLEN Arbeitnehmern international gestellt, die Interesse hatten.

    Zeiterfassung wurde vereinfacht, Buchungen von Büroplätzen würde für dringende Fälle eingeführt usw. usf.

    Und was ich persönlich vorbildlich fand:
    Mitarbeitern aus Risikoggruppen wurden schon Anfang März 2020 Homeoffice wärmstens ans Herz gelegt und das lange, bevor es irgendwelche offiziellen Regelungen gab!

    Also es gibt durchaus noch Arbeitgeber, die ihrer Fürsorgepflicht sehr wohl nachkommen und sogar weit mehr für die AN tun, als sie müßten.

    Die Team/Abteilungsleiter, die ihren Cäsarenkomplex bei der Kontrolle der AN nicht mehr ausleben konnten, hatten an der Stelle einfach Pech!

    Selbstverständlich ziehen die AG auch Vorteile daraus, aber hey, auch als AN sollte man gönnen können, wenn es einem sehr gut geht!

  9. Re: Danke

    Autor: demon driver 22.11.21 - 17:14

    Test_The_Rest schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Stichwort Homeoffice: Frühjahr 2020 haben es viele Betriebe eingeführt,
    > > weil die Chefs selber Schiss hatten, aber als dann die Homeoffice-Pflicht
    > > Frühjahr 2021 kam und die Belegschaften noch fast vollständig am Leben
    > > waren, das Ganze also anscheinend doch nicht so schlimm war, siegte wieder
    > > die Gier nach Kontrolle über die Notwendigkeiten des Infektionsschutzes...
    >
    > Das sollte man aber _bitte_ nicht verallgemeinern!

    Natürlich nicht! Wenn ich das so schreibe, meine ich ja nicht alle, sondern stelle nur fest, dass es in Deutschland eine solche Tendenz gibt, vom Straßenbild zu Stoßzeiten her geschlossen.

    Und es wird zumindest in meinem Umfeld und im regionalen Bekanntenkreis, soweit ich es bisher mitbekomme, tendenziell eher schlimmer, nicht besser. Die bevorstehende neue Homeoffice-Pflicht wird entweder bis jetzt noch ignoriert, bisher keinerlei Anstalten, von der teilweise sogar wieder zumindest tageweisen Mehrfachbesetzung von Büros abzurücken, oder aber es werden Homeoffice-Regeln ausgegeben, die noch hinter den zu laschen der letzten Homeoffice-Pflicht-Phase zurückbleiben...

    > Im Unternehmen, in dem ich arbeite und bei nahezu allen Kunden und
    > Partnern, wurde Homeoffice zur Regel, als man ziemlich eindrucksvoll
    > bemerkte, daß mit der gleichen Mannschaft auch das gestiegene
    > Auftragsvolumenen geschafft werden konnte.
    >
    > Bürogebäude wurden abgekündigt, Homeofficeausstattung nach
    > Ergononomievorschriften wurde ALLEN Arbeitnehmern international gestellt,
    > die Interesse hatten.
    >
    > Zeiterfassung wurde vereinfacht, Buchungen von Büroplätzen würde für
    > dringende Fälle eingeführt usw. usf.
    >
    > Und was ich persönlich vorbildlich fand:
    > Mitarbeitern aus Risikoggruppen wurden schon Anfang März 2020 Homeoffice
    > wärmstens ans Herz gelegt und das lange, bevor es irgendwelche offiziellen
    > Regelungen gab!
    >
    > Also es gibt durchaus noch Arbeitgeber, die ihrer Fürsorgepflicht sehr wohl
    > nachkommen und sogar weit mehr für die AN tun, als sie müßten.
    >
    > Die Team/Abteilungsleiter, die ihren Cäsarenkomplex bei der Kontrolle der
    > AN nicht mehr ausleben konnten, hatten an der Stelle einfach Pech!

    Klingt gut. Vorbildliches Beispiel, bei dem man sich wünscht, dass es zur Regel würde.

    > Selbstverständlich ziehen die AG auch Vorteile daraus, aber hey, auch als
    > AN sollte man gönnen können, wenn es einem sehr gut geht!

    Na klar!

  10. Re: Danke

    Autor: Test_The_Rest 22.11.21 - 17:22

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und es wird zumindest in meinem Umfeld und im regionalen Bekanntenkreis,
    > soweit ich es bisher mitbekomme, tendenziell eher schlimmer, nicht besser.

    Mir ist bewußt, daß es auch eher.... öhem... suboptimale "Lösungen" gibt.
    Viele AG müssen sich eben wirklich noch mit dem Gedanken anfreunden, daß durchaus auch für sie selbst Vorteile zu erwarten sind.

    Manche von ihnen sehen noch zu schwarz. -.-

    Ein guter Teil liegt natürlich auch bei den AN.
    Wenn die den AG ausnutzen, indem sie sich im Homeoffice nur die Eier schaukeln, dann fliegt das, über kurz oder lang, auf und der AG stellt sich, verständlicher Weise, dann auch bockig.

    Ich denke, das muß man sehr im Einzelfall betrachten.

    Ich wollte nur sagen, daß negative Verallgemeinerungen nicht wirklich den Kern der Sache treffen.
    Es geht eben auch anders! ;)

  11. Re: Danke

    Autor: demon driver 22.11.21 - 19:32

    Test_The_Rest schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Und es wird zumindest in meinem Umfeld und im regionalen Bekanntenkreis,
    > > soweit ich es bisher mitbekomme, tendenziell eher schlimmer, nicht besser.
    >
    > Mir ist bewußt, daß es auch eher.... öhem... suboptimale "Lösungen" gibt.
    > Viele AG müssen sich eben wirklich noch mit dem Gedanken anfreunden, daß
    > durchaus auch für sie selbst Vorteile zu erwarten sind.
    >
    > Manche von ihnen sehen noch zu schwarz. -.-
    >
    > Ein guter Teil liegt natürlich auch bei den AN.
    > Wenn die den AG ausnutzen, indem sie sich im Homeoffice nur die Eier
    > schaukeln, dann fliegt das, über kurz oder lang, auf und der AG stellt
    > sich, verständlicher Weise, dann auch bockig.
    >
    > Ich denke, das muß man sehr im Einzelfall betrachten.
    >
    > Ich wollte nur sagen, daß negative Verallgemeinerungen nicht wirklich den
    > Kern der Sache treffen.
    > Es geht eben auch anders! ;)

    Klar, ist mir aber durchaus bewusst.

    Mein Punkt ist wie gesagt nicht irgendeine Verallgemeinerung, sondern die rein statistisch intendierte Aussage, dass bisher viel dafür spricht, dass vorbildliche Arbeitgeber in der Hinsicht hierzulande eher die Ausnahme sind als die Regel, und dass das ist halt unter Pandemiesaspekten wirklich nur noch fatal ist. Und diejenigen, die jetzt zum zweiten Mal eine Homeofficepflicht beschlossen haben, die hat es schon beim ersten Mal nicht interessiert, ob Arbeitgeber sich überhaupt auch nur ansatzweise dran halten, und die interessiert's auch jetzt wieder nicht.

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