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Es werden Verwaltungsdaten genutzt.

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  1. Es werden Verwaltungsdaten genutzt.

    Autor: windbeutel 07.06.19 - 12:14

    Wow, vermutlich müssen für die geschätzten 1 Mrd. EUR (realistisch sind das dann erfahrungsgemäß mindestens 2 Mrd.) Papierakten händisch in moderne Lotus 1-2-3 Systeme übertragen werden.

    Wie wäre es, wenn man das Geld einfach in eine gescheite Digitalisierung der Verwaltung stecken würde? Dann könnte man diese Daten jederzeit und tagesaktuell erheben.
    Vielleicht entdecken unsere Politiker ja bis 2030 auch irgendwann das "Neuland".

  2. Re: Es werden Verwaltungsdaten genutzt.

    Autor: plastikschaufel 07.06.19 - 12:40

    windbeutel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wow, vermutlich müssen für die geschätzten 1 Mrd. EUR (realistisch sind das
    > dann erfahrungsgemäß mindestens 2 Mrd.) Papierakten händisch in moderne
    > Lotus 1-2-3 Systeme übertragen werden.
    >
    > Wie wäre es, wenn man das Geld einfach in eine gescheite Digitalisierung
    > der Verwaltung stecken würde? Dann könnte man diese Daten jederzeit und
    > tagesaktuell erheben.
    > Vielleicht entdecken unsere Politiker ja bis 2030 auch irgendwann das
    > "Neuland".

    Geht's eigentlich noch? Wir sind hier in Deutschland, hier werden keine sinnvollen Investitionen getätigt. Wo kämen wir denn dann hin?

  3. Re: Es werden Verwaltungsdaten genutzt.

    Autor: demon driver 07.06.19 - 13:24

    plastikschaufel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > windbeutel schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > Wow, vermutlich müssen für die geschätzten 1 Mrd. EUR (realistisch sind das
    > > dann erfahrungsgemäß mindestens 2 Mrd.) Papierakten händisch in moderne
    > > Lotus 1-2-3 Systeme übertragen werden.
    > >
    > > Wie wäre es, wenn man das Geld einfach in eine gescheite Digitalisierung
    > > der Verwaltung stecken würde? Dann könnte man diese Daten jederzeit und
    > > tagesaktuell erheben.
    > > Vielleicht entdecken unsere Politiker ja bis 2030 auch irgendwann das
    > > "Neuland".
    >
    > Geht's eigentlich noch? Wir sind hier in Deutschland, hier werden keine
    > sinnvollen Investitionen getätigt. Wo kämen wir denn dann hin?

    Kennt ihr denn den Stand der "Digitalisierung" in der Verwaltung im Allgemeinen und in den mit dem Zensus befassten Behörden im Besonderen?

    Was soll das überhaupt sein, "Digitalisierung"? Was ist daran so toll und neu? In welcher Verwaltung wird denn nicht schon seit Jahrzehnten "digital" gearbeitet? Gibt es denn irgendwo noch Schreibtische ohne einen Computermonitor drauf?

    Mir scheint ja eher, dass Leute, die dieses "Digitalisierungs"-Buzzword völlig unironisch verwenden, entweder politische Aktuere sind, die sich damit wichtigtun wollen, oder einfach Leute, die keine Ahnung von der informationstechnischen Realität haben und dem Markezing-Buzz aufgesessen sind, der mit dem Begriff in jüngerer Zeit vielfach vom Turm geblasen wird. Als wäre gerade der PC erfunden worden.

  4. Re: Es werden Verwaltungsdaten genutzt.

    Autor: Megalobo 07.06.19 - 13:46

    Nur weil da Monitor auf dem Schreibtisch steht, ist die Digitalisierung noch lange nicht abgeschlossen.

    Erkennt man daran, dass auf beiden Seite des Schreibtisches Stühle stehen. Die Schränke sind voll mit Papier und man muss auch ständig auf Papier unterschreiben.

    Ich gebe dir Recht, dass politische Aktuere sich mit dem Buzzword brüsten, nur leider haben die das genauso wenig verstanden.

  5. Re: Es werden Verwaltungsdaten genutzt.

    Autor: ldlx 07.06.19 - 13:53

    Ja, doch, es wird schon mehr digital... kann nur fuer hier sprechen, seit 2018 neu: Unterschriftenpad fuer Ausweis-/Passbeantragung (Foto per Webcam fehlt leider noch), digitaler Rechnungseingang und -bearbeitung (Zahlungsanweisung ging schon lange digital ;-)), Umstellung des Sitzungsdienstes, also für alle Gemeindevertreter und beteiligte Verwaltungsmitarbeiter, von Papier auf Tablet.

    Die Arbeit und die Daten sind damit immer noch die gleichen, nur dass weniger gedruckt, gescannt oder transportiert werden muss.

  6. Re: Es werden Verwaltungsdaten genutzt.

    Autor: mainframe 07.06.19 - 14:36

    Bei uns auf dem Dorf unterschreibt man auf einem Wacom Pad :-)

    Das Problem sind eher die älteren Angestellten, die noch nicht richtig damit umgehen können.

  7. Re: Es werden Verwaltungsdaten genutzt.

    Autor: ldlx 07.06.19 - 14:38

    Seit wann unterschreibt der Angestellte bei der Passbeantragung??? ;-)

  8. Re: Es werden Verwaltungsdaten genutzt.

    Autor: windbeutel 07.06.19 - 14:42

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kennt ihr denn den Stand der "Digitalisierung" in der Verwaltung im
    > Allgemeinen und in den mit dem Zensus befassten Behörden im Besonderen?

    Jupp, geh mal ins Einwohnermeldeamt, in eine Zulassungsstelle oder zu den Liegenschaften.

    > Was soll das überhaupt sein, "Digitalisierung"? Was ist daran so toll und
    > neu? In welcher Verwaltung wird denn nicht schon seit Jahrzehnten "digital"
    > gearbeitet? Gibt es denn irgendwo noch Schreibtische ohne einen
    > Computermonitor drauf?

    Im Kontext des Artikels würde Digitalisierung für mich z.B. bedeuten, dass die (ja bereits erhobenen) Daten automatisch (d.h. ohne relevanten manuellen Aufwand) in Standardformaten über standardisierte Kommunikationswege in eine zentrale Datensenke überführt werden können, um dort ausgewertet zu werden.

    Toll ist daran, dass es spätestens ab dem zweiten Mal deutlich preiswerter wird und somit meine Steuern für andere, sinnvolle Dinge verwendet werden können.

    Zusätzlich bietet so eine Digitalisierung die Möglichkeit, die Daten zukünftig für weitere Anwendungfälle zu verwenden, die wir uns evtl. zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht vorstellen können (bedarfsgerechte Planung von öffentlichen Einrichtungen wie Schulen/Kindergärten oder sozialem Wohnraum oder sogar öffentlichem Nahverkehr).

  9. Re: Es werden Verwaltungsdaten genutzt.

    Autor: ldlx 07.06.19 - 14:51

    windbeutel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Im Kontext des Artikels würde Digitalisierung für mich z.B. bedeuten, dass
    > die (ja bereits erhobenen) Daten automatisch (d.h. ohne relevanten
    > manuellen Aufwand) in Standardformaten über standardisierte
    > Kommunikationswege in eine zentrale Datensenke überführt werden können, um
    > dort ausgewertet zu werden.

    Genau das passiert heute auch schon, für bestimmte Zwecke. Dass aber nicht alle Daten überall geteilt werden, kommt hierzulande auch vom Föderalismus. Die Kommunen dürfen viele Daten selbst verwalten bzw. ist ein Teilen nicht vorgesehen (weil z. B. abgesehen von der Anzahl der wahlberechtigten Personen nicht erforderlich ist, dem Land mitzuteilen, dass Lieschen Müller, geboren am 23.08.1963, berechtigt ist).



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 07.06.19 14:52 durch ldlx.

  10. Re: Es werden Verwaltungsdaten genutzt.

    Autor: demon driver 07.06.19 - 16:47

    windbeutel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > Kennt ihr denn den Stand der "Digitalisierung" in der Verwaltung im
    > > Allgemeinen und in den mit dem Zensus befassten Behörden im Besonderen?
    >
    > Jupp, geh mal ins Einwohnermeldeamt, in eine Zulassungsstelle oder zu den
    > Liegenschaften.
    >
    > > Was soll das überhaupt sein, "Digitalisierung"? Was ist daran so toll und
    > > neu? In welcher Verwaltung wird denn nicht schon seit Jahrzehnten "digital"
    > > gearbeitet? Gibt es denn irgendwo noch Schreibtische ohne einen
    > > Computermonitor drauf?
    >
    > Im Kontext des Artikels würde Digitalisierung für mich z.B. bedeuten, dass
    > die (ja bereits erhobenen) Daten automatisch (d.h. ohne relevanten
    > manuellen Aufwand) in Standardformaten über standardisierte
    > Kommunikationswege in eine zentrale Datensenke überführt werden können, um
    > dort ausgewertet zu werden.

    Ziemlich genau das, was du da beschreibst, wurde für den registergestützten Zensus 2010 implementiert und dürfte jetzt auch weiter genutzt werden können, wird aber aufgrund geänderter Rahmenbedingungen zumindest modifiziert werden müssen.

    Da die Realität von den vorhandenen Behördendaten (Meldebehörden usw.) aber nicht zuverlässig genug und nicht vollständig genug abgebildet wird, müssen weiterhin zusätzlich Einzelbefragungen stattfinden.

    > Toll ist daran, dass es spätestens ab dem zweiten Mal deutlich preiswerter
    > wird und somit meine Steuern für andere, sinnvolle Dinge verwendet werden
    > können.

    Wie gesagt, genau das passiert – die Nummer wird nicht teurer, weil das nicht geschähe, sondern obwohl es geschieht, und Gründe dafür nennt der Artikel.

    > Zusätzlich bietet so eine Digitalisierung die Möglichkeit, die Daten
    > zukünftig für weitere Anwendungfälle zu verwenden, die wir uns evtl. zum
    > jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht vorstellen können

    Genau das – Erhebung und Vorhaltung von Bevölkerungs- oder gar persönlichen Daten – ist aber aus gutem Grund verboten. Auch die amtliche Statistik, selbst wenn die Daten dort anonymisiert werden, darf nur Daten erheben, deren Erhebung ein Gesetz explizit anordnet.

    > (bedarfsgerechte
    > Planung von öffentlichen Einrichtungen wie Schulen/Kindergärten oder
    > sozialem Wohnraum oder sogar öffentlichem Nahverkehr).

    Wird doch seit Jahrzehnten gemacht – mithilfe der Daten, die aus Volkszählungen und anderen Erhebungen gesammelt und ausgewertet werden und nicht der Politik, aber eben auch der Politik und der öffentichen Verwaltung zur Verfügung stehen...

  11. Re: Es werden Verwaltungsdaten genutzt.

    Autor: mambokurt 07.06.19 - 17:42

    windbeutel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Kennt ihr denn den Stand der "Digitalisierung" in der Verwaltung im
    > > Allgemeinen und in den mit dem Zensus befassten Behörden im Besonderen?
    >
    > Jupp, geh mal ins Einwohnermeldeamt, in eine Zulassungsstelle oder zu den
    > Liegenschaften.
    >

    War ich letztens zum Ausweis verlängern: Termin über Website, Passbilder (und wenn gewollt Abdrücke) und Unterschrift am Automat, vorher Geburtsmonat/Tag eingeben, zum Sachbearbeiter, gegenseitig nett anlächeln, 'wollte Ausweis verlängern Bild liegt im Automaten unter Monat/
    Tag', bezahlen am Automaten 5 Meter weiter. 15 Minuten und da war ich schon 5 eher da.

    Digitalisierung wird in D schwer wenns Schnittstellen braucht von A nach B, sonst ist die hier voll angekommen. Wenns dann losgeht von Bundesland nach Staat, da sitzte in der Scheiße weil die mit Schnittstellen nicht nachkommen...

  12. Re: Es werden Verwaltungsdaten genutzt.

    Autor: sevenacids 07.06.19 - 19:29

    Ich verstehe nicht, was weiterhin gegen Papierakten spricht. Bei diesem Medium ist eher die ausufernde Bürokratie das Problem, eine Datensparsamkeit wäre auf jeden Fall angebracht. Ich meine, Papier ist richtig gelagert genauso oder vielleicht noch mehr beständig als jedes digitale Speichermedium. Papier kann man relativ einfach recyclen und besteht mit Holz aus einem nachwachsenden Rohstoff. Die ganze digitale Elektronik hingegen benötigt ziemlich viel dreckige Ressourcengewinnung, vom Strombedarf der ganzen Anlagen mal abgesehen. Ein Papierformular braucht keinen Strom und auch keine seltenen Metalle, die von Kindern mit den bloßen Händen irgendwo aus der Erde gerissen werden müssen.

    Ich bin kein Technikfeind, aber mir hat als Kind die Welt besser gefallen, so in den 90ern, als sie sich noch langsamer gedreht hat. Heute ist jeder nur noch gehetzt und gereizt (siehe Straßenverkehr, beim Einkaufen, etc.) und eine nicht unbedeutende Zahl an Bürgern Smartphoneabhängig - danke, Digitalisierung. IT hat früher Spaß gemacht, heute dreht sich die Entwicklung nur noch um profitmaximierungsmöglichkeiten von einigen großen US-Konzernen.



    5 mal bearbeitet, zuletzt am 07.06.19 19:35 durch sevenacids.

  13. "Ich verstehe nicht, was weiterhin gegen Papierakten spricht"

    Autor: demon driver 07.06.19 - 19:40

    sevenacids schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich verstehe nicht, was weiterhin gegen Papierakten spricht [...]

    Danke, interessante Position und Argumentation!

    Gerade waren ja wieder Wahlen, und auch da gibt es gute Gründe, am Papier festzuhalten, und so hält man es auch tatsächlich vielfach immer noch...

    (Die Gründe sind, neben dem Ziel, dem/der Bürger/in die Interaktion mit der Verwaltung angenehmer und weniger zeitraubend zu machen, natürlich die der Kostenersparnis. Ob das durch "Digitalisierung" immer gelingt, wäre auch noch zu hinterfragen – auf jeden Fall kommt das Schlagwort diesbezüglich gut an.)

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