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Das ist Demokratie!

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  1. Das ist Demokratie!

    Autor: tommihommi1 29.11.18 - 17:57

    >Sonst hätte am Ende der Digitalausschuss den Antrag federführend behandelt. Das wollte die Koalition bei den Themen Verschlüsselung und IT-Sicherheit dann doch nicht den Netzpolitikern überlassen.

    Mit aller Kraft verhindern, dass Experten sich mit ihren Fachthemen auseinandersetzen, wenn es dem Überwachungsstaat nicht passt.

  2. Re: Das ist Demokratie!

    Autor: /mecki78 29.11.18 - 18:31

    tommihommi1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mit aller Kraft verhindern, dass Experten sich mit ihren Fachthemen
    > auseinandersetzen, wenn es dem Überwachungsstaat nicht passt.

    Demokratie heißt, das Volk regiert. Es heißt nicht einmal die Mehrheit regiert, aber irgendwie muss man sich ja einigen wenn es unterschiedliche Meinungen gibt, daher hat man halt Mehrheit genommen. Demokratie heißt also die Mehrheit entscheidet und nicht "die Experten" entscheiden. Die Experten entscheiden wäre Aristokratie. Viele denken immer, das heißt die Adligen regieren, aber das stimmt nicht, Aristokratie heißt: "Die Herrschaft einer kleinen Gruppe besonders befähigter Individuen" Worin diese befähigt sind oder wie man das misst, das ist nicht definiert und es waren halt die Adligen, die damals von sich behauptet haben "besonders befähigt" zu sein das Land zu regieren, ohne dass sie das jemals hätten beweisen müssen.

    Wenn man sich auf ein gutes System und Auswahlverfahren einigt, dann könnte Aristokratie sogar die bessere Staatsform sein, weil dort halt nicht jeder Depp zu Themen mitreden darf, die er im Leben nicht verstehen wird, aber dennoch meint eine Meinung dazu haben zu müssen. Nur ist das halt schwer vermittelbar, dass du das tun musst, was eine kleine Gruppe Experten bestimmt hat, weil die eben Ahnung haben und man selber ein Vollpfosten ist im direkten Vergleich. Das führt dann irgendwann zum Aufstand, nach dem Motto "Du magst zwar absolut recht haben mit dem was du sagst, aber meine Meinung gefällt mir trotzdem besser!" und zack, auf die Fresse. Für manche Menschen ist ein Faust auch ein Argument und Aristokratieen wurden daher meistens durch Faustrecht, also dem Recht des Stärkeren abgesetzt. Das kann in einer Demokratie nicht so leicht passieren, denn die Mehrheit hat einfach mehr Fäuste im Angebot, die Mehrheit stellt also auch immer automatisch die "stärkste" Gruppe, auch im Faustrecht.

    /Mecki



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.11.18 18:31 durch /mecki78.

  3. Re: Das ist Demokratie!

    Autor: Seismoid 29.11.18 - 21:24

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Experten
    > entscheiden wäre Aristokratie. Viele denken immer, das heißt die Adligen
    > regieren, aber das stimmt nicht, Aristokratie heißt: "Die Herrschaft einer
    > kleinen Gruppe besonders befähigter Individuen" Worin diese befähigt sind
    > oder wie man das misst, das ist nicht definiert und es waren halt die
    > Adligen, die damals von sich behauptet haben "besonders befähigt" zu sein
    > das Land zu regieren, ohne dass sie das jemals hätten beweisen müssen.
    Experten = Technokratie

  4. Re: Das ist Demokratie!

    Autor: Offen 30.11.18 - 07:05

    Nur mal so nebenbei gefragt: Soll das Landwirtschaftsamt sich auch mit Straßenbau beschäftigen und das Verkehrsministerium mit innerer Sicherheit?

  5. Re: Das ist Demokratie!

    Autor: Kleba 30.11.18 - 07:19

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Experten entscheiden wäre Aristokratie. Viele denken immer, das heißt die
    > Adligen regieren, aber das stimmt nicht, Aristokratie heißt: "Die Herrschaft einer
    > kleinen Gruppe besonders befähigter Individuen"

    Im eigentlichen Wortsinne magst du damit Recht haben. Geschichtswissenschaftlich und im praktischen Gebrauch ist "Aristokratie" jedoch mit Adel bzw. Herrschaft des Adels gleichgesetzt. Der sinnvollere Begriff wäre hier - wie Seismoid schon geschrieben hat - Technokratie.

  6. Re: Das ist Demokratie!

    Autor: /mecki78 30.11.18 - 12:52

    Kleba schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der sinnvollere
    > Begriff wäre hier - wie Seismoid schon geschrieben hat - Technokratie.

    Die Technokratie ist eine Form der Regierung oder Verwaltung, in der alle Handlungen auf wissenschaftlichem und technischem Wissen aufbauen sollen. Wissenschaftler, Ingenieure und andere naturwissenschaftlich und technisch fähige Personen, oft auch aus der Praxis der Wirtschaft, ersetzen dabei Politiker.
    - Wikipedia

    Wie der Name schon andeutet, geht es dabei um Technologie. Aber jemand der besonders gut geeignet ist die Geschicke eines Landes zu lenken, muss keine Ahnung von Technologie haben oder zu einem der oben genannten Personenkreise gehören. Eine Technokratie ist somit nur eine Unterform der Aristokratie, die die Befähigung der herrschende Gruppe weiter einschränkt bzw genauer spezifiziert. Und ob das eine gute Staatsform ist, das darf durchaus bezweifelt werden, denn ein ganz wichtiger Teil der Politik ist die Sozialpolitik und hier sind Techniker oft die komplett falschen Menschen.

    /Mecki

  7. Re: Das ist Demokratie!

    Autor: /mecki78 30.11.18 - 12:52

    Seismoid schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Experten = Technokratie

    Nein.

    Techniker = Technokratie

    https://forum.golem.de/kommentare/security/bundestagsdebatte-cdu-warnt-vor-gefahren-durch-zu-viel-verschluesselung/das-ist-demokratie/122351,5241899,5242377,read.html#msg-5242377

    /Mecki

  8. Re: Das ist Demokratie!

    Autor: /mecki78 30.11.18 - 13:13

    Offen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nur mal so nebenbei gefragt: Soll das Landwirtschaftsamt sich auch mit
    > Straßenbau beschäftigen und das Verkehrsministerium mit innerer Sicherheit?

    Nein. Aber im Landwirtschaftsamt sollten nur Leute arbeiten, die Ahnung von Landwirtschaft haben und im Verkehrsministerium nur Leute, die Ahnung von Verkehr haben. Heute ist das größtenteils hingegen kein Voraussetzung und daher trifft dieses auch häufig nicht zu. Das Problem geht doch schon ganz oben los. Die meisten Minister können rein gar nichts vorweisen, dass sie objektiv dazu befähigt Minister für ihr Ressort zu sein.

    Beispiele:
    Frau von der von der Leyen hat Volkswirtschaftslehre studiert und danach Medizin. Sie könnte als Wirtschaftsministerin oder Gesundheitsministerin arbeiten, aber was bitte befähigt sie Verteidigungsministerin zu sein?

    Jens Spahn ist gelernter Bankkaufmann, könnte also den Finanzminister machen. Was bitte befähigt ihn Gesundheitsminister zu sein? Er hat von medizinischen Themen und Themen der Pflege überhaupt keine Ahnung.

    Herr Scheuer ist studierte Realschullehrer und würde bestimmt einen guten Bildungsminister abgeben, aber warum nimmt man, dass er ein guter Verkehrsminister ist oder Ahnung von digitaler Infrastruktur hat?

    Frau Schulze hat nach einem abgeschlossenen Studium in Politikwissenschaft als Werbe- und PR-Beraterin gearbeitet. Sie hat keine Ahnung von Umwelt, sie hat keine Ahnung von Nukleartechnik, aber sie ist die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit?

    Herr Scholz hat Rechtswissenschaften studiert und ist zugelassener Anwalt. Er würde bestimmt einen guten Justizminister abgeben. Was bitte befähigt ihn Finanzminister zu sein, außer dass er in seiner Tätigkeit ehemalige Bürgermeister der Stadt Hamburg mit dem der Elbphilharmonie, das drittgrößte Bau-Finanzloch in Deutschland geschaffen hat, das nur noch von Stuttgart 21 und dem Berliner Flughafen übertroffen wird?

    Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf her und je weiter man nach unten geht, desto schlimmer wird das oft. Das einzige "Amt", wenn man es denn so nennen möchte, wo durchweg von der Führungsspitze bis zum "Azubi" ausschließlich Leute arbeiten, die auch wirklich Ahnung davon haben, was sie da eigentlich tun und die echte Experten auf ihren Fachgebiet sind, das ist die Bundeswehr, weil dort ist kein Platz für Nichtskönner, da hängen von Entscheidungen oft direkt Menschenleben ab, ergo dürfen dort auch nur die Leute Entscheidungen treffen, die bewiesen haben, dass sie das auch drauf haben und wissen was sie tun. Lustiger Weise handelt es sich aber dabei ausgerechnet um den am wenigsten demokratischen "Verein", weil da regiert nicht Mehrheit, da gibt es eine strikte Kommandohierarchie, in der einzelne Person das sagen haben, aber eben befähigte Personen.

    /Mecki



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.11.18 13:14 durch /mecki78.

  9. Re: Das ist Demokratie!

    Autor: phade 30.11.18 - 13:26

    Politiker müssen eine Behörde leiten bzw. sich in der Parteienlandschaft behaupten. Somit brauchen die von Ihrem Resort keine Ahnung haben und es sollten alle Politikwissenschaften studiert haben oder eine höhere Beamtenlaufbahn nachweisen können.

    Die eigentliche Arbeit machen sowieso die Staatssekretäre und deren Mitarbeiter.
    Die sind zumeist ordentlich qualifiert und werden auch nicht sofort in den Ministerien ausgewechselt, nur weil die Regierung gewechselt hat. Die füttern ihre Minister schon mit sinnvollen Anregungen, nur entscheiden die Minister dann regelmässig völlig entgegengesetz, weil es halt nicht in ihre eigene politische Landschaft passt.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 30.11.18 13:28 durch phade.

  10. Re: Das ist Demokratie!

    Autor: Schnarchnase 02.12.18 - 19:51

    phade schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Politiker müssen eine Behörde leiten bzw. sich in der Parteienlandschaft
    > behaupten. Somit brauchen die von Ihrem Resort keine Ahnung haben […]

    > […] nur entscheiden die Minister dann regelmässig völlig entgegengesetz,
    > weil es halt nicht in ihre eigene politische Landschaft passt.

    Womit du /mecki78 wieder recht gibst, der Fisch stinkt vom Kopf.

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