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Ich halte diesen "Trojaner" für ein Propagandamärchen.

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  1. Ich halte diesen "Trojaner" für ein Propagandamärchen.

    Autor: Charles Marlow 26.06.11 - 15:31

    Zunächst einmal spricht FÜR seine Existenz, dass man in Bayern überhaupt kein Problem mit eindeutigen Verfassungsbrüchen in dieser Form hätte. Der Zweck heiligt die Mittel und die Verantwortlichen zieht dort traditionell sowieso niemand zur Konsequenz.

    Nur, von woher soll diese Software überhaupt erstmal kommen? D.h. eine Firma (ein paar Hacker von der Uni tun's sicherlich nicht) muss aufgetrieben werden und entsprechende Mittel müssen fliessen.

    Ersteres ist kein Problem (und wenn etwas aus dem Ausland angeschafft werden muss), aber schon der Mittelfluss lässt sich nicht so einfach vor dem Landtag verbergen. Denn soo billig wird das sicherlich nicht. Und ob ein kommerzieller Anbieter/Entwickler solcher Software stillhält, wenn sich damit doch wunderbar Werbung machen liesse, ist auch ein Thema ("Wir haben den tollen Bayerntrojaner programmiert! Wer will auch sowas!").

    Und wenn es so eine Wundersoftware bereits gäbe, warum ist sie dann ausgerechnet nur in einem einzigen Bundesland im Einsatz? Da gibt's doch sicherlich noch (gefühlte) 15 weitere, die nicht abgeneigt sind! Sachsen ganz bestimmt. Aber davon hört man bislang, seltsamerweise, gar nichts. Und das ausgerechnet bei Polizeiequipment, wo man doch sonst immer soviel "kooperiert"! Sogar EU-weit (siehe G8, Castor, S21).

    Also mal zum nächsten Abschnitt, was wenn es diese Software gar nicht gibt?

    Stattdessen wird es einfach nur dreist behauptet und ansonsten eben auf die "konventionellen" Methoden gesetzt. Dass es KEINEN Trojaner gibt, lässt sich nämlich auch nicht beweisen. Und wenn der Innenminister entsprechend als Schwindler dasteht, mei, dann war es eben eine "Falschinformation", irgendein Rädchen aus seinem Ministerium, das jetzt die Schuld abbekommt. Auch DAS hat Tradition in Bayern.

    Und bis es soweit ist, kann man wundervoll Wahlkampf machen mit dem "super-effizienten und nicht aufspürbaren Bayerntrojaner"(R), der "Verbrecher und Terroristen erfolgreich an der virtuellen Front bekämpft" und ein weiteres Mal den technologischen Fortschritt in diesem Bundesland auf den Punkt bringt. "Laptop und Lederhosen." Darauf gibt euch die CSU auf jeden Fall ihr grosses Ehrenwort unter Freunden!



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.06.11 15:33 durch Charles Marlow.

  2. Re: Ich halte diesen "Trojaner" für ein Propagandamärchen.

    Autor: Thread-Anzeige 26.06.11 - 15:46

    Lies die heise-Artikel von diesem Jahr über Ägypten und Überwachungs-Software die in Bangladesch-Foren oder so diskutiert wird. Könnte ja dieselbe Firma sein.

    Und über die great-China-Wall die von China weiterverkauft wird, obwohl es vielleicht Amerikaner waren, die es ursprünglich programmiert haben.

    Es gibt genug Projekte für die man eine Sicherheits-Einstufung braucht und für die Freiberufler gesucht werden. "Die älteren Kollegen haben schon ewig Kunden und brauchen sowas wie Gulp nicht. Da wirkt das (Telefon-)Netzwerk".

    Wenn die Mittel klarer aufgeschlüsselt wären, gäbe es Open-Cash-Control und als Konsequenz ein/das offenes Ausschreibungs-System. Davon sind wir sehr weit weg.

    Schon Wasser-Verträge sind ja ultrageheim. Ruhrgebiets-Städte haben gigantische versteckte Verbindlichkeiten usw. Und man könnte gut was dagegen machen. Legal, Gewaltfrei, Vorbildhaftig... Aber es gibt ja keine konstruktiven Foren wo man wirksam demokratisch diskutieren kann.

  3. Re: Ich halte diesen "Trojaner" für ein Propagandamärchen.

    Autor: DeaD_EyE 27.06.11 - 00:31

    Ein Betroffener soll mal diesen Trojaner veröffentlichen. Dann könnte man schon durch Reverse Engineering herausfinden, was überwacht wird und wohin die Daten gehen. Das dann schön bei Wikileaks veröffentlichen. Unter anderem werden sich die Hersteller von Antivirensoftware darüber freuen.

  4. Re: Ich halte diesen "Trojaner" für ein Propagandamärchen.

    Autor: Thread-Anzeige 27.06.11 - 10:58

    Spam-Mails oder Anhänge schicke ich schon mal zu virustotal. Darüber kriegen es alle Antiviren-Hersteller.
    Also nichts geheimes an virustotal geben!

    Ob die ägyptischen Blogger o.ä. davon wissen, weiss ich allerdings nicht.
    Die Meldung mit dem Israel-Hacker sollte jeder kennen.
    Suche nach Stieftocher 30 Mai 2005 Unternehmen
    o.ä. liefert den Bericht.

    Im Prinzip sollte jeder Rentner wissen, das man suspekte nicht-geheime Dateien bei virustotal testen sollte.


    Seit Stuxnet glaube ich nicht an Reverse-Engeneering. Jeden monat kommen neue Aktionen von Stux-Net heraus. Wenn er nicht jede Woche update-module nachlädt, ist wächst die Code-Menge von Stuxnet nicht. D.h. man sollte schon wissen, was man analysiert hat oder nicht und nicht jeden Monat "Stuxnet hat auch noch dieses und jenes gemacht" nachliefern. Resourcing in der Trojaner-Analyse-Szene also Antiviren-Herstellern sollte ja wohl sinniger organisiert sein. Das war vorher auch zu 90%-99% nur ein C-Programm welches aus Teilen besteht. Optimierte Schleifen und Inlines sind unschön, aber trotzdem vermutlich überschaubar.
    Sowas ist kein Rucksack wo unten noch was drin liegt.

  5. Re: Ich halte diesen "Trojaner" für ein Propagandamärchen.

    Autor: Nolan ra Sinjaria 27.06.11 - 12:07

    Charles Marlow schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > aber schon der Mittelfluss lässt sich nicht so einfach vor
    > dem Landtag verbergen. Denn soo billig wird das sicherlich nicht.

    Vielleicht gab's den Trojaner als Parteispende ;)

    Ich habe nix gegen Christen. Ich habe nix gegen Moslems. Ich habe nix gegen Vegetarier. Ich habe nix gegen Apple-Fans. Aber ich habe etwas gegen Missionare...

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