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Wir werden komplett ausgenommen

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  1. Wir werden komplett ausgenommen

    Autor: leMatin 19.01.22 - 14:06

    Wie dieser Artikel aus 2020 zeigt ([www.tagesspiegel.de]), hätten die monatlichen Betriebskosten bereits 2021 bei "nur noch" 1,4 Mio. ¤/Monat (immernoch absurd hoch, IMHO) liegen sollen. Anscheinend wurde das ja deutlich überboten. Warum, weshalb und wieso? Tut mir leid, wenn ich das schreibe, aber ich erkenne weder in App noch in dem, was mir vom Backend bekannt ist, einen Komplexitätsgrad, der derart absurde Kosten rechtfertigen würde. Warum wurde der Betrieb von App/Infrastruktur nicht zumidest nach Zeitraum X ausgeschrieben, denn dies wurde ursprünglich aufgrund von "Dringlichkeit der Beschaffung" ([fragdenstaat.de], Antwort vom 22.07.2020) unterlassen. Muss man nicht verstehen, oder?

  2. Re: Wir werden komplett ausgenommen

    Autor: elidor 19.01.22 - 14:20

    Sowas lässt sich im Nachhinein immer schön sagen, aber eine Bude mit 10 Personen hätte so eine App nicht so kurzfristik konzeptionieren und umsetzen können. Da braucht man ein größeres Unternehmen. Größere Unternehmen warten mit ihren Kapazitäten aber auch nicht einfach auf einen Auftrag des Staates, sondern verplanen die Kapazitäten, das heißt um so einen Auftrag anzunehmen müssen andere Kunden vertröstet werden. Das kann sich auch wieder nicht jedes Unternehmen leisten.
    Und dann kommt noch dazu, dass diese App extrem im Fokus der Öffentlichkeit stand. Hätte sie also gar nicht funktioniert, oder hätte man irgendetwas übersehen, das dafür sorgt, dass zu viele Daten erhoben werden oder abgegriffen werden können, hätte das zu einem erheblichen Imageschaden gefürt.

    Man brauchte also ein Unternehmen, das genug Entwicklerkapazität kurzfristig bereitstellen kann und dieses Unternehmen muss bereit sein einen möglichen Imageschaden zu riskieren. Da würde ich auch einen ordentlichen Aufschlag verlangen.
    Ach ja und natürlich sind in den 130mio auch noch Kosten für Werbung enthalten, die insb. in der Anfangszeit nicht zu knapp geschaltet wurde.

    Mal ganz abgesehen davon sind die Kosten für ein paar Masken, die Herr Spahn über krumme Deals gekauft hat, erheblich höher. https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/maskenaffaire-sms-spahn-101.html
    Von daher sehe ich die App ehrlich gesagt als halb so wild an.

  3. Re: Wir werden komplett ausgenommen

    Autor: leMatin 19.01.22 - 14:42

    Dass es schnell gehen sollte und daher kein großes Vergabeverfahren durchlaufen wurde, geht (für mich) grundsätzlich in Ordnung. Über die Entwicklungskosten lässt sich sicher streiten, dass das mehr kostet, ist auch OK. Was mir aber halt wirklich gegen den Strich geht, ist, dass man das nicht für einen späteren Zeitpunkt - also für den Weiterbetrieb - nachgeholt hat. Wegen mir darf Entwicklung/Pflege (mit Augenmaß) bei SAP und Telekom weitergehen, aber zumindest hätte man den reinen Betrieb/Infrastruktur ausschreiben sollen. Die weiterhin so hohen Kosten sind doch kaum erklär-/nachvollziehbar. Wenn's keiner günstiger hätte anbieten können - ok. Aber so finde ich das nicht in Ordnung. Ein Milliönchen hier, eins dort, aber am Ende summiert sich das halt ganz gewaltig und alle ächtzen über die hohen staatlichen Belastungen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.01.22 14:43 durch leMatin.

  4. Re: Wir werden komplett ausgenommen

    Autor: jsonn 19.01.22 - 15:14

    Ich halte es für ein Gerücht, dass ein KMU diese App nicht hätte schreiben können, auch in dem Zeitrahmen. Gerade IT-Projekte skalieren gerade eben nicht beliebig und hier ist die Funktionalität auch noch recht überschaubar.

  5. Re: Wir werden komplett ausgenommen

    Autor: budweiser 19.01.22 - 15:20

    Zwischen SAP+Telekom und einer 10-Mann-Bude gibt es aber auch noch was.
    Und gerade bei Softwareentwicklung gilt nicht "viel hilft viel".

  6. Re: Wir werden komplett ausgenommen

    Autor: sav 19.01.22 - 15:28

    Bei dem Projekt gings aber aber nicht nur um die App sondern auch um die Anbindung von Testlaboren etc. Ein KMU hätte vielleicht gar nicht erst die Ressourcen gehabt, dort in der kurzen Zeit auch noch eine Anforderungsanalyse bei der Vielzahl an Laboren zu fahren.

  7. Re: Wir werden komplett ausgenommen

    Autor: jsonn 19.01.22 - 15:38

    Schnittstellen werden vom Fachministerium vorgegeben und die Labore müssen die umsetzen, wenn sie bezahlt werden wollen.

    Um die Zahl einmal einzuordnen: Das Budget vom BSI war 2021 197 Millionen EUR. Das Gesamtbudget vom THW waren 2020 500 Millionen. Die Kosten, die SAP und Telekom hier geltend machen sind purer Wucher.

  8. Re: Wir werden komplett ausgenommen

    Autor: Tantalus 19.01.22 - 15:45

    jsonn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Kosten, die SAP
    > und Telekom hier geltend machen sind purer Wucher.

    Nein, das ist der Preis dafür, wenn man für ein noch nie dagewesenes Problem von jetzt auf Gleich eine Lösung braucht.
    Müsste das THW jetzt sofort neue Fahrzeuge mit neuer Ausstattung für bislang unbekannte Einsatzszenarien anschaffen, die sofort einsatzbereit sein müssten, würden die Kosten dafür auch durch die Decke gehen.

    Gruß
    Tantalus

    ___________________________

    Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss auch mit jedem Arsch klarkommen.

  9. Re: Wir werden komplett ausgenommen

    Autor: most 19.01.22 - 15:56

    jsonn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Schnittstellen werden vom Fachministerium vorgegeben und die Labore müssen
    > die umsetzen, wenn sie bezahlt werden wollen.
    >
    Ist halt die Frage, wer was will? Das Fachministerium will so viel Kapazität wie möglich anbinden.

    Die Testlabore haben natürlich auch ein Interesse, aber ggf. weniger Zwang, wirklich angebunden zu werden und ggf. auch nicht die technische möglichkeit, das alles nach Vorgaben sofort umzusetzen.

  10. Re: Wir werden komplett ausgenommen

    Autor: jsonn 19.01.22 - 16:30

    Sorry, aber die CWA ist kein Manhattan-Projekt. Sie besteht in erster Linie aus ein paar Komponenten zur Datenerfassung und Verknüpfung. Das meiste davon ist normales Handwerkszeugs für Entwickler. Selbst geo-temporale Suchen lassen sich in verschiedenen Datenbank mit geringem Aufwand effizient durchführen.

  11. Re: Wir werden komplett ausgenommen

    Autor: bloody 19.01.22 - 17:02

    Ich bin auch der Meinung, dass das selbst ne kleine Butze hinbekommen hätte, und erst recht für DAS Geld! Für das Geld hät ich auch Standalone 2 Monate ohne Pause durchgearbeitet und eben eine solche, funktionierende, App abgeliefert.
    Auch der Betrieb einer solchen App und des Backends kostet nie und nimmer soviel. Da haben sich die MAnager/Projektleiter sicher ordentliche Boni gesichert.

  12. So ist es

    Autor: nohoschi 19.01.22 - 17:28

    Die möglichen Apps der meisten Klitschen ("Startups") wären direkt unter der Last zusammengebrochen. Mal schnell eine App machen und Betreiben unter Last ist etwas anderes, nicht nur die App sondern alles drumherum muss skalieren. Und Skalieren ist...nicht einfach.

    Fragt mal die Macher von Signal:
    https://signal.org/blog/new-year-new-ceo/

    > I was writing all the Android code, was writing all of the server code, was the only person on call for the service, was facilitating all product development, and was managing everyone. I couldn’t ever leave cell service, had to take my laptop with me everywhere in case of emergencies, and occasionally found myself sitting alone on the sidewalk in the rain late at night trying to diagnose a service degradation.

    War sicher nicht angenehm - und Signal läuft.

    Bekannter Software und Services die wir verwenden sind meist mit einem Plan, unter viel Zeit und schmerzlichem Lernen enstanden. Wenn es wer nicht schafft, hören wir davon auch meist wenig. Das typische Projekt hat dagegen einen Zeitrahmen und einen Auftraggeber mit fremden Wünschen, die meist so gar nicht passen - und deswegen fliegen diese Dinger regelmässig allen um die Ohren.

  13. Re: Wir werden komplett ausgenommen

    Autor: nohoschi 19.01.22 - 17:34

    Tantalus schrieb:

    > Nein, das ist der Preis dafür, wenn man für ein noch nie dagewesenes
    > Problem von jetzt auf Gleich eine Lösung braucht.
    > Müsste das THW jetzt sofort neue Fahrzeuge mit neuer Ausstattung für
    > bislang unbekannte Einsatzszenarien anschaffen, die sofort einsatzbereit
    > sein müssten, würden die Kosten dafür auch durch die Decke gehen.

    Dito. Beispiel sind die NASA und ESA im Grunde nur Spezialaufgaben in Serie. SpaceX hat auch massive Entwicklungskosten, die Entwicklung einer Falcon X als Produkt für den Masseneinsatz. Einmal hochschießen ist aber günstig.

    Frag SpaceX dagegen nach 1x James Webb Telescope und die Rechnung wird lächerlich hoch...

    Software entwicklen ist teuer. Kopieren ist billig.

  14. Re: Wir werden komplett ausgenommen

    Autor: mfeldt 20.01.22 - 12:35

    jsonn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich halte es für ein Gerücht, dass ein KMU diese App nicht hätte schreiben
    > können, auch in dem Zeitrahmen. Gerade IT-Projekte skalieren gerade eben
    > nicht beliebig und hier ist die Funktionalität auch noch recht
    > überschaubar.

    Allein an dem Quellcode auf Github sind 61 Entwickler aktiv. An welches KMU hast Du da gedacht? Und was denkst Du zahlen die da ihren Leuten?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.01.22 12:37 durch mfeldt.

  15. Re: So ist es

    Autor: mfeldt 20.01.22 - 12:39

    nohoschi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > I was writing all the Android code, was writing all of the server code,
    > was the only person on call for the service, was facilitating all product
    > development, and was managing everyone.

    Wenn er alles ganz alleine gemacht hat, wer war dann "everyone"?

  16. Re: Wir werden komplett ausgenommen

    Autor: jsonn 20.01.22 - 13:48

    mfeldt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > jsonn schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich halte es für ein Gerücht, dass ein KMU diese App nicht hätte
    > schreiben
    > > können, auch in dem Zeitrahmen. Gerade IT-Projekte skalieren gerade eben
    > > nicht beliebig und hier ist die Funktionalität auch noch recht
    > > überschaubar.
    >
    > Allein an dem Quellcode auf Github sind 61 Entwickler aktiv. An welches
    > KMU hast Du da gedacht? Und was denkst Du zahlen die da ihren Leuten?

    Ein Mittleres Unternehmen hat laut offizieller Definition unter 250 Mitarbeiter. Sprich, die 61 Entwickler passen genau in diese Größe rein. Aber die 61 Entwickler sind erstmal nur diejenigen, die auf die Repositories schreiben dürfen.

    Wenn ich mir die Commit-Statistik für die Android-Version ansehe, haben in den ersten 3 Monaten weniger als 20 Entwickler signifikante Beiträge geleistet (mehr als eine handvoll geänderte Zeilen). Auch in späteren Zeiträumen sieht es ähnlich aus: der Löwenteil der Entwicklung geht auf eine paar wenige Entwickler, dazu mal ein paar weitere Entwickler mit ein, zwei größen Commits (neue Funktion?) und ein paar Leute, die Dokumentation oder Bugfixes einbauen. Insgesamt also eine Teamgröße, wie sie ein KMU bewältigen kann, dessen Fokus aus diesem Produkt liegt.

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