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Zeit für echtes OpenSource

Über PC-Games lässt sich am besten ohne nerviges Gedöns oder Flamewar labern! Dafür gibt's den Freiraum!
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  1. Zeit für echtes OpenSource

    Autor: mke2fs 06.04.21 - 09:45

    Was du nicht in der Hand hast, hast du nicht in der Hand.

    Deswegen ist es auch witzlos von Whatsapp auf ein anderes Closed-Source-Geraffel umzusteigen.
    Ich finde es deswegen auch immer befremdlich das immer Threema, Signal, Telegram usw. als Alternativen genannt werden.

    Es tauchen im Prinzip nie auf:

    - Matrix
    - XMPP

    Die erlauben beide seinen eigenen Server zu hosten (Protokoll und Server sind Open Source) und es gibt Open Source-Clients.
    Damit ist man wirklich unabhängig von einem Anbieter, Zensur ist zentral nicht möglich und abgeschaltet wird es wenn man seinen eigenen Server abschaltet.
    Natürlich kann man auch einen der öffentlichen Server nutzen, man muss also nicht mal selbst hosten.
    Das hat natürlich den Nachteil das wenn der down geht ist man auch down, aber dann ist immer noch das Netzwerk da und man kann sich mit minimalem Aufwand wieder neu vernetzen.

  2. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: LH 06.04.21 - 09:51

    mke2fs schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die erlauben beide seinen eigenen Server zu hosten (Protokoll und Server
    > sind Open Source) und es gibt Open Source-Clients.

    XMPP ist in der Theorie eine hervorragende Idee, aber leider sind die Schmerzen im Alltag dann doch oftmals zu groß. Wir haben bei uns in der Firma erst kürzlich wieder versucht, einen XMPP Server für alle zu etablieren. Aber in der Realität hat es keinen Spaß gemacht, verschiedene Clients unterstützen nicht die gleichen Funktionen, der Server implementiert es dann auch wieder etwas anders, unklare Fehlermeldungen usw.
    Am Ende haben wir es gelassen, niemand wollte sich den Mehraufwand ans Bein binden, vor allem in der täglichen Betreuung.
    Sobald jemand ein gutes Gesamtpaket aus Server und Clients, bei dem wirklich alles sauber zusammen funktioniert, und dies zudem auch auf Clientseite für "normale User" nutzbar ist, wird es sicher ein Erfolg. Aber bisher ist mir eine solche saubere Kombination leider noch nicht begegnet.

  3. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: tritratrulala 06.04.21 - 10:03

    LH schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > mke2fs schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Die erlauben beide seinen eigenen Server zu hosten (Protokoll und Server
    > > sind Open Source) und es gibt Open Source-Clients.
    >
    > XMPP ist in der Theorie eine hervorragende Idee, aber leider sind die
    > Schmerzen im Alltag dann doch oftmals zu groß. Wir haben bei uns in der
    > Firma erst kürzlich wieder versucht, einen XMPP Server für alle zu
    > etablieren. Aber in der Realität hat es keinen Spaß gemacht, verschiedene
    > Clients unterstützen nicht die gleichen Funktionen, der Server
    > implementiert es dann auch wieder etwas anders, unklare Fehlermeldungen
    > usw.

    Matrix funktioniert hier deutlich besser, vor allem weil es nicht dieses Chaos an Protokollen bzw. Erweiterungen gibt und nur wenige Clients. Wenn man Matrix mit Element nutzt, läuft das überall gut, wo es relevant ist.

  4. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: chefin 06.04.21 - 10:05

    mke2fs schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was du nicht in der Hand hast, hast du nicht in der Hand.
    >
    > Deswegen ist es auch witzlos von Whatsapp auf ein anderes
    > Closed-Source-Geraffel umzusteigen.
    > Ich finde es deswegen auch immer befremdlich das immer Threema, Signal,
    > Telegram usw. als Alternativen genannt werden.
    >
    > Es tauchen im Prinzip nie auf:
    >
    > - Matrix
    > - XMPP
    >
    > Die erlauben beide seinen eigenen Server zu hosten (Protokoll und Server
    > sind Open Source) und es gibt Open Source-Clients.
    > Damit ist man wirklich unabhängig von einem Anbieter, Zensur ist zentral
    > nicht möglich und abgeschaltet wird es wenn man seinen eigenen Server
    > abschaltet.
    > Natürlich kann man auch einen der öffentlichen Server nutzen, man muss also
    > nicht mal selbst hosten.
    > Das hat natürlich den Nachteil das wenn der down geht ist man auch down,
    > aber dann ist immer noch das Netzwerk da und man kann sich mit minimalem
    > Aufwand wieder neu vernetzen.

    Und genau deswegen taugt es nicht zur gesamtheitlichen Kommunikation. Weil bei dezentralen Servern musst du jemanden erstmal kennen um mit ihm zu reden. Und wenn du mit ihm redest musst du auf dem selben Server sein. Wechselst du diesen, um mit anderen zu reden, kannst du die Nachrichten von den vorherigen nicht empfangen. Sobald sich deine Freunde dann auf beispielsweise 5 verschiedene Server verteilen, kannst du im Stundenrythmus alle Server einmal abklappern und musst hoffen das deine Kumpels auch gerade auf diesen Servern sind. Den auch diese haben ja das selbe Problem: mehrere Server die sie abklappern müssen.

    Du könntest nun die Nachrichten speichern auf den Servern und den Abruf beim Login initiieren. Aber das macht dann die Metadaten lange Zeit verfolgbar.

    Ok, nun kommen ein paar Schlaue auf die Idee: lasst uns doch alle Server syncen. So wie IRC damals, jede Uni hatte ihren Server und eine Liste der Teilnehmer an ihrem Servern. Und haben dann von Räume mit gemeinsamen Teilnehmern sync. Kann man machen. Aber führt nur dazu, das nun wie bei TOR sich Behörden einfach mit einem eigenen Server ins System einklinken und jede Nummer die sie tracken wollen, bei sich verorten, zumindest temporär als Login. Für Dritte nicht erkennbar, weil man nie weis wer sich auf welchen Servern rumtreibt. Das soll ja für alle offen sein.

    Nur wenn ein Dienst zentral gemanaged ist und eine Verifikation benutzt, die Spamer nicht so einfach umgehen können(zb Telefonnummer, weil die eindeutig und relativ aufwendig zu wechseln ist), wird er sich weltweit auch durchsetzen. Ansonsten braucht man nur Teamspeak, das ist noch komfortabler als Textchat, weil man reden kann. Und universel auf jedem Gerät installierbar. Dezentrale Server, aber zur Verabredung der Kontakte nimmt man Whatsapp, Signal und Co.

  5. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: mke2fs 06.04.21 - 10:08

    tritratrulala schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Matrix funktioniert hier deutlich besser, vor allem weil es nicht dieses
    > Chaos an Protokollen bzw. Erweiterungen gibt

    Ja, was bedeutet das jeder Client alles implementieren muss.
    Ich sehe das eher als Nachteil denn als Vorteil.

    > und nur wenige Clients.

    Das ist kein Vorteil, sondern ein Nachteil.
    Es gibt zum Beispiel keinen ordentlichen Desktop-Client für Linux (es sei denn man will den Webclient nutzen).

    >Wenn
    > man Matrix mit Element nutzt, läuft das überall gut, wo es relevant ist.

    Genau, wenn ich mit XMPP auch nur einen Client nutze funktioniert das auch perfekt :)

  6. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: mke2fs 06.04.21 - 10:14

    XMPP funktioniert auch in der Praxis hervorragend.
    Du brauchst nur die Vielfalt verbieten und schon funktioniert alles.

    Aber du lässt Vielfalt zu und wunderst dich dann das es schlechter funktioniert als bei Systemen die keine Vielfalt an Clients zulassen.

    Nimm Prosody und blabber.im/Pix-Art Messenger (Originalname) oder Conversations (auf dem es basiert) und alles funktioniert perfekt.
    Bei Whatsapp beschwert sich ja auch niemand das es nur einen Client gibt und das der de fakto nur aufm Handy läuft + mit Krücken aufm Rechner.

  7. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: countzero 06.04.21 - 10:14

    Eine Online-Community, in der ich Mitglied bin, nutzt Mastodon. Es ist eher mit Twitter zu vergleichen als mit WhatsApp, aber es funktioniert sehr gut. Leider gibt es keine "offizielle" Smartphone-App, aber die inoffiziellen funktionieren wohl ganz gut.

    Ich nutze die Webversion. Wenn man sie mit Chrome für Android öffnet und dann an den Homescreen anpinnt, verhält sie sich im Prinzip wie eine App. In der App-Übersicht taucht sie separat vom Browser auf und wenn man Benachrichtigungen eingeschaltet hat, z.B. bei neuen Nachrichten, landet man auch direkt in der "App" und nicht im Browser.

    Es gibt dann eine Local Timeline, in der nur Nachrichten vom eigenen Mastodon Server stehen und eine Federated Timeline in der auch Nachrichten von anderen Servern auftauchen, wobei glaube ich der Server-Admin festlegt, was da angezeigt wird. Außerdem kann jeder User beim Posten einer Nachricht entscheiden, ob diese nur lokal sichtbar ist, oder an andere Server veröffentlicht wird.

  8. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: mke2fs 06.04.21 - 10:26

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und genau deswegen taugt es nicht zur gesamtheitlichen Kommunikation. Weil
    > bei dezentralen Servern musst du jemanden erstmal kennen um mit ihm zu
    > reden.

    In der Regel kenne ich jemanden bevor ich mit ihm rede, ja.
    Ich meine mit irgendwem zu reden ist irgendwie sinnbefreit, oder?
    Ich meine wenn es um gemeinsame Interessen geht gibt es auch offene Chat-Räume da muss man sich auch vorher nicht kennen.

    >Und wenn du mit ihm redest musst du auf dem selben Server sein.

    Ich glaube bevor du einen Kommentar schreibst solltest du dich vorher informieren.
    Förderation ist hier das Stichwort, ich kann mit allen reden die Teil des Netzwerkes sind, ganz egal auf welchem Server.
    Ich muss auch nicht den gleichen E-Mail-Anbieter haben um ihm eine Nachricht zu senden, nur seine Mail-Adresse haben.

    > Wechselst du diesen, um mit anderen zu reden, kannst du die Nachrichten von
    > den vorherigen nicht empfangen. Sobald sich deine Freunde dann auf
    > beispielsweise 5 verschiedene Server verteilen, kannst du im Stundenrythmus
    > alle Server einmal abklappern und musst hoffen das deine Kumpels auch
    > gerade auf diesen Servern sind. Den auch diese haben ja das selbe Problem:
    > mehrere Server die sie abklappern müssen.

    Siehe oben, du hast einfach keine Ahnung.

    >
    > Du könntest nun die Nachrichten speichern auf den Servern und den Abruf
    > beim Login initiieren. Aber das macht dann die Metadaten lange Zeit
    > verfolgbar.

    Ja, das stimmt.
    Wenn du das nicht willst musst du dir halt nen eigenen Server hosten.
    Dann passieren die Metadaten natürlich immer noch alle anderen Server mit denen du kommunizierst weil Kommunikationspartner dort sind, aber gespeichert werden sie nicht mehr (nur noch auf deinem wenn sie für dich sind).
    Ich habe bisher aber auch noch nichts von einer Lösung für dieses Dilemma gehört.

    >
    > Ok, nun kommen ein paar Schlaue auf die Idee: lasst uns doch alle Server
    > syncen. So wie IRC damals, jede Uni hatte ihren Server und eine Liste der
    > Teilnehmer an ihrem Servern. Und haben dann von Räume mit gemeinsamen
    > Teilnehmern sync. Kann man machen. Aber führt nur dazu, das nun wie bei TOR
    > sich Behörden einfach mit einem eigenen Server ins System einklinken und
    > jede Nummer die sie tracken wollen, bei sich verorten, zumindest temporär
    > als Login. Für Dritte nicht erkennbar, weil man nie weis wer sich auf
    > welchen Servern rumtreibt. Das soll ja für alle offen sein.

    Darauf sind sie schon gekommen, die ganz schlauen Leute die die Protokolle entworfen haben.
    Hier wird auch nicht alles mit allen synchronisiert, sondern nur mit den Systemen auf denen Teilnehmer miteinander kommunizieren.
    Wenn ich Teilnehmer in einem Raum habe die die Behörden sind, dann habe ich Pech gehabt, dann lesen die Behörden aber sowieso mit was ich hier austausche.
    Wenn ich zwischen 2 Teilnehmern schreibe und das per E2E tue, dann können die Behörden die Meta-Daten haben wenn sie den Server unter Kontrolle haben, richtig.
    Damit muss ich leider leben, dagegen ist noch nichts erfunden worden.
    Das ist aber bei allen Kommunikationsformen und Protokollen so.

    >
    > Nur wenn ein Dienst zentral gemanaged ist und eine Verifikation benutzt,
    > die Spamer nicht so einfach umgehen können(zb Telefonnummer, weil die
    > eindeutig und relativ aufwendig zu wechseln ist), wird er sich weltweit
    > auch durchsetzen.

    Eben waren wir noch bei Behörden.
    Spammen kann man auch über Whatsapp, sich eine Telefonnummer zu besorgen sollte kein Problem sein.
    Zumal man bei dezentralisierten Diensten auch Server sperren kann und auch Benutzer.
    Sehe da keinen Unterschied zu einem zentralisierten Dienst, außer das man das halt auf jedem Server einzeln machen muss (aka. der Serverbetreiber).


    >Ansonsten braucht man nur Teamspeak, das ist noch
    > komfortabler als Textchat, weil man reden kann.

    Das ist Ansichtssache, ich empfinde das nicht als komfortabel.
    Ich will nicht in Realtime zugequatscht werden, sondern lese wenn ich Zeit habe.

    >Und universel auf jedem
    > Gerät installierbar.

    Ist das so? Auf jedem Gerät?
    Also XMPP und Matrix unterstützen iOS, MacOS, Linux, Android, so wie alles was eine Website aufrufen kann.

    >Dezentrale Server, aber zur Verabredung der Kontakte
    > nimmt man Whatsapp, Signal und Co.

    Wozu?

  9. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: LH 06.04.21 - 10:39

    mke2fs schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber du lässt Vielfalt zu und wunderst dich dann das es schlechter
    > funktioniert als bei Systemen die keine Vielfalt an Clients zulassen.

    Im Prinzip hast du recht, allerdings gibt es nach meiner Erfahrung keinen einzelnen, wirklich guten Client. Sie alle sind im Grunde eher mau, ihnen fehlen wichtige Funktionen bekannter Messenger, oder sie sind Buggy, oder haben eine schlechte UI. Daher konnten wir uns auf keinen Messenger einigen, aber auch die Alternative war wie beschrieben ungeeignet.

    AmEnde bliebt die Erkenntnis: Kein Client ist gut, viele sind es auch nicht ;)
    Ich kenne XMPP noch aus den frühen Jabber-Zeiten, und habe mir immer gewünscht, dass es einmal eine sinnvolle Alternative zu den (den jeweils aktuellen...) geschlossenen Systemen ist. Aber in der Realität ist dies nie passiert.

    Vielleicht ist Matrix ja tatsächlich eine Lösung, wie hier bereits empfohlen wurde. Tatsächlich habe ich das nie getestet, vielleicht wird es aber mal Zeit. Meine Hoffnung in Bezug auf XMPP ist jedenfalls verschwunden, das erfüllt leider nur die niedrigsten Anforderungen, und bringt mir zu viel Schmerz mit sich :/

  10. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: oldmcdonald 06.04.21 - 11:17

    Jabber haben wir eine Zeit lang in unserem Freundeskreis versucht. Schade ist aber, dass Verschlüsselung nicht fester Bestandteil von XMPP ist und es deswegen immer wieder Probleme bis hin zu nicht versendeten/erhaltenen Nachrichten gab.
    Signal funktioniert hingegen sogar für die ganz dummen als Drop-in-Replacement für WhatsApp. Verglichen mit dem XMPP-Versuch von damals kann ich mich heute mit 20 - 30 mal mehr Leuten per Signal unterhalten.
    Ich hoffe, die Situation bei Signal entspannt sich bald wieder in Richtung echtem OpenSource. Wäre zu schade, wenn ich wieder auf ein anderes System wechseln müsste.

  11. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: Megusta 06.04.21 - 11:24

    Abgesehen von euren Profi Argumenten, kann ich als Laie sagen, dass man sich als Otto Verbraucher kein Matix Server hinstellt.
    Wer kann eine Domain erstellen? Einen Zertifikat? (Was ist das überhaupt?) Das Ganze dann mit Matrix verknüpfen und anschließend noch richtig konfigurieren.
    Ein normaler Verbraucher will eine App auf seinem Handy und fertig, ob es sicher ist oder nicht interessiert niemanden

  12. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: beta 06.04.21 - 11:52

    Megusta schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Abgesehen von euren Profi Argumenten, kann ich als Laie sagen, dass man
    > sich als Otto Verbraucher kein Matix Server hinstellt.
    > Wer kann eine Domain erstellen? Einen Zertifikat? (Was ist das überhaupt?)
    > Das Ganze dann mit Matrix verknüpfen und anschließend noch richtig
    > konfigurieren.
    > Ein normaler Verbraucher will eine App auf seinem Handy und fertig, ob es
    > sicher ist oder nicht interessiert niemanden

    100% einverstanden. Für diese User gibt es ein kostenloses matrix.org Konto. App aufs Handy und fertig :)

  13. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: tritratrulala 06.04.21 - 12:37

    mke2fs schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > tritratrulala schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Matrix funktioniert hier deutlich besser, vor allem weil es nicht dieses
    > > Chaos an Protokollen bzw. Erweiterungen gibt
    >
    > Ja, was bedeutet das jeder Client alles implementieren muss.
    > Ich sehe das eher als Nachteil denn als Vorteil.
    >

    Aber wie soll man einen Wildwuchs sonst vermeiden? Das ist die einzige praktische Möglichkeit! XMPP ist am Protokoll-Wildwuchs und an der Vielzahl an Server-Implementierungen und Clients mit verschiedenen Featuresets und Bugs irreparabel kaputtgegangen. Die gegensätzliche Strategie bei Matrix entstand ja gerade aus dieser Motivation heraus, diese Probleme zu vermeiden.

    > Genau, wenn ich mit XMPP auch nur einen Client nutze funktioniert das auch
    > perfekt :)

    Lässt sich aber nicht gut umsetzen, gerade weil's keinen Client für alle relevanten Plattformen gibt. Und auch das immer gerne empfohlene Conversations macht mir unter Android gerne Probleme bei so einfachen Dingen wie Bilder verschicken.

  14. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: gaym0r 06.04.21 - 12:47

    Kann ich meiner Mutter einfach schreiben: "Hey installier dir XMPP/Matrix und wir chatten da weiter"?
    Nein. Bei Signal ging das.

  15. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: beta 06.04.21 - 12:54

    Du kannst deiner Mutter schreiben „hol dir Element und wir chatten dort weiter“
    Genau gleich wie bei Signal

  16. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: HeroFeat 06.04.21 - 13:05

    Es gibt z.B. auch noch Element Home. Da bekommt man für 10 ¤ im Monat fünf Accounts welche einzeln gehostet werden.

    So ganz perfekt finde ich das Angebot ehrlich gesagt nicht, da die Gruppierung die Sache schon etwas kompliziert macht, aber es gibt eben Möglichkeiten Matrix zu nutzen ohne selbst einen Server betreiben zu müssen. Das Ziel ein förderiertes System nutzen zu wollen liegt für mich auch nicht darin das nun sich jeder eine VM klickt und das selber macht. Ich denke das wäre eine furchtbare Idee da diese wohl kaum Updates bekommen würden, jedoch halte ich es für wichtig und richtig mehrere Anbieter zur Auswahl zu haben und auch die Möglichkeit zu haben mir selber das zu hosten wenn ich die Kompetenz dazu habe.

  17. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: tritratrulala 06.04.21 - 13:09

    beta schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du kannst deiner Mutter schreiben „hol dir Element und wir chatten
    > dort weiter“
    > Genau gleich wie bei Signal

    Nein, leider nicht. Ich mag ja Matrix, aber das ist schon deutlich komplizierter. Du musst dir einen Account mit Passwort anlegen und am besten noch eine lange Passphrase für das Key Backup festsetzen. Dann soll man bei Element noch für jeden Kontakt manuell die Identität validieren, für den Normalnutzer ist das in keiner Weise praxistauglich. Ich hoffe ja da kommt noch mal TOFU.

    Und dann ist da das leidige Thema der Konkaktauffindung... bei Matrix musst du am besten die ganze ID kennen, sonst isses schwierig.

    Fazit: für den unbedarften Benutzer in vielerlei Hinsicht unbrauchbar.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.04.21 13:15 durch tritratrulala.

  18. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: FreiGeistler 06.04.21 - 13:15

    LH schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sobald jemand ein gutes Gesamtpaket aus Server und Clients, bei dem
    > wirklich alles sauber zusammen funktioniert, und dies zudem auch auf
    > Clientseite für "normale User" nutzbar ist, wird es sicher ein Erfolg. Aber
    > bisher ist mir eine solche saubere Kombination leider noch nicht begegnet.

    Ausrede oder Matrix vergessen?

  19. Matrix -> JA

    Autor: nohoschi 06.04.21 - 13:26

    XMPP leider nein, weil es durch die ganzen RFCs total zerfrickelt ist. XMPP hat irgendwie immer nur als Steigbügelhalter gedient, einmal intern für WhatsApp und dann nochmal für Google (bis die Federation abgeschaltet wurde).

    Matrix ist auf für professionellen Gebrauch und Enthusisten ausgerichtet, also Leute die ein neues IRC benötigen oder etwa die Bundeswehr. Die Nutzung ist nicht auf einfache Anwenderadoption ausgerichtet, für normale Anwender ist ein Accounterstellung mit drei Klicks eine Hürde (da denkt man dann darüber nach ob man es wirklich möchte, wer das bereitstellt...) und genau das wollte WhatsApp unbedingt vermeiden. Signal tut das auch, sonst hätten sie gar keine Chance gehabt.

  20. Re: Zeit für echtes OpenSource

    Autor: nirgendwer 06.04.21 - 13:33

    LH schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... verschiedene
    > Clients unterstützen nicht die gleichen Funktionen ...

    Das alte Problem. Statt sich aus einer Vielzahl an Möglichkeiten die heraussuchen zu können, die am besten zu einem passt, wünscht man sich nur eine Wahl haben zu können, die man dann nehmen muss. Friss oder Stirb. Das alte Aldi-Prinzip, das es - welch Ironie - selbst da nicht mehr gibt (-> hunderte Sorten, zig Eigenmarken, selbst Fremdmarken).

    XMPP ist über 20 Jahre alt und selbst vor der Hälfte der Zeit hatte es noch deutlich weniger Funktionen als jetzt. Wie gedenkt man da bei den anderen Messengern vorzugehen, die da jetzt im Gespräch sind? Will man sich gegenüber zukünftigen Entwicklungen komplett verschließen oder müssen alle Clients und Server (sofern es überhaupt mehr als einen gibt) jederzeit und sofort neue angedachte Features der zentralen Instanz sofort umsetzen (wer nicht mithält fliegt raus, und über die Zeit fliegen damit definitiv viele raus!) oder möchte man vielleicht doch Teil-Kompatibilitäten zulassen?

    Ich finde letzteres ist eine doch sehr passable Option, wenn man an mehr als das Hier und Jetzt denkt. Günstigerweise könnte man auch optionale Features einführen, so dass nicht jeder Client für jeden Einsatzzweck auf jedem Gerät wirklich alles umsetzen muss? Wie wäre es, wenn wir das Protokoll erweiterbar für zukünftige Entwicklungen halten und die Erweiterungen gut spezifizieren und zur besseren Verwaltbarkeit neben dem Namen noch eine numerische ID geben? Hmm... kommt mir irgendwie bekannt vor.

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