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Microsoft streitet garnichts ab!
Autor: Bolzkopf 29.11.22 - 16:19
Das ist ja mal ein Fortschritt !
Da man aber die Vorwürfe offenbar nicht entkräften kann versucht MS, die Basis der Entscheidungen aufzuweichen. Natürlich eine durchaus vorhersehbare Strategie.
Wenn ich allerdings die jahrzehnte alte hundsmiserabele Fehlerkultur in diesem Konzern anschaue wundert mich nichts mehr.
Das ganze Betreibssystem kommt einem doch von vorn bis hinten vor, wie ein Sicherheitsscheunentor.
Allein die Tatsache, dass der Explorer den Wahren Zweck von Dateien ganz vortrefflich verschleiern hilft oder die Tatsache, dass geradezu essentielle Dateien vor den Augen der Benutzer versteckt werden, spricht Bände - und passt bestens zur aktuellen Argumentation "... nicht alles verstehen müssen..." -
Re: Microsoft streitet garnichts ab!
Autor: cmerkens 29.11.22 - 17:13
Merkwürdig, bei Apple ist alles noch mehr versteckt, damit der Anwender ein einfaches und schönes Nutzererlebnis hat. Wenn ich einen Videorecorder bediene, muss ich nichts von der Technik dahinter wissen. Beim Auto verhält es sich genauso. Solche unsinnigen Forderungen gab es auch schon mal, als z.B. modernere Autos immer mehr Elektronik verbaut bekommen haben. Alles Mist, da kann man ja nichts mehr selbst reparieren.
Das bedeutet nicht, dass der Datenschutz dabei auf der Strecke bleiben darf. Es zeigt mir aber, dass das Thema eben nicht ganz so einfach umzusetzen ist.
Glaubt hier wirklich jemand, das alle anderen Anbieter es mit ihren Cloudlösungen DSGVO konform hinbekommen? (Google, SAP, Oracle, ....) -
Re: Microsoft streitet garnichts ab!
Autor: manudrescher 29.11.22 - 17:15
Dann nenne doch mal einen Ersatz dafür, Schwerpunkt Unternehmens-/Enterprisebereich...
Und nein, Linux und LibreOffice funktioniert hier nicht. Aber nicht weil es "schlechter" wäre, sondern weil es hier einfach keinen Ersatz gibt.
Bleiben wir doch mal "old school" On-Premise:
Ich kann mir On-Prem vom Domain Controller über SharePoint, Office-Online/WAC, PKI, DHCP, DNS, DPM, ADBA, Exchange, FileService, DPM,Hyper-V FoC, SCCM/MECM, weiteren SystemCenter-Komponenten, usw......alles in einem in sich voll verzahntem System betreiben, wobei der/die DCs die tragende Achse darstellen.
Und das Ganze mit Support für Münzeneinwurf...je nach Vertrag auch mit On-Site-Support, wenns irgendwo klemmt und brennt.
Klar, ich kann mir dann dann auch einen "Femdkörper" reinziehen und den DHCP auf einem RockyLinux betreiben...aber warum sollte man das machen, wenn ich auch einen Windows-DHCP nutzen kann, der sich gegenüber dem DC authorisiert und "einfach so" das Ganze DHCP/DNS-Update/etc.-Gebrabbel direkt macht?
Das gibt es schlicht im Linux-Ökosystem nicht.
Würde man versuchen das Ganze mit Nicht-Windows umzusetzen, hätte ich einen Wildwuchs an Serverdiensten und Komponenten von unterschiedlichen (OpenSouce)-Anbietern, was nicht nur den administrativen Aufwand massiv erhöht, sondern auch die Fehleranfälligkeit extrem steigert. Von bezahltem Support für diesen Frankenstein brauchen wir gar nicht anfangen, geschweigedenn von einer vergleichbaren Funktionalität.
Jeder Admin, der im Unternehmens-/Enterprise-Bereich arbeitet, weiß, dass selbst als absoluter Linux-Fan....es hier schlicht keinen Ersatz gibt. Mega Schade.
Jetzt wandern wird mal Richtung Cloud mit Office 365.
Auch hier ist der Baustein "Word" oder "Excel" nur ein kleiner Teil in einem funktionierendem und verzahnten Kollaborationsprozess verschiedenster Services...mit Support.
Auch das gibt es so nicht in der bspw. Linux-Welt.
Auch das gesamte Azure-Konstrukt...wo kriege ich denn sowas als konkreten Ersatz, ohne dass ein "böser USA-Tech-Gigant" dahinter steckt?...sei es auch noch Amazon oder Google,etc....
da gibt es nichts.
Microsoft bietet zumindest die Möglichkeit, einen Azure Stack HUB komplett On-Prem und Disconnected zu betreiben, da es Umgebungen gibt, die aufgrund bspw. Sicherheitseinstufung nicht in der Cloud Daten verarbeiten dürfen.
Ich bin selbst Linux-Nutzer seit bald 20 Jahren in allen Bereichen, aber auch Administrator von großen Windows-Umgebungen mit allem was dazugehört.
Und das "mit allem was dazugehört" und wie es funktioniert, wie der Support geregelt ist, wie die Services "aus einer Hand" verzahnt sind...gibt es in der Linux-Welt einfach n.i.c.h.t!
Ich kann ja in einer "Linux-Desktop"-only Umgebung nicht mal die Büro-PCs vollumfänglich per GPO (oder vergleichbar) zentral konfigurieren...oder härten.....nicht mal im Ansatz.
Zur Rettung der Ehre:
Zumindest bei Canonical erhalte ich im Rahmen der Subscription durchaus Zugriff auf GPO-Templates, um die Buden zentral konfigurieren zu können....aber das ist ein Witz von gar nichts im verlgleich zu den Möglichkeiten von Windows-PCs.
PS: Wobei die hier auch wieder einen Windows Domain Controller voraussetzen....mit dem weiteren Rattenschwanz an Windows-Services, die sich daraus ergeben^^
EDIT: Rechtschreibfehler dürfen behalten werden.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 29.11.22 17:17 durch manudrescher. -
Re: Microsoft streitet garnichts ab!
Autor: ZerP 29.11.22 - 21:10
Also der administrative Aufwand hält sich bei unseren Linux Kisten in Grenzen.
Dass bei neuem Unterbau eine Bedarfsanalyse nach der Bedarfsanalyse fällig ist, ist jetzt auch nicht verwunderlich.
Für den Umstieg von VMWare auf Proxmox haben wir gleich mehrere Probleme weniger.
Viele Sachen lassen sich ersetzen und dank Ansible und AWX, samt Slack Webhooks, noch entspannter harmonieren.
Neustarten müssen die Kisten auch kaum, geschweige die Dienste...
Von allen Lösungen gibt es tatsächlich noch keinen brauchbaren Ersatz: Exchange und manche Branchentools die Windows benötigen, da war es bis vor Kurzem Windows Terminal... (Office 365 läuft nämlich nicht auf 2022).
Man kann umstellen, wenn man denn will und überzeugend ist. -
Re: Microsoft streitet garnichts ab!
Autor: ElTentakel 30.11.22 - 07:59
cmerkens schrieb:
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> Merkwürdig, bei Apple ist alles noch mehr versteckt, damit der Anwender ein
> einfaches und schönes Nutzererlebnis hat. Wenn ich einen Videorecorder
> bediene, muss ich nichts von der Technik dahinter wissen.
Sollte man aber. Diese Versklavung des Nutzers führt dazu, dass zwar mehr diese Technik nutzen können, und das ist auch gut so. Andererseits führt es dazu, dass trivialste Aufgaben zu enormen Preisen verlangt werden, weil der Nutzer aufgrund des fehlenden Verständnisses nicht erkennt, dass er die selbe Aufgabe richtig und teilweise mit den bestehenden Mitteln ohne Kosten lösen könnte. Die Spitze von der Geschichte sind Abomodelle für digitale Farbdefinitionen, die auf dem Anzeigegerät nicht mal was bringen, weil die Marketingabteilung den Grundsatz der technischen Idee nicht verstanden hat.
Und dazu gehört auch Datenschutz. Wenn ich nicht verstehe, was genau mit den Daten wie gemacht wird, muss ich immer davon ausgehen, dass der 3. Nutzer der Daten das auch nicht versteht, weil er es nichtmal kommunizieren kann. Und das irgendwer in einem so großen Unternehmen wird daraus seinen Nutzen ziehen, weil er sich nicht dafür interessiert. -
Re: Microsoft streitet garnichts ab!
Autor: Maddix 30.11.22 - 08:15
manudrescher schrieb:
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> Jeder Admin, der im Unternehmens-/Enterprise-Bereich arbeitet, weiß, dass
> selbst als absoluter Linux-Fan....es hier schlicht keinen Ersatz gibt. Mega
> Schade.
Kann ich so unterschreiben. Bin selbst als Admin im Enterprise Bereich (> 300k MA) unterwegs. Linux ist keine Alternative und jeder Admin, der einigermaßen alle beisammen hat, handelt auch danach. Und da sind sehr viele Linux Fans dabei. Wenns aber um "produktiv laufende Systeme" geht, dann bleibt (leider) nur MS. -
Re: Microsoft streitet garnichts ab!
Autor: FreiGeistler 30.11.22 - 17:06
cmerkens schrieb:
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> Wenn ich einen Videorecorder bediene, muss ich nichts von der Technik dahinter wissen.
> Beim Auto verhaelt es sich genauso.
Ha, ok. Du hast also keine Fuehrerschein?
> Glaubt hier wirklich jemand, das alle anderen Anbieter es mit ihren Cloudloesungen
> DSGVO konform hinbekommen? (Google, SAP, Oracle, ....)
Nein. Sind die zugelassen?
1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.11.22 17:07 durch FreiGeistler. -
Re: Microsoft streitet garnichts ab!
Autor: FreiGeistler 30.11.22 - 17:11
manudrescher schrieb:
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> Bleiben wir doch mal "old school" On-Premise:
> Ich kann mir On-Prem vom Domain Controller ÃŒber SharePoint,
> Office-Online/WAC, PKI, DHCP, DNS, DPM, ADBA, Exchange, FileService,
> DPM,Hyper-V FoC, SCCM/MECM, weiteren SystemCenter-Komponenten,
> usw......alles in einem in sich voll verzahntem System betreiben, wobei
> der/die DCs die tragende Achse darstellen.
Wenn du mir die Abkuerzungen uebersetzt, kann ich dir Alternativen fuer Linux nennen.
Verzahnt braucht es da nicht, ist modular.
> Und das Ganze mit Support fuer Muenzeneinwurf...je nach Vertrag auch mit
> On-Site-Support, wenns irgendwo klemmt und brennt.
Und klemmen oder Brennen tut es oft.
Das Supportpaket mit all-in-one out-of-the-box kannst du auch von RedHat, Suse oder Univention haben. Insbesondere letzteres duerfte fuer deinen Fall passen.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.11.22 17:20 durch FreiGeistler. -
Re: Microsoft streitet garnichts ab!
Autor: Faksimile 30.11.22 - 18:53
cmerkens schrieb:
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> Merkwürdig, bei Apple ist alles noch mehr versteckt, damit der Anwender ein
> einfaches und schönes Nutzererlebnis hat. Wenn ich einen Videorecorder
> bediene, muss ich nichts von der Technik dahinter wissen. Beim Auto verhält
> es sich genauso. Solche unsinnigen Forderungen gab es auch schon mal, als
> z.B. modernere Autos immer mehr Elektronik verbaut bekommen haben. Alles
> Mist, da kann man ja nichts mehr selbst reparieren.
> Das bedeutet nicht, dass der Datenschutz dabei auf der Strecke bleiben
> darf. Es zeigt mir aber, dass das Thema eben nicht ganz so einfach
> umzusetzen ist.
> Glaubt hier wirklich jemand, das alle anderen Anbieter es mit ihren
> Cloudlösungen DSGVO konform hinbekommen? (Google, SAP, Oracle, ....)
Also: Im Zweifelsfall keine Cloudlösung! -
Re: Microsoft streitet garnichts ab!
Autor: leonardo-nav 30.11.22 - 20:26
Ich hab's noch nie benutzt, die Frage ist also nicht rhetorisch:
Wie sieht das eigentlich bei Chrome OS aus? -
Re: Microsoft streitet garnichts ab!
Autor: cemetry 30.11.22 - 21:28
Das modulare ist genau das Problem unter Linux. Es gibt für alles Tools und APIs und haste noch nicht gesehen - es fehlt aber meist das Bindeglied als Ökosystem zwischen den ganzen Tools, die die Dienste erst richtig verwendbar machen.
Genau in diese Kerbe schlägt bspw. Teams, dass sich von einer Konferenz-Software immer mehr zu einem All-in-One Collaboration-Client? entwickelt, das Zugriff auf alle produktiven Dienste (Sharepoint, Exchange, allgemein Office 365) hat. Sowas erreicht man nicht, wenn man 20 Monolithen jeweils als Alternative nebeneinander stellt.
Nextcloud hat das bspw. schon ganz gut erkannt mit der Office-Integration. Und auch Univention ist da auf einem guten Weg.
Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich aber im Moment immer noch für die MS-Produktfamilie entscheiden.
Verzahnt hat übrigens auch seinen Vorteil - einen OnPrem Exchange habe ich vor einigen Monaten mal Konfigurationstechnisch komplett aus dem AD restored. Anschließend nur noch die DB übernommen, Certs eingespielt und fertig war die Kiste.
Ich bin immer noch verwundert, wie simpel damit eigentlich eine Neuinstallation war...
Linux hat seine Stärken - das Thema ist es aber nach meiner Auffassung nicht. -
Re: Microsoft streitet garnichts ab!
Autor: Gunslinger Gary 01.12.22 - 12:18
Absatz eins und zwei sind korrekt.
Absatz drei und vier sowie fünf sind Bullshit. Aber das wusstest du bereits und wolltest nur einen Flamewar vom Zaun brechen. :)
Verifizierter Top 500 Poster!
Signatur von quineloe geklaut! -
Re: Microsoft streitet garnichts ab!
Autor: wannegoogle 01.12.22 - 18:20
Es bleibt dabei. Wer Ahnung hat, nutzt Linux. Siehe die Top 100 Unternehmen. Wer keine Ahnung hat behauptet, dass es keine Alternative zu Microsoft gäbe.
Besonders lustig sind die Schulen, wo im Mirosoft-Heimatland die Microsoftlösungen irgend wo im einstelligen Prozentbreich rum griechen. Aber in Deutschland absolut alternativlos ist. -
Re: Microsoft streitet garnichts ab!
Autor: Extrawurst 02.12.22 - 22:03
FreiGeistler schrieb:
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> cmerkens schrieb:
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> > Wenn ich einen Videorecorder bediene, muss ich nichts von der Technik
> dahinter wissen.
> > Beim Auto verhaelt es sich genauso.
>
> Ha, ok. Du hast also keine Fuehrerschein?
Was hat ein Führerschein mit Autotechnik und Reparierbarkeit zu tun?
Welcher durchschnittlicher Führerscheinbesitzer kann einen Fehler in der Bordelektronik eines modernen Autos beheben?
Das können ja teilweise nicht mal alle ausgebildeten Mechaniker in freien Werkstätten, weil heute oft nur der Hersteller exklusiv entsprechende über Werkzeuge und Know-How zur Instandhaltung der eigenen Fahrzeuge verfügt.
Aber Hauptsache das iPhone wird nun zur USB-C-Buchse gezwungen.



