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Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

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  1. Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: Gurli1 19.03.20 - 12:50

    Ich arbeite in einer internationalen Firma. Die Kinder sämtlicher nicht-deutscher Kollegen (EU und international) werden aufgrund der weltweiten Schulschließungen online unterrichtet. Dazu werden Online-Konferenzsysteme, E-Mail, Apps und ja, auch WhatsApp genutzt.

    Für meine Kinder (Deutschland) wurden die Lernunterlagen in der Schule ausgedruckt mit den zugehörigen Büchern auf die Tische der Schüler gelegt, und mussten von den Eltern abgeholt werden. Meine Frau und ich müssen die Kinder nun – neben unserer beruflichen Tätigkeit – zu Hause selbst unterrichten. Die Lehrer kann man nur telefonisch erreichen, denn Messenger und Email darf ja nicht sein.

    Nicht nur, dass uns andere Länder hinsichtlich Digitalisierung der Schulen um Längen voraus sind; nein, niemand anderes scheint sich wegen völlig theoretischer Datenschutzbedenken nur annähernd so einzuschränken wie wir Deutsche es machen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.03.20 12:51 durch Gurli1.

  2. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: Neremyn 19.03.20 - 12:59

    E-Mail? PGP und fertig.
    Telefon ist ja auch nicht verschlüsselt also bei nicht Sensiblen Daten warum nicht e-mail?
    Messenger gibt es genug z.B. Signal, Threema, selbst Telegram ist auch verschlüsselt nutzbar,...
    also Digitalisierung ist möglich auch wenn man Rücksicht auf andere nimmt.
    Das Problem ist nicht bei unseren zum Glück Theoretisch guten Datenschutz Gesetzen(DSGVO, Grundgesetz) sondern bei einem Versäumnis von Digitalisierung und entsprechender Infrastruktur.

  3. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: Kakiss 19.03.20 - 13:08

    Neremyn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > E-Mail? PGP und fertig.
    > Telefon ist ja auch nicht verschlüsselt also bei nicht Sensiblen Daten
    > warum nicht e-mail?
    > Messenger gibt es genug z.B. Signal, Threema, selbst Telegram ist auch
    > verschlüsselt nutzbar,...
    > also Digitalisierung ist möglich auch wenn man Rücksicht auf andere nimmt.
    > Das Problem ist nicht bei unseren zum Glück Theoretisch guten Datenschutz
    > Gesetzen(DSGVO, Grundgesetz) sondern bei einem Versäumnis von
    > Digitalisierung und entsprechender Infrastruktur.

    Problem ist leider, dass die meisten nicht weiter als Whatsapp denken und handeln wollen.
    Für viele ist die Gefahr von unverschlüsselter Kommunikation zu abstrackt, um hier handeln zu wollen und alles Abseits von Whatsapp und Facebook existiert nicht.

    Ich würde ansonsten auch sagen, E-Mail und fertig.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.03.20 13:10 durch Kakiss.

  4. Sch... auf "die meisten"

    Autor: grutzt 19.03.20 - 13:28

    Weil "die meisten" kriminelle Volldeppen sind, muss ich das noch lange nicht sein. Sch... Lemminge...

    Wie meldet man sich denn bei Facebook ohne E-Mail-Adresse an? Nur mal so am Rande gefragt...

  5. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: schap23 19.03.20 - 13:33

    Nachher ist man immer schlauer. Aber PGP ist schwer aufzusetzen und hat auch seine Probleme, insbesondere die Schlüsselverwaltung. Auf andere Messenger hätte man sich vielleicht vorher einigen können. Aber wenn das Schiff untergeht, nimmt man den Rettungsring, der vorbeischwimmt, und beklagt sich nicht, daß er nicht eine andere Farbe hat.

  6. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: FreiGeistler 19.03.20 - 13:48

    Also das Schweizer Gesundheitswesen nutzt dafür das Health InfoNet (HIN). Sicher auch nicht Ideal, aber m.E. ein guter Kompromiss.
    Dass Deutschland nicht was ähnliches zustande bringt...

  7. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: Gurli1 19.03.20 - 13:49

    PGP ist dem Durchschnitts-User nicht zuzumuten. Den hierfür benötigten IT Support kann keiner leisten.

    WhatsApp nutzt doch auch E2E Verschlüsselung. Die Bedenken gehen hier eher in die Richtung, dass die Daten über amerikanische Server laufen. Und dann ist noch das Problem mit dem Hochladen des Adressbuchs. Die Bedenken sind hier alle nur theoretischer Natur.
    Ob man da irgendwelchen kleinen Klitschen mit ihren Messengern besser trauen kann, weiss kein Mensch.

    Und seien wir mal ehrlich: es geht hier maximal um die Vornamen und Emailadressen der Kinder. Letztere könnte sogar die Schule selbst bereitstellen.

    Dass 99% der Nutzer ausschließlich WhatsApp nutzen, zeigt doch ganz klar die Diskrepanz zwischen DSGVO und Realität.

    Ein Gesetz, das 99% der Bevölkerung aufgrund des seit langer Zeit gewohnten gewohnten Verhaltens kriminalisiert, geht nicht nur an der Realität vorbei, sondern ist auch ganz allgemein einfach Unsinn.

    Aber ja, man kann das Festhalten an Papier, Ordnern und Büchern in den deutschen Schulen nicht nur auf die DSGVO schieben. Es ist schon auch der fehlende Wille und die offenbar kulturell verankerte Verweigerung des technischen Fortschritts. Und natürlich auch die praktisch nicht vorhandene Digital-Bildung aller Beteiligten. Viele Lehrer wissen ja noch nicht mal, wie man eine Email schreibt, oder scheitern zumindest daran, etwa einen Anhang einzufügen und so weiter.



    4 mal bearbeitet, zuletzt am 19.03.20 14:03 durch Gurli1.

  8. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: der_heinz 19.03.20 - 15:01

    Kann man bei Whatsapp nicht sogar den Zugriff auf das Adressbuch blockieren? Hatte das lange auf meinem Blackberry so gemacht. Hat recht gut funktioniert, außer dass man von anderen nur die Telefonnummer sah und nicht selber Gruppen aufmachen konnte. Ich nehme an, auf iOS / Android sollte das ähnlich gehen. Hab es aber noch nicht ausprobiert.

  9. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: stacker 19.03.20 - 15:20

    Gurli1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > WhatsApp nutzt doch auch E2E Verschlüsselung. Die Bedenken gehen hier eher
    > in die Richtung, dass die Daten über amerikanische Server laufen. Und dann
    > ist noch das Problem mit dem Hochladen des Adressbuchs. Die Bedenken sind
    > hier alle nur theoretischer Natur.

    Die Bedenken sind nicht nur theoretisch. Verschlüsselung ist ja schön und die amerikanischen Server wären zumindest mir relativ egal, aber trotzdem möchte ich nicht, dass Facebook mein Kommunikationsverhalten analysiert und Kenntnisse über mein soziales Netz erhält.
    Natürlich gibt es dieses Problem auch prinzipiell bei alternativen Messenger. Nur ist es Facebook inzwischen möglich, Kommunikationsverbindung von nahezu allen Menschen der westlichen Welt auszuwerten. Diese Macht und der soziale Druck, sich damit einfach abfinden zu sollen, empfinde ich als gerechtfertigtes Bedenken.

    Bei allen anderen Dingen der smarten Welt hat man Alternativen: Man mag Google nicht, dann greift man halt zu Apple. Telekom ist doof - es gibt Alternativen. Und egal wie man sich entscheidet, man wird nicht abgehängt und kann weiterhin mit anderen kommunizieren. Nur beim verdammten Messenger hat man mit Facebook zu leben oder massive Einschränkungen in Kauf zu nehmen.

  10. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: Keep The Focus 19.03.20 - 15:42

    Es gibt auch noch einige andere künstliche Einschränkungen, wodurch du gezwungen wirst das Addressbuch einzuschalten.

    Leider weiß ich nicht mehr genau was.
    Willst du das wissen, versuch mal längere Zeit ohne auszukommen (falls du WhatsApp nutzt).

  11. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: Gurli1 19.03.20 - 16:02

    stacker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    >
    > Die Bedenken sind nicht nur theoretisch. Verschlüsselung ist ja schön und
    > die amerikanischen Server wären zumindest mir relativ egal, aber trotzdem
    > möchte ich nicht, dass Facebook mein Kommunikationsverhalten analysiert und
    > Kenntnisse über mein soziales Netz erhält.
    > Natürlich gibt es dieses Problem auch prinzipiell bei alternativen
    > Messenger. Nur ist es Facebook inzwischen möglich, Kommunikationsverbindung
    > von nahezu allen Menschen der westlichen Welt auszuwerten. Diese Macht und
    > der soziale Druck, sich damit einfach abfinden zu sollen, empfinde ich als
    > gerechtfertigtes Bedenken.
    >
    > Bei allen anderen Dingen der smarten Welt hat man Alternativen: Man mag
    > Google nicht, dann greift man halt zu Apple. Telekom ist doof - es gibt
    > Alternativen. Und egal wie man sich entscheidet, man wird nicht abgehängt
    > und kann weiterhin mit anderen kommunizieren. Nur beim verdammten Messenger
    > hat man mit Facebook zu leben oder massive Einschränkungen in Kauf zu
    > nehmen.

    Und dass dein Mobilfunkanbieter deine Bewegungsdaten hat, genau weiß wann und wie du online bist, und ebenso wie dein Internetanbieter auch alle Metadaten deiner Internetverbindung nutzen kann, stört sich nicht? Glaubst du denn wirklich, dass das Nutzen von WhatsApp nur ansatzweise etwas an der ohnehin gläsernen Digitalwelt ändert?

    Und was Ärzte angeht:
    Wenn ich z.B. zum Arzt gehe, liegen manchmal äußerst persönliche Karteien auf dem Tresen an der Rezeption, wo ich z.B. lesen kann, dass für Frau X aus Y aufgrund ihrer nicht mehr heilbaren Krebserkrankung im Unterleib nun Palliativmedizin empfohlen wird – inkl. Adresse und Telefonnummer, auch der Angehörigen. Von den Telefongesprächen, die oft jeder mithören kann, ganz zu schweigen. Das sind dann keine Metadaten, sondern der wirkliche "Payload".
    Natürlich ist das alles auch nicht zulässig, es wird aber bei weitem nicht so kriminalisiert, wie das sammeln von Metadaten im Internet. Das große Problem in diesen Fällen ist der lokale Bezug: Ich kenne diese Person vielleicht sogar persönlich.

    Dass Facebook vielleicht weiß, dass ich (als eine anonymisierte digitale ID 124234XY) am Mittwoch um 14 Uhr einen WhatsApp Chat mit irgendeinem Arzt mit der ID 462376TY hatte, ist mir persönlich herzlich egal, denn diese für mich individuellen Daten gehen in der Vielzahl globaler Daten einfach unter und haben schlichtweg keinerlei Relevanz, die irgendjemand interessieren würde. Schlimmstenfalls zeigt mir Facebook oder Google eine dazu passende Werbung an. So what?



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 19.03.20 16:09 durch Gurli1.

  12. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: googie 19.03.20 - 16:14

    Gurli1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > stacker schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > Dass Facebook vielleicht weiß, dass ich (als eine anonymisierte digitale ID
    > 124234XY) am Mittwoch um 14 Uhr einen WhatsApp Chat mit irgendeinem Arzt
    > mit der ID 462376TY hatte, ist mir persönlich herzlich egal, denn diese für
    > mich individuellen Daten gehen in der Vielzahl globaler Daten einfach unter
    > und haben schlichtweg keinerlei Relevanz, die irgendjemand interessieren
    > würde. Schlimmstenfalls zeigt mir Facebook oder Google eine dazu passende
    > Werbung an. So what?

    Das hast du jetzt nicht gesagt? Oh, oh, oh, ich hoffe du bist des ShitStorms bewusst, der nun über dich einprasselt

  13. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: Gurli1 19.03.20 - 16:46

    googie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gurli1 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > stacker schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > >
    > > Dass Facebook vielleicht weiß, dass ich (als eine anonymisierte digitale
    > ID
    > > 124234XY) am Mittwoch um 14 Uhr einen WhatsApp Chat mit irgendeinem Arzt
    > > mit der ID 462376TY hatte, ist mir persönlich herzlich egal, denn diese
    > für
    > > mich individuellen Daten gehen in der Vielzahl globaler Daten einfach
    > unter
    > > und haben schlichtweg keinerlei Relevanz, die irgendjemand interessieren
    > > würde. Schlimmstenfalls zeigt mir Facebook oder Google eine dazu
    > passende
    > > Werbung an. So what?
    >
    > Das hast du jetzt nicht gesagt? Oh, oh, oh, ich hoffe du bist des
    > ShitStorms bewusst, der nun über dich einprasselt

    Ja, bin ich mir. Ich lebe trotzdem lieber in der Realität als in einer Scheinwelt, in der mir Gesetz eine Scheinsicherheit vor etwas geben wollen, das man realistisch überhaupt nicht sicher machen kann.

    Aber lass mich bitte meinen vorherigen Kommentar etwas präzisieren: Natürlich ist es mir nicht egal, wenn Facebook wirklich private Daten über mich weiß. Ich reagiere darauf, indem ich meine Internetaktivitäten entsprechend anpasse. Wenn Facebook anhand meiner WhatsApp Metadaten meint, irgendwelche Rückschlüsse ziehen zu können, ist es mir insofern egal, weil diese Metadaten in meinem Falle nicht langweiliger sein könnten.

    Gefährlich ist jedoch die Annahme, dass die angeblich DSGVO-konformen Alternativen irgendeine Form der Sicherheit bieten würden. Bei Signal und Co. hätte ich vielmehr Bedenken, dass die meine Daten ungewollt verlieren oder es zu einem Hack kommt, der die ganz angebliche DSGVO-Sicherheit aushebelt und die Daten unbemerkt angezapft werden.

    WhatsApp mag DSGVO-technisch nicht völlig unbedenklich sein. Aber es ist zumindest berechenbar, und man kann sich daran anpassen und es entsprechend nutzen. Bei den ganzen Alternativen wäre ich mir da um überhaupt nichts sicher. Und wenn es zu einem Datenleck kommt, ist es ebenfalls besser, bei WhatsApp einer von Milliarden Nutzer zu sein, als bei Signal einer von Tausend.

    Soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram usw. nutze ich nicht. Ich habe dort nicht einmal einen Account.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.03.20 16:49 durch Gurli1.

  14. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: der_heinz 19.03.20 - 16:47

    Ich hatte es länger benutzt, als es noch auf Blackberry OS 10 lief und von Anfang an den Zugriff auf's Adressbuch blockiert und mir fielen eben nur die beiden Punkte auf, dass man statt der Namen der Leute nur die Telefonnummern sieht und eben keine Gruppen anlegen kann, weil man niemanden in die Gruppe einladen konnte. Würde mich mal interessieren, wie es da auf iOS aussieht..

    Weiteres Schnüffelpotential hat sicher der Zugriff auf die Fotos und die darüber abgreifbaren Metadaten wie den Standort.

  15. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: flow77 19.03.20 - 17:19

    Gurli1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Das hast du jetzt nicht gesagt? Oh, oh, oh, ich hoffe du bist des
    > > ShitStorms bewusst, der nun über dich einprasselt
    >
    > Ja, bin ich mir. Ich lebe trotzdem lieber in der Realität als in einer
    > Scheinwelt, in der mir Gesetz eine Scheinsicherheit vor etwas geben wollen,
    > das man realistisch überhaupt nicht sicher machen kann.
    >
    > Aber lass mich bitte meinen vorherigen Kommentar etwas präzisieren:
    > Natürlich ist es mir nicht egal, wenn Facebook wirklich private Daten über
    > mich weiß. Ich reagiere darauf, indem ich meine Internetaktivitäten
    > entsprechend anpasse. Wenn Facebook anhand meiner WhatsApp Metadaten meint,
    > irgendwelche Rückschlüsse ziehen zu können, ist es mir insofern egal, weil
    > diese Metadaten in meinem Falle nicht langweiliger sein könnten.

    Selbst wenn du nur Whatsapp nutzt und dieses auch "sensibel" verwendest, schon einmal daran gedacht dass du nahezu 100% zugeordnet wirst sobald du auch nur auf deinem Smartphone Whatsapp "sensibel" nutzt?
    Unwichtige Meta-Daten sind das dann wohl nicht mehr, es sei denn blockierst aktiv alle Werbenetztwerke, Cookies etc.

  16. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: stacker 19.03.20 - 17:31

    Gurli1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und dass dein Mobilfunkanbieter deine Bewegungsdaten hat, genau weiß wann
    > und wie du online bist, und ebenso wie dein Internetanbieter auch alle
    > Metadaten deiner Internetverbindung nutzen kann, stört sich nicht?
    Toll finde ich das sicherlich nicht. Der Festnetzanbieter mag wissen, was ich oder irgendjemand anderes zu Hause so im Netz treiben. Der Mobilfunkanbieter mag wissen, wann ich wo unterwegs im Netz was mache. Der eine weiß jedoch nicht, was ich im Netz des anderen mache. Es ist immer nur ein partieller Einblick und zudem ist das Monetarisieren von Metadaten bisher nicht unbedingt deren Kerngeschäft.

    Gurli1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Glaubst
    > du denn wirklich, dass das Nutzen von WhatsApp nur ansatzweise etwas an der
    > ohnehin gläsernen Digitalwelt ändert?
    Ja, glaube ich. Facebook erreicht mit ihren Apps quasi alle Leute und hat einen viel umfassenderen Einblick in soziale Verbindungen und Kommunikationsmuster als irgendein anderer einzelner Internetprovider.

    Vielleicht einfach mal sich selbst fragen: Gibt es auch nur ein einziges anderes Unternehmen, das auch nur annähernd einen solch umfassenden Einblick in soziale Beziehungen hat? Ich denke nicht.

    Gurli1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dass Facebook vielleicht weiß, dass ich (als eine anonymisierte digitale ID
    > 124234XY) am Mittwoch um 14 Uhr einen WhatsApp Chat mit irgendeinem Arzt
    > mit der ID 462376TY hatte, ist mir persönlich herzlich egal, denn diese für
    > mich individuellen Daten gehen in der Vielzahl globaler Daten einfach unter
    > und haben schlichtweg keinerlei Relevanz, die irgendjemand interessieren
    > würde. Schlimmstenfalls zeigt mir Facebook oder Google eine dazu passende
    > Werbung an. So what?
    Ist die ID wirklich anonym? Facebook mag das behaupten und ich kann es nicht widerlegen. Nur hat Facebook in der Vergangenheit durchaus gelogen, was die Nutzung der gesammelten Daten anging. Da wurden unter anderem die IDs von WhatsApp mit denen bei Facebook verbunden. Ist das noch anonym?

    Und selbst wenn die ID vorerst halbwegs anonym sein mag, ist eine Deanonymisierung durchaus denkbar und dann wird es interessant, wenn beispielsweise Versicherer zu sehen bekommen, mit welchen Ärzten man über Jahre so kommuniziert hat.

  17. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: q96500 19.03.20 - 19:57

    Es gibt Alternativen, die muss man eben suchen. Da muss man Zeit investieren...

    Auch was das sichere kollaborativ Arbeiten mit digitalen Lösungen angeht, gibt es Tools.

  18. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: whitbread 20.03.20 - 08:05

    Das Problem ist, das die Leute einfach nicht nachdenken! Ebenso wie sich jetzt immer noch viele Leute in Gruppen treffen - und zwar jung und alt! - denkt jeder bei Messenger nur an WA! Die Folgen der weit verbreiteten WA-Nutzung merken wir nicht sofort, dann aber unausweichlich. Was ist so schwer daran, sich jetzt mit den vorhandenen Alternativen wie Signal, Threema oder Telegram, u.a. zu beschäftigen? Und ja - jetzt wäre die Zeit für die technisch Versierten mal nen Chatserver für die Klasse oder Schule aufzusetzen! Man kann sich auch jetzt von zuhause aus nützlich machen und uns so die Ausgangssperre ersparen!
    Bei uns in der Schule gibt es eine klare Anweisung und die Lehrer haben eine Threema-Schul-Lizenz bekommen - läuft wunderbar ganz ohne USA und FB!
    Ach - und da selbst unsere Kanzlerin noch nicht verstanden hat, dass es für Videotelefonie bzw. -konferenzen deutlich mehr und sogar deutsche Anbieter gibt, die das ohne US-Server und Datenschnüffelei können, ist schon ein Armutszeugnis. Mein Tip für Private wäre da aktuell Signal und fürs Business Teamviewer.

  19. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: stiftilennium 20.03.20 - 10:30

    Gurli1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich arbeite in einer internationalen Firma. Die Kinder sämtlicher
    > nicht-deutscher Kollegen (EU und international) werden aufgrund der
    > weltweiten Schulschließungen online unterrichtet. Dazu werden
    > Online-Konferenzsysteme, E-Mail, Apps und ja, auch WhatsApp genutzt.
    >
    > Für meine Kinder (Deutschland) wurden die Lernunterlagen in der Schule
    > ausgedruckt mit den zugehörigen Büchern auf die Tische der Schüler gelegt,
    > und mussten von den Eltern abgeholt werden. Meine Frau und ich müssen die
    > Kinder nun – neben unserer beruflichen Tätigkeit – zu Hause
    > selbst unterrichten. Die Lehrer kann man nur telefonisch erreichen, denn
    > Messenger und Email darf ja nicht sein.
    >
    > Nicht nur, dass uns andere Länder hinsichtlich Digitalisierung der Schulen
    > um Längen voraus sind; nein, niemand anderes scheint sich wegen völlig
    > theoretischer Datenschutzbedenken nur annähernd so einzuschränken wie wir
    > Deutsche es machen.


    Auch deutsche Schulen dürfen zum Austausch mit den Schülern Online-Plattformen nutzen, Cisco's Webex Plattform ist zB DSVGO-konform. Das Problem ist eher das Schulleitung und Lehrkörper zurückschrecken vor dieser Art der Kommunikation. *Teufelszeug*. Ich habs bei der Grundschule meiner Kinder versucht, jetzt wo sie geschlossen ist. Am Ende wurde doch wieder das gesamte Unterrichtsmaterial per Mail an die Eltern verschickt, wir druckens aus, die Kinder füllen es aus, wir scannens wieder ein, schickens an die Lehrer, die druckens aus, berichtigen es/kontrollieren es und scannen das Ergebnis wieder ein. *Kopfschüttel*

  20. Re: Datenschutz ist jetzt sicher das größte Problem...

    Autor: whitbread 20.03.20 - 17:41

    Vielleicht finden sich ja irgendwo unter den Geschwistern ein paar gelangweilte Teenies, die da Lehrernachhilfe geben können...

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