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"freiwillig" - Das ist die Zukunft!

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  1. "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: SchluppoMäcQuarkkeulchen 27.11.20 - 11:15

    Wer das Geschäftskonzept der Schufa versteht, wird sich denken können wo die Reise hingeht.

    Ohne die Schufa-Klausel zu unterzeichnen bekommt man heute kein Konto, keinen Vertrag, keine Wohnung nichts was nötig ist um in der heutigen Welt zu leben.

    Das Firmen/Vermieter ein Interesse daran haben herauszufinden ob ihre Kunden zahlungsfähig sind halte ich absolut für gerechtfertig, nicht falsch verstehen. Das aber perspektivisch jedweder Geldfluss ausgewertet und bepunktet werden kann, was dann wiederum Auswirkungen hat, finde ich echt beängstigend.

    Und da wird es meiner Meinung nach hingehen. Die Verlockung ist für Untenehmen einfach viel zu groß. Dann schließt man bei irgendeinem Anbieter einen Vertrag für, bspw. ein Handy, ab und gibt der Schufa damit einen Zugriff auf sämtliche Daten. Mannomann.

    Dafür das der Laden ein Privatunternehmen ist, viel Macht.

  2. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: gamer998 27.11.20 - 12:04

    Konto/Karte/Handy usw gibt es auch genug mit schlechter Schufa. Wohnung ist eh Sozialwohnung und wird vom Amt bezahlt.

    P.S.: Mit ausländischem Namen bekommst du auch mit guter Schufa keine Wohnung.

  3. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: Trockenobst 27.11.20 - 12:20

    SchluppoMäcQuarkkeulchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > verstehen. Das aber perspektivisch jedweder Geldfluss ausgewertet und
    > bepunktet werden kann, was dann wiederum Auswirkungen hat, finde ich echt
    > beängstigend.

    In den USA ist das bei armen Leuten gang und gäbe, das man von den Auskunfteien und Banken durchleuchtet wird. Wenn dein "Score" hoch genug ist, passiert das nicht.

    In Ländern ohne Schufa gibt es eben nur Prepaid. Du willst Strom, dann bitte erst bezahlen, auf Pump und Vertrauen gibt es nichts. Das fände ich noch schlechter.

    > Dafür das der Laden ein Privatunternehmen ist, viel Macht.

    Wenn du im falschen Viertel wohnst und grundsätzlich nur Prepaid Angebote bekommst, ist das auch nicht wirklich witzig. Weil es dann nicht um dich geht und wer soll denn die Millionen Leute ins Risiko gehen? Wir der Staat?

    Es hat sein Grund warum 90% der Lottogewinner nach 3 Jahren das Geld verjubelt haben.
    Kompetenz mit Geld und Verträgen hat nicht jeder.

  4. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: Shred 27.11.20 - 12:22

    Bei dem Wort "freiwillig" im Artikel musste ich auch laut lachen.

    Wie oft habe ich schon angeblich "freiwillig" dem Bezug irgendwelcher Newsletter zugestimmt? Das landet doch irgendwo im Kleingedruckten mit Opt-Out durch Durchstreichen, oder man nimmt das Einverständnis einfach an.

    Was ist dann der nächste Schritt? "Freiwillig" schon, aber wenn man nicht zustimmt, bekommt man halt den Vertrag nicht?

    Und wer greift als nächstes auf meine Kontobewegungen zu? Meine Versicherungen? Mein Vermieter? Mein Arbeitgeber? Ein vermeintlich berechtigtes Interesse lässt sich immer schnell erfinden.

    Das ist echt ein Albtraum!

  5. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: MikeMan 27.11.20 - 12:37

    Shred schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei dem Wort "freiwillig" im Artikel musste ich auch laut lachen.
    >
    > Wie oft habe ich schon angeblich "freiwillig" dem Bezug irgendwelcher
    > Newsletter zugestimmt? Das landet doch irgendwo im Kleingedruckten mit
    > Opt-Out durch Durchstreichen, oder man nimmt das Einverständnis einfach
    > an.

    Es ist halt ein Unterschied zwischen "freiwillig" und "bewusst freiwillig"...

  6. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: most 27.11.20 - 12:37

    Trockenobst schrieb:

    > In Ländern ohne Schufa gibt es eben nur Prepaid. Du willst Strom, dann
    > bitte erst bezahlen, auf Pump und Vertrauen gibt es nichts. Das fände ich
    > noch schlechter.

    Bei Mobilfunk bin ich nach 20 Jahren Vertrag zu prepaid gewechselt. Beim Vertrag hat man abgesehen von Supersonderangeboten kaum einen Kostenvorteil mehr und ist auf 2 Jahre gebunden. Ich könnte mir auch vorstellen, meinen Strom so zu bezahlen.

    Ich lade mein Konto ab und zu mal auf und könnte sogar eine automatische Aufladung bei Unterschreitung einrichten.

    Für solvente Leute ist das doch kein Unterschied und bei Leute, für die das zum Problem werden kann, sind die schnell auflaufenden Zahlungsverpflichtungen aus Verträgen oft eine Einbahnstraße Richtung Insolvenz.

  7. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: scrumdideldu 27.11.20 - 12:38

    Du hast glaube ich keine Vorstellung oder? Es gibt auch Leute die nach einem Problem mit einer Zahlung die ggf. zu einer Pfändung geführt hat und nun bei der Schufa eben so einen Eintrag haben trotzdem ganz normal einen (auch durchaus gut bezahlten) Job haben und da ist dann nix mit Sozialwohnung.

  8. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: Trockenobst 27.11.20 - 14:18

    most schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei Mobilfunk bin ich nach 20 Jahren Vertrag zu prepaid gewechselt. Beim
    > Vertrag hat man abgesehen von Supersonderangeboten kaum einen Kostenvorteil
    > mehr und ist auf 2 Jahre gebunden. Ich könnte mir auch vorstellen, meinen
    > Strom so zu bezahlen.

    Ich habe ewig 1 Monats Kündigungsfrist und werde mit Sonderangeboten zugemüllt, die ich nicht mal bestätigen muss. Kostenlos doppelter Traffik habe ich jetzt sicherlich 3x gehabt in dem Jahr.

    Während man bei Telefon, Strom und Netflix vielleicht noch mit Prepaid leben könnte, sähe das bei Miete, Versicherungen und Transportation schon anders aus. Job verloren, Geld vom Staat kommt durch eine Schluckauf im System nicht, da sitzt man dann im Dunklen oder kriegt eine Warnung vom Vermieter. In den USA gibt es Millionen, die zu Neujahr zu viert im zwei Zimmer Motel verbringen, weil sie für Januar keinen sicheren Job haben und zur Sicherung ihres Kreditscores lieber die Wohnung im Dezember verlassen weil sie nicht sicher sind ob sie die im Januar bezahlen können. Das ist schon dunkler Kaputtkapitalismus.

    > zum Problem werden kann, sind die schnell auflaufenden
    > Zahlungsverpflichtungen aus Verträgen oft eine Einbahnstraße Richtung
    > Insolvenz.

    Arme Leute sind Arm weil ihnen Geld fehlt, und meistens ist es nicht viel Geld das fehlt.
    Die Krise hat gezeigt, das es auch bei uns sicherlich 500.000 bis einer Million gibt, die mehr als einen Monatsausfall an Einkommen nicht wirklich abfangen können. Das Prepaid für den nächsten Monat würde schief laufen. Und mit den Verzugszinsen wären sie dann tatsächlich in der Zins-Falle.

  9. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: Oktavian 27.11.20 - 14:28

    > sähe das bei Miete, Versicherungen und Transportation schon
    > anders aus.

    Versicherung ist in aller Regel Prepaid, du zahlst zum Beginn des Versicherungsjahres. Keine Zahlung, kein Versicherungsschutz. Du kannst natürlich (gegen Aufpreis) monatlich oder quartalsweise zahlen, aber auch hier zahlst Du jeweils zu Beginn des Zeitraums. Versicherungen sind ja nicht blöd.

    Übrigens war dieser Fälligkeitsunterschied zwischen Versicherungsbeitrag und Leistung über viele Jahrzehnte die Haupteinnahme der Versicherungen.

    > Job verloren, Geld vom Staat kommt durch eine Schluckauf im
    > System nicht, da sitzt man dann im Dunklen oder kriegt eine Warnung vom
    > Vermieter.

    Ähhh, ja? Und? Mit welchem Recht verlangst Du, dass andere für Dein Risiko einstehen? Wenn Du nicht zahlen kannst, ist das erst einmal ganz alleine Dein Problem. Kümmere Dich drum. Hab ein wenig Reserven, um Deinen Verpflichtungen nachkommen zu können. Wenn die Verpflichtungen so hoch sind, dass Du keine Reserve anlegen kannst, lebst Du über Deine Verhältnisse.

    > Die Krise hat gezeigt, das es auch bei uns sicherlich 500.000 bis einer
    > Million gibt, die mehr als einen Monatsausfall an Einkommen nicht wirklich
    > abfangen können. Das Prepaid für den nächsten Monat würde schief laufen.
    > Und mit den Verzugszinsen wären sie dann tatsächlich in der Zins-Falle.

    Und warum soll der Vermieter denen dann das Geld auslegen? Die Bank, bei der der Vermieter sein Geld abstottert für die Wohnung, möchte auch ihre Zinsen und Tilgung. Und zwar pünklich jeden Monat.

  10. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: Trockenobst 27.11.20 - 15:23

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ähhh, ja? Und? <...> Und warum soll der Vermieter denen dann das Geld auslegen?

    Wir diskutieren offensichtliche Perversionen des System und wo das noch hin laufen könnte.

    Das war nicht als ein "Ich habe noch eine Idee wie man die Armen noch weiter in die Elitenabhängigkeit und Elend treiben kann" Jubelthread von Leuten, die qua Geburt oder durch bessere Anpassungsfähigkeit im Wahnsinn zufällig auf der "richtigen Seite [TM]" gelandet sind.

    "100% die kein Geld haben leben über ihre Verhältnisse" sind Schutzbehauptungen, die ich verstehen könnte wenn man diese außerhalb des Systems/als Elitenzugehöriger absondert.
    Die Pseudeo-Position Gewinner/Verlierer funktioniert nicht als Entschuldigung. Ich stehe als Selbstständiger selber auf der besseren Seite, aber nicht weil ich es so "gut" finde, sondern weil das meiner Natur entspricht. Gerade deswegen sehe ich die Verschwendung von Ressourcen und Möglichkeiten auch so kritisch.

    Scoring an sich ist in "diesem System" nicht verkehrt, aber seine Erweiterung ist einer von vielen immer perverser werdenden Behilfskonstrukten, weil das System immer mehr Arme und Abhängige erzeugt. Deswegen bin ich für einen staatliches Kredit von ca. 2000¤ im Jahr. Die EZB hat das im Kontext von QE/zinsfreies Geld angedacht und wurde von den Eliten aber sowas von zurück in die sauberen Elfenbeinburgen zurück gescheucht. Zinsabhängigkeiten für Millionen auflösen und Elend beseitigen, das ist absolut verboten.

  11. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: Oktavian 27.11.20 - 15:36

    > Deswegen bin ich für einen staatliches Kredit von ca. 2000¤ im Jahr.

    Okay, da bin ich neugierig. Kredit impliziert ja, dass man den auch zurückzahlt, ist ja ein Kredit, kein Geschenk.

    Was passiert, wenn man das nicht tut? Das gleiche wie beim privaten Geldgeber (Mahnbescheid, Kreditkündigung, Vollstreckungsbescheid, Pfändung, etc.)? Oder ist das Geld dann einfach weg?

    Wenn letzteres, was sollte überhaupt wen motivieren, das Geld zurückzuzahlen?

    Und wenn man die 2000 EUR schuldig geblieben ist, bekommt man dann trotzdem im nächsten Jahr wieder 2000 EUR?

  12. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: most 27.11.20 - 15:58

    Die wesentlichsten Leistungen müssen natürlich gewährleistet sein, Wohnen, Strom, Heizung, Wasser.
    Da darf niemand aufgrund eines Zahlungsverzugs direkt der Leistungsbezug abgestellt werden.

    Aber im momentanen System lösen sich die Zahlungsverpflichtungen ja nicht auf, sie sammeln sich und gerade bei Geringverdienern baut sich nach 1-2 Monaten eine Summe auf, die sie nicht mehr abzahlen können. Das hat psychische Folgen, man macht ggf. noch mehr Schulden, weil es egal ist, ob unbezahlbare 1000¤ oder 2000¤ offen sind, man öffnet keine Briefe mehr und kapselt sich immer mehr ab.

    Ich sehe das bei mir, in stressigen Zeiten bleibt bei mir auch viel Papierkram liegen und ein Brief mal einige Tage ungeöffnet, dabei geht es da allenfalls um die Ablage oder einen Rückruf/Antwortschreiben und nicht um Rechnungen die ich nicht zahlen kann oder gar Mahnungen. Ich will mir gar nicht vorstellen wie schlimm das sein muss, wenn da Briefe ankommen mit Forderungen und Androhungen, die ich nicht bedienen bzw. abwenden kann.

  13. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: Oktavian 27.11.20 - 16:26

    > Die wesentlichsten Leistungen müssen natürlich gewährleistet sein, Wohnen,
    > Strom, Heizung, Wasser.
    > Da darf niemand aufgrund eines Zahlungsverzugs direkt der Leistungsbezug
    > abgestellt werden.

    Warum? Sagen wir mal, mir gehört eine Wohnung. Ich habe hart dafür gearbeitet, meine Ersparnisse da reingesteckt, bin jetzt in Rente. Die Miete ist Teil meiner Altersversorgung, ich bin angewiesen auf die regelmäßigen Einnahmen. Warum soll ich erdulden, wenn mein Mieter nur zahlt, wenn er Lust hat?

    Oder vielleicht habe ich die Wohnung gerade gekauft, Geld dafür aufgenommen, arbeite kräftig, und brauche eben auch die Mieteinnahmen, um den Kredit abzahlen zu können. Meine Bank interessiert nicht, ob mein Mieter Lust hat zu zahlen oder nicht, die will ihre Rate. Warum soll ich die Konsequenzen tragen, während das Nichtzahlen für meinen Mieter konsequenzlos zu bleiben hat?

    > Aber im momentanen System lösen sich die Zahlungsverpflichtungen ja nicht
    > auf, sie sammeln sich und gerade bei Geringverdienern baut sich nach 1-2
    > Monaten eine Summe auf, die sie nicht mehr abzahlen können. Das hat
    > psychische Folgen, man macht ggf. noch mehr Schulden, weil es egal ist, ob
    > unbezahlbare 1000¤ oder 2000¤ offen sind, man öffnet keine Briefe mehr und
    > kapselt sich immer mehr ab.

    Deshalb ist es doch umso wichtiger, dass die Leistung unmittelbar eingestellt wird. Keine Leistung, keine neuen Schulden. Ich kenne das von meiner Schwägerin, die war auch so eine Kandidatin. Rechnungen wurden gezahlt, wenn gerade mal Geld da war, ansonsten wurde auch gern mal Geld ausgegeben, das sie gar nicht hatte. Viel zu lange haben meine Schwiegereltern immer mal was zugeschossen. Als der jungen Dame dann mal der Strom abgestellt war, sie ihr wallendes Hauphaar im Licht einer Kerze lufttrocknen durfte nach einer kalten Dusche, setzte ein erstaunlicher Denkprozess ein. Inzwischen hat sie ihr Leben weitgehend im Griff, es ist zumindest deutlich besser geworden.

    > Ich sehe das bei mir, in stressigen Zeiten bleibt bei mir auch viel
    > Papierkram liegen und ein Brief mal einige Tage ungeöffnet, dabei geht es
    > da allenfalls um die Ablage oder einen Rückruf/Antwortschreiben und nicht
    > um Rechnungen die ich nicht zahlen kann oder gar Mahnungen.

    Gewöhn Dir das nicht an. Das kann echt gefährlich sein. Man sieht bösen Briefen nicht immer an, dass sie böse sind.

    > Ich will mir
    > gar nicht vorstellen wie schlimm das sein muss, wenn da Briefe ankommen mit
    > Forderungen und Androhungen, die ich nicht bedienen bzw. abwenden kann.

    Werden sie denn besser, wenn man sie ignoriert?

  14. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: Trockenobst 27.11.20 - 17:04

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und wenn man die 2000 EUR schuldig geblieben ist, bekommt man dann trotzdem
    > im nächsten Jahr wieder 2000 EUR?

    90% der Lottogewinner verpulvern ihr Geld in drei Jahren.
    Das ist die Realität. Nun bilden wir die Realität auf das System ab? Lieber nicht.
    Viele kommen mit Geld nicht klar. Mehr Hochzins Schulden und da drüben ist der Mindestlohnjob mit Totalüberwachung. Dazu kommt ein intensives Scoring, besser Social Credit ala China, das dir auch sagt wenn du dir den Hamburger gar nicht leisten "darfst".

    Finde ich irgendwie interessant, dass diese teure, elend erzeugende System das Optimale sein soll. Menschen zu helfen mit Geld besser umzugehen scheint NICHT das Ziel zu sein, sondern Bestrafung. Sind die Privatinsolvenzen am steigen oder sinken? An der Prävention verdient man nichts. An der 15% Strafzins-Existenz Milliarden. Getrieben von protestantischen Weltmythen und dunkelkapitalistischem Wahn. Wer sich dann wundert "Sozialismus" wieder hoffähig wird, sieht den Wald vor lauter Wäldern nicht. Das Pendel geht in die andere, extreme Richtung.

    Die 2000¤ sind so eine Richtgröße bei Lebenshaltungskosten, die in der Regel dazu führen dass Menschen nicht 12% Überziehungskredite zahlen müssen. Die lustigen 2% Kredite kriegt man nämlich nur für das Auto und die Couch, nicht für die Lebensführung. Das ist schon klug gemacht, es gibt nur das Auswandern in Schwellenländer, wenn es dir nicht passt.

    In allen Bereichen der Gesellschaft gibt es Leute, die mit was nicht zurecht kommen. Den Krieg gegen die Drogen finanzieren wir mit Milliarden für Polizisten mit garantiertem Job und Gefängnissen mit garantierten Kunden, während die Pharmamaschine garantierte Geschäfte hat. Natürlich gibt es Leute die das System abzocken, die nicht leisten wollen, die es nicht checken. Ich habe nur nicht verstanden warum Pranger, lebenslange Zinszinsfalle und ggf. Knast die Beste aller Optionen ist, wo der Lerneffekt ist und wie alles besser wird.

    Aber "besser" ist ja auch wieder so eine Unterstellung, vielleicht wollen das ja einige gar nicht.

  15. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: Oktavian 27.11.20 - 17:17

    > > Und wenn man die 2000 EUR schuldig geblieben ist, bekommt man dann
    > trotzdem
    > > im nächsten Jahr wieder 2000 EUR?
    >
    > 90% der Lottogewinner verpulvern ihr Geld in drei Jahren.

    Das ist ja alles ganz nett, was Du geschrieben hast, hat mit meiner Frage aber nichts zu tun.

    Wie stellst Du Dir die Rückzahlungsmodalitäten bei dem Kredit vor und was passiert, wenn man den nicht zurückzahlt? Und was passiert mit der Kreditlinie, wenn man in Verzug ist?

  16. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: most 27.11.20 - 17:18

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Warum soll ich erdulden, wenn mein Mieter nur
    > zahlt, wenn er Lust hat?

    Natürlich nicht auf Dauer, aber eben nicht direkt am 2., wenn man 1. das Geld nicht eingegangen ist.
    Man darf das nicht überstrapazieren und Leistungsträger bis zum letzten Euro ausquetschen, aber es stimmt dennoch: Vermögen und Besitz verpflichtet eben auch.
    Wenn man zu 100% auf die Einnahmen der Mieter angewiesen ist und keine Zahlungsausfälle von einigen Monaten kompensieren kann, dann lebt man ebenso am Limit wie der arme Tropf, der sich mit dem iphone übernommen hat.
    Dieses Risiko und diese Fehlentscheidungen darf man imho nicht komplett auf die Mieter abwälzen.


    > Deshalb ist es doch umso wichtiger, dass die Leistung unmittelbar
    > eingestellt wird. Keine Leistung, keine neuen Schulden.

    Da bin ich bei Dir, alles was nicht grundlegend wichtig ist, sollte dann sofort eingestellt werden.
    Ohne Strom und Heizung im Winter zu leben, ist aber menschenunwürdig und wenn Kühlschrank und Tiefkühltruhe abtauen, geht ggf. auch noch mehr Geld verloren.
    Könnte man das trennen, wäre es einfach: TV, Konsole und Gaming-PC und Grow-Lampen gehen aus und Kühlschrank und Herd und Licht bleiben an.


    > Gewöhn Dir das nicht an. Das kann echt gefährlich sein. Man sieht bösen
    > Briefen nicht immer an, dass sie böse sind.

    Ja stimmt schon, keine gute Angewohnheit. Ich kann das einordnen und sehe ja auch von außen, ob es ein Kontoauszug zur Ablage ist oder ein Knöllchen, das innerhalb der Frist bezahlt werden muss.


    > Werden sie denn besser, wenn man sie ignoriert?
    So funktionieren (manche) Menschen nun mal nicht. Viele Dinge wissen wir besser und tun es trotzdem nicht.

  17. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: Oktavian 27.11.20 - 17:27

    > Natürlich nicht auf Dauer, aber eben nicht direkt am 2., wenn man 1. das
    > Geld nicht eingegangen ist.

    Warum nicht? Wenn am 1. vereinbart, dann ist am 1. zu zahlen. Nicht am 2., nicht am 3., sondern am 1. Verträge sind zu halten, das Rechtsprinzip gilt seit 2000 Jahren.

    > Man darf das nicht überstrapazieren und Leistungsträger bis zum letzten
    > Euro ausquetschen, aber es stimmt dennoch: Vermögen und Besitz verpflichtet
    > eben auch.

    Wenn der Wohnungsbesitzer noch den passenden Kredit abzahlt, interessiert das die Bank im Zweifel einen feuchten Kehricht. Er hat zu zahlen, denn in Summe hat er vielleicht kaum Vermögen, er hat Schulden. Und Teil des Tilgungsplans sind die Mieteinnahmen.

    > Wenn man zu 100% auf die Einnahmen der Mieter angewiesen ist und keine
    > Zahlungsausfälle von einigen Monaten kompensieren kann, dann lebt man
    > ebenso am Limit wie der arme Tropf, der sich mit dem iphone übernommen
    > hat.

    Ja, das sollte man nicht machen. Aber als Vermieter würde ich es nicht einsehen, an meine Reserven zu gehen, mich einzuschränken, weil mein Mieter keine Lust hat, seinen Vertrag zu erfüllen. Das ist alleine sein Problem.

    > Dieses Risiko und diese Fehlentscheidungen darf man imho nicht komplett auf
    > die Mieter abwälzen.

    Der Mieter möchte sein Risiko aber auf den Vermieter abwälzen?

    > Da bin ich bei Dir, alles was nicht grundlegend wichtig ist, sollte dann
    > sofort eingestellt werden.
    > Ohne Strom und Heizung im Winter zu leben, ist aber menschenunwürdig und
    > wenn Kühlschrank und Tiefkühltruhe abtauen, geht ggf. auch noch mehr Geld
    > verloren.

    Ja, und man hat wieder was gelernt. Alles im Leben hat Konsequenzen, und manchmal sind die Konsequenzen vermeintlich kleiner Entscheidungen dramatisch. Aber auch diese dramatischen Konsequenzen muss man tragen. Gerade das ist doch das Problem bei vielen Schuldnern. Sie haben nie gelernt, Konsequenzen zu tragen. Und diese Konsequenzen müssen weh tun, sonst spürt man sie nicht.

    > Könnte man das trennen, wäre es einfach: TV, Konsole und Gaming-PC und
    > Grow-Lampen gehen aus und Kühlschrank und Herd und Licht bleiben an.

    Auch wieder, warum soll der Energieversorger und die anderen Kunden für die Lustlosigkeit des Einzelnen einstehen, sich um seine Angelegenheiten zu kümmern? Schulden vergemeinschaften, Gewinne privatisieren scheint auch hier das Motto zu sein.

    > Ja stimmt schon, keine gute Angewohnheit. Ich kann das einordnen und sehe
    > ja auch von außen, ob es ein Kontoauszug zur Ablage ist oder ein Knöllchen,
    > das innerhalb der Frist bezahlt werden muss.

    Du weißt, wie der Brief aussieht, in dem dir offenbart wird, dass Du jetzt genau 14 Tage Zeit hast, Widerspruch einzulegen, sonst kann der andere die Haus und Hof pfänden? Ich hab so einen noch nicht gesehen (nur mal verschicken lassen), ich wäre mir nicht sicher, den am Umschlag zu erkennen.

    > > Werden sie denn besser, wenn man sie ignoriert?
    > So funktionieren (manche) Menschen nun mal nicht. Viele Dinge wissen wir
    > besser und tun es trotzdem nicht.

    Wieder eine Folge der Konsequenzlosigkeit.

  18. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: most 27.11.20 - 18:00

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum nicht? Wenn am 1. vereinbart, dann ist am 1. zu zahlen. Nicht am 2.,
    > nicht am 3., sondern am 1. Verträge sind zu halten, das Rechtsprinzip gilt
    > seit 2000 Jahren.

    Weil so Gesellschaften nicht funktionieren, weil es immer Ausnahmen geben muss. Wo würden wir denn stehen, wenn alle Mieter von privat bis gewerblich jetzt in der Coronazeit von heute auf morgen vor die Tür gesetzt werden würden? Frisör oder Dönerbude kann man 1. nicht zahlen? am 2. ist der Laden geräumt, das Equipment steht im Regen und kann entsorgt werden.
    Die Einstellung der Mietzahlungen der großen Ketten ist natürlich noch mal gesondert zu betrachten, aber auch hier gilt abzuwägen, wie man den gesamtwirtschaftlichen Schaden möglichst gering hält. Einzelhandel, der heute aus dem Laden rausgeworfen wird, kommt nicht mehr zurück, die Arbeitsplätze sind dann für immer weg und der Wert der Immobilie sinkt auf einen Bruchteil. So viel, wie halt die Dönerbude oder der Kiosk zahlen kann, die vielleicht folgen

    > Wenn der Wohnungsbesitzer noch den passenden Kredit abzahlt, interessiert
    > das die Bank im Zweifel einen feuchten Kehricht. Er hat zu zahlen, denn in
    > Summe hat er vielleicht kaum Vermögen, er hat Schulden. Und Teil des
    > Tilgungsplans sind die Mieteinnahmen.

    Sorry, aber wenn bereits einige Monate Zahlungsausfall den Kredit zum platzen bringen, dann ist diese Person überschuldet. Das gilt sowohl für den Immobilienbesitzer wie den Iphone-über-Handyvertrag-Finanzierer.

    Ich kann meine laufenden Verbindlichkeiten über viele Monate bedienen, selbst bei 100% Ausfall. Würde ich das durch Finanzierung von Immobilien auf 0 reduzieren, wäre das allein meine Entscheidung und mein Risiko.
    Niemand ist gezwungen eine Immobilie auf Pump zu erwerben und diese durch Mieteinnahmen zu finanzieren.

    >
    > Ja, das sollte man nicht machen. Aber als Vermieter würde ich es nicht
    > einsehen, an meine Reserven zu gehen, mich einzuschränken, weil mein Mieter
    > keine Lust hat, seinen Vertrag zu erfüllen. Das ist alleine sein Problem.

    Wenn Du das Risiko nicht tragen willst, solltest Du nicht als Unternehmer/Vermieter auftreten.
    100% Sicherheit zum Geld drucken gibt es halt nicht.

    > Schulden vergemeinschaften, Gewinne privatisieren scheint auch
    > hier das Motto zu sein.

    Nein, das Motto ist Rücksichtnahme und Solidargemeinschaft. Ja, wäre schön, wenn sich alle aufraffen könnten und fleißig wären und funktionieren würden und keiner Probleme verursacht, aber das ist ebenso Utopie wie Sozialismus oder sonstige Wolkenkuckucksheime.

    Wenn man diese Leute, die aus welchen Gründen auch immer ins Straucheln kommen, immer härter sanktioniert und an den Rand der Gesellschaft drängt, dann wird sich das rächen.

  19. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: dummzeuch 27.11.20 - 18:05

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > In Ländern ohne Schufa gibt es eben nur Prepaid. Du willst Strom, dann
    > bitte erst bezahlen, auf Pump und Vertrauen gibt es nichts. Das fände ich
    > noch schlechter.

    Zumindest in den 1990ern (als ich dort ein paar Jahre lebte) war Prepaid-Strom in Großbritannien ganz normal. Man lud am Kiosk einen "power key" auf, der zu einem Stromzähler gehörte (sah auch aus wie ein Schlüssel), und hatte dann Strom, bis das Guthaben verbraucht war. Fand ich eigentlich gar nicht so schlecht. Besser als die Einzugsermächtigung, die heute Hinz und Kunz haben wollen. Wobei es damals als Ausländer auch gar nicht so einfach war, überhaupt ein Girokonto (current account) zu bekommen. Das ging nur mit einem Bürgen.

    Keine Ahnung, ob es das heute dort noch gibt, ich habe keinen Kontakt mehr zu den ehemaligen Kollegen dort. GB war schon ein wenig "anders", wenn man bisher nur in Deutschland gelebt hatte.

  20. Re: "freiwillig" - Das ist die Zukunft!

    Autor: divStar 27.11.20 - 18:24

    Die Frage ist doch trotzdem: auf der einen Seite gibt es z.B. Vermieter, die auf Mieteinnahmen angewiesen sind und Banken, denen es egal ist, warum man etwas nicht bezahlen kann. Auf der anderen Seite soll Mietern nicht sofort der Vertrag gekündigt und die Leistung nicht abgestellt werden. Darauf bleiben dann aber im Fall des Vermieters eben dieser sitzen - und ich würde das nicht einsehen wollen.

    Klar: wenn das Mal passiert, kann und sollte man miteinander reden. Aber dauerhaft würde ich die Konsequenzen nicht tragen wollen - ich bin kein Wohlstandsverein.

    Andererseits verstehe ich durchaus die Argumente, dass manche Leute knapp oder nicht ganz über die Runden kommen. Ich sehe aber den Staat in der Pflicht. Wir, jene die Steuern bezahlen, zahlen einen enormen Batzen Geld pro Monat an den Staat. Da sollte Bildung und Unterstützung von Menschen dabei sein. Insbesondere sollten Menschen zumindest temporär gut unterstützt werden, so dies nötig ist.

    Stattdessen finanzieren wir Banken, Militär und die Flüchtlingspolitik. Warum man nicht eher dafür sorgt, dass jene, die in Deutschland wohnen, auch halbwegs gut durchs Leben gehen können, entzieht sich meinem Verständnis. Auch verstehe ich nicht warum man Hürden aufbaut und Asylsuchende, die z.B. arbeiten können, nicht auch arbeiten lässt und dies als Teil der Integration auch mitberücksichtigt. Das passiert aber nicht (kenne ich aus Erfahrung).

    Ich empfinde das als Staatsversagen.

    Ist es da wirklich ein Wunder warum Schufa und Co. so ein Screening bereitstellen wollen? In diesen unsicheren Zeiten, die insbesondere die immergleiche Regierung herbeigeführt hat, sehnen sich insbesondere jene, die Dienstleistungen und Produkte anbieten nach Sicherheit. Insofern habe ich mit der Schufa kein Problem. Ist diese aber sozial? Ganz sicher nicht. Aber ein Unternehmen muss das auch nicht unbedingt sein wenn sie sonst den Gesetzen entsprechen und hätten die es nicht gemacht, hätte es jemand anderes.

    Hier müsste der Sozialstaat nachlegen. Leider haben die Politiker am Ruder von Wirtschaft keinen Plan und deswegen werden Vorhaben, die angebl zu einem besseren Image führen, bevorzugt behandelt. Diese führen aber oftmals nicht zu echten Verbesserungen im Sozialstaat, sondern erwecken nur den Anschein für bestimmte Gruppen besser zu sein. Das empfinde ich als bescheuert. Sobald die Möglichkeit sich ergibt und es notwendig wird, bin ich hier weg. Einen sehr guten Beruf und eine tolle Frau, die ebenfalls in dem Bereich tätig ist, habe ich. Ich wüsste nicht warum wir so viele Steuern abführen sollten wenn damit nichts für jene, die wenig haben, getan wird, sondern nur noch mehr Bezieher ins Land kommen.

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Moodle: Was den Lernraum Berlin in die Knie zwang
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Eine übermäßig große Datenbank und schlecht optimierte Abfragen in Moodle führten zu Ausfällen in der Online-Lernsoftware.
Eine Recherche von Hanno Böck


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