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Können wir endlich aufhören…

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  1. Können wir endlich aufhören…

    Autor: liticec189 12.05.21 - 09:30

    …jegliche Form der Ablehnung / Nicht-Bedingungslosen-Zustimmung, sofort als Hass zu betiteln?

    Es gibt bei der App eine riesige Palette an super sachlicher und faktisch belegten Kritik. Gerade wenn man algorithmisch zeigt/beweist das etwas nicht wie angekündigt funktioniert, ist das ja wohl maximal weit weg von Emotionen.

    Immer dieses Gelaber von Hass. Hass ist eine so starke, tiefe und zum Glück seltene Emotion… Bei dem Hass den angeblich heutzutage jeder mit sich gegen tausend Dinge rumträgt, müsste der durchschnittliche Puls der Menschen ja heutzutage bei 200 sein und alle nurnoch mit nem rotem Kopp rumrennen.

  2. Re: Können wir endlich aufhören…

    Autor: Iruwen 12.05.21 - 09:33

    Hass gibts auf Facebook und etwas eloquenter bei Heise zur Genüge. Sachliche fachliche Kritik gibts hier.

  3. Re: Können wir endlich aufhören…

    Autor: Oktavian 12.05.21 - 09:46

    > Hass gibts auf Facebook und etwas eloquenter bei Heise zur Genüge.
    > Sachliche fachliche Kritik gibts hier.

    Ähh, nein. Gerade letzteres findet hier schon lange nicht mehr zu einem signifikant höheren Anteil statt als bei Facebook und Heise. Hier gibt es immer mal wieder echt gute Kommentare, aber bei den meisten merkt man, mehr als den Titel und den Anlauf des Artikels haben sie nicht gelesen (oder verstanden).

    Sobald dann aber eine auch nur leise Kritik im Kommentar an der gerade vorherrschenden Lieblingsmeinung aufkommt, ist man auch hier sehr schnell dabei mit:
    a) persönlichen Angriffen
    b) persönlichen Beleidigungen und Unterstellungen
    c) Nazi-Vergleichen

    Es wird leider auch hier extrem schnell unsachlich, persönlich, beleidigend. Da ist Golem leider nicht besser als Facebook oder Heise, oft in letzter Zeit sogar einiges schlechter.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.05.21 09:48 durch Oktavian.

  4. Re: Können wir endlich aufhören

    Autor: Blaubeerchen 12.05.21 - 10:15

    liticec189 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Können wir endlich aufhören, jegliche Form der Ablehnung / Nicht-Bedingungslosen-Zustimmung, sofort als Hass zu betiteln?

    Das Problem ist, dass der ganze politische Zeitgeist mit seiner Identitätspolitik, Spalterei, Empörungskultur und aufgebauschter pseudo-Diskriminierung zu großem Teil darauf baut, einer anderen Gruppe "Hass" zu unterstellen.

    Nüchterne Sachlichkeit ist doch gar nicht mehr erwünscht.

  5. Re: Können wir endlich aufhören

    Autor: Oktavian 12.05.21 - 10:19

    > Nüchterne Sachlichkeit ist doch gar nicht mehr erwünscht.

    Vielleicht hat es damit angefangen, dass man Jungjournalisten beigebracht hat, der Artikel muss die Emotionen berühren und mindestens einen Namen/ein Gesicht haben. Im Kampf um Klicks sind Emotionen der Katalysator. In jedem Artikel soll ein wenig der Haltung des Autor durchblicken. Dann kam der Haltungsjournalismus dazu.

    Und von da aus ist es nicht mehr weit, den anderen, die die eigene Meinung nicht teilen, Hass oder andere unlautere Motive zu unterstellen.

  6. Re: Können wir endlich aufhören

    Autor: LeeRoyWyt 12.05.21 - 10:22

    Blaubeerchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > liticec189 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Können wir endlich aufhören, jegliche Form der Ablehnung /
    > Nicht-Bedingungslosen-Zustimmung, sofort als Hass zu betiteln?
    >
    > Das Problem ist, dass der ganze politische Zeitgeist mit seiner
    > Identitätspolitik, Spalterei, Empörungskultur und aufgebauschter
    > pseudo-Diskriminierung zu großem Teil darauf baut, einer anderen Gruppe
    > "Hass" zu unterstellen.
    >
    > Nüchterne Sachlichkeit ist doch gar nicht mehr erwünscht.

    aufgebauschter pseudo-Diskriminierung? Bevor ich hier mit einer Polemik antworte würde ich da im Sinne einer sachlichen Debatte gerne ein Beispiel haben, ginge das?

  7. Re: Können wir endlich aufhören

    Autor: Blaubeerchen 12.05.21 - 10:30

    Der Abstieg des Journalismus ist wirklich eine Tragik, die man am besten merkt, wenn man mal ein paar ausländische Zeitungen liest. Selbst andere deutschsprachige aus der Schweiz haben teilweise spürbare Qualitätsunterschiede, sowohl inhaltlich als auch sprachlich (Stichwort: Gendersprech).

    Haltungsjournalismus und pseudo-moralische Belehrungen und Empörungen haben sicher stark dazu beigetragen, diesen Zeitgeist zu schaffen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie viel Respekt und Ansehen der Beruf des Journalisten noch vor 20 Jahren hatte. Heute ist es zum Treppenwitz verkommen, und irgendwie nähern sich fast alle großen Zeitungen immer mehr der BILD an.

    Am schlimmsten ist es, dass selbst der öffentlich-rechtliche Journalismus dazuzählt.
    Siehe nur diese "Sexismus im Gaming"-Doku, die sogar die Killerspiel"dokus" der 2000er unterbietet.

    Wann hat denn das letzte mal irgendein Journalist ernsthaft mal kritische Fragen an einen Politiker gestellt? Wann hat es das letzte mal ernsthaft sachliche aber scharfe Diskussionen in TV-Talkshows gegeben?

    Qualitätsjournalismus ist tot. Zumindest, wenn man die großen Player in Deutschland betrachtet.
    Hauptsache man bekommt Klicks. Aber selbst die scheinen ja zurück zu gehen, anders kann ich mir den Lobbyismus für das schwachsinnige "Leistungsschutzrecht" nicht erklären.

  8. Re: Können wir endlich aufhören

    Autor: d0p3fish 12.05.21 - 10:31

    Also ich habe z.b. eine entwickler-Konferenz mitbekommen, die wegen den empörten Menschen mit ihrer Pseudo Diskriminierung dafür gesorgt haben das diese schlussendlich abgesagt wurde.

    Weil nicht ausreichend Frauen, gute Vorträge eingereicht hatten. Und im Ergebnis zu viele Männer Vorträge drin standen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.05.21 10:34 durch d0p3fish.

  9. Re: Können wir endlich aufhören

    Autor: Blaubeerchen 12.05.21 - 10:36

    LeeRoyWyt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Blaubeerchen schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > liticec189 schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Können wir endlich aufhören, jegliche Form der Ablehnung /
    > > Nicht-Bedingungslosen-Zustimmung, sofort als Hass zu betiteln?
    > >
    > > Das Problem ist, dass der ganze politische Zeitgeist mit seiner
    > > Identitätspolitik, Spalterei, Empörungskultur und aufgebauschter
    > > pseudo-Diskriminierung zu großem Teil darauf baut, einer anderen Gruppe
    > > "Hass" zu unterstellen.
    > >
    > > Nüchterne Sachlichkeit ist doch gar nicht mehr erwünscht.
    >
    > aufgebauschter pseudo-Diskriminierung? Bevor ich hier mit einer Polemik
    > antworte würde ich da im Sinne einer sachlichen Debatte gerne ein Beispiel
    > haben, ginge das?

    Am meisten Zeug dazu findest du auf Spiegel.de.

    Direkt auf der Hauptseite wieder so einen Bullshit-Artikel gefunden:

    https://www.spiegel.de/kultur/kinderfeindlichkeit-in-deutschland-woher-kommt-der-kinderhass-a-7fd28a4b-24a9-4b6a-ac78-aebec9549755

    Einschließlich des Wortes "Hass", dass man mittlerweile gemeinsam mit "Nazi", "Rechtsextremist", "Klima-Hysteriker" & co auf die politische Bullshit-Bingo-Liste setzen kann.

  10. Re: Können wir endlich aufhören

    Autor: LeeRoyWyt 12.05.21 - 10:37

    Blaubeerchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wann hat denn das letzte mal irgendein Journalist ernsthaft mal kritische
    > Fragen an einen Politiker gestellt? Wann hat es das letzte mal ernsthaft
    > sachliche aber scharfe Diskussionen in TV-Talkshows gegeben?
    >
    > Qualitätsjournalismus ist tot. Zumindest, wenn man die großen Player in
    > Deutschland betrachtet.
    > Hauptsache man bekommt Klicks. Aber selbst die scheinen ja zurück zu gehen,
    > anders kann ich mir den Lobbyismus für das schwachsinnige
    > "Leistungsschutzrecht" nicht erklären.

    Das ist mir viel zu apokalyptisch und einseitig. Ja, die deutsche Medienlandschaft hat ein Problem, aber gerade die öffentlich rechtlichen als Beispiel anzuführen lässt mich ahnen, welche Geisteshaltung hinter der Zeitgeistkritik steckt. Als Beleg sei auf einen Beitrag der Anstalt zum Thema deutsche Presselandschaft verwiesen: https://www.youtube.com/watch?v=1ntSxZatFv8

  11. Anne Will Sendung

    Autor: Emulex 12.05.21 - 10:39

    Wer mal ein ganz besonders perfektes Beispiel für journalistischen Zeitgeist erleben möchte, dem sei die letzte Sendung von Anne Will mit Laschet und Neubauer ans Herz gelegt.

    Da geht die Frau Neubauer den Laschet (den ich in keiner Weise mag) an, weil der mehr oder weniger nicht verhindert hat, dass Maaßen sich für die CDU zur Bundestagswahl stellen darf.
    Als er ihr dann sachlich das Thema Demokratie näher bringt, erklärt sie kurzerhand Maaßen zu einem Antisemiten und Rassisten.
    Auf Nachfrage von Laschet nach Belegen, weiß Frau Neubauer nur mit einem "das müssen Sie doch wissen, der ist in Ihrer Partei" zu kontern.

    Schlimm genug, dass solchen Personen eine öffentliche Bühne bereitet wird, aber den eigentlichen Hammer hat Anne Will geliefert.
    Anstatt sachlich neutral zu moderieren, nimmt sie Luisa Neubauer in dem Sinne in Schutz, dass sie sagt sie hat hier zwar auch gerade keine Belege dafür, aber da werde man noch recherchieren.
    Anstatt klar zu sagen: So geht es nicht, man kann niemanden als Antisemiten und Rassisten bezeichnen ohne jeden Beleg, bietet sie sich sogar noch als Recherche-Hilfe an.

    Und soetwas im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, welches nur existiert, um neutrale Berichterstattung sicherzustellen.

    Das ist ein einziger Wahnsinn, was in diesem Land mittlerweile abgeht.
    Und die lautesten finden das gut, weil es zu ihrer gestörten Ideologie passt.

  12. Re: Können wir endlich aufhören

    Autor: newbit 12.05.21 - 10:40

    Das Rosinen-Picken ist stark in dir!
    Ich lese regelmäßig sehr gut recherchierte und aufgearbeitete journalistische Arbeiten. Siehe zum Beispiel zum Thema "Panama Papers".

  13. Re: Können wir endlich aufhören

    Autor: LeeRoyWyt 12.05.21 - 10:43

    Blaubeerchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Am meisten Zeug dazu findest du auf Spiegel.de.
    >
    > Direkt auf der Hauptseite wieder so einen Bullshit-Artikel gefunden:
    >
    > www.spiegel.de
    >
    > Einschließlich des Wortes "Hass", dass man mittlerweile gemeinsam mit
    > "Nazi", "Rechtsextremist", "Klima-Hysteriker" & co auf die politische
    > Bullshit-Bingo-Liste setzen kann.

    Titel und Aufmachung - volle Zustimmung. Clickbait. Aber mit ein bisschen Medienkompetenz kann man doch einen wahren Kern im Artikel finden: Interessen von Kindern werden systemisch nicht berücksichtigt, weil weder Wähler, noch Steuerzahler, noch selbständig kaufkräftige Kunden. Das ist nicht wirklich aufgebauscht, auch wenn man der beigelegten feministischen Theorie nicht zustimmt.

  14. Re: Können wir endlich aufhören

    Autor: liticec189 12.05.21 - 10:46

    Das ist meiner Meinung nach die schlimmste Kombi: Wenn die Kritik und der Diskriminierungsvorwurf stimmen, sollte man gerade dann, auch korrekt formulieren. Wenn man einer existenten Diskriminierung eine falsche Motivation unterstellt, manifestiert sich die Diskrminierung und wird nicht weniger. Fühlt sich ja dann keiner Angessprochen. "Ne. Ich kann nich gemeint sein. Ich mag Kinder"

  15. Re: Können wir endlich aufhören

    Autor: Emulex 12.05.21 - 10:47

    LeeRoyWyt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Blaubeerchen schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Wann hat denn das letzte mal irgendein Journalist ernsthaft mal
    > kritische
    > > Fragen an einen Politiker gestellt? Wann hat es das letzte mal ernsthaft
    > > sachliche aber scharfe Diskussionen in TV-Talkshows gegeben?
    > >
    > > Qualitätsjournalismus ist tot. Zumindest, wenn man die großen Player in
    > > Deutschland betrachtet.
    > > Hauptsache man bekommt Klicks. Aber selbst die scheinen ja zurück zu
    > gehen,
    > > anders kann ich mir den Lobbyismus für das schwachsinnige
    > > "Leistungsschutzrecht" nicht erklären.
    >
    > Das ist mir viel zu apokalyptisch und einseitig. Ja, die deutsche
    > Medienlandschaft hat ein Problem, aber gerade die öffentlich rechtlichen
    > als Beispiel anzuführen lässt mich ahnen, welche Geisteshaltung hinter der
    > Zeitgeistkritik steckt. Als Beleg sei auf einen Beitrag der Anstalt zum
    > Thema deutsche Presselandschaft verwiesen: www.youtube.com

    Weil die ÖR in einer "politischen Kabarettsendung" ein paar Herausgeber aufgrund ihrer Vernetzungen durch den Kakao ziehen, sind Tagesschau und Polit-Talk-Shows grundsätzlich als sachlich neutral zu betrachten?
    Toller "Beleg" ;)

  16. Re: Anne Will Sendung

    Autor: LeeRoyWyt 12.05.21 - 10:49

    Emulex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Als er ihr dann sachlich das Thema Demokratie näher bringt, erklärt sie
    > kurzerhand Maaßen zu einem Antisemiten und Rassisten.
    > Auf Nachfrage von Laschet nach Belegen, weiß Frau Neubauer nur mit einem
    > "das müssen Sie doch wissen, der ist in Ihrer Partei" zu kontern.

    Naja, Antisemit vlt. nicht, aber dass der Man ein tiefbraunes Herz hat, darüber müssen wir ja nun nicht diskutieren, oder?!

    Schön zusammengefasst, warum kein Antisemit, aber schon mehr als anrüchig: https://taz.de/Vorwuerfe-gegen-CDU-Mann-Maassen/!5771000/

    https://www.rnd.de/politik/luisa-neubauer-gegen-hans-georg-maassen-was-ist-an-dem-antisemitismus-vorwurf-dran-3LRKI2EAKZAONMNGHRPEPKY6JU.html

    https://www.merkur.de/politik/hans-georg-maassen-merkel-cdu-kritik-bundestagswahl-2021-abrechnung-kritik-minderheiten-90529928.html

  17. Re: Können wir endlich aufhören

    Autor: LeeRoyWyt 12.05.21 - 10:55

    Emulex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Weil die ÖR in einer "politischen Kabarettsendung" ein paar Herausgeber
    > aufgrund ihrer Vernetzungen durch den Kakao ziehen, sind Tagesschau und
    > Polit-Talk-Shows grundsätzlich als sachlich neutral zu betrachten?
    > Toller "Beleg" ;)

    Netter Strohmann, habe ich so nämlich nicht gesagt. Ich habe damit gezeigt, dass Journalismus eben nicht wie behauptet tot ist. Hierfür könnte man auch die Panamapaper oder andere journalistische Großprojekte der letzten Jahre anführen - regelmäßig gerade auch mit beteiligung öffentlich-rechtlicher Medien. Das problem sind doch vielmehr die großen privaten Medienhäuser und die mit ihnen verknüpften wirtschaftlichen Interessen. Dazu auch: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/rechtswidrig-gemeingefaehrlich-den-luegen-der-boulevardpresse-muessen-grenzen-gesetzt-werden/27128266.html

  18. Re: Können wir endlich aufhören

    Autor: Oktavian 12.05.21 - 11:02

    > Das Rosinen-Picken ist stark in dir!

    Dito, junger Padawan, dito.

    > Ich lese regelmäßig sehr gut recherchierte und aufgearbeitete
    > journalistische Arbeiten. Siehe zum Beispiel zum Thema "Panama Papers".

    Natürlich gibt es auch Perlen, und die glänzen umso mehr, wenn vieles drum herum in Schmutz versinkt.

    Dir ist aber schon klar, dass die Panama Papers Geschichte schon 5 Jahre her ist?

  19. Re: Können wir endlich aufhören

    Autor: Sil53r Surf3r 12.05.21 - 11:02

    Blaubeerchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem ist, dass der ganze politische Zeitgeist mit seiner
    > Identitätspolitik, Spalterei, Empörungskultur und aufgebauschter
    > pseudo-Diskriminierung zu großem Teil darauf baut, einer anderen Gruppe
    > "Hass" zu unterstellen.
    >
    > Nüchterne Sachlichkeit ist doch gar nicht mehr erwünscht.

    Letztere war eigentlich schon immer selten. Selbst damals im Usenet - noch mehrheitlich unter Akademikern - ging es oft äußerst emotional zur Sache. Die ausgetauschten Beleidigungen waren bloß eloquenter und scharfzüngiger. Das ist wohl schlicht menschlich und damit keine Frage des Publikums, Zeitgeists oder etwa Bildungsstands.

    Was ich persönlich heute problematisch finde ist, dass a) Kritik generell und in erster Linie als persönlicher Affront aufgefasst zu werden scheint, selbst wenn sie sachlich vorgetragen wird,

    und b) die primäre Reaktion darauf meist Ad-hominem-Attacken, Beleidigungen und wüste Beschimpfungen unterhalb der Gürtellinie sind. Was mich zu

    c) führt, dass viele Menschen Kritik und anderslautende Meinungen als die ihre, egal in welcher Form vorgetragen, offenbar schlicht nicht mehr zu ertragen oder auszuhalten scheinen.

    An der Stelle sind wir bei der Empörungskultur. Es scheint en vogue zu sein, bei der allergeringsten Kleinigkeit bereits auf der Palme zu hocken und von dort oben mit Kokosnüssen zu werfen.

    "Woher rührt diese Überempfindlichkeit", frage ich mich des öfteren? Meiner Meinung nach könnte man auch mal den Rücken gerade machen und selbst eine derber geäußerte Kritik - solange sie zur Sache gehr und nicht persönlich ist - schlicht und ergreifend aushalten. Das ist auch eine Form von Sozialkompetenz, nicht bei jedem geistigen Furz, den einer lässt, gleich einen Shitstorm loszutreten.

    Erst aufregen, dann nachdenken, scheint aber derzeit die Devise. Und das wundert mich, weil sich sogar Menschen so verhalten, die ich für intelligent und grundsätzlich sozialkompetent halte.

    Ich würde deshalb meinen, dass nicht nüchterne Sachlichkeit nicht mehr erwünscht ist, sondern dass gesellschaftliche Umgangsformen erodiert sind, die man früher als Höflichkeit, Stil, Sitte und gutes Benehmen umschrieben hätte.

    Damit will ich nicht sagen, dass früher irgendetwas besser war. Ich wünsche die Vergangenheit nicht zurück. Aber der Umgang miteinander war ... anders. Und ich meine, gesamtgesellschaftlich betrachtet, gefühlt deutlich rücksichtsvoller, sensibler und einander zugewandter.

    Momentan habe ich nicht den Eindruck, dass die Gesellschaft eine bessere geworden oder - trotz aller Inklusionsbestrebungen - in irgendeiner Form näher zusammengerückt ist. Ich habe eher das Gefühl, wir sind gespaltener, isolierter und weiter voneinander entfernt als jemals zuvor.

    Und das finde ich äußerst bedauerlich.

  20. Re: Können wir endlich aufhören

    Autor: ubuntu_user 12.05.21 - 11:10

    d0p3fish schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also ich habe z.b. eine entwickler-Konferenz mitbekommen, die wegen den
    > empörten Menschen mit ihrer Pseudo Diskriminierung dafür gesorgt haben das
    > diese schlussendlich abgesagt wurde.
    >
    > Weil nicht ausreichend Frauen, gute Vorträge eingereicht hatten. Und im
    > Ergebnis zu viele Männer Vorträge drin standen.

    welche war denn das?

    wobei das auch lustig ist. bei grammy? emmy? oder so sowas wird dann immer auf zu wenig schwarze gepocht, aber für die hispanics interessiert sich keine Sau XD

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