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Dummheit siegt

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  1. Dummheit siegt

    Autor: quark2017 07.11.19 - 19:19

    Unglaublich, was unsere (in der Masse) dummen Parlamentarier wieder entschieden haben.
    Eine Pseudomisierung bedeutet, dass man die Daten wieder einer Person zuordnen kann. Und das ist - ohne ausdrückliche Einwilligung - absolut inakzeptabel. Da reicht schon das Pseudonym und ein paar weitere Details, wie Alter, Ort und Zeit der Arztbesuche, Art der Behandlung - und schon kann man Personen wieder zuordnen - super!
    Natürlich traut sich der Gesetzgeber dies nur bei der GKV zu - denn da haben die meisten keine Wahl (da raus zu kommen).

    Ansonsten eine ganz ernst gemeinte Frage: Kennt Jemand einen legitimen Nutzen von Gesundheits-Apps?
    Und damit meine ich nicht, dass zum (sowieso kostenpflichtigen) Blutdruckmessgerät noch eine App zur Verfügung gestellt wird. Sondern einen Anwendungsfall, bei dem die App ansonsten teurere Hardware bzw. phys. Produkte substituiert.

  2. Re: Dummheit siegt

    Autor: Tcornau 07.11.19 - 21:11

    Klar gibt es einen Nutzen
    Zufriedenstellend der ca. 95% der halbwegs gesunden Wähler-Mehrheit !
    Kein Mensch /patient, der ernstlich krank ist, glaubt ja dass ein ärztliches quartalsbudget in der Größenordnung von 17-60 Euro zur angemessenen Betreuung eines (echt) kranken reicht. Von den Zuständen in den Krankenhäusern wollen wir ja garnicht erst reden.
    Zufriedenstellung der „gesunden„ Wählermehrheit durch immer neue gimmicks hat ja schon seinen Nutzen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 07.11.19 21:12 durch Tcornau.

  3. Re: Dummheit siegt

    Autor: DWolf 07.11.19 - 21:16

    quark2017 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Unglaublich, was unsere (in der Masse) dummen Parlamentarier wieder
    > entschieden haben.
    > Eine Pseudomisierung bedeutet, dass man die Daten wieder einer Person
    > zuordnen kann. Und das ist - ohne ausdrückliche Einwilligung - absolut
    > inakzeptabel. Da reicht schon das Pseudonym und ein paar weitere Details,
    > wie Alter, Ort und Zeit der Arztbesuche, Art der Behandlung - und schon
    > kann man Personen wieder zuordnen - super!
    > Natürlich traut sich der Gesetzgeber dies nur bei der GKV zu - denn da
    > haben die meisten keine Wahl (da raus zu kommen).

    Erinnere dich was eine gewisse Person vor einer Weile zusammengefasst sagte.
    "Big Data ist doch super, Datensparsamkeit ist nicht gut! Zumindest nicht bei den Bürgern."

    > Ansonsten eine ganz ernst gemeinte Frage: Kennt Jemand einen legitimen
    > Nutzen von Gesundheits-Apps?
    > Und damit meine ich nicht, dass zum (sowieso kostenpflichtigen)
    > Blutdruckmessgerät noch eine App zur Verfügung gestellt wird. Sondern einen
    > Anwendungsfall, bei dem die App ansonsten teurere Hardware bzw. phys.
    > Produkte substituiert.

    Solange die Geräte keine passenden Sensoren haben zumindest diagnostisch keinen Nutzen.
    Als eine Art "Tagebuch" z.B. um Blutdruck/Zucker/Migräne oder sonstwas zu protokollieren wären sie sicher praktisch, weil das Smartphone vielen zugänglicher und schneller zur Hand ist als dutzende Büchlein oder Tabellen dafür mitzuschleppen.

    Datentechnisch? Ein großer Nutzen um noch mehr Daten zu erheben, Profile zu verfeinern und ggf. Kassenbeiträge individuell zu erhöhen, Behandlungen zu verweigern, wenn eine Person eine Belastung wird. Zugegeben ist die Vorstellung noch sehr dystopisch, aber leider nicht komplett unrealistisch.
    Wenn man sowas weiterspinnt werden solche Apps oder Sensoren zur Pflicht und bei Verstoß gegen vom Arzt auferlegte Lebensweisen gibts Strafen oder ähnliches.

    Ich muss keine alten Autos fahren, ich will.

  4. Re: Dummheit siegt

    Autor: kriD reD 07.11.19 - 21:47

    Es gibt keine individuellen Kassenbeiträge. Du bezahlst immer einen prozentualen Anteil deines Einkommens. Das ist der Sinn einer solidarischen Versicherung. Ausnahme: Du hast ein Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze, dann zahlst du prozentual sogar weniger als die anderen.

  5. Re: Dummheit siegt

    Autor: DWolf 07.11.19 - 21:59

    Das weiß ich, deshalb schrieb ich dystopisch.
    Missbrauch von zuviel aggregierten Daten kann zu viel Negativem führen, gerade wenn man ein wunderbares Vorbild wie China auf der Welt hat.
    Zum Glück trennen uns da noch eine ganze Menge Schritte von.

    Edit: Du kannst übrigens die Baumansicht der Beitragsliste anzeigen lassen, dann kann man Threads besser folgen, hast auf den falschen geantwortet :)

    Ich muss keine alten Autos fahren, ich will.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 07.11.19 22:05 durch DWolf.

  6. Re: Dummheit siegt

    Autor: LinuxMcBook 07.11.19 - 22:11

    quark2017 schrieb:
    > Eine Pseudomisierung bedeutet, dass man die Daten wieder einer Person
    > zuordnen kann. Und das ist - ohne ausdrückliche Einwilligung - absolut
    > inakzeptabel. Da reicht schon das Pseudonym und ein paar weitere Details,
    > wie Alter, Ort und Zeit der Arztbesuche, Art der Behandlung - und schon
    > kann man Personen wieder zuordnen - super!
    Die Quelle der Daten ist ja die GKV. Diese hat die Daten ohnehin schon ohne Pseudomisierung.
    Nun sollen die Daten Forschern verfügbar gemacht werden. Wie das im Detail aussieht, weiß ich nicht, aber ich denke schon, dass die Ortsauflösung ungenauer sein wir, als den Namen des Arztes zu nennen und auch die Zeit nicht sekundengenau sein wird.
    Es wird sicher nicht funktionieren, wenn man eine Datenabfrage startet, welche Erkrankung gestern die weibliche Person hatte, die um 13 Uhr bei Arzt XY war.

    Davon abgesehen sind retrospektive Forschung wirklich wichtig und unglaublich viel Potential zur Verbesserung der Medizin! ist ungenutzt, einfach weil Daten nicht vorhanden sind.
    Ich denke mal, dass du auf keine deiner bisherigen Medikamente oder Behandlungen verzichten möchtest, an deren Entwicklung Daten beteiligt waren.

    > Natürlich traut sich der Gesetzgeber dies nur bei der GKV zu - denn da
    > haben die meisten keine Wahl (da raus zu kommen).
    Viel zu uneinheitliche Daten. Es gibt so viele verschiedene private Abrechnungssysteme. Im Endeffekt entscheidet der Versicherte ja selbst, was er seiner Krankenkasse weiterleitet.

    Aber, Lifehack: Wenn du eine Erkrankung hast, von der du nicht möchtest, dass sie in dem angesprochenen Datenpool landet:
    Einfach nächstes Mal beim Arzt sagen, dass du Selbstzahler bist und nichts landet in irgendwelchen Datenbanken ;)

    > Ansonsten eine ganz ernst gemeinte Frage: Kennt Jemand einen legitimen
    > Nutzen von Gesundheits-Apps?
    > Und damit meine ich nicht, dass zum (sowieso kostenpflichtigen)
    > Blutdruckmessgerät noch eine App zur Verfügung gestellt wird. Sondern einen
    > Anwendungsfall, bei dem die App ansonsten teurere Hardware bzw. phys.
    > Produkte substituiert.

    Es werden ja nicht nur medizinische Geräte ersetzt, sondern einfach im besten Fall auch persönliche, aufwendige teure Konsultationen, wenn die Daten einfach von einer App an den Arzt übermittelt werden und dieser sich dann die Daten angucken kann.

    Ziemlich weit sind Apps z.B. bei Diabetikern. Neue Sensoren messen kontinuierlich und übermitteln die Daten per Funk an z.B. Apps. Diese können automatisch vor Unterzuckerungen oder Überzuckerungen warnen, berechnen Insulinmengen und bieten dem Arzt ein lückenloses Protokoll.

  7. Re: Dummheit siegt

    Autor: LinuxMcBook 07.11.19 - 22:14

    DWolf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn man sowas weiterspinnt werden solche Apps oder Sensoren zur Pflicht
    > und bei Verstoß gegen vom Arzt auferlegte Lebensweisen gibts Strafen oder
    > ähnliches.

    Bei den entsprechenden Personen hat doch die Krankenkasse schon lange die Diagnose Alkohol- oder Nikotin-Abusus vorliegen. Auch gefährliche Hobbies stehen beim Arzt im PC, wenn er eine vernünftige Anamnese erhebt.
    Und ob die Patienten einen ungesunden Lebensstil haben siehst du ihnen auch an...

  8. Re: Dummheit siegt

    Autor: Deff-Zero 07.11.19 - 22:36

    LinuxMcBook schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Quelle der Daten ist ja die GKV. Diese hat die Daten ohnehin schon ohne
    > Pseudomisierung.

    Ambulante Arztbesuche werden doch durch den Arzt anonym abgerechnet. Daher kommt ja der Aufwand den Missbrauch von Kassenkarten zu verhindern.

  9. Re: Dummheit siegt

    Autor: thinksimple 07.11.19 - 23:39

    Deff-Zero schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > LinuxMcBook schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Die Quelle der Daten ist ja die GKV. Diese hat die Daten ohnehin schon
    > ohne
    > > Pseudomisierung.
    >
    > Ambulante Arztbesuche werden doch durch den Arzt anonym abgerechnet. Daher
    > kommt ja der Aufwand den Missbrauch von Kassenkarten zu verhindern.

    Wie kommst du darauf das ambulante Besuche anonym abgerechnet werden?

    Alleinfahrende Autos hin oder her,
    aber Backpapierzuschnitte sind schon eine geile Erfindung.

  10. Re: Dummheit siegt

    Autor: LarusNagel 08.11.19 - 01:14

    > Ansonsten eine ganz ernst gemeinte Frage: Kennt Jemand einen legitimen
    > Nutzen von Gesundheits-Apps?

    Ja, z.B. bei der Demenz-Diagnose.

    https://www.deutschlandfunk.de/handyspiel-sea-hero-quest-hoffnung-auf-fruehere-demenz.676.de.html?dram:article_id=447307

    mfg
    Larus Nagel

  11. Re: Dummheit siegt

    Autor: Oktavian 08.11.19 - 06:47

    > Eine Pseudomisierung bedeutet, dass man die Daten wieder einer Person
    > zuordnen kann.

    Richtig, aber nur durch den, der das Pseudonym hält. Und der hat den Rest der Daten sowieso.

    > Und das ist - ohne ausdrückliche Einwilligung - absolut
    > inakzeptabel.

    Ohne Pseudonym ist so ein System unsinnig. Wenn es monatliche Datenlieferungen gibt, müssen die eben wieder den Pseudonymen zugeordnet werden können, ansonsten hat man jeden Monat einen frischen Satz völlig neuer Daten ohne Zusammenhang zu den alten.

    > Da reicht schon das Pseudonym und ein paar weitere Details,
    > wie Alter, Ort und Zeit der Arztbesuche, Art der Behandlung

    Da die Pseudonymisierung wohl über die Krankenkassen laufen wird, werden die Datennutzer Alter und Diagnose wohl bekommen. Die sind auch zur statistischen Datennutzung sinnvoll. Ort und Zeit der Arztbesuche wohl kaum, die kennt nur der Arzt und nicht die Krankenkasse.

    > - und schon
    > kann man Personen wieder zuordnen - super!

    Wird mit den dünnen Personendaten extrem schwierig. Dazu bräuchte man einen umfassen Blick auf die Gesamtbevölkerung, den WIssenschaftler kaum haben.

    > Natürlich traut sich der Gesetzgeber dies nur bei der GKV zu - denn da
    > haben die meisten keine Wahl (da raus zu kommen).

    Er traut sich das da zu, weil er dafür zuständig ist. Hier kann er in den Leistungskatalog eingreifen. Im Bereich der PKV kann er nicht eingreifen, das regeln die Versicherungen selbst.

    > Ansonsten eine ganz ernst gemeinte Frage: Kennt Jemand einen legitimen
    > Nutzen von Gesundheits-Apps?

    Ja. Ein Freund von mir ist Typ-I-Diabetiker und nutzt eine App als Blutzuckertagebuch. Die hat ne Schnittstelle zu seinem Blutzuckergerät, er erfasst alle Nahrungsmittel, die er isst. Seit er das nutzt, hat er nen wesentlich besseren Spiegel, muss seltener ins Krankenhaus und braucht weniger Insulin.

    Zudem könnte ich mir viele Sport-Apps gut vorstellen. Wenn ein Patient mehr Sport machen soll, warum ihm nicht Freeletics oder Runtastic auf Rezept verschreiben?

    > Sondern einen
    > Anwendungsfall, bei dem die App ansonsten teurere Hardware bzw. phys.
    > Produkte substituiert.

    Warum so eng gesehen? Jede App, die den Gesundheitszustand messbar verbessert, dürfte hier drunter fallen. Und selbst wenn sie keinerlei Einfluss auf die Gesundheit hat und sich nur schön "anfühlt", ist das doch ein legitimer Grund. Die Kassen zahlen ja auch Homöopathie.

  12. Re: Dummheit siegt

    Autor: XeniosZeus 08.11.19 - 08:59

    quark2017 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ansonsten eine ganz ernst gemeinte Frage: Kennt Jemand einen legitimen
    > Nutzen von Gesundheits-Apps?

    Ja - ich benutze als Diabetiker zwei kostenpflichtige Apps.
    Die eine App berechnet den genauen Gehalt an Kohlehydraten einer Mahlzeit - Grundvorausetzung für eine genaue Dosierung des Insulins vor dem Essen.
    Die zweite App dokumentiert jede Blutzuckermessung und errechnet die Menge an Insulin anhand der Kohlehydrate und des erforderlichen Insulinfaktors entsprechend der Tageszeit (App gilt als medizinisches Produkt).
    Durch diese beiden Apps liege ich mit meinen Blutzuckerwerten zu über 95% im Zielbereich mit entsprechend für einen Diabetiker niedrigen HbA1c-Wert.

  13. "berechnet den genauen Gehalt an Kohlehydraten"

    Autor: Mahatma Pech 08.11.19 - 09:42

    Glaube ich nicht. Das ist nur Schätzen.

  14. Re: "berechnet den genauen Gehalt an Kohlehydraten"

    Autor: Oktavian 08.11.19 - 11:42

    > Glaube ich nicht. Das ist nur Schätzen.

    Da man den genauen Kohlehydratgehalt nicht zerstörungsfrei messen kann, ja natürlich, aber so gutes Schätzen, dass es dem Patienten hilft. Es ist in jedem Fall besser, als nach irgendwelchen unvöllständigen Tabellen in BE umzurechnen.

  15. Re: Dummheit siegt

    Autor: plutoniumsulfat 08.11.19 - 11:58

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da die Pseudonymisierung wohl über die Krankenkassen laufen wird, werden
    > die Datennutzer Alter und Diagnose wohl bekommen. Die sind auch zur
    > statistischen Datennutzung sinnvoll. Ort und Zeit der Arztbesuche wohl
    > kaum, die kennt nur der Arzt und nicht die Krankenkasse.

    Sobald was verschrieben wird, kennt auch die Krankenkasse Ort und Zeit der Aeztbesuche.

    > Zudem könnte ich mir viele Sport-Apps gut vorstellen. Wenn ein Patient mehr
    > Sport machen soll, warum ihm nicht Freeletics oder Runtastic auf Rezept
    > verschreiben?

    Weil das nichts bringt? Da könnte man auch wie weiterhin sagen: Machen Sie mehr Sport.

    Zumal Laufen jetzt nicht unglaublich motivierend ist.

  16. Re: Dummheit siegt

    Autor: Oktavian 08.11.19 - 12:26

    > Sobald was verschrieben wird, kennt auch die Krankenkasse Ort und Zeit der
    > Aeztbesuche.

    Wie kommst Du darauf? Diese Informationen hat nicht einmal die Kassenärztliche Vereinigung, und die macht die ganze Datenübertragung zu den Krankenkassen. Das ist im GKV-Datenaustausch gar nicht vorgesehen da wegen der Fallpauschalen auch gar nicht relevant. Hast Du da weitergehende Informationen.

    > Weil das nichts bringt? Da könnte man auch wie weiterhin sagen: Machen Sie
    > mehr Sport.

    Manche brauchen nur so einen kleinen Anstoß, und wenn die App sie regelmäßig dran erinnert, reicht das oft shcon. Zudem ist es was anderes, wenn so eine App einem beispielsweise sagt, auf welchem Platz man in der Rangliste steht (Gameification), oder ob der Arzt mit dem erhobenen Zeigefinger wedelt.

    Klar ist das nichts für jeden, aber Versuch macht kluch, und den Erfolg kann man ja dann über solche Forschungsprojekte auswerten. Nicht individuell natürlich, aber ob es prinzipiell was bringt schon.

    Und selbst wenn es nichts bringt, die Krankenkasse zahlt auch Homöopathie. Und die bringt nachweislich nichts. Soviel Geld für Apps wie für diesen Quatsch können sie nicht mal annähernd raushauen.

    > Zumal Laufen jetzt nicht unglaublich motivierend ist.

    Das ist Geschmackssache. Mein Ding ist es auch nicht, aber andere mögen das völlig anders sehen.

  17. Re: Dummheit siegt

    Autor: Olliar 08.11.19 - 13:14

    DWolf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Wenn man sowas weiterspinnt werden solche Apps oder Sensoren zur Pflicht
    > und bei Verstoß gegen vom Arzt auferlegte Lebensweisen gibts Strafen oder
    > ähnliches.

    Das gab's schon mal.
    GKVs erstatteten Bares für jeden Krankenschein, den man verfallen lassen hatte.

    Die Folgen waren schlimm. Man ging einfach viel zu spät zum Arzt.
    (Ach komm, dieses Quartal ist in 2 Wochen rum. Wenn ich jetzt nicht gehe, sondern erst in 14 Tagen bekomme ich 50 Mark erstattet...)
    Das erzeugte dann hohe kosten.

    Manche Kassen immer noch Boni wenn man z.B. deren Rückschule besucht.
    Sie bezahlen aber nicht Vitamin D3 Untersuchungen, weil.... hat in Deuschland eh praktisch jeder und sie müssten dann ja vielleicht auch das D3-K2-Mg-Präparat bezahlen...
    das dann doch 30 Euro pro Jahr kosten würde...
    (D3 ohne K2 und ohne Mg ist rel. sinnlos, wie man neuerdings weiß)

  18. Re: Dummheit siegt

    Autor: Olliar 08.11.19 - 13:25

    LinuxMcBook schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > quark2017 schrieb:
    > > Eine Pseudomisierung bedeutet, dass man die Daten wieder einer Person
    > > zuordnen kann. Und das ist - ohne ausdrückliche Einwilligung - absolut
    > > inakzeptabel. Da reicht schon das Pseudonym und ein paar weitere Details,
    > > wie Alter, Ort und Zeit der Arztbesuche, Art der Behandlung - und schon
    > > kann man Personen wieder zuordnen - super!
    > Die Quelle der Daten ist ja die GKV.
    >
    > Diese hat die Daten ohnehin schon ohne Pseudomisierung.

    Wir haben nicht "Die GKV", wir haben (noch) ca. 120 GKVs!

    Und, das wird ja wohl jeder einsehen, der eine größere MP3-Sammlung hat:
    ob Daten auf 120 Platten verteilt sind oder alle auf einer ist ein gewaltiger Unterschied,
    wenn man Informationen finden will.

    Übrigens war es bis vor ein paar Jahren üblich, das man seinen Wohnsitz bei seiner Gemeide anmelden mußte.
    Wurde man gesucht (z.B. Klassentreffen), dann mußte der Suchende bei zig Gemeinden nachfragen, da eine es auch nicht immer eine Umzugrückmeldung an die alte Gemeinde gab.
    Heute ist das alles geregelt...






    > Nun sollen die Daten Forschern verfügbar gemacht werden. Wie das im Detail
    > aussieht, weiß ich nicht, aber ich denke schon, dass die Ortsauflösung
    > ungenauer sein wir, als den Namen des Arztes zu nennen und auch die Zeit
    > nicht sekundengenau sein wird.
    > Es wird sicher nicht funktionieren, wenn man eine Datenabfrage startet,
    > welche Erkrankung gestern die weibliche Person hatte, die um 13 Uhr bei
    > Arzt XY war.
    >
    > Davon abgesehen sind retrospektive Forschung wirklich wichtig und
    > unglaublich viel Potential zur Verbesserung der Medizin! ist ungenutzt,
    > einfach weil Daten nicht vorhanden sind.
    > Ich denke mal, dass du auf keine deiner bisherigen Medikamente oder
    > Behandlungen verzichten möchtest, an deren Entwicklung Daten beteiligt
    > waren.
    >
    > > Natürlich traut sich der Gesetzgeber dies nur bei der GKV zu - denn da
    > > haben die meisten keine Wahl (da raus zu kommen).
    > Viel zu uneinheitliche Daten. Es gibt so viele verschiedene private
    > Abrechnungssysteme. Im Endeffekt entscheidet der Versicherte ja selbst, was
    > er seiner Krankenkasse weiterleitet.
    >
    > Aber, Lifehack: Wenn du eine Erkrankung hast, von der du nicht möchtest,
    > dass sie in dem angesprochenen Datenpool landet:
    > Einfach nächstes Mal beim Arzt sagen, dass du Selbstzahler bist und nichts
    > landet in irgendwelchen Datenbanken ;)
    >
    > > Ansonsten eine ganz ernst gemeinte Frage: Kennt Jemand einen legitimen
    > > Nutzen von Gesundheits-Apps?
    > > Und damit meine ich nicht, dass zum (sowieso kostenpflichtigen)
    > > Blutdruckmessgerät noch eine App zur Verfügung gestellt wird. Sondern
    > einen
    > > Anwendungsfall, bei dem die App ansonsten teurere Hardware bzw. phys.
    > > Produkte substituiert.
    >
    > Es werden ja nicht nur medizinische Geräte ersetzt, sondern einfach im
    > besten Fall auch persönliche, aufwendige teure Konsultationen, wenn die
    > Daten einfach von einer App an den Arzt übermittelt werden und dieser sich
    > dann die Daten angucken kann.
    >
    > Ziemlich weit sind Apps z.B. bei Diabetikern. Neue Sensoren messen
    > kontinuierlich und übermitteln die Daten per Funk an z.B. Apps. Diese
    > können automatisch vor Unterzuckerungen oder Überzuckerungen warnen,
    > berechnen Insulinmengen und bieten dem Arzt ein lückenloses Protokoll.

  19. Re: Dummheit siegt

    Autor: Olliar 08.11.19 - 13:29

    XeniosZeus schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > quark2017 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Ansonsten eine ganz ernst gemeinte Frage: Kennt Jemand einen legitimen
    > > Nutzen von Gesundheits-Apps?
    >
    > Ja - ich benutze als Diabetiker zwei kostenpflichtige Apps.

    Aber Deine Daten bleiben auf dem Gerät
    oder gehen sie in die Cloud
    oder weißt du es nicht
    oder es ist Dir eh egal, weil "Wer heilt hat recht" und "Ich habe doch nichts zu verbergen"?

  20. Re: Dummheit siegt

    Autor: plutoniumsulfat 08.11.19 - 14:20

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Sobald was verschrieben wird, kennt auch die Krankenkasse Ort und Zeit
    > der
    > > Aeztbesuche.
    >
    > Wie kommst Du darauf? Diese Informationen hat nicht einmal die
    > Kassenärztliche Vereinigung, und die macht die ganze Datenübertragung zu
    > den Krankenkassen. Das ist im GKV-Datenaustausch gar nicht vorgesehen da
    > wegen der Fallpauschalen auch gar nicht relevant. Hast Du da weitergehende
    > Informationen.

    Weil das auf jedem Schein drauf steht.

    > > Weil das nichts bringt? Da könnte man auch wie weiterhin sagen: Machen
    > Sie
    > > mehr Sport.
    >
    > Manche brauchen nur so einen kleinen Anstoß, und wenn die App sie
    > regelmäßig dran erinnert, reicht das oft shcon. Zudem ist es was anderes,
    > wenn so eine App einem beispielsweise sagt, auf welchem Platz man in der
    > Rangliste steht (Gameification), oder ob der Arzt mit dem erhobenen
    > Zeigefinger wedelt.

    Meiner Erfahrung nach benötigen viele einen eher großen Anstoß. Es ist natürlich bequemer, sich jeden Abend auf die Couch zu legen. So Leuten muss man begreiflich machen, dass sich Sport positiv auf die Gesundheit auswirkt. Die wissen das natürlich selbst, aber sie spüren keinen direkten, negativen Effekt.

    > Und selbst wenn es nichts bringt, die Krankenkasse zahlt auch Homöopathie.
    > Und die bringt nachweislich nichts. Soviel Geld für Apps wie für diesen
    > Quatsch können sie nicht mal annähernd raushauen.

    Eher ein Argument gegen Homöopathie, oder? ;)

    > > Zumal Laufen jetzt nicht unglaublich motivierend ist.
    >
    > Das ist Geschmackssache. Mein Ding ist es auch nicht, aber andere mögen das
    > völlig anders sehen.

    Das dürften eher wenige sein. Im Gegensatz zu früher sehe ich z.B. wenige Jogger. Auch entsprechende Laufveranstaltungen sind oft nicht besser besucht. Im Sinne der erwähnten Gamification bietet Laufen wenig. Ja klar, man kann seine Zeiten vergleichen, aber das wars auch schon. Da ist die Motivation für Fußball schon höher. Oder Basketball. Oder Tennis. Vermutlich selbst für Golf.

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