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Als derjenige, der eine bestimmte Primzahl erzeugt hat, ...
Autor: Brotbüchse aus Blech 12.10.16 - 14:49
die an der Schlüsselerstellung beteiligt ist, sollte es mir (also nicht mir persönlich) leichter fallen als anderen, die entsprechende Verschlüsselung zu "knacken", unabhängig davon, wie genau ich diese Primzahl erzeugt habe oder?
Kurz, wozu brauche ich das Polynom, wenn ich die Primzahl kenne? -
Re: Als derjenige, der eine bestimmte Primzahl erzeugt hat, ...
Autor: George99 12.10.16 - 15:09
Die Primzahl ist kein Geheimnis, sondern muss im Gegenteil beiden Parteien bekannt sein, also in der Regel vorher öffentlich vereinbart worden sein.
Prinzipiell würde sogar bereits eine einzige öffentlich festgelegte Primzahl für sämtliche Schlüsselaustausche weltweit reichen. -
Re: Als derjenige, der eine bestimmte Primzahl erzeugt hat, ...
Autor: frostbitten king 12.10.16 - 15:11
Kompakter vermutlich. Geringere Chance für einen copy paste error. Wäre jetzt für mich ein Punkt.
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Im allgemeinen ist es nicht leichter
Autor: Mingfu 12.10.16 - 15:22
Brotbüchse aus Blech schrieb:
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> unabhängig davon, wie genau ich diese Primzahl erzeugt habe oder?
Nein. Es hängt genau davon ab, WIE du diese Primzahl erzeugt hast. Nur ganz bestimmte Primzahlen eignen sich, weil sie eine entsprechende Hintertür haben.
Im allgemeinen fällt es also demjenigen, der die Primzahl erzeugt hat, nicht leichter, die Verschlüsselung zu knacken. Dort steht er vor dem gleichen Problem, wie jeder andere auch. Nur, wenn er sie nach einem ganz bestimmten Schema erzeugt, kann er eine Primzahl erhalten, bei der mit dem Zusatzwissen aus der Erzeugung der Zahl dann Verschlüsselungen basierend auf dieser Primzahl einfacher zu knacken sind.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.10.16 15:23 durch Mingfu. -
Re: Im allgemeinen ist es nicht leichter
Autor: rabatz 12.10.16 - 20:15
D.h. aber nicht, dass ein Verfahren zur Erzeugung von diesen Primzahlen das Problem ist, sondern es liegt einfach daran, dass bestimmte Primzahlen zu schwachen Schlüsseln führen können. Genau diese Primzahlen sollten also ausgesiebt werden. Die Frage ist allerdings, wie kompliziert es ist eine erzeugte Primzahl auf diese Eigenschaft zu prüfen.
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Re: Im allgemeinen ist es nicht leichter
Autor: Mingfu 12.10.16 - 20:43
Nein, es sind keine schwachen Primzahlen im klassischen Sinne. Denn das Berechnen des diskreten Logarithmus ist nach wie vor schwer für jeden, der nicht an der Konstruktion der Primzahl beteiligt war. Auch wenn jemand auf regulärem Weg ohne Nutzung eines Hintertürgenerators zu einer solchen Primzahl gelangt ist, hat er ebenfalls keinen Vorteil beim Berechnen des diskreten Logarithmus.
Demzufolge kann man umgekehrt praktisch auch nicht prüfen, ob es sich um eine Primzahl mit derartiger Hintertür handelt. Denn auch dabei handelt es sich um ein schweres Problem.



