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Sagt mir, was ich machen soll

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  1. Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: wertzuiop 17.10.19 - 14:24

    Ich habe nur ein kastriertes Piwik und Google Ads. Wie kann ich GA privatsphärefreundlich machen?

  2. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: gaciju 17.10.19 - 14:44

    wertzuiop schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wie kann ich GA privatsphärefreundlich machen?

    Gar nicht.

    Konform wird es, indem du die Nutzer aufklaerst und das Einverstaendnis einholst. Und zwar BEVOR es aktiv ist

  3. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: Oktavian 17.10.19 - 14:56

    > Ich habe nur ein kastriertes Piwik und Google Ads. Wie kann ich GA
    > privatsphärefreundlich machen?

    Schwierig. Natürlich klärst Du den Besucher Deiner Seite vor Nutzung von GA umfassend über die Zusammenarbeit, die Weiterleitung seiner Daten, etc. auf. Hierzu erfüllst Du alle Informationspflichten nacht DSGVO Art. 13.

    Da Du die Zusammenarbeit mit GA nur durch Einwilligung rechtfertigen kannst, (DSGVO Art. 6a), holst Du Dir dann die Einwilligung ein. Die Entscheidung hierzu muss per Default auf "Nein" stehen (DSGVO Art. 25).

    Nach inzwischen recht einhelliger Meinung musst Du auch akzeptieren, wenn der Besucher die Einwilligung verweigert, und ihm die Seite trotzdem nutzbar machen.

    Übrigens gilt das alles natürlich auch für Dein Piwik. Auch Tracking auf Deiner Seite selbst ist Erhebung personenbezogener Daten, technisch nicht notwendig und somit nur per Einwilligung statthaft.

  4. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: gaciju 17.10.19 - 15:24

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nach inzwischen recht einhelliger Meinung musst Du auch akzeptieren, wenn
    > der Besucher die Einwilligung verweigert, und ihm die Seite trotzdem
    > nutzbar machen.

    Deine Schreibweise suggeriert, dass das umstritten war. War es nicht. Das Kopplungsverbot ist unmissverstaendlich.

  5. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: ibsi 17.10.19 - 15:30

    gaciju schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oktavian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Nach inzwischen recht einhelliger Meinung musst Du auch akzeptieren,
    > wenn
    > > der Besucher die Einwilligung verweigert, und ihm die Seite trotzdem
    > > nutzbar machen.
    >
    > Deine Schreibweise suggeriert, dass das umstritten war. War es nicht. Das
    > Kopplungsverbot ist unmissverstaendlich.

    Es war umstritten bei Seitenbetreibern ;)

  6. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: Grym 17.10.19 - 15:36

    Die DSGVO ist wieder mal ein klassischer Fehlschlag der EU, welche US-amerikanische Giganten massiv stärkt und der hiesigen Medienlandschaft massiv schadet, insbesondere auch kleineren Verlagen, Zeitungen und Bloggern.
    Facebook selbst ist z.B. gar nicht auf Cross-Site-Tracking angewiesen. Die meisten Facebook-Nutzer geben freiwillig mehr als genug Daten preis, damit Facebook zielgerichtet Werbung schalten kann. Was an sich auch nichts Schlimmes ist, Werbung gibt es so oder so. Im Zweifelsfall gibt es bei nicht zielgerichteter Werbung eben mehr Werbung, um die geringere Relevanz zu kompensieren. Studien haben auch ergeben, dass Nutzer lieber personalisierte Werbung (Autoliebhaber eben für Autos, Gartenlieberhaber für Pflanzen, Gamer für neue Games etc. pp.) als nicht-personalisierte Werbung mögen (Glücksspiele, 5 Gründe warum ..., Darum darfst du ..., Kredite, Scam..).
    Wenn aber Oma Erna ihre Webseite über Stricken und Häkeln monetarisieren will, dann war es früher gut möglich, dies über personalisierte Werbung zu machen. Heutzutage lohnen sich eher SCAM-Webseiten oder mit Affiliate-Links zu-gespammte Webseiten. Wer den Content nicht über Werbung monetarisieren kann, muss halt im Content monetarisieren, d.h. jeder Artikel wird irgendwie zum Werbeartikel für xy, wenn es sich lohnen soll.
    Es führt zu vermehrten Paywalls, wobei früher 100.000 Zeitungsleser je 1 EUR Einnahmen über Werbung gebracht haben, heute sind es 5.000 Zeitungsleser, welche für 10 EUR abonnieren. Im Endeffekt hat die Zeitung 50.000 EUR verloren und 95.000 Leser haben ein unabhängiges Informationsangebot verloren und informieren sich dann weiter vermehrt über zweifelhafte Facebook-Gruppen, Mundpropaganda usw.
    Das Werbebudget wandert von der Zeitung direkt zu Facebook, Google usw. - weil diese Großkonzerne weiterhin problemlos targetieren können. Dort bekommt Opa Horst keine Werbung für Cyberpunk 2077.
    Zur Lösung deines Ausgangsproblems. Die Rechtslage ist absolut unklar. Kommt wohl auf deine persönliche Risikotoleranz an. Google Ads lassen sich auch nicht-personalisiert ausliefern. Ist das dann DSGVO konform?
    Ansonsten, wie unten geschrieben, einfach vermehrt über Affiliate-Links monetarisieren. Ein Rezept über einen leckeren Kuchen sollte insbesondere direkte Affiliate-Links zu deinem persönlichen Kuchenmesser haben, was ja so toll ist. Verlinke dann noch deinen Kuchenteller. Und wenn Reste übrig bleiben, braucht es auch noch Aufbewahrungsboxen. Achja, nach dem Kuchen will man die Pfunde vielleicht wieder los werden, als schnell noch ein Affiliate-Link zu Gymondo. Und du kochst sicher nicht mit normalen Zucker, sondern mit Kokosblütenzucker? Den gibt es auch auf Amazon.
    Andere Möglichkeit wäre, in Zukunft auf Englisch zu bloggen für die US-Amerikaner. Die haben im Gegensatz zur EU eine Regierung, die etwas mehr Sachverstand hat. Traurig, sowas aktuell sagen zu müssen. Die machen nicht ihre komplette Wirtschaft selbst kaputt.
    Ansonsten kann man halt zahlreiche andere Optionen prüfen. Insbesondere haftungsbeschränkte Gesellschaftsformen im Ausland sollten eine Option sein. Aber da habe ich mich noch nicht hinreichend informiert. Es gibt da nur zahlreiche Gedankenmodelle. Etwa bei einer Gesellschaft in der EU, welche Behörde ist da zuständig? Wenn ich meine Webseite in einer zyprischen Gesellschaft betreibe, ist dann die zyprische Datenschutzbehörde zuständig? Ist die genauso streng wie die deutsche? Österreich soll die DSGVO ja z.B. deutlich laxer handhaben als Deutschland. Was ist mit noch weiter entferntem Offshoring? Was ist mit der immer wieder beliebten britischen Ltd. nach dem EU-Austritt? Ein bekannter deutscher YouTube hat seinen Kanal beispielsweise auf die nigerianische Firma registriert. Ich habe keine Ahnung, warum und ob es Sinn ergibt. Ich mache selbst im Moment auch nichts dergleichen.
    Es geht nur darum, dass man individuell auf Basis der eigenen Situation entscheiden muss, wie man sich rechtlich absichert. Denn im Moment ist rechtlich alles völlig unklar. Geht mal auf die Webseiten von großen deutschen Webseiten wie Spiegel, Focus, Web.de, Freenet usw. - die haben alle zig Tracking-Cookies und sonst was ohne Einwilligung. Der Spiegel spart sich trotz personalisierter Werbung sogar das Cookie-Banner. Die können sich einen Rechtsstreit aber auch leisten. Die kleinen Unternehmer müssen schauen, wie sie ihre Risiken absichern, etwa ein 20-Mio.-EUR-Bußgeld.
    Zumal es sich für größere Unternehmen vielleicht auch lohnt, 5-10 Jahre lang Einnahmen zu generieren und den Rechtsstreit eben über 5-10 Jahre zu ziehen. Nur die kleinen Unternehmen, welche evtl. auch nicht haftungsbeschränkt sind - die sind die Gekniffenen.

  7. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: Grym 17.10.19 - 15:44

    ibsi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > gaciju schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Oktavian schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Nach inzwischen recht einhelliger Meinung musst Du auch akzeptieren,
    > > wenn
    > > > der Besucher die Einwilligung verweigert, und ihm die Seite trotzdem
    > > > nutzbar machen.
    > >
    > > Deine Schreibweise suggeriert, dass das umstritten war. War es nicht.
    > Das
    > > Kopplungsverbot ist unmissverstaendlich.
    >
    > Es war umstritten bei Seitenbetreibern ;)

    Gibt es dazu eine einzige gerichtliche Entscheidung? Und neben, so macht es beispielsweise eine große Zeitung aus Österreich. Entweder Zustimmung zu personalisierter Werbung oder werbefreies aber kostenpflichtiges Angebot. Gibt es da eine Koppelung? Und bitte informiere mich nicht über deine Meinung, sondern zeig uns ein abschließendes Gerichtsurteil.

    Geschrieben haben im letzten Jahre vor allem Datenschutzlobbyisten und selbsternannte Verbraucherschützer. In der Realität nutzen fast allen großen deutschen News-Portale personalisierte Werbung, Tracking usw. ohne Einwilligung und das hat bisher m.E. zu keiner Abmahnung, zu keine Verfahren der Datenschutzbehörden, zu keinem Bußgeld oder ähnlichem geführt.

  8. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: splash42 17.10.19 - 15:47

    Alternativ kannst du auch einen kostenpflichtigen Zugang ohne GA anbieten, dann haben die Nutzer die Wahl zwischen einer gleichwertigen Alternative ohne Google Ads. Das Gesetz sagt ja nicht, dass eine KOSTENLOSE Alternative existieren muss, nur eine Alternative, die den gleichen Nutzen bietet. Irgendwie muss man sich ja auch finanzieren und Google Ads ist ja eigentlich auch nur eine Möglichkeit, die Nutzung zu bezahlen.

    Ansonsten kann man bei Google Ads glaube ich inzwischen das Tracking deaktivieren. Natürlich hat Google theoretisch immer noch die Möglichkeit zu Tracken, aber offiziell tun sie es dann nicht mehr und verzichten auf personalisierte Werbung. Wenn sie es dann doch tun, bis du allerdings raus, da Google es in seinen Vertragsbedingungen zugesichert und dich dann getäuscht hätte.

  9. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: Oktavian 17.10.19 - 15:48

    > Deine Schreibweise suggeriert, dass das umstritten war. War es nicht. Das
    > Kopplungsverbot ist unmissverstaendlich.

    So ganz deutlich war das nicht. Es gab gerade bei Anbietern kostenloser Dienstleistungen den Versuch, die Einwilligung in eine Art Vertrag über die Nutzung der Seite zu packen. Wer die Seite nutzen will, zahlt quasi mit der Einwilligung. Die Idee war, das wie einen Nutzungsvertrag auszugestalten. Die Rechtsabteilung meines Kunden meinte dazu, diese Interpretation sei "ungewöhnlich, aber nicht abwegig".

    Hierzu gab es durchaus Meinungsverschiedenheiten unter Juristen. Das Entsprechende Urteil des EuGH hierzu stammt immerhin erst vom 1.10. dieses Jahres.

  10. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: Grym 17.10.19 - 15:55

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Deine Schreibweise suggeriert, dass das umstritten war. War es nicht.
    > Das
    > > Kopplungsverbot ist unmissverstaendlich.
    >
    > So ganz deutlich war das nicht. Es gab gerade bei Anbietern kostenloser
    > Dienstleistungen den Versuch, die Einwilligung in eine Art Vertrag über die
    > Nutzung der Seite zu packen. Wer die Seite nutzen will, zahlt quasi mit der
    > Einwilligung. Die Idee war, das wie einen Nutzungsvertrag auszugestalten.
    > Die Rechtsabteilung meines Kunden meinte dazu, diese Interpretation sei
    > "ungewöhnlich, aber nicht abwegig".
    >
    > Hierzu gab es durchaus Meinungsverschiedenheiten unter Juristen. Das
    > Entsprechende Urteil des EuGH hierzu stammt immerhin erst vom 1.10. dieses
    > Jahres.

    Das Urteil vom 01.10.2019 hat nichts mit der DSGVO zu tun. Dort geht es um eine Anfrage vom BGH an das EUGH. Das abschließende Urteil ist hier noch gar nicht gefällt.

    Und was dort am Ende herauskommt, kann auch keiner wissen. Es könnte aber beispielsweise herauskommen, dass der BGH entscheidet, dass das deutsche TMG nicht dem höherrangigen EU-Recht entspricht. Und dann gibt es eine Aufforderung an die Bundesregierung, dieses TMG EU-konform auszugestalten bis zum 31.12.2021. Wie gesagt, nur eine Spekulation. Es könnte auch etwas ganz anderes herauskommen.

    Am 01.10.2019 ging es darum, ob Gesetze kompatibel zu höherrangigen Gesetzen sind. Es ging nicht darum, ob Oma Erna Cookies auf ihren Webseiten setzen darf.

  11. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: wertzuiop 17.10.19 - 15:57

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Ich habe nur ein kastriertes Piwik und Google Ads. Wie kann ich GA
    > > privatsphärefreundlich machen?
    >
    > Schwierig. Natürlich klärst Du den Besucher Deiner Seite vor Nutzung von GA
    > umfassend über die Zusammenarbeit, die Weiterleitung seiner Daten, etc.
    > auf. Hierzu erfüllst Du alle Informationspflichten nacht DSGVO Art. 13.
    >
    > Da Du die Zusammenarbeit mit GA nur durch Einwilligung rechtfertigen
    > kannst, (DSGVO Art. 6a), holst Du Dir dann die Einwilligung ein. Die
    > Entscheidung hierzu muss per Default auf "Nein" stehen (DSGVO Art. 25).
    >
    > Nach inzwischen recht einhelliger Meinung musst Du auch akzeptieren, wenn
    > der Besucher die Einwilligung verweigert, und ihm die Seite trotzdem
    > nutzbar machen.
    >
    > Übrigens gilt das alles natürlich auch für Dein Piwik. Auch Tracking auf
    > Deiner Seite selbst ist Erhebung personenbezogener Daten, technisch nicht
    > notwendig und somit nur per Einwilligung statthaft.


    Lol dann dürfte ja keine Seite mehr Werbung schalten. Glaub schon, dass man zumindest Werbung an die Nutzung koppeln darf.

  12. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: Grym 17.10.19 - 16:04

    wertzuiop schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Lol dann dürfte ja keine Seite mehr Werbung schalten. Glaub schon, dass man
    > zumindest Werbung an die Nutzung koppeln darf.

    Zumindest alle größeren deutschen Portal haben fleißig zig Tracking-Cookies aktiviert ohne irgend eine Art von Zustimmung.

  13. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: Anonymer Nutzer 17.10.19 - 17:48

    wertzuiop schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe nur ein kastriertes Piwik und Google Ads. Wie kann ich GA
    > privatsphärefreundlich machen?

    Wenn du es datenschutz-freundlich machen möchtest (und dem "Geist" der DSGVO entsprechend) dann wirfst du Google Analytics und ähnliches (Google Ads/Bing Ads... Tracker) raus.
    Allein die Datenübermittlung in die USA ist bei den Services sehr kritisch (man muss ständig im Auge behalten ob das "Privacy Shield" nicht wieder mal aufgehoben wird, bzw. welche Gerichtsentscheidungen es gibt... sprich es kann jederzeit rechtliche Risiken geben).

    Und dann das eigene Matomo/Piwik datenschutzfreundlich einrichten. Man kann zB auf Cookies komplett verzichten, und die IP Adressen kürzen lassen. Verzicht auf Matomo Cookies hat den Vorteil, dass man dann relativ sicher keinen Cookie Banner braucht. Matomo kann auch die "Do not Track" Einstellung in Browser respektieren, auch sehr fein.

    ---

    ODER mach es so wie Golem, alles weiter wie bisher machen (Tracking...) und auf "Berechtigtes Interesse" berufen.

    Zitat Golem Marketingabteilung (Antwort auf eine Email Anfrage):

    "Nach nationaler Rechtslage ist bisher nicht klar festgelegt, für welche Verarbeitungen durch Tools und Technologien eine Einwilligung erforderlich ist. Wir sind der Ansicht, dass die von uns eingebundenen Technologien auf Websites und damit verbundene Verarbeitungen auf ein sog. berechtigtes Interesse gestützt werden können. Eine Ansicht, die in der juristischen Welt weit verbreitet ist. Berechtigtes Interesse bedeutet nicht unbedingt nur „aus technisch notwendigen Gründen“, es kann sich z.B. auch um wirtschaftliche oder ideelle Interessen handeln."

  14. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: MasterBlupper 17.10.19 - 19:45

    wertzuiop schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Lol dann dürfte ja keine Seite mehr Werbung schalten. Glaub schon, dass man
    > zumindest Werbung an die Nutzung koppeln darf.

    nimmt man die härtest-mögliche Auslegung (und vieles spricht nach der Einschätzung des EU Gerichtes danach), dann würde es wirklich wie folgt aussehen:

    Beim 1. Aufruf keine Werbung + Cookie-Banner, der Marketing-Cookies /Statistik-Cookies abgewählt sind. Erst wenn der Nutzer gezielt Marketing/Statistik-Cookies anklickt, darf auf der Seite überhaupt Werbung angezeigt werden (welche Cookies setzt).

    Das bedeutet, dass praktisch „per Default“ keine Cookies durch Werbung gesetzt werden darf.

    Für alle anderen Fälle bleiben nur Werbeformen die ohne Cookies auskommen und die sind extrem eingeschränkt. Praktisch bleibt nur Affili-Links. Die Einnahmen mit solchen Links sind im Vergleich zu nicht-personalisierter Werbung deutlich niedriger (man könnte auch sagen: faktisch sogst wie nicht existent). Dazu kommt noch, dass die Texte auf einer Seite quasi nur noch auf solche Links „optimiert“ werden (was einer Abnahme der Qualität gleichkommt).

  15. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: Grym 17.10.19 - 20:18

    Du vermischt hier Sachen. Wo sagt die DSGVO etwas gegen Cookies? Cookies sind aktuell in einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 2002 geregelt. Umgesetzt, nach Meinung der Bundesregierung, durch das TMG. Wenn der BGH anders entscheiden sollte, dann muss die Bundesregierung das TMG ändern. Und DANN gibt es eine Rechtslage und zu dieser wird es dann irgendwann Gerichtsentscheidungen geben.
    Cookies,welche keine personenbezogenen Daten enthalten, etwa die Google-Cookies für kontextbezogene Werbung, fallen nicht unter die DSGVO.
    Aufgrund der komplett unklaren Rechtslage könnte es auch sein, dass sich die Landesdatenschutzbehörden mit Verfahren zurück halten, bis 2021/2022 die neue ePrivacy-Richtlinie und/oder TMG in Kraft tritt.
    Bis dahin stellen sich die Werbefirmen hoffentlich auf Tracking ohne Cookies um. Im Moment sieht alles danach aus, wenngleich solche Änderungen immer länger dauern als gedacht.
    Man sollte sich hier nicht verrückt machen, die Datenschutzbehörden arbeiten zu 80-90 Prozent an Sachen, welche nichts mit dem Internet zu tun haben. Es gibt bedeutend größere Datenschutzprobleme als pseudonomysiertes Tracking zur Verbesserung der Relevanz von Werbeanzeigen, welches sich in der Realität nicht ernsthaft mit einer realen Person verbinden lässt (und das ist ja DAS Kriterium für personenbezogene Daten). Es geht um Daten bei der Polizei, Einwohnermeldedaten, Fluggastdaten, Mitarbeiterdaten, Gesundheitsdaten, Verwaltungsdaten... Dort wo wirklich sensible Daten lagern, welche sich auch ohne Unwege zu einer realen Person mit Name und Anschrift verfolgen lassen.

  16. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: Diabolarius 17.10.19 - 21:02

    Aus der Sicht unserer Rechtsauffassung und Urteilen zur DSGVO von zwei OLGHs ist die aktuelle Situation bereits rechtssicher und katastrophal.
    Der Google Tracking Pixel also die Basiseinbindung für das gesamt personalisierte GoogleAds genauso wie der JS Hook von Facebook und dort die gesamte Werbung übermittelt die IP des Besuchers an die Werbepartner. Diese gilt nach deutscher Rechtssprechung als Weitergabe personenbezogener Information. Daher gilt DSGVO.
    DSGVO wurde nun insbesondere bzgl. der Interpretation berechtigtes Interesse und Optionen der Nutzung der Seite vom EuGH am 1.10. zum Leidwesen aller Seitenbetreiber und aller DataScientist und AI Experten für Kundenverhaltensmodelle in der aller härtesten Form ausgelegt.
    Damit hat die EU sogar das Nutznießen an der Vormachtstellung von Google und Facebook auf dem Gebiet für EU Firmen quasi untersagt.
    Der Rest der Welt scheisst auf Datenschutz und die EU hat Null Handhabe. Hier und da mal ein paar Millarden drückt Facebook, Google oder Tencent gerne ab, um quasi die Garantie zu haben, in EU nie Konkurrenz bekommen zu werden.
    Faktisch kann jede ausländische Firma bereits jetzt unsere Kunden besser kennen und bewerben als wir selbst. Sie hatten aber kein Problem, weil wir sie bezahlt hatten durch Werbeschaltung, um diese Info wenigstens auch noch zu erhalten. Jetzt fällt sogar das weg.
    Datenströme kennen keine Landesgrenzen. Die EU Politiker sind einfach nur Stümper, außerhalb des Systems... also der Realität.

  17. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: gaciju 17.10.19 - 21:04

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Deine Schreibweise suggeriert, dass das umstritten war. War es nicht.
    > Das
    > > Kopplungsverbot ist unmissverstaendlich.
    >
    > So ganz deutlich war das nicht. Es gab gerade bei Anbietern kostenloser
    > Dienstleistungen den Versuch, die Einwilligung in eine Art Vertrag über die
    > Nutzung der Seite zu packen. Wer die Seite nutzen will, zahlt quasi mit der
    > Einwilligung. Die Idee war, das wie einen Nutzungsvertrag auszugestalten.
    > Die Rechtsabteilung meines Kunden meinte dazu, diese Interpretation sei
    > "ungewöhnlich, aber nicht abwegig".
    >
    > Hierzu gab es durchaus Meinungsverschiedenheiten unter Juristen. Das
    > Entsprechende Urteil des EuGH hierzu stammt immerhin erst vom 1.10. dieses
    > Jahres.


    Dann ist die Rechtsgrundlage auch nicht die Einwilligung, sondern der Vertrag, folglich nicht das, wovon ich sprach.

    Aber danke fuer den Verweis auf das Urteil. Die sind immer mal praktisch ;)

  18. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: gaciju 17.10.19 - 21:07

    splash42 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ansonsten kann man bei Google Ads glaube ich inzwischen das Tracking
    > deaktivieren. Natürlich hat Google theoretisch immer noch die Möglichkeit
    > zu Tracken, aber offiziell tun sie es dann nicht mehr und verzichten auf
    > personalisierte Werbung. Wenn sie es dann doch tun, bis du allerdings raus,
    > da Google es in seinen Vertragsbedingungen zugesichert und dich dann
    > getäuscht hätte.

    Als Verantwortlicher bist du immer mitverantwortlich, ggf. dann gemeinsam mit deinem Auftragsverarbeiter. Also auch dann, wenn Google dein Auftragsverarbeiter waere und verbockt. Du pruefst ja schliesslich deine AV und deren TOMs, kommst zu dem Ergebnis, dass der Schutz hinreichend ist. Nun ist es aber jedem schon von vorneherein klar, dass Google sich mit der Deanonymisierung leicht tut, von daher ist das fahrlaessig.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 17.10.19 21:25 durch gaciju.

  19. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: gaciju 17.10.19 - 21:17

    Grym schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > wertzuiop schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Lol dann dürfte ja keine Seite mehr Werbung schalten. Glaub schon, dass
    > man
    > > zumindest Werbung an die Nutzung koppeln darf.
    >
    > Zumindest alle größeren deutschen Portal haben fleißig zig Tracking-Cookies
    > aktiviert ohne irgend eine Art von Zustimmung.


    Das ist der Punkt: wenn kein Einverstaendnis eingeholt wird, behilft sich der Anbieter offensichtlich einer anderen Rechtsgrundlage, z.B. berechtigtes Interesse. Ob die dann passt, ist wieder eine andere Frage.

  20. Re: Sagt mir, was ich machen soll

    Autor: Grym 17.10.19 - 22:06

    Diabolarius schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > DSGVO wurde nun insbesondere bzgl. der Interpretation berechtigtes
    > Interesse und Optionen der Nutzung der Seite vom EuGH am 1.10. zum
    > Leidwesen aller Seitenbetreiber und aller DataScientist und AI Experten für
    > Kundenverhaltensmodelle in der aller härtesten Form ausgelegt.

    Am 01.10. wurde nichts dergleichen entschieden. Es ging um die Frage, ob die Richtlinie aus dem Jahr 2002 durch das TMG umgesetzt wurde. Wenn das irgendwann durch das BGH entschieden werden sollte, geht ggfs. eine Aufforderung an die Bundesregierung, das TMG bis in xy Jahren zu ändern. EU-Richtlinien sind für Verbraucher und Unternehmen irrelevant. Diese richten sich an die EU-Mitgliedstaaten.

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