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Das größte Problem ...

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  1. Das größte Problem ...

    Autor: Muhaha 26.11.19 - 13:21

    ... ist hier die Unvereinbarkeit der Ziele der beiden Hauptakteure. Die Industrie will ALLES tun können, was ihr potentiell Geld einbringt. Der Nutzer will NICHTS abgeben, an dem sich die Industrie dumm und dämlich verdienen kann, ohne daran beteiligt zu werden oder adäquate, gleichwertige Rechte zu bekommen.

    Hier einen tragbaren Kompromiß zu finden, erfordert ein massives Umdenken auf allen Seiten. Soll die Industrie so ziemlich alles tun dürfen? Gerne, dann sollen Gewinne aus diesen Geschäftsmodellen auch entsprechend stark besteuert werden, damit der Bürger, mit dessen Daten hier Geld gemacht wird, auch etwas davon hat. Und der Bürger soll auch das Recht haben zu erfahren, was mit seinen Daten passiert ... was dann aber wieder staatlichen Stellen mißfällt, die Transparenz hassen wie der Teufel das Weihwasser.

    Ja, das wird noch eine Weile dauern ...

  2. Re: Das größte Problem ...

    Autor: blaub4r 26.11.19 - 13:26

    Schlimmer ist der Anwalt des Axel Springer Verlags.

    Wenn ich das nur lese befürchte ich nichts gutes.

  3. Re: Das größte Problem ...

    Autor: wurstdings 26.11.19 - 13:43

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der
    > Nutzer will NICHTS abgeben, an dem sich die Industrie dumm und dämlich
    > verdienen kann, ohne daran beteiligt zu werden oder adäquate, gleichwertige
    > Rechte zu bekommen.
    Das mag einen kleinen Teil der Nutzer betreffen, wenn man sich heutzutage umschaut geben die Meisten freiwillig sogar ihre Krankendaten an irgendwelche Firmen ohne eine wirkliche Gegenleistung. Gut, sie dürfen dafür noch mehr private Daten mit der Welt teilen.
    Ich gehöre sogar zur noch kleineren Gruppe, die Ihre Daten niemandem geben wollen. Da wird es keinen Kompromiss geben können alla "vielleicht nur ein paar wenige Daten?".
    Daten, die nie erhoben wurden, können nicht missbraucht werden. Alle anderen Daten gelangen früher oder später in die falschen Hände und werden dann missbraucht.

  4. Re: Das größte Problem ...

    Autor: 486dx4-160 26.11.19 - 14:00

    wurstdings schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Muhaha schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Der
    > > Nutzer will NICHTS abgeben, an dem sich die Industrie dumm und dämlich
    > > verdienen kann, ohne daran beteiligt zu werden oder adäquate,
    > gleichwertige
    > > Rechte zu bekommen.
    > Das mag einen kleinen Teil der Nutzer betreffen, wenn man sich heutzutage
    > umschaut geben die Meisten freiwillig sogar ihre Krankendaten an
    > irgendwelche Firmen ohne eine wirkliche Gegenleistung. Gut, sie dürfen
    > dafür noch mehr private Daten mit der Welt teilen.
    > Ich gehöre sogar zur noch kleineren Gruppe, die Ihre Daten niemandem geben
    > wollen. Da wird es keinen Kompromiss geben können alla "vielleicht nur ein
    > paar wenige Daten?".
    > Daten, die nie erhoben wurden, können nicht missbraucht werden. Alle
    > anderen Daten gelangen früher oder später in die falschen Hände und werden
    > dann missbraucht.

    Die Frage ist auch, wie sich Europa positionieren will.
    Oft wird argumentiert, dass ohne gläsernen Bürger die europäischen Konzerne international nicht konkurrenzfähig seien und der Abstand zu den USA und China immer größer würde.
    Anderseits hört man auch, dass ein plumpes Nachmachen nicht zur Technologieführerschaft führen kann und im Gegenteil hohes Schutzniveau von Daten ein Alleinstellungsmerkmal sein könnte, das für Investitionen und einem Schutz unserer Wirtschaft vor den Giganten des Überwachungskapitalismus sorgt.

    Ich denke, solange das ganze nur aus Sicht der Wirtschaft, und da auch nur aus der Perspektive der Großkonzerne betrachtet wird, wedelt der Schwanz mit dem Hund. Und wir als Bürger sind am Arsch.

  5. Re: Das größte Problem ...

    Autor: unbuntu 26.11.19 - 14:31

    Wer Werbung schalten will kann das ja weiterhin tun. Nur Tracking sollte verboten werden. In Zeitschriften und im TV wird man ja auch nicht getrackt.

    Das ist so lächerlich. Auf der einen Seite redet man immer von Datenschutz, aber genau die, die am schlimmsten sind, die bekommen ne Ausnahme.

    Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe.
    - Albert Einstein

  6. Re: Das größte Problem ...

    Autor: flyhigh79 26.11.19 - 14:55

    unbuntu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wer Werbung schalten will kann das ja weiterhin tun. Nur Tracking sollte
    > verboten werden. In Zeitschriften und im TV wird man ja auch nicht
    > getrackt.

    Aber das kann man doch nicht vergleichen! Werbung in Zeitschriften und TV kostet tausende Euros, so ein Banner Centbruchteile. Man muss doch eine Kontrolle haben, was mit den Centbeträgen passiert, nicht dass die Kohle einfach versickert ohne dass man weiß, wer es wie oft gesehen hat. Dann könnte man ja gleich wieder Tausende Euros in die Hand nehmen und TV-Spots... oh.

    Harry

  7. Re: Das größte Problem ...

    Autor: /mecki78 26.11.19 - 17:24

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... ist hier die Unvereinbarkeit der Ziele der beiden Hauptakteure.

    Und was ist daran jetzt neu oder anders als bei 99% aller jemals verabschiedeten Gesetze?

    Das Problem ist hier viel eher ein ganz anderes, nämlich dass die EU eigentlich eine Wirtschaftsunion ist, die gegründet wurde, um aus Europa eine gemeinsame Wirtschaftsmacht zu machen und alle rechtlichen Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die der europäischen Wirtschaft schaden könnten oder in ihrem Wachstum bremsen könnten. D.h. der EU dürfen die Interessen der Wirtschaft nicht am ... vorbei gehen, weil deren Interessen zu schützen, dafür wurde sie geschaffen. Und das ist auch das, was die führenden Politiker der Mitgliedsstaaten von der EU erwarten bzw. warum immer noch Staaten der EU beitreten wollen. Zeitgleich möchte die EU selber (die Kommission und das EU Parlament) aber viel lieber als eine Bürgerunion angesehen werden und für die europäische Bevölkerung da ist und sich für deren Rechte und Interessen einsetzt.

    Und hier haben wir dann den eigentlichen Konflikt: Das was die EU gerne tun würde steht im Widerspruch zu dem, was die EU eigentlich tun soll und was von der EU erwartet wird. Denn entscheidet sie pro Bürger, entscheidet sie gegen die Wirtschaft und hat damit ihren eigentlichen Auftrag und die Basis ihrer Existenz verraten und entscheidet sie pro Wirtschaft, entscheidet sie gegen den Bürger und verrät damit ihre selbstgesteckten Ziele und Ansprüche an sich selber.

    Normalerweise löst sie diesen Konflikt durch Kompromisse, aber bei der Privatsphäre ist das nicht möglich, denn entweder der Nutzer hat Privatsphäre oder er hat sie nicht. Ein bisschen Privatsphäre ist wie ein bisschen schwanger.

    /Mecki

  8. Naja jein

    Autor: Emulex 27.11.19 - 09:16

    Letztlich ist es so, dass wenn die Industrie profitiert, dies indirekt auch die Kunden tun.
    Gezieltere Werbung, mehr Wissen bei der Entwicklung der Produkte, ... = effizentere Ausgaben = mehr Luft für niedrigere Preise.

    So natürlich die Theorie und in gewisser Weise funktioniert das auch, weil Wettbewerb herrscht und sich Anbieter gegenseitig unterbieten wollen.

    Dennoch halte ich die "Kosten" für zu hoch, weil das Missbrauchspotential einfach gewaltig ist.

  9. Re: Naja jein

    Autor: wurstdings 27.11.19 - 11:02

    Emulex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Letztlich ist es so, dass wenn die Industrie profitiert, dies indirekt auch
    > die Kunden tun.
    > Gezieltere Werbung, mehr Wissen bei der Entwicklung der Produkte, ... =
    > effizentere Ausgaben = mehr Luft für niedrigere Preise.
    Und die Werbung ist für die Unternehmen kostenlos oder wird die auf das Produkt aufgeschlagen und dadurch ist es am Ende viel teurer als es sein müsste?
    Außerdem leben wir im Kapitalismus, da werden Einsparungen nur an Kunden weitergegeben, wenn das Unternehmen sonst viele Kunden verlieren würde.

  10. Re: Das größte Problem ...

    Autor: TmoWizard 27.11.19 - 14:25

    486dx4-160 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > wedelt der Schwanz mit dem Hund. Und wir als Bürger sind am Arsch.

    Nö Du, dann wären wir ja viel zu nahe am Schwanz des Hundes. Wir sind aber das Maul des Hundes, welches ständig einen immer noch schlimmeren Maulkorb bekommt!

    *** TmoWizard ***

    Kleinigkeiten erledige ich sofort, Wunder dauern etwas länger und ab Mitternacht wird gezaubert! ;)

  11. Re: Naja jein

    Autor: TmoWizard 27.11.19 - 14:44

    Emulex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > mehr Luft für niedrigere Preise.

    Wo gibt's diese niedrigeren Preise? Ich finde da nur heiße Luft!

    *** TmoWizard ***

    Kleinigkeiten erledige ich sofort, Wunder dauern etwas länger und ab Mitternacht wird gezaubert! ;)

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