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Chipkartensystem? You wish.

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  1. Chipkartensystem? You wish.

    Autor: zosh 13.07.17 - 15:10

    >Ob das reichen wird, um ein System aufzubauen, das etwa dem entspricht, was in
    >London (Oyster), Hongkong (Octupus), den Niederlanden (OV-Chipkaart) oder im Raum
    >Tokio (Suica, Pasmo) längst Standard ist, bleibt abzuwarten.

    Hahaha ... nein. Dazu müsste man sowohl Preis- als auch Infrastruktur vor Ort umstellen, ggf. sogar großflächig auf Einlasstore. Das ist zu viel Innovation, das geht so nicht.

    Mal so zur Modernitätsperspektive: In München kann man -- hurra Innovation -- *virtuelle 10er-Streifenkarten* in der App kaufen, die dann virtuell abgestempelt werden. Und dann einen Lichtbildausweis mitführen. Denn die nach vier digitalen Zugangskontrollen (Smartphone, Store-Login, App-Login, Zahlungslogin) bezahlte Karte muss personenbezogen nachgewiesen werden, im Gegensatz zum Papierschnipsel. So viele Hände hab' ich gar nicht, die ich mir an die Stirn hauen möchte.

    (Nur so am Rande: Japan ist mit allen seinen Karten mittlerweile vereinheitlicht, das geht nicht mehr nur "im Raum Tokyo", mit einer Suica -- und auch mit Icoca, Toica, Sugoca und all den anderen -- kann man von Hokkaido bis Hiroshima fahren.)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.07.17 15:11 durch zosh.

  2. Re: Chipkartensystem? You wish.

    Autor: moonwhaler 13.07.17 - 15:26

    zosh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > (Nur so am Rande: Japan ist mit allen seinen Karten mittlerweile
    > vereinheitlicht, das geht nicht mehr nur "im Raum Tokyo", mit einer Suica
    > -- und auch mit Icoca, Toica, Sugoca und all den anderen -- kann man von
    > Hokkaido bis Hiroshima fahren.)

    Kann ich so von meinem 1. Mal Japan bestätigen (Tokyo > Kyoto > Osaka > Hiroshima). Das ist so gut gelöst, dass man mit den Karten auch an den zahlreichen (Trink-)Automaten und in Shops bezahlen kann. Unfassbar vorteilhaft!

    Dazu benötigt es in den meisten Fällen allerdings wirklich zumindest eines einheitlichen "Check-in" und "Check-out" Systems, über Karte oder Mobile App.

  3. Re: Chipkartensystem? You wish.

    Autor: schap23 13.07.17 - 15:38

    Im Prinzip ist das in Japan jetzt so. Das hat aber auch einige Zeit gedauert und funktioniert erst seit zwei Jahren. Ausnahmen gibt es aber immer noch, so die Busse in Kanazawa, die ein nicht kompatibles Kartensystem verwenden.

    Ansonsten bin ich auch sehr glücklich mit meiner SUICA, die ich jetzt auch z.B. als Schlüssel für Gepäckschließfächer verwenden kann.

  4. Re: Chipkartensystem? You wish.

    Autor: moonwhaler 13.07.17 - 15:46

    Ich habe primär eine PASMO verwendet (weil in Tokyo gelandet), die aber in Hiroshima nicht funktioniert hat (muss man ehrlicherweise zugeben). SUICA scheint dort insgesamt verbreiteter.

  5. Re: Chipkartensystem? You wish.

    Autor: zosh 13.07.17 - 16:57

    moonwhaler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe primär eine PASMO verwendet (weil in Tokyo gelandet), die aber in
    > Hiroshima nicht funktioniert hat

    ... in den nicht von der JR betriebenen Linien, das ist korrekt. Dort funktioniert im Moment kurioserweise nur die ICOCA aus dem tiefen Westen. (Macht mir persönlich nix aus, ich bin ja mit Kansai verbandelt, die ICOCA war immer schon meine.)

    Aber das war eigentlich auch gar nicht, worauf ich hinaus wollte. Die Chipkartensysteme, die im Artikel angesprochen werden, funktionieren allesamt rein auf Guthabenbasis. So lange die Betreiber hierzulande ihre eigenen Systeme auf Ticket-Basis umsetzen, und daran nicht nur verzweifelt festhalten, sondern digitale Lösungen bestenfalls wie potenziell gefälschte Fotos von Papiertickets behandeln, wird das nix.

  6. Re: Chipkartensystem? You wish.

    Autor: Spaghetticode 13.07.17 - 19:25

    zosh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mal so zur Modernitätsperspektive: In München kann man -- hurra Innovation
    > -- *virtuelle 10er-Streifenkarten* in der App kaufen, die dann virtuell
    > abgestempelt werden. Und dann einen Lichtbildausweis mitführen. Denn die
    > nach vier digitalen Zugangskontrollen (Smartphone, Store-Login, App-Login,
    > Zahlungslogin) bezahlte Karte muss personenbezogen nachgewiesen werden

    Die Bindung an ein Kontrollmedium (bei uns geht deutscher Personalausweis, deutscher Reisepass, deutscher vorläufiger Personalausweis, elektronischer Aufenthaltstitel und Kreditkarte) dient dazu, die Mehrfachnutzung des Handytickets zu verhindern. Schließlich könnte man ansonsten jedem den Handyticket-Login weitergeben und jeder loggt sich dann mit seinem Smartphone über die Handyticket-Webseite ein.

    Warum man aber nicht die Chip-Fahrkarte als Kontrollmedium nutzen kann, erschließt sich mir nicht. Schließlich könnten die Fahrgäste über den Gültigkeitsbereich ihrer Chip-Fahrkarte hinausfahren wollen. Wenn man die Kontrollgeräte mit einer Online-Verbindung versieht, müsste man nur noch die Fahr-Chipkarte dranhalten und der Kontrolleur bekäme zusätzlich zu den eigentlich auf dem Chip gespeicherten Fahrkarten auch die gekauften Handytickets angezeigt.

  7. Re: Chipkartensystem? You wish.

    Autor: as (Golem.de) 13.07.17 - 21:45

    Hallo,

    zosh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > (Nur so am Rande: Japan ist mit allen seinen Karten mittlerweile
    > vereinheitlicht, das geht nicht mehr nur "im Raum Tokyo", mit einer Suica
    > -- und auch mit Icoca, Toica, Sugoca und all den anderen -- kann man von
    > Hokkaido bis Hiroshima fahren.)

    Ja, das stimmt. Es gibt aber kleinere Einschränkungen, wenn man aus dem Hauptbereich fährt. Wobei Raum Tokyo ja schon fast bis Nagoya reicht. Ich habe aus irgendeinem Grund auch eine Icoca-Karte, kann mich aber nicht mehr erinnern warum. Rabatte, die es nur damit in Kansai gab?

    gruß

    -Andy (Golem.de)

  8. Re: Chipkartensystem? You wish.

    Autor: zosh 13.07.17 - 22:34

    as (Golem.de) schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja, das stimmt. Es gibt aber kleinere Einschränkungen, wenn man aus dem
    > Hauptbereich fährt.

    Naja, man muss schon relativ weit aufs Land rausfahren, um aus dem Gültigkeitsbereich des städtischen Nahverkehrs zu entfleuchen. In Osaka z.B. bis weit nach Wakayama, und da ist man dann schon im Bereich, in dem der Lokführer selbst die Papiertickets einkassiert. Aber ja, richtig, es sind nach wie vor Karten für die Städte und deren Einzugsgebiet, zwischen den Städten fährt die chipkartenlose Kaiserliche Bundesbahn -- wie bei uns auch.

    > Ich
    > habe aus irgendeinem Grund auch eine Icoca-Karte, kann mich aber nicht mehr
    > erinnern warum. Rabatte, die es nur damit in Kansai gab?

    Rabatte auf den Fahrpreis gibt's in Japan auch mit den Karten nicht (wenn man davon absieht, dass man sich ein paar Yen sparen kann, weil Einzelfahrkarten aus der Wand auf 10 Yen aufgerundet werden). Wahrscheinlicher ist allerdings, dass du die Karte ganz einfach in Osaka aus dem Automaten gezogen oder im Paket mit einer Fahrt zum Flughafen (HARUKA) gekauft hast.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 13.07.17 22:52 durch zosh.

  9. Re: Chipkartensystem? You wish.

    Autor: zosh 13.07.17 - 22:45

    Spaghetticode schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Die Bindung an ein Kontrollmedium (...) dient dazu, die Mehrfachnutzung des
    > Handytickets zu verhindern.

    Ja, ja, geschenkt. Sie haben halt einfach aus nicht personenbezogenen Tickets personenbezogene gemacht, weil sie es nicht hinbekommen haben, eine Mehrfachnutzung anders festzustellen. Zum Beispiel, indem sie eine kontrollierte Ticket-ID erst lokal im Zug und dann irgendwann zentral vermerken. Bei Auffälligkeiten oder tatsächlich personenbezogenen Tickets (Zeitkarten) kann man ja gerne genauer hinschauen, aber wegen eines ¤2,40-Tickets schlepp' ich meinen Reisepass nicht mit.

    Man könnte jetzt auch noch anführen, dass spannenderweise Papiertickets nicht personenbezogen kontrolliert werden, obwohl deren Weitergabe auch verboten und das Missbrauchspotenzial genauso vorhanden ist. Mit einer einzigen Gruppen-Tageskarte können unbehelligt ganze Busse von Leuten zwischen Flughafen und Innenstadt fahren.

    Ich will ja wirklich nicht reaktionär wirken, ich seh' ja einiges ein. Aber so lange das Handyticket auf dem mit Abstand teuersten Ding, das ich bei mir habe, nicht billiger, nicht flexibler, dafür aber wesentlich umständlicher und komplizierter ist als der Papierstreifen in meiner Geldbörse, kann mir das Ganze gestohlen bleiben.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 13.07.17 23:00 durch zosh.

  10. Re: Chipkartensystem? You wish.

    Autor: Spaghetticode 14.07.17 - 11:06

    zosh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja, ja, geschenkt. Sie haben halt einfach aus nicht personenbezogenen
    > Tickets personenbezogene gemacht, weil sie es nicht hinbekommen haben, eine
    > Mehrfachnutzung anders festzustellen.

    Gibt es denn alternative Verfahren, die die Mehrfachnutzung effektiv verhindern können?


    > Zum Beispiel, indem sie eine
    > kontrollierte Ticket-ID erst lokal im Zug und dann irgendwann zentral
    > vermerken.

    a) Ticketkontrollen sind bei weitem nicht flächendeckend. So etwas verhindert nur die Mehrfachnutzung im gleichen Fahrzeug, aber nicht in verschiedenen Fahrzeugen, da in dem Fall der Kontrollierte seine „Mitnutzer“ warnen kann und die sich dann eigene Tickets kaufen.
    b) In dem Fall muss eine „Plausibilitätsprüfung“ stattfinden. Diese erkennt bestimmte Mehrfachnutzungen nicht: längere Pausen zwischen den einzelnen Nutzungen einer Tageskarte, Nachnutzer nutzt Ticket nach Ausstieg des Vornutzers in gleiche Richtung (bzw. auch in Gegenrichtung, wenn die Rückfahrt erlaubt ist).


    > Man könnte jetzt auch noch anführen, dass spannenderweise Papiertickets
    > nicht personenbezogen kontrolliert werden,

    Das wäre halt unpraktisch. Da der Fahrgast dann einen Stift braucht, um seinen Namen aufs Ticket zu schreiben.

    Außerdem müsste das Ticket physisch weitergegeben werden. Gleichzeitige Mehrfachnutzung oder die Weitergabe ans andere Ende der Stadt sind nicht möglich.

    Bei uns gibt es aber auch personenbezogene Papiertickets: Benutzer von ermäßigten Wochenkarten und ermäßigten Monatskarten müssen jährlich eine Kundenkarte vom Verkehrsbetriebe-Servicepunkt holen, diese (inkl. Foto) ausfüllen, von ihrer Schule abstempeln lassen und die Kundenkartennummer auf ihr Ticket schreiben.


    > Mit einer
    > einzigen Gruppen-Tageskarte können unbehelligt ganze Busse von Leuten
    > zwischen Flughafen und Innenstadt fahren.

    Bei uns könnte jemand mit Kleingruppenkarte als Handyticket immer hin und her fahren und jedes Mal vier Personen mitnehmen. Da nur die Ausweisdaten einer Person eingetragen werden.


    > Aber
    > so lange das Handyticket auf dem mit Abstand teuersten Ding, das ich bei
    > mir habe, nicht billiger, nicht flexibler, dafür aber wesentlich
    > umständlicher und komplizierter ist als der Papierstreifen in meiner
    > Geldbörse, kann mir das Ganze gestohlen bleiben.

    Das ist auch bei uns das Problem: Das Handyticket erfordert eine vorherige Registrierung, verlagert Risiken (technische Störung, Akku leer) auf den Kunden und ist genauso teuer wie das Papierticket. Da nützt es eher was, immer paar Münzen für den spontanen Ticketkauf dabei zu haben. Tickets kann man bei uns in allen Fahrzeugen kaufen. (Die Ticketautomaten in unserer Straßenbahn schlucken nur Münzen, keine Scheine oder Karte.)

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