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Wundermittel Technik

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  1. Wundermittel Technik

    Autor: mnementh 12.06.21 - 11:34

    Von Anfang an wurden viel zu hohe Erwartungen an das Tracking durch die App geknüpft. Viele Länder die erheblich besser mit der SARS2-Epidemie umgegangen sind als wir, schafften dies in erster Linie mit Low-Tech-Mitteln. Das bedeutet in erster Linie ein Haufen Leuten die mit Fragebögen alle Kontakte bekannter Infektionen verfolgen.

    Bei uns waren in Kernzeiten der Wellen viele Gesundheitsämter schlicht mit der Kontaktnachverfolgung überlastet. Das ist nicht deren Schuld, sie brauchten nicht mehr Apps, sie hätten einfach Leute gebraucht die nach einer kurzen Schulung die Kontaklisten abtelefonieren.

    Es ist korrekt, dass eine zentrale Speicherung der Daten der Warn-App mehr globale Einsicht über Infektionen im zeitlichen und räumlichen Verlauf hätte liefern können. Aber die gleichen Daten wären auch aus den Gesundheitsämtern rausgefallen, wären diese in der Lage gewesen die Kontaktnachverfolgung zu stemmen. Andere Länder haben kurzfristig Personal aus Polizei und Militär dazu abgestellt die Gesundheitsämter zu unterstützen, damit diese die Kontaktnachverfolgung stemmen können.

    Als die CWA angekündigt wurde war ich low-key positiv demgegenüber, da ich erwartete, dass sie eine Ergänzung zur Kontaktnachverfolgung durch Gesundheitsämter darstellt. Stattdessen wurden die Gesundheitsämter im Regen stehen gelassen und nicht personell unterstützt und man erwartete, dass die App als Wundermittel das ersetzt. Was sie nicht kann und nie konnte, Datenschutz oder keiner. Und es scheint ein generelles Problem unserer Einstellung zu Technik widerzuspiegeln: Technik kann unser Leben unterstützen, aber es kann nicht andere Abläufe ersetzen. Technik ist kein Wundermittel.

  2. Re: Wundermittel Technik

    Autor: pitsch 13.06.21 - 18:07

    zu einer funktionierenden fehlerkultur wuerde gehoeren die strategiefehler zu erkennen.

    die gesamte meldekette incl. der lab anbindung der CWA ist so aufgebaut dass sie unabhaengig von den gesundheitsaemtern, also der meldepflicht und den bekannten inzidenzahlen aufgebaut ist.

    damit gibt es keine echte epidemeoligische nachpruefbarkeit der wirksamkeit sowie sehr hohe fehlerquote, zudem wirkt sich ein focus auf die CWA in keiner weise synergetisch positiv aus auf den ausbau der meldeinfrastruktur der ca. 400 gesundheitsaemter und ihrer digitalen anbindung und ausruestung.

    das heisst die endnutzerinnen orientierte "vermarktung" der CWA war nicht auf nutzwert optimiert und nicht auf den ausbau der digitalen meldeinfrastruktur sondern auf PUBLIC RELATION, so wie bei der Spahnschen politik des oefteren vermutet werden kann.

    die beste werbung fuer die app waere ein gebrauchswert gewesen der sich schnellstens rumgesprochen haette. schuetzt sie wirksam vor infektionen? wir wissen es bis heute nicht. und die vermutung liegt nahe dass die CWA vor allem als soziales digitales placebo diente.

    der extrem hohe anteil an falsch negativen und die art und weise wie statistisch ungenau die risikoberechnung stattfindet zeigt dass es eher darum geht indirektes wohlverhalten in der pandemie zu erzielen. vulnerable gruppen, risikopersonen sollten jedoch gewarnt werden den warnungen der app zu vertrauen da die fehlerrate viel zu hoch ist um sich bei ausbleibender warnung in falscher sicherheit zu waehnen.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 13.06.21 18:12 durch pitsch.

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