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Unsinn, Roaming-Pflicht und Plug&Charge wären besser

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  1. Unsinn, Roaming-Pflicht und Plug&Charge wären besser

    Autor: Phonehoppy 14.05.21 - 10:26

    Ich muss vorausschicken: Ich fahre seit 6 Jahren ausschließlich elektrisch und habe mich auch schon oft über das Ladekartenchaos geärgert.

    Diese neuen Vorgaben sind aber wenig zielführend und keine Lösung des Problems. Es wird dadurch der Ladestrom an den öffentlichen Ladesäulen noch teurer und die Preise noch intransparenter, denn die Bezahltechnik ist teuer und kompliziert. Und nein - die aktuell verbauten RFID-Leser für Ladekarten können in den allermeisten Fällen NICHT für Zahlungen mit Kredit- oder Debitkarten benutzt werden, es sind teure Um- und Aufrüstungen notwendig.

    Sinnvoll wäre, wenn der Gesetzgeber Vorgaben zur Unterstützung von Plug&Charge nach ISO 15118 machen würde. Das würde die Dinge wirklich vereinfachen. Innerhalb des Supercharger-Ladenetzes von Tesla geht das sehr einfach: Man fährt an die Säule und steckt den Stecker ins Auto, das war's. So sollte das überall sein.
    In Verbindung damit, aber auch unabhängig davon, sollte außerdem eine Roaming-Pflicht eingeführt werden, das bedeutet, alle Ladesäulen, die eine Freischaltung und/oder Zahlung erfordern, müssen in einen großen Roamingverbund integriert werden, z.B. Hubject. Das geht auch rein per Software für bereits aufgestellte Säulen, denn zusätzliche Hardware ist dafür nicht nötig.
    Dann kann ich mit der Karte oder App meines Ladestromanbieters, oder mit meinem Plug&Charge-fähigen, mit einem Vertrag verknüpften Auto, in ganz Europa zu den Konditionen laden, zu denen ich in Ruhe im Vorhinein beim Abschluss des Ladestromvertrages zugestimmt habe. Da weiß ich dann im Voraus, was etwas kostet, und die Ladestromanbieter können eine Fülle unterschiedlicher Preismodelle anbieten, die zueinander in Konkurrenz stehen, und die auf verschiedene Kundenwünsche zugeschnitten sind.

    Es muss eine klare Trennung zwischen Infrastrukturbetreiber und Stromanbieter geben, wie beim Haushaltsstrom.

    Die Kartenzahlung an der Säule öffnet nur Tür und Tor für weitere Abzocke und dient den Ladesäulenbetreibern als Entschuldigung, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht und evtl. auch große Roaminganbieter nicht unterstützt. Wenn ich erst an der Säule merke, was für einen Preis ich bezahle, oder das vor jeder Fahrt für jede Säule einzeln recherchieren muss, ist das maximal Kundenfeindlich. Sobald ich vor einer Säule stehe, brauche ich ja den Strom. Da zahle ich dann jeden Preis. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ich mich an einer Säule authentifiziere, dann wird mit der Preis angezeigt, und dann denke ich: Nein, das ist mir doch zu teurer und fahre noch ein paar Kilometer weiter zur nächsten.

    Die neue Regelung katapultiert uns also wieder in die Vergangenheit. Sie wird den Ausbau der Ladeinfrastruktur bremsen, das Laden teurer machen und die Transparenz verringern. Sie ist für die Ladeinfrastruktur das, was die Abstandsregeln für die Windkraft sind.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.05.21 10:31 durch Phonehoppy.

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