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unverständlich, dass es überhaupt eine Diskussion gibt

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  1. unverständlich, dass es überhaupt eine Diskussion gibt

    Autor: marvin_42 09.09.21 - 10:51

    Wir haben eine DSGVO, die besagt, dass jeder selber bestimmen kann, wer zu persönlichen Daten Zugriff. Zudem muß der Zugriff so ausgestaltet sein, dass eine granulare Einwilligung zur Freigabe aussschließlich solcher Daten möglich ist, die unbedingt zur Erbringung einer Leistung erforderlich sind.

    Auf Deutsch: die Voreinstellung ist, das niemand Zugriff auf meine Daten hat. Will jemand den haben, dann hat er oder sie zu erklären, weshalb, und welche Daten genau benötigt werden.

    Wenn Jens Spahn oder irgendwelche Krankenkassen oder sonstige Neuländer der Meinung sind, dieses Prinzip auf den Kopf stellen zu können, gibt es dafür ebenfalls klare Regelungen im DSGVO: 4 % vom weltweiten Jahresumsatz.

    Statt lange zu argumentieren, sollten die Datenschützer besser Vorgaben machen und dann die Krankenkassen entscheiden lassen, ob sie ihr e-Gedöns in die Tonne kloppen, oder Bereitschaft zeigen, sich an die Gesetze zu halten.

    Und ja, wenn die Standardoption ein Blatt Papier ist, dass man an die Krankenkasse schickt, dann müssen die Krankenkassen halt Zettelwirtschaft machen. So lange, bis sie jemanden auftreiben, der eine Webseite programmieren kann. Oder bis alle Versicherten ein Smartphone besitzen und bereit sind, der App die nötigen Freigaben zu erteilen.

  2. Re: unverständlich, dass es überhaupt eine Diskussion gibt

    Autor: schlupp 09.09.21 - 11:22

    Der Beitrag bringt es zu 100% auf den Punkt. Dem ist nichts hinzuzufügen.

  3. Re: unverständlich, dass es überhaupt eine Diskussion gibt

    Autor: dummzeuch 09.09.21 - 13:38

    Im Prinzip stimme ich zwar zu, aber auf der anderen Seite versuche ich mir gerade meine (inzwischen leider verstorbenen) Eltern dabei vorzustellen, wie sie einem Arzt Zugriff auf bestimmte Dokumente in ihrer Patienenakte geben wollen. Ich bin mir noch nicht mal sicher, ob ich selbst dazu in der Lage wäre, nachdem ich mich heute wieder mit unsäglichen Userinterfaces rumgeschlagen habe.

  4. Re: unverständlich, dass es überhaupt eine Diskussion gibt

    Autor: peh.guevara 09.09.21 - 13:44

    dummzeuch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Im Prinzip stimme ich zwar zu, aber auf der anderen Seite versuche ich mir
    > gerade meine (inzwischen leider verstorbenen) Eltern dabei vorzustellen,
    > wie sie einem Arzt Zugriff auf bestimmte Dokumente in ihrer Patienenakte
    > geben wollen.

    Niemand MUSS dieses Akte nutzen. Du kannst alles weiterhin mit Papier machen. Und Röntgenbilder von einem Artzt zum anderen schleppen. Von daher sehe ich das nicht als Problem.

  5. Re: unverständlich, dass es überhaupt eine Diskussion gibt

    Autor: Michael H. 09.09.21 - 14:46

    marvin_42 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wir haben eine DSGVO, die besagt, dass jeder selber bestimmen kann, wer zu
    > persönlichen Daten Zugriff. Zudem muß der Zugriff so ausgestaltet sein,
    > dass eine granulare Einwilligung zur Freigabe aussschließlich solcher Daten
    > möglich ist, die unbedingt zur Erbringung einer Leistung erforderlich
    > sind.
    >
    > Auf Deutsch: die Voreinstellung ist, das niemand Zugriff auf meine Daten
    > hat. Will jemand den haben, dann hat er oder sie zu erklären, weshalb, und
    > welche Daten genau benötigt werden.

    Stimme dir grundsätzlich zu... aber das würde den kompletten Sinn ad absurdum führen.
    Beispiel: Du hast einen Unfall, bist nicht ansprechbar, das Krankenhaus hat keine Daten über dich gelagert weil du dort z.B. nur auf der Durchreise bist und es ist Lebenskritisch und du musst sofort operiert werden. Das KH erreicht niemanden, da der Unfall 3:30 Uhr morgens passiert ist.
    Nur mal so als Beispiel.
    Wie willst du jetzt Einsicht auf die Akte gewähren? Oder auch jemand anderes der Stellvertretend für dich spricht, wenn niemand erreichbar ist, während du da auf dem Tisch verblutest und keiner Weiss ob du irgendwelche Allergien, Unverträglichkeiten oder besondere körperliche Leiden hast die den Erfolg einer OP massivst gefährden würden?

  6. Re: unverständlich, dass es überhaupt eine Diskussion gibt

    Autor: Ph4te 09.09.21 - 15:03

    Wie wird das aktuell gemacht? Im Zweifel ist das halt Pech. Wenn ich mich dafür entscheide, diese online akte zu nutzen und dann den Zugriff nur für bestimmte Ärzte zulasse, geht das halt im Notfall nicht, das weiß ich doch als Patient auch. Ich würde dann einfach nur erwarten, dass eventuell benötigte Ärzte nicht rum jammern, die haben einfach keinen Zugriff und fertig.

  7. Re: unverständlich, dass es überhaupt eine Diskussion gibt

    Autor: JogiBear 09.09.21 - 16:56

    Ganz einfach. Krankenhäuser haben im Notfall einen besonderen Zugriff und können ohne dein Einverständnis auf diese Daten zugreifen.

  8. Re: unverständlich, dass es überhaupt eine Diskussion gibt

    Autor: peh.guevara 10.09.21 - 08:34

    Sehe ich auch so, wenn keine Daten in der Akte stehen und ich trotzdem eine Penicillin-Unverträglichkeit hab kann der Arzt auch mit Zugriff auf die Akte nix machen.

    Er hat keinen Zugriff ist genau das gleiche wie es steht nicht in der Akte drin. Der Arzt kann ja nicht davon ausgehen nur weil eine Penicillin-Unverträglichkeit nicht drin steht, dass der Patient keine hat.

    Außerdem kann ja jeder selbst entscheiden, ob alle Ärzte im Notfall wenn ich irgendwo verunglücke Zugriff haben sollen und meine Unverträglichkeiten kennen sollen oder no-risk-no-fun-Prinzip die im Zweifelsfall nix wissen weil ich nicht möchte, dass jeder Arzt meine Akte kennt.

    Also auch wenn es die Idee ad-absurdum führt, ist es ja immer noch die Entscheidung des Patienten und wenn der entscheidet dem Arzt eine vielleicht wichtige Information nicht zu geben ist das so, dann kann er sich aber hinterher auch nicht beschweren, dass der Arzt ihn falsch behandelt hat weil er es nicht wusste. Muss ja jeder selbst entscheiden.

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