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Widerspruch
Autor: Bootsmann 05.03.23 - 13:14
Es ist sehr entlarvend, dass bisher keine, wirklich NULL Infos darüber bekannt sind, wie und wo man überhaupt widersprechen kann.
Unabhängig davon, wie man zu der E-Akte steht, empfinde ich es einfach als respektlos gegenüber meinen Patientenrechten, dass mein eigener Wille offenbar (wenn überhaupt) nur eine Randnotiz in diesen Plänen ist.
Hilft auch nicht wirklich dabei, Vertrauen in das eh schon zweifelhafte Projekt (Pseudomisierung ist kein echter Datenschutz) aufzubauen. -
Re: Widerspruch
Autor: JouMxyzptlk 05.03.23 - 13:19
Diese Anonymisierung ist auch jetzt schon nicht wirklich da. Wenn die Anfrage kommt und das Staatsinteresse hoch genug ist (aka Terroristen), dann kommt man auch jetzt schon an die Krankengeschichten.
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Re: Widerspruch
Autor: The-Master 05.03.23 - 13:29
Wenn du den Widerspruch als Fax schickst, stehen die Chancen schon mal gut. Viel Glück.
Ich finde die ePA übrigens längst überfällig, wäre schon vor 15 Jahren nötig gewesen. -
Re: Widerspruch
Autor: KartoffelsalatUndBrot 05.03.23 - 13:31
Bootsmann schrieb:
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> Es ist sehr entlarvend, dass bisher keine, wirklich NULL Infos darüber
> bekannt sind, wie und wo man überhaupt widersprechen kann.
>
> Unabhängig davon, wie man zu der E-Akte steht, empfinde ich es einfach als
> respektlos gegenüber meinen Patientenrechten, dass mein eigener Wille
> offenbar (wenn überhaupt) nur eine Randnotiz in diesen Plänen ist.
>
> Hilft auch nicht wirklich dabei, Vertrauen in das eh schon zweifelhafte
> Projekt (Pseudomisierung ist kein echter Datenschutz) aufzubauen.
Wo ist das Problem? Musst Du das zwei Jahre immer im Vorraus wissen? -
Re: Widerspruch
Autor: Termuellinator 05.03.23 - 13:43
KartoffelsalatUndBrot schrieb:
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> Wo ist das Problem? Musst Du das zwei Jahre immer im Vorraus wissen?
Nein, aber lange genug im voraus, dass die Daten noch gar nicht erfasst werden. Sind diese erst mal abgegriffen bringt es wenig, noch zu widersprechen.... -
Re: Widerspruch
Autor: JouMxyzptlk 05.03.23 - 13:55
Das bedeutet dass du den Antrag stellen musst bevor deine Mutter mit dir schwanger wird. Natürlich mit einem halben Jahr Vorlauf für die Antragsbearbeitung.
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Re: Widerspruch
Autor: demon driver 05.03.23 - 14:07
Bootsmann schrieb:
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> Es ist sehr entlarvend, dass bisher keine, wirklich NULL Infos darüber
> bekannt sind, wie und wo man überhaupt widersprechen kann.
>
> Unabhängig davon, wie man zu der E-Akte steht, empfinde ich es einfach als
> respektlos gegenüber meinen Patientenrechten, dass mein eigener Wille
> offenbar (wenn überhaupt) nur eine Randnotiz in diesen Plänen ist.
>
> Hilft auch nicht wirklich dabei, Vertrauen in das eh schon zweifelhafte
> Projekt (Pseudomisierung ist kein echter Datenschutz) aufzubauen.
Willst du die Widerspruchsoption im Ernst jetzt schon ausgestaltet und öffentlich bekanntgegeben sehen, bevor das Gesamtthema beschlossen und verabschiedet ist, geschweige denn implementiert, was laut Artikel nicht vor Ende 2024 der Fall sein wird?
Ich halte eine Opt-out-Regelung auch für problematisch, obwohl man wahrscheinlich nicht darum herumkommt, denn per Opt-in wird man nicht genug Leute reinkriegen. Das Problem ist, dass das vielen Alten oder auch Leuten am Rand der Gesellschaft einfach übergebügelt wird, ohne dass sie's merken; Leuten, denen komplett die Kenntnisse und/oder Fähigkeiten und vor allem halt auch die Ausstattung fehlt, mit der tollen ePA überhaupt irgendetwas anzufangen. -
Re: Widerspruch
Autor: Sharra 05.03.23 - 14:26
Termuellinator schrieb:
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> KartoffelsalatUndBrot schrieb:
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> > Wo ist das Problem? Musst Du das zwei Jahre immer im Vorraus wissen?
>
> Nein, aber lange genug im voraus, dass die Daten noch gar nicht erfasst
> werden. Sind diese erst mal abgegriffen bringt es wenig, noch zu
> widersprechen....
Welche Daten sollen denn abgegriffen werden? Die, die derzeit gar nicht vorliegen? Bricht da plötzlich jemand bei dir ein, klaut die Röntgenbilder-CD und lädt die hoch?
Bisher ist ja noch nicht mal klar, wie das Opt-Out überhaupt von Statten gehen soll, aber du willst schon Infos darüber?
Wenn es dir nicht schnell genug geht, schick den Gerichtsvollzieher (die EINZIGE rechtssichere Zustellmöglichkeit in Deutschland) mit der schriftlichen Anweisung zur Krankenkasse, dass deine Daten niemals gespeichert werden dürfen. Im Zweifel kannst du dich dann später vor Gericht darauf berufen.
Alternativ: Füße still halten und abwarten, bis das überhaupt mal Spruchreif wird. Rechne mal so mit 4-5 Jahren. -
Re: Widerspruch
Autor: kex 05.03.23 - 15:29
MMn. ist die Forderung durchaus valide. Wer Mitglied by default & Opt-Out machen möchte, hat mit Vorlauf auch den Prozess dazu bereitzustellen. Das muss jetzt im Detail noch nicht bis in das letzte Bit ausspezifiziert sein, aber eine organisatorisch eingeplante Anlaufphase, die z.B. klar regelt, das die KK 3 Monate vor Einführung informieren und die Opt-Out Option bereitstellen müssen o.ä. könnte man auch jetzt schon einplanen und kommunizieren.
DSGVO und co schreiben es uns allen in ähnlicher Weise vor (privacy by default, explizite Einwilligungen, Double-Opt-In, etc). Da sollte bei besonders schützenswerten Daten im Staatsprojekt dann ja wohl selbstverständlich sein, dass das auch ordentlich gelöst wird.
Und soweit ich die Geschichte der EPA bisher verfolgt habe, ist hinsichtlich “vertrauensbildender Maßnahmen” noch deutlich “Luft nach oben”. Da gehört sowas dann einfach dazu - wenn eh schon keiner (/kein Techniker) mehr glaubt, dass das ganze Ding wirklich gut gelöst wird (und das Interesse in der restlichen Bevölkerung bisher auch eher gering auszufallen scheint). -
Re: Widerspruch
Autor: bootstorm 05.03.23 - 15:39
Bootsmann schrieb:
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> Es ist sehr entlarvend, dass bisher keine, wirklich NULL Infos darüber
> bekannt sind, wie und wo man überhaupt widersprechen kann.
>
> Unabhängig davon, wie man zu der E-Akte steht, empfinde ich es einfach als
> respektlos gegenüber meinen Patientenrechten, dass mein eigener Wille
> offenbar (wenn überhaupt) nur eine Randnotiz in diesen Plänen ist.
>
> Hilft auch nicht wirklich dabei, Vertrauen in das eh schon zweifelhafte
> Projekt (Pseudomisierung ist kein echter Datenschutz) aufzubauen.
Ja, es "entlarvt" dich. Das Wort entlarven wird gemeinhin gerne im Rechten Abfluss der Gesellschaft benutzt.
Außerdem kannste Du nicht widersprechen, bevor es los geht. Das kann man mit etwas Verstand verstehen ohne Jura Studium. -
Re: Widerspruch
Autor: Bootsmann 05.03.23 - 17:44
KartoffelsalatUndBrot schrieb:
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> Bootsmann schrieb:
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> > Es ist sehr entlarvend, dass bisher keine, wirklich NULL Infos darüber
> > bekannt sind, wie und wo man überhaupt widersprechen kann.
> >
> > Unabhängig davon, wie man zu der E-Akte steht, empfinde ich es einfach
> als
> > respektlos gegenüber meinen Patientenrechten, dass mein eigener Wille
> > offenbar (wenn überhaupt) nur eine Randnotiz in diesen Plänen ist.
> >
> > Hilft auch nicht wirklich dabei, Vertrauen in das eh schon zweifelhafte
> > Projekt (Pseudomisierung ist kein echter Datenschutz) aufzubauen.
>
> Wo ist das Problem? Musst Du das zwei Jahre immer im Vorraus wissen?
Leseverständnis ist in diesem Forum echt nicht weit verbreitet, oder?
Es geht mir darum, dass es bisher N-U-L-L Infos darüber gibt, wo und wie widersprochen werden kann. Das ist alleine schon symbolisch ein Problem, weil es das Vertrauen erschwert. Normalerweise sollte es doch mindestens mal irgendwo eine Randbemerkung dazu geben (bei der Krankenkasse melden, ein Formular ausfüllen, dem Arzt bescheid sagen - einfach mal *irgendwas*). Keiner erwartet konkrete Pläne vom ersten Tag an, aber eine Grundidee für die Selbstbestimmung bei den sensibelsten Daten, die ein Mensch haben kann, sollte man schon erwarten dürfen.
Stattdessen: Gähnende stille.
Naja, außer das Gepolter der Polemiker hier im Forum natürlich, die einen wieder mal für einen nüchternen Beitrag dumm von der Seite anmachen. -
Re: Widerspruch
Autor: Bootsmann 05.03.23 - 17:46
bootstorm schrieb:
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> Bootsmann schrieb:
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> > Es ist sehr entlarvend, dass bisher keine, wirklich NULL Infos darüber
> > bekannt sind, wie und wo man überhaupt widersprechen kann.
> >
> > Unabhängig davon, wie man zu der E-Akte steht, empfinde ich es einfach
> als
> > respektlos gegenüber meinen Patientenrechten, dass mein eigener Wille
> > offenbar (wenn überhaupt) nur eine Randnotiz in diesen Plänen ist.
> >
> > Hilft auch nicht wirklich dabei, Vertrauen in das eh schon zweifelhafte
> > Projekt (Pseudomisierung ist kein echter Datenschutz) aufzubauen.
>
> Ja, es "entlarvt" dich. Das Wort entlarven wird gemeinhin gerne im Rechten
> Abfluss der Gesellschaft benutzt.
Schwachsinn. Gibt genug Linke, die das Wort nutzen - gerade wenn sie die Nazikeule schwingen.
>
> Außerdem kannste Du nicht widersprechen, bevor es los geht. Das kann man
> mit etwas Verstand verstehen ohne Jura Studium.
Was man mit etwas Verstand und erfolgreich abgeschlossener Grundschule verstehen sollte, ist die deutsche Sprache - und damit sollte man dann auch in der Lage sein, meinen Eröffnungspost richtig zu lesen und adäquat darauf zu antworten, statt passiv-aggresives ad hominem von sich zu geben, weil wohl Twitter mal wieder down ist.
Aber gut, dass hier gefühlt ein Drittel der Nutzerschaft eh an keiner konstruktiven Diskussion interessiert ist und nur provokant und destruktiv rumpoltert, ist ja bereits Allgemeinwissen. -
Re: Widerspruch
Autor: Termuellinator 05.03.23 - 19:43
Völlig egal ob ich jetzt da mitmachen möchte oder nicht, aber wenn das schon Opt Out is (was imho eh schon ein Unding ist, so aus Prinzip), dann gehört das nich erst in letzter Sekunde geplant wie man widerspricht ;)
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Re: Widerspruch
Autor: FomerMay 05.03.23 - 21:22
Termuellinator schrieb:
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> Völlig egal ob ich jetzt da mitmachen möchte oder nicht, aber wenn das
> schon Opt Out is (was imho eh schon ein Unding ist, so aus Prinzip), dann
> gehört das nich erst in letzter Sekunde geplant wie man widerspricht ;)
"Ende nächsten Jahres" (= Ende 2024), da hat man genügend Zeit einen Plan zu veröffentlichen.... -
Widerspruch? Schlüssel und PIN notwendig
Autor: Cerdo 06.03.23 - 06:18
Bootsmann schrieb:
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> Leseverständnis ist in diesem Forum echt nicht weit verbreitet, oder?
> Es geht mir darum, dass es bisher N-U-L-L Infos darüber gibt, wo und wie
> widersprochen werden kann.
Mach mal einen Schritt zurück. Es geht erstmal darum, dass man die Möglichkeit hat, Daten in der ePA speichern zu können.
Die ePA beinhaltet einen physischen Schlüssel (meist die Karte der Krankenkasse), die zusätzlich per PIN abgesichert ist.
Also selbst wenn Du nicht widersprichst, musst Du trotzdem erstmal Deine Karte und PIN rausrücken, damit jemand Daten dort ablegen oder sie daraus lesen kann. -
Re: Widerspruch
Autor: BlindSeer 06.03.23 - 07:08
Wenn du via OptIn nicht genug Leute bekommst, dann ist dein Produkt zu schlecht.
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Re: Widerspruch
Autor: BlindSeer 06.03.23 - 07:09
Zumal überall sonst (Double) OptIn verpflichtend ist. Nur hier soll es nun entgegen der üblichen Methodik OptOut werden.
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Re: Widerspruch? Schlüssel und PIN notwendig
Autor: Muntermacher 06.03.23 - 07:54
Cerdo schrieb:
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> Bootsmann schrieb:
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> > Leseverständnis ist in diesem Forum echt nicht weit verbreitet, oder?
> > Es geht mir darum, dass es bisher N-U-L-L Infos darüber gibt, wo und wie
> > widersprochen werden kann.
>
> Mach mal einen Schritt zurück. Es geht erstmal darum, dass man die
> Möglichkeit hat, Daten in der ePA speichern zu können.
>
> Die ePA beinhaltet einen physischen Schlüssel (meist die Karte der
> Krankenkasse), die zusätzlich per PIN abgesichert ist.
> Also selbst wenn Du nicht widersprichst, musst Du trotzdem erstmal Deine
> Karte und PIN rausrücken, damit jemand Daten dort ablegen oder sie daraus
> lesen kann.
Das kann ich mir nicht vorstellen, denn dann müßtest Du in jedem Behandlungszimmer ein Lesegerät haben. Höchstwahrscheinlich wirst Du Deine Kartr aber nur an der Anmeldung zeigen/leaen lassen müssen. D.h. die Freigabe wird gespeichert.
Im Allgemeinem zu EPA: es ist ein persönliches Abwägen, ob man sensible Daten zentral als Honeypot für Hacker haben möchte und dafür im Ernstfall aber auch für den Arzt alles Wichtige schnell verfügbar zu haben oder nicht. Persönlich tendiere ich zu letzterem, denn ein Datenleck kann in 99% der Fälle nicht das Leben kosten. -
Re: Widerspruch? Schlüssel und PIN notwendig
Autor: BlindSeer 06.03.23 - 08:12
Im Falle einer Fehldiagnose beim 1. Arzt kann die fehlende Neutralität beim 2. Arzt (der dann ja die erste Diagnose sieht) durchaus Leben kosten.
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Re: Widerspruch
Autor: Hallonator 06.03.23 - 09:09
Bootsmann schrieb:
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> bootstorm schrieb:
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> > Bootsmann schrieb:
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> > > Es ist sehr entlarvend, dass bisher keine, wirklich NULL Infos darüber
> > > bekannt sind, wie und wo man überhaupt widersprechen kann.
> > >
> > > Unabhängig davon, wie man zu der E-Akte steht, empfinde ich es einfach
> > als
> > > respektlos gegenüber meinen Patientenrechten, dass mein eigener Wille
> > > offenbar (wenn überhaupt) nur eine Randnotiz in diesen Plänen ist.
> > >
> > > Hilft auch nicht wirklich dabei, Vertrauen in das eh schon
> zweifelhafte
> > > Projekt (Pseudomisierung ist kein echter Datenschutz) aufzubauen.
> >
> > Ja, es "entlarvt" dich. Das Wort entlarven wird gemeinhin gerne im
> Rechten
> > Abfluss der Gesellschaft benutzt.
>
> Schwachsinn. Gibt genug Linke, die das Wort nutzen - gerade wenn sie die
> Nazikeule schwingen.
Dann sind die halt auch "Abfluss der Gesellschaft". Klingt nicht so abwegig.



