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Wird das Internet zum Totengräber der Demokratie?

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  1. Wird das Internet zum Totengräber der Demokratie?

    Autor: leMatin 15.11.18 - 23:40

    Die Entwicklung der letzten 10 Jahre ist in meinen Augen nicht mehr zu übersehen: Der politische Diskurs nimmt immer schrillere Töne an, Fakten und Rationalität verlieren an Gewicht. Es ist ein Kampf um Informationen entstanden, bei der es nur noch um schnelle Klicks mit hohen Werbeeinnahmen geht. Die Zeit für ordentliche Recherche reicht nicht. Abgekupferte Und unreflektierte Meldungen sind eher die Regel denn eine Ausnahme. Und - so hart es klingt - bei einem großen Teil der Bevölkerung (siehe IQ Verteilung der Bevölkerung, z.B. Wikipedia) reicht halt auch der geistige Horizont nicht aus, sich kritisch mit komplexeren Sachthemen zu beschäftigen (ständig werden einfache Antworten der Politik gefordert, wer das nicht liefert ist unfähig oder um Volksfahrräder gebeten).Da kommt das Internet mit den sozialen Medien und Fake-News-Medien wie gerufen. Endlich hat man den Kleingeistern ein Werkzeug an die Hand gegeben, sich überregional in perfekten Filterblasen (wer widerspricht wird leicht geblockt, selbst am Stammtisch ist das schwieriger) zu organisieren. Gestern habe ich einen (neben vielen mit ähnlichem Tenor) Kommentar unter einem wissenschaftlichen Youtube-Video zum eigentlich harmlosen Thema Zahnpasta gefunden, der für mich, bei aller Idiotie die ich schon gelesen habe, einen neuen Tiefpunkt darstellt (sinngemäß): „Glaubt kein Wort, Zahnpasta vergiftet euch...Vergesst die Hirnwäsche aus den Büchern der Eliten mit ihren Studien...“ Erschreckend ist hierbei auch die Vehemenz und Radikalität der Kommentatoren, die derartige „Argumente“ stützen möchten. Besonders gefährlich wird es dann, wenn sich eine intelligente Person (z.B. Steve Bannon, anm.: Intelligenz != Klugheit) dieser Massen ermächtig und zu deren Führungsperson wird. Ich frage mich halt, ob das Internet hier Ursache oder „nur“ Brandbeschleuniger der Entwicklung ist? In jedem Fall habe ich den Eindruck, dass das Internet bei Beibehaltung des aktuellen Freiheitsgrads eine zunehmende Gefahr für unsere Freiheiten im realen Leben wird. Nur eine überzeugende Idee, wie man das auf verträgliche Art ändern könnte, habe ich bisher noch nicht gehabt bzw. gelesen.

  2. Re: Wird das Internet zum Totengräber der Demokratie?

    Autor: YarYar 16.11.18 - 06:42

    Ich denke das Grundproblem ist die Anonymität im Internet. Wenn man sich hinter einem Pseudonym verstecken kann, dann fallen alle moralischen Schranken. Daher würde ich meinen das es vielö Helfen würde wenn es auf Facebook, Twitter etc. keine Anonymen Accounts mehr gäbe. Klarnamen bitte!

  3. Re: Wird das Internet zum Totengräber der Demokratie?

    Autor: ConstantinPrime 16.11.18 - 07:11

    YarYar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich denke das Grundproblem ist die Anonymität im Internet. Wenn man sich
    > hinter einem Pseudonym verstecken kann, dann fallen alle moralischen
    > Schranken. Daher würde ich meinen das es vielö Helfen würde wenn es auf
    > Facebook, Twitter etc. keine Anonymen Accounts mehr gäbe. Klarnamen bitte!


    Ich denke das Problem geht sogar noch ein wenig tiefer. Ich meine, viele von uns sind sicherlich auch bei Facebook unterwegs, posten aber nie solchen Mist.. warum auch?

    Was - stellt sich mir die Frage - läuft also bei den ganzen anderen Menschen falsch, bei denen einem regelrecht schlecht wird wenn man sich deren Profil an schaut?
    Liegt's an der Erziehung? Scheint ja gerade ein Problem der jüngeren unter uns zu sein.

    Warum verleitet Anonymität dermaßen zu so einem Verhalten?

    Vom Thema Klarnamen bei Facebook halte ich trotzdem nichts. Nummern statt Namen an Klingelschildern fordern, aber Klarnamen im Internet? hm...

  4. Re: Wird das Internet zum Totengräber der Demokratie?

    Autor: YarYar 16.11.18 - 07:32

    ConstantinPrime schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was - stellt sich mir die Frage - läuft also bei den ganzen anderen
    > Menschen falsch, bei denen einem regelrecht schlecht wird wenn man sich
    > deren Profil an schaut?
    > Liegt's an der Erziehung? Scheint ja gerade ein Problem der jüngeren unter
    > uns zu sein.


    Und wenn du weißt was schief läuft, nützt es dir auch nichts. Denn Umerziehung oder ähnliches funktioniert nicht.

    > Vom Thema Klarnamen bei Facebook halte ich trotzdem nichts. Nummern statt Namen an Klingelschildern fordern, aber Klarnamen im Internet?

    Der Vergleich ist nicht korrekt. Erstens fordere ich keine Nummern auf Klingelschildern (in Wien ist das übrigens so) und zweitens hat das eine mit dem anderen überhaupt nichts zu tun.

    Ich bin der Auffassung das jeder, der aktive durch Beiträge im Internet an der Meinungsbildung teilnimmt, auch seinen Namen nennen sollte. Die Anonymität an sich hat keinen Wert. Sie ist schädlich.

  5. Re: Wird das Internet zum Totengräber der Demokratie?

    Autor: non_sense 16.11.18 - 07:41

    YarYar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin der Auffassung das jeder, der aktive durch Beiträge im Internet an
    > der Meinungsbildung teilnimmt, auch seinen Namen nennen sollte. Die
    > Anonymität an sich hat keinen Wert. Sie ist schädlich.

    Die Menschen würden dennoch Bullshit schreiben, weil sie eben daran glauben, was sie schreiben und ob nun ein russischer Fake-Account Hans Meiser oder Troll007 heißt, spielt auch keine Rolle.

  6. Re: Wird das Internet zum Totengräber der Demokratie?

    Autor: mikavolucer 16.11.18 - 08:12

    Ich fürchte mit Anonymität hat das nur zum Teil zu tun.
    Ich bin auf vielen Plattformen auch anonym unterwegs, ohne Hass, oder Beleidigungen.
    Man muss sich wohl eingestehen, dass viele Menschen halt so sind.
    Wer mal ausversehen Frauentausch oder ähnliches gesehen hat, der erkennt dies.

    Ich denke, es ist eher ein Problem der Deutungshoheit.
    Wenn ich zum Beispiel Rechte Hetze im Netz sehe, hält kaum jemand mit Argumenten dagegen. Auch ich selten, weil es anstrengend ist.
    Dies führt wiederum dazu, dass viele andere Menschen sich nur einseitig beeinflussen lassen

  7. Re: Wird das Internet zum Totengräber der Demokratie?

    Autor: samsky 16.11.18 - 09:49

    Laut diverser Studien, bringt es wenig bis gar nichts, Echtnamen einzuführen um Hatespeech zu reduzieren. Hier ein Artikel in dem mehrere der Studien verlinkt sind:
    https://coralproject.net/blog/the-real-name-fallacy/

    Gestern hat Walulis ein Video zu diesem Thema gemacht (muss man nicht kennen): dort kam man aber zu dem Schluss, dass man damit zumindest die Möglichkeit hätte, gerichtlich gegen Menschen vorzugehen, wenn sie diverse Grenzen überschreiten (wobei ja Redefreiheit besteht und somit auch dies schwer ist). Aber eventuell würde damit auf lange Sicht was ändern, wenn man es schafft manche dieser Menschen zur Rechenschaft zu ziehen. Bis dahin, bringen aber Echtnamen recht wenig.

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