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Nicht Facebook is toxisch sondern die User

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Nicht Facebook is toxisch sondern die User

    Autor: Achranon 29.10.21 - 17:50

    Facebook stellt nur eine Kommunikationsplatform bereit die Menschen nutzen können oder auch nicht, ähnlich einem beliebigen Internet Forum.

    Zumindest hat Facebook diverse Mechanismen Leute auf alle möglichen Arten zu blockieren oder zu sperren die einem nicht passen so daß man Ende einen relativ guten Filter hat und auch nur die Leute auf der Freundesliste die man dort haben will. Das fehlt in vielen Internetforen wo es sowieso selten weniger toxisch zugeht.

    Ebenso entscheidet man ja selbst welche Daten man angibt.

    Deswegen verstehe ich die Aufregung um Facebook nicht. Wems nicht passt einfach kündigen.

  2. Re: Nicht Facebook is toxisch sondern die User

    Autor: augenvogel 29.10.21 - 18:18

    Grundsätzlich hast du Recht, die Nutzer erstellen und verbreiten den Inhalt, aber das heißt nicht, dass Facebook sich aus der Affäre ziehen darf bzw. sollte.

    Dennoch sind insbesondere Facebooks Algorithmen so programmiert, dass mit Inhalte, über die sich am meisten echauffiert werden, auch am meisten Interagiert wird. Facebook verdient also Geld damit, dass Menschen falschen, missleading oder populistischen Inhalt begünstigt auf die Seiten der Nutzer gebracht und im Feed oben angezeigt wird.

    Um das nochmal deutlich zu schreiben:
    Facebook hat ein finanziellen Interesse daran, dir falsche Informationen zuerst anzuzeigen.

    Und auch wenn die Nutzer den Inhalt erstellen, belohnt Facebook die Ersteller, die falsche oder populistische Informationen verbreiten.

  3. Re: Nicht Facebook is toxisch sondern die User

    Autor: Leviosa 29.10.21 - 19:31

    augenvogel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Um das nochmal deutlich zu schreiben:
    > Facebook hat ein finanziellen Interesse daran, dir falsche Informationen
    > zuerst anzuzeigen.
    >
    > Und auch wenn die Nutzer den Inhalt erstellen, belohnt Facebook die
    > Ersteller, die falsche oder populistische Informationen verbreiten.

    Facebook verbreitet jediglich nur das was kontrovers ist da dort viele Meinungen kollidieren und Gespräche anheizen. Das müssen nicht zwangsläufig falsch Informationen sein.

  4. Re: Nicht Facebook is toxisch sondern die User

    Autor: Rekaxis 30.10.21 - 06:56

    Leviosa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > augenvogel schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > Facebook verbreitet jediglich nur das was kontrovers ist da dort viele
    > Meinungen kollidieren und Gespräche anheizen. Das müssen nicht zwangsläufig
    > falsch Informationen sein.

    Häufig sind es aber Falschinformationen und rechte Hetze. Und Facebook weiß, dass es enormen Schaden anrichtet, indem es diesen Sachen eine hohe Reichweite verschafft.

    Eine Lösung wäre wahrscheinlich das ganze zu verlangsamen. Das will FB aber natürlich nicht.

  5. Re: Nicht Facebook is toxisch sondern die User

    Autor: Booth 30.10.21 - 07:38

    Facebook erstellt Algorithmen, die dazu dienen, psychologisch Aufmerksamkeit zu generieren. nicht wenige Leute die soziale Netze intensiv benutzen sind für bestimmte Signale besonders empfänglich, so wie bestimmte Menschen für Alkohol oder für Glücksspiel empfänglich sind.

    Ganz schlimm ist, dass es unter Jugendlichen und Kindern ebenfalls diese Empfänglichkeiten gibt. Man kann auf TikTok sehen, wohin das führt.

    Wer 2021 noch immer glaubt, Menschen sind vollkommen freie, rationale Wesen, die ihre Entscheidungen rein nach Vernunft treffen und halt "selber schuld" ist, wenn man für bestimmte psychologische Mechanismen anfällig ist... herrje... der lebt wirklich hinterm Mond.

    Übrigens ein Grossteil der Werbeindustrie beruht auf solche Mechanismen und ist meines Erachtens daher ebenfalls gefährlich.

    Das Gefährliche daran ist nicht nur, dass Leute wie Zuckerberg ziemlich genau wissen was sie tun (der Typ hat immerhin Psychologie studiert) sondern dass auch gesellschaftliche Entwicklungen "passieren" die so niemand wollte.

  6. Re: Nicht Facebook is toxisch sondern die User

    Autor: Hotohori 30.10.21 - 10:52

    Dazu passt hervorragend dieses TED Talk, den ich erst Gestern gesehen habe:

    [www.youtube.com]

    Auch dort erklärt sie wie das mit den Algorithmen ist und auch, dass die Unternehmen diese gar nicht mehr im Griff haben, sprich sie können teilweise selbst nicht mehr nachvollziehen warum dieser zu einem bestimmten Ergebnis kommt. Sie haben schlicht schon lange die Kontrolle verloren und der Einfluss auf die Menschen erkennt man nur sehr sehr langsam, viel zu langsam.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.10.21 10:52 durch Hotohori.

  7. Re: Nicht Facebook is toxisch sondern die User

    Autor: mnementh 30.10.21 - 11:35

    Achranon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Facebook stellt nur eine Kommunikationsplatform bereit die Menschen nutzen
    > können oder auch nicht, ähnlich einem beliebigen Internet Forum.
    >
    > Zumindest hat Facebook diverse Mechanismen Leute auf alle möglichen Arten
    > zu blockieren oder zu sperren die einem nicht passen so daß man Ende einen
    > relativ guten Filter hat und auch nur die Leute auf der Freundesliste die
    > man dort haben will. Das fehlt in vielen Internetforen wo es sowieso selten
    > weniger toxisch zugeht.
    >
    > Ebenso entscheidet man ja selbst welche Daten man angibt.
    >
    > Deswegen verstehe ich die Aufregung um Facebook nicht. Wems nicht passt
    > einfach kündigen.
    Ich sehe das anders. Alle kommerziellen sozialen Netzwerke - sei es Facebook, Twitter, Instagram oder whatever - folgen zwangsläufig einem Prinzip.

    1. Ein kommerzielles Netzwerk will Nutzer binden und sie dazu bringen sich täglich Inhalte anzuschauen, denn darüber kann man Geld machen (Werbung etc.).
    2. Daher werden Algorithmen so ausgelegt, dass sie Beiträge bevorzugt zeigen, die maximales Engagement bei den Nutzern auslösen.
    3. Forschung zeigt, das Engagement mit Beiträgen oft mit Emotionenverknüpft ist. Das ist im besseren Fall Freude (Katzenmeme), im schlechteren Fall Ärger oder Zorn (bekannte Person X hat *WAS* gesagt?).
    4. Also werden Beiträge die diese Emotionen anregen bevorzugt in die Timelines der Nutzer gespült und dort weiter geteilt.
    5. Nach einfachen Prinzipien setzen sich dann bevorzugt Varianten der gleichen Nachricht durch, die besonders stark wirken, also die den emotionalen Wert steigern, während sie Ballast abwerfen und kürzer und prägnanter werden.
    6. Es gibt kein Prinzip, dass korrekte, ausgeglichene oder dämpfende Beiträge fördert. Komplexe Erklärungen dämpfen die Emotionen und damit die Wahrscheinlichkeit, dass das geteilt wird. Es gewinnt also im Endeffekt die maximal verkürzte Halbwahrheit. Oder auch gleich eine gute Lüge.

    Nach diesem Prinzip werden alle sozialen Netzwerke automatisch toxisch. Nun nehmen wir an, Firma XYZ will das besser machen und optimiert ihr Netzwerk so, dass eher korrekte, ausbalancierte oder ruhigere Beiträge die meiste Sichtbarkeit bekommen. Diese Beiträge lösen weniger starke Emotionen aus, daher werden sie nicht so oft geteilt, die User nsind weniger aktiv, das Netzwerk zeigt weniger Aktivität. Wahrscheinlich gibt es solche besseren Netzwerke bereits - wir wissen nur nichts darüber, da sie keine breite Öffentlichkeit erlangen.

    Aus meiner Sicht der einzige Weg dem zu entkommen ist um alle sozialen Netzwerke einen weiten Bogen zu machen.

  8. Re: Nicht Facebook is toxisch sondern die User

    Autor: grumbazor 30.10.21 - 14:20

    Nein. FB hat mit der Abschaffung der chronologischen Timeline dafür gesorgt, dass Beiträge mit besonders hohen INteraktionsraten nach oben geschoben werden. Das sind regelmäßig Beiträge die besonders stark emotionalisieren. Facebook fördert Clickbait, fördert unvollständige Überschriften, fördert starkes aufregen.

  9. Re: Nicht Facebook is toxisch sondern die User

    Autor: Leviosa 30.10.21 - 20:29

    Rekaxis schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Leviosa schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > augenvogel schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > >
    > >
    > > Facebook verbreitet jediglich nur das was kontrovers ist da dort viele
    > > Meinungen kollidieren und Gespräche anheizen. Das müssen nicht
    > zwangsläufig
    > > falsch Informationen sein.
    >
    > Häufig sind es aber Falschinformationen und rechte Hetze. Und Facebook
    > weiß, dass es enormen Schaden anrichtet, indem es diesen Sachen eine hohe
    > Reichweite verschafft.
    >
    > Eine Lösung wäre wahrscheinlich das ganze zu verlangsamen. Das will FB aber
    > natürlich nicht.

    Wenn der Algorithmus so gepoled ist das die Leute die Rechte Hetze und Toxische Posts sehen wollen das auch bekommen dann seh ich da kein Problem. Sollen sie in ihrer Facebook Blase soviel Mist schreiben wie sie wollen, solange sie in der Algorithmus Quarantäne sind für manche Leute ist sowas Stress abbau.

    Die ganzen Influencer und Content Hersteller sind sowieso schon auf alternative Tech ausgewichen und wenn Facebook jetzt zb. viele von den banned werden die Leute auf alternative Seiten ausweichen. Spielt also letzten Endes keine Rolle.



    5 mal bearbeitet, zuletzt am 30.10.21 20:45 durch Leviosa.

  10. Re: Nicht Facebook is toxisch sondern die User

    Autor: Pantsu 31.10.21 - 12:22

    Ich geb's zu, manchmal hänge ich auch bei FB ab, aber ich habe einfach nichts Politisches abonniert und die Beiträge meiner "Freunde" abgeschaltet. Stellt euch vor, das geht auch bei Youtube. Nix "toxisch" oder so - also ja, die User sind schuld. Ich habe sogar bei Telegram nichts Politisches, muss man sich mal vorstellen! Weil ich irre genug bin.

    Weiß gar nicht, warum ich mich trotzdem so aufrege, vermutlich weil 5 Minuten "Nachrichten" im Internet einen auch verrückt machen und weil die Unterhaltungsindustrie politisiert wurde, man kann sich fast nicht ablenken, außer man nimmt sich fest vor, die letzten 10 Jahre so gut es geht zu meiden.

    Eigentlich nutze ich das nur als Partyplaner, weil eigene Webseiten sind sooo 90er, und manchmal meldet sich jemand zu Wort wegen des neuartigen Virus unbekannter Herkunft, aber das ist so wenig, dass ich kaum fassen kann, dass sich jemand davon radikalisiert - die Vorzensur ist also "gut" oder es interessiert keinen mehr. Man weiß auch nicht, was der Gruppenleiter alles zensiert oder vorzensiert. Ich pöbele hier mehr rum als ich auf Facebook lesen kann :D
    Es macht auch viel mehr Spaß, ein echtes Forum zu benutzen, fühlt sich so echt an.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 31.10.21 12:26 durch Pantsu.

  11. Re: Nicht Facebook is toxisch sondern die User

    Autor: Achranon 31.10.21 - 15:43

    grumbazor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nein. FB hat mit der Abschaffung der chronologischen Timeline dafür
    > gesorgt, dass Beiträge mit besonders hohen INteraktionsraten nach oben
    > geschoben werden. Das sind regelmäßig Beiträge die besonders stark
    > emotionalisieren. Facebook fördert Clickbait, fördert unvollständige
    > Überschriften, fördert starkes aufregen.

    Und genauso macht das doch auch die Bildzeitung, der Tagesspiegel, deutsche Wirtschaftsnachrichten oder andere "Boulevard" Blätter die auf reißerische Themen aus sind schon seit Jahrzehnten.

    Das halte ich sogar noch für gefährlicher, weil diese Magazine weit verbreitet sind und viele denken die wären seriös weil sie eine eigene Webseite haben.

    Gerade die Bildzeitung suggiert oft schon in den Beiträgen daß das ein Skandal ist über den sich gefälligst aufregen müssen und die Meinung der Bildzeitung übernehmen. Dann wäre da natürlich auch noch der Fall Relotius beim Spiegel der uns entgültig klar gemacht hat wie einfach "Fakenews" heutzutage entstehen können.

    Ich sehe zu das ich bei jeder Nachricht die mir ein wenig suspekt vorkommt erstmal google und weitere Quellen dazu finde wo der Wortlaut etwas anders ist, so daß man weiß es nicht die gleiche Ursprungsquelle um mir ein genaues Bild zu machen.

    Das ist oft Arbeit die sich die Masse leider selten macht, man liest die Schlagzeile und glaubt es sofort.

    Das mache ich auch bei allem was mir Facebook vorsetzt. Die haben mir mal eine Zeitlang Beiträge von irgend so einer Sekte geteilt. War witzig für mich zu lesen, ich habe meinen Spaß an "Verschwörungstheorien". Ich sehe das aber als Unterhaltung, nie im Leben nehme ich das gleich für bare Münze.

    Was wir eigentlich viel mehr brauchen ist den Menschen zu erklären das sie jede suspekte News, und zwar völlig egal woher sie kommt gegenprüfen sollten.

    Ich denke es sollte ein eigenes Schulfach sein wo man den Kindern früh beibringt wie sie Facebook, Instagramm und Co richtig verwenden sollen.

    Oder auch alte Leute die sind da oft gleich gefährdet und glauben gerne alles was sie irgendwo lesen.

    Abgesehen davon, für mich ist Twitter eine noch weit schlimmere Meinungsmacher Maschinerie, mit den Trend nach denen sich viele richten. Nicht umsonst war es die Lieblingsplatform für Trump.

    Die Frage ist nur wie könnte man sowas am besten lösen?

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