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Technisch schnell erklärt

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  1. Technisch schnell erklärt

    Autor: Gerline 29.10.15 - 22:35

    Suchanfrage über die Suchleiste übergeben den Suchbegriff per GET, Eingaben im Suchfeld (übrigens auch von der Startseite google.de) aktualisieren die Ergebnisse per Javascript. Der Sinn ist vermutlich, dass die Seite nicht neu geladen wird und dadurch flüssiger wirkt. Wenn da jemand etwas anpassen muss, dann die Browser-Hersteller. Den Inhalt der Adresszeile (vor dem #) kann Google sinnvollerweise nämlich nicht ändern, ohne tatsächlich auf eine andere Seite weiterzuleiten.

    Wenn man den Anker-Trick benutzt, verschwindet auch der erste Suchbegriff:
    https://www.google.de/#q=golem



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.10.15 22:37 durch Gerline.

  2. Re: Technisch schnell erklärt

    Autor: ostfriese2 30.10.15 - 18:00

    Kannst du das bitte etwas detaillierter erklären. Was heißt denn "Anker-Trick" genau?

  3. Re: Technisch schnell erklärt

    Autor: Gerline 30.10.15 - 21:10

    Der Teil der URL hinter dem # war ursprünglich im HTML-Standard dazu vorgesehen, dem Browser mitzuteilen, dass er einen bestimmten Teil bzw. Abschnitt der zu Grunde liegenden Webseite anzeigen soll. Dieser Abschnitt wird mit einem speziellen HTML-Element markiert, eben dem Anker. Bei diesem Link hier ist es der Abschnitt XML auf der Wikipedia-Seite zu HTML: https://de.wikipedia.org/wiki/Hypertext_Markup_Language#XML

    Links auf Anker kann man auch innerhalb der Seite benutzen, um zu einer anderen Stelle zu springen. Das passiert, ohne dass die Seite neu geladen wird. Google nutzt das nun, um a) die Suchergebnisse anzuzeigen, ohne die Seite neu zu laden, aber gleichzeitig b) die Suchanfrage in die URL zu codieren, so dass man diese trotzdem weiterhin kopieren kann, um die Suche zu teilen. Der Ankername (z.B. "q=golem" im Beispiel oben) enthält dabei die Suchanfrage und wird per Javascript ausgelesen. Ein echter Anker im HTML-Quelltext von Google mit diesem Namen existiert natürlich nicht und wird daher vom Browser ignoriert.

    Würde Google den Teil der URL entfernen wollen, über den Firefox, Chrome & Co. die Suchanfrage übergeben, müsste der Browser angewiesen werden, die neue URL abzurufen und anzuzeigen, d.h., die Seite würde neu geladen. Das ist auch sinnvoll so, denn sonst könnte eine Phising-Webseite einfach die URL in der Adressleiste auf "bank.de" ändern, nachdem sie geladen wurde. Deshalb bleibt die erste, vom Browser übergebene Suchanfrage weiterhin Teil der URL. Sie kann nicht geändert werden, ohne dass die Seite neu geladen wird.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.10.15 21:12 durch Gerline.

  4. Re: Technisch schnell erklärt

    Autor: ostfriese2 31.10.15 - 06:28

    Danke, sehr ausführlich erklärt.

  5. Re: Technisch schnell erklärt

    Autor: thesurvivor 31.10.15 - 10:44

    Das ist ja so nun auch nicht ganz richtig. Den URL-Teil vor dem Hash kann Google (und jeder andere Webseitenbetreiber) sehr wohl ohne Refresh der Seite verändern. Dafür gibt es in halbwegs modernen Browsern history.pushState sowie history.replaceState. Die nötigen Anpassungen dafür wären sehr überschaubar.

  6. Re: Technisch schnell erklärt

    Autor: Gerline 01.11.15 - 21:32

    Oha, Tatsache. Sorry, in der neuen HTML5-Welt geht's dann wohl doch - ist meine Weltsicht wohl zu konservativ geworden, wenn ich mich frage, was um alles in der Welt die Macher dieses Bestandteils des Standards da nur geritten hat?

  7. Re: Technisch schnell erklärt

    Autor: thesurvivor 02.11.15 - 09:33

    Vielleicht, aber nur wenn man die Anwendungszenarien dabei nicht genau kennt :)
    In den engen Grenzen, in denen das funktioniert, ist es für Webapplikationen mitunter sehr hilfreich. Die URL Struktur kann innerhalb des Frontends analog zu den tatsächlichen URLs im Backend bleiben. Auch beim ersten Load kann dann direkt der Content serverseitig bereits geladen werden, so dass die Seite nicht erst leer bleibt und dann den Content anhand des Hashes nachladen muss.

    Unterm Strich heißt das: weniger Probleme bei SEO und Braille, durchgehend sprechende URLs, die Möglichkeit die History "sauber" zu halten (mehrere Seitenwechsel mit direkten Einsprungspunkten, z.B. bei Tabs oder Galerien, führen nicht dazu, dass man 10x die Back-Taste im Browser drücken muss, um auf die vorherige Seite zu gelangen. Bei reinen Hash-wechseln wäre sonst die History damit zugemüllt).

    Es gibt durchaus ein paar sehr gute Gründe für diese pushState / replaceState Methoden. Sie sind aber natürlich kein Wundermittel und für die meisten klassischen Webseiten eher uninteressant (bzw. nur für einen kleinen Teil der Seite relevant). Bei Webapplikationen, die primär Frontendseitig und ohne Reloads arbeiten, sieht es da schon anders aus.

  8. Re: Technisch schnell erklärt

    Autor: GaliMali 03.11.15 - 15:10

    Besser wäre zum Teilen mit anderen allerdings eher...

    https://www.google.de/?q=golem

    Statt eines # ein ?.

    1. Ich hab schon viele male erlebt, dass eine bestimmt Seiten das liebe gute alte Anker-Raute oft flasch umwandelt oder gar ganz abschneidet. (hatte mich bei einem Betreiber deshalb mal gemeldet, der meinte nur: es wäre sicherer *augenrollt*)

    2. Das funktioniert auch ohne JavaScript.

    3. Auch habe ich schon erlebt, dass E-Mail Anbeiter gerne einen refer-Blocker verwenden, dabei aber auch der Raute-Anker total "vermurkst" wird.


    (und weil hier jemand im Thread so gerne mehr Details mag...)

    Bei ? wird der Suchbegriff gleich beim Aufrufen direkt (GET-Methode) übertragen. Bei # macht das nach dem öffnen JavaScript im Hintergrund (hier wird gerne die POST-Methode verwendet, aber auch GET wäre möglich) und lässt die Suchergebnisse dynamisch nachladen.

    http://selfphp.de/praxisbuch/praxisbuchseite.php?site=183&group=32

    Ist JavaScript aus, wird vom Browser die Anker-Stelle gesucht, die natürlich nicht existieren kann. Ausser Google wird wirklich noch zum Daten-Oracle ;-)

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