-
Datenschutz vs. Nutzen
Autor: Dietbert 17.05.17 - 16:56
So gerne der Deutsche den Datenschutz auch bemüht, sollte man jedoch den Nutzen der Regelung auch einmal so sorgfältig prüfen. Ich weiß nicht wie oft ich bei einer Kartenzahlung schon um Vorlage des Ausweises gebeten wird, ist lästig, wenn es aber hilft mein Konto zu schützen gerne. Ähnlich auch hier, wenn der Zugriff auf digitale Passbilder hilft, Verfahren zu vereinfachen und Geld zu sparen, wo ist das Problem?
Dietbert I. -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: Butterkeks 17.05.17 - 17:11
Dietbert schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> So gerne der Deutsche den Datenschutz auch bemüht, sollte man jedoch den
> Nutzen der Regelung auch einmal so sorgfältig prüfen. Ich weiß nicht wie
> oft ich bei einer Kartenzahlung schon um Vorlage des Ausweises gebeten
> wird, ist lästig, wenn es aber hilft mein Konto zu schützen gerne. Ähnlich
> auch hier, wenn der Zugriff auf digitale Passbilder hilft, Verfahren zu
> vereinfachen und Geld zu sparen, wo ist das Problem?
Im Artikel wurde doch schon eine möglicher Missbrauch genannt: Videokameras mit automatischer Gesichtserkennung an öffentlichen Plätzen. Damit könnte man sich kaum mehr bewegen, ohne dass der Staat sofort wüsste, wo man sich aufhält - insbesondere dann, wenn Videokameras hierzulande auf ein Level von UK ausgebaut würden. Auch wüssten dann Geheimdienste, wie praktisch jeder Bundesbürger aussieht.
Ein bisschen Freiheit muss jeder Mensch abgeben, um grundlegende Sicherheiten erlangen zu können, aber irgendwann tauscht man essenzielle gegen Freiheiten ein _wiiiinziges_ bisschen Sicherheit ein - wenn überhaupt.
Konten könnnen auch anders abgesichert werden und die Gefahr an einem Terroranschlag zu sterben ist in etwa so groß wie die Chance von nem Blitz getroffen zu werden - wozu also das ganze?
Edit: Typo
2 mal bearbeitet, zuletzt am 17.05.17 17:23 durch Butterkeks. -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: smirg0l 17.05.17 - 17:18
Butterkeks schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Dietbert schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > So gerne der Deutsche den Datenschutz auch bemüht, sollte man jedoch den
> > Nutzen der Regelung auch einmal so sorgfältig prüfen. Ich weiß nicht wie
> > oft ich bei einer Kartenzahlung schon um Vorlage des Ausweises gebeten
> > wird, ist lästig, wenn es aber hilft mein Konto zu schützen gerne.
> Ähnlich
> > auch hier, wenn der Zugriff auf digitale Passbilder hilft, Verfahren zu
> > vereinfachen und Geld zu sparen, wo ist das Problem?
>
> Im Artikel wurde doch schon eine möglicher Missbrauch genannt: Videokameras
> mit automatischer Gesichtserkennung an öffentlichen Plätzen. Damit könnte
> man sich kaum mehr bewegen, ohne dass der Staat sofort wüsste, wo man sich
> aufhält - insbesondere dann, wenn Videokameras hierzulande auf ein Level
> von UK ausgebaut würden. Auch wüssten dann Geheimdienste, wie praktisch
> jeder Bundesbürger aussieht.
>
> Ein bisschen Freiheit muss jeder Mensch abgeben, um grundlegende
> Sicherheiten erlangen zu können, aber irgendwann tauscht man essenzielle
> Freiheiten ein _wiiiinziges_ bisschen Sicherheit ein - wenn überhaupt.
>
> Konten könnnen auch anders abgesichert werden und die Gefahr an einem
> Terroranschlag zu sterben ist in etwa so groß wie Chance von nem Blitz
> getroffen zu werden - wozu also das ganze?
Tatsächlich ist es um ein vielfaches wahrscheinlicher, vom Blitz getroffen zu werden. Oder von einem Meteor.
Bzgl. Freiheit gibt es da diesen nach wie vor passenden Spruch von Benjamin Franklin...
"They who can give up essential liberty to obtain a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety." -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: DooMMasteR 17.05.17 - 17:45
Klar und die DDR hätte sowas auch nicht eingesetzt, das war ja auch ne Demokratie, dem Volke usw.
WTF? Demokratie muss sich selbst verteidigen und ist kein Selbstläufer. -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: Elgareth 17.05.17 - 18:16
DooMMasteR schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> WTF? Demokratie muss sich selbst verteidigen und ist kein Selbstläufer.
Vor was denn? Und wozu brauchts dafür ne Passbildabfrage? -
Welcher Nutzen?
Autor: Mingfu 17.05.17 - 18:16
Dietbert schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Ich weiß nicht wie oft ich bei einer Kartenzahlung schon um Vorlage des Ausweises
> gebeten wird, ist lästig, wenn es aber hilft mein Konto zu schützen gerne.
Wer so herangeht wird natürlich immer einen nicht vorhandenen Nutzen erkennen. Die Vorlage des Ausweises dient logischerweise nicht dazu, dein Konto zu schützen, sondern der Händler will sich nur gegen einen möglichen Zahlungsausfall absichern, der bei Fremdnutzung der Karte entstehen würde.
Die Eierkartons werden auch nicht geöffnet, um zu schauen, dass du nur heile Eier kaufst, sondern ob du nicht noch etwas Anderes in dem Karton versteckst. Es geht bei solchen Handlungen nie um Service für dich sondern immer nur um Absicherung des Händlers. -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: mnementh 17.05.17 - 19:30
DooMMasteR schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Klar und die DDR hätte sowas auch nicht eingesetzt, das war ja auch ne
> Demokratie, dem Volke usw.
>
> WTF? Demokratie muss sich selbst verteidigen und ist kein Selbstläufer.
Richtig, las Demokrat muss man sich gegen solche undemokratischen Auswüchse wehren, der Zustand der geringen Energie den das System anstrebt ist Kontrolle in der Hand weniger Mächtiger, dass schließt Überwachung mit ein. -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: Dietbert 17.05.17 - 19:56
Ich hoffe du hast deinen Aluhut greifbar. Ich hab selbst lange genug an einem "Datenschutzlritischem" Projekt gearbeitet, um zu wissen, wie weit D von 1984 entfernt ist. Der Unsinn den man hier liest, spottet wirklich jeder Beschreibung....
Dietbert I. -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: ptepic 17.05.17 - 22:55
Ich hoffe Sie haben da nur Kaffee gekocht und mit Ihrer Einstellung nicht effektiv was angerichtet.
Das schöne an Überwachungsstaaten ist ja, dass sie bis jetzt, zumindest bei uns, schnell wieder weg waren...und Typen wie Sie gleich mit.
EDIT: typo
1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.05.17 22:58 durch ptepic. -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: jdf 17.05.17 - 23:15
"Herr Kommissar, der Handtaschenräuber war so 1,60, ziemlich buckelig und hatte Hautunreinheiten!" - "Moment Frau Maier, schau'mer mal...15:30 Uhr, Bismarckplatz, die Kamera von der S-Bahnstation...ah, hier, der da aus der S-Bahn steigt ...bisschen unscharf, könnte der ...?" "Ach Herr Kommissar, ich seh' doch nicht mehr so gut...ja, aber so ungefähr...auch wenn die Haare länger sind und eine Brille, ich weiß nicht..." - "Jaja, Frau Maier, immer die langhaarigen, ich könnte Ihnen Sachen erzählen...Karl, lass' das Bild mal eben durch die Passfoto-DB....was, wie heißt der, 'Dietbert'...Nixzubverbergengasse 3, das passt, typisches Loser-Viertel...Karl, wo ist der garade, mach doch mal den Kamera-Abgleich...was, im Unipark? Was sucht so einer im Unipark, außer neuen Opfern? Los, den greifen wir uns jetzt, der war das, hab' ich im Urin!"
Ja, das wird die Dinge IMMENS beschleunigen, vereinfachen und auch verbilligen, da bin ich mir sicher.
Psst! Nur nie zur falschen Zeit am falschen Ort, Dietbert! Und schneid' dir mal die Haare, weil die Langhaarigen...schlimm,schlimm.. -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: ptepic 17.05.17 - 23:29
MUAHAHA
YMMD -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: Dietbert 18.05.17 - 07:35
Und was ist an effektiver Polizeiarbeit jetzt negativ?
Dietbert I. -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: ptepic 18.05.17 - 07:50
Das ist eine gute Frage. Was war denn an der Stasi und der SS negativ? Ständige Bespitzelungen und petzende Nachbarn haben das Leben doch damals erst richtig Spannend gemacht...und das geht in Zukunft auch noch vollautomatisch und ohne Personal. Gut, dass heute keiner mehr erschossen wird, nicht wahr?
/irony off
Und wenn einer um mein Haus schleicht, den ich kenne und weiß, was er vor hat...und ihn sogar dabei sehe, wie er etwas anstellt... und dann diese tolle Polizei anrufe und die mir sagen, sie kämen erst, wenn was wichtiges passiert...dann hilft mir weder VDS noch erhöhte Videoüberwachung was.
Die Opfer haben davon nix. Glaub nicht, dass da einer vorsitzt und live mitschaut. Das Opfer wird beraubt, misshandelt oder getötet und keiner hilft. Die Videos bringen evtl den Täter schneller in den Knast...wenn überhaupt... das bringt dem Opfer aber nix mehr.
Zero Benefit -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: Kleba 18.05.17 - 07:54
+1!
-
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: ptepic 18.05.17 - 08:03
Ach ja...
"Warum hast du eine Maske auf?"
"Weil hier Stroh liegt..."
"Ok, dann scheißen wir auf die Videoüberwachung..."
:-) -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: NativesAlter 18.05.17 - 08:06
Dietbert schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> [...] wo ist das Problem?
Das Problem liegt darin, daß im nächsten Schritt diverse Behörden die Paßbilder mit ihrer vollautomatischen Gesichtserkennung kombinieren werden. Damit können dann alle (!) Bundesbürger automatisiert verfolgt werden, einem Profiling steht nichts mehr im Wege; dank diverser Geheimdienst- oder Polizeiabkommen (=> Datenaustausch) klappt das dann irgendwann auch weltweit.
Die Kombination von Paßbildern mit Gesichtserkennungssystemen wird dann im Nachhinein via neuem Gesetz legitimiert, siehe die Vorgehensweise der Bundesregierung beim BND-Skandal.
Dann haben wir endgültig 1984 erreicht und können und sicher fühlen. :) -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: mnementh 18.05.17 - 10:51
Dietbert schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Und was ist an effektiver Polizeiarbeit jetzt negativ?
Wir haben Daten von der Einführung der VDS und deren Abschaffung nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts damals. Die Aufklärungsquote bei den betroffenen Straftaten hat sich nicht verändert.
> Eine Auswertung der deutschen Kriminalstatistik 2009 ergab, dass eine Vorratsdatenspeicherung weder von Straftaten abschreckt, noch den Anteil der aufgeklärten Straftaten erhöht. Aktivisten des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung bezeichnen sie daher als überflüssig. Eine Auswertung der deutschen Kriminalstatistik 2010 durch den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung ergab, dass in Deutschland auch nach dem Ende der Vorratsdatenspeicherung 71 % aller bekannten Internetdelikte aufgeklärt wurden. Damit waren im Internet begangene Straftaten auch ohne Vorratsdatenspeicherung deutlich häufiger aufzuklären als außerhalb des Internets begangene Straftaten (55 %). Niedersachsens Innenminister Schünemann (CDU) erklärte am 29. Mai 2011 vor dem niedersächsischen Landtag: „Erhebliche Auswirkungen im Hinblick auf die Aufklärungsquote bei Straftaten, die im Zusammenhang mit dem Tatmittel Internet begangen wurden, sind für das Jahr 2010 nicht festzustellen.“
> Eine Sachstandsanalyse des wissenschaftlichen Diensts des Bundestags (Az.: WD 7 3000 036/11) kommt zu dem Ergebnis, dass in der EU keine Hinweise existieren, dass eine verdachtsunabhängige Protokollierung von Nutzerspuren den Ermittlungsbehörden nachweislich in ihrer Arbeit hilft. Sie stellt fest, dass es in den Jahren 2005 bis 2010 in nur einem Land zu einer signifikanten Änderung der Aufklärungsquote gekommen war, wobei auch dies nicht auf die Vorratsdatenspeicherung zurückzuführen sei.
> Ein Gutachten des Freiburger Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht, das vom deutschen Justizministerium in Auftrag gegeben wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Vorratsdatenspeicherung keine Veränderungen in Aufklärungsraten verursacht. Laut dem 270 Seiten starken Bericht liefert die Statistik keinerlei Belege dafür, dass die Verhinderung oder Aufklärung von Straftaten durch den Wegfall der Speicherpflicht gelitten habe. Weder bei Tötungsdelikten und Raubüberfällen noch bei Kinderpornografie und Internetkriminalität konnten messbare Effekte durch die Vorratsdatenspeicherung nachgewiesen werden. Auch gibt es den Wissenschaftlern zufolge keinerlei Hinweise darauf, dass auf Vorrat gespeicherte Daten in den vergangenen Jahren zur Verhinderung eines islamistischen Terroranschlags geführt hätten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdatenspeicherung#Unverh.C3.A4ltnism.C3.A4.C3.9Fig_geringer_Nutzen
Befürworter dieser Überwachungsmaßnahmen pendeln wohl auch ihr Chi aus und nehmen Globuli gegen Krankheiten. Das ganze ist Sicherheitsesoterik - Effekte sind nicht nachweisbar. Dennoch wird das ganze immer und immer wieder vorgetragen als müssten wir alle sterben wenn solche Überwachung nicht eingeführt wird. Dabei bringt es nichts. Wir können genausogut moderne Medizin abschaffen und Krebs in zukunft mit Gongs und Weihrauch bekämpfen, die Beweislage ist ähnlich gut. -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: Obi WanngibtsBoni 18.05.17 - 11:07
Nicht zu vergessen Pre-Crime.
Kamera 4112 meldet auffälliges Verhalten. Person steht an Bahnsteig und wartet. Möglicherweise die Vorstufe zu kriminellem/terroristischem Verhalten. Drohne bereit machen für Zugriff. -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: Linkk 18.05.17 - 18:17
Der Verdächtige war mehrmals in letzter Zeit in verschiedenen Juweliergeschäften, obwohl der Kontostand nicht besonders hoch ist. Vermutung: Auskundschaftung.
Auch ein Kredit wurde vor Kürzerem abgelehnt. Der Verdächtige hatte in letzter Zeit oft Kontakt mit einer Frau aus der Oberklasse, Vermutung: In der Oberklasse bekannt machen.
Der Verdächtige war in seiner Jugend in einem Schützenverein. Folgerung: Nähe zu tödlichen Waffen.
Der Verdächtige war letzte Woche in seinem Heimatdorf. Kameranetz dort nicht gut ausgebaut. Vermutung: Waffen aus dem alten Schützenverein besorgt.
Der Verdächtige ist sichtlich nervös, die Kameras erkennen erhöhten Blutdruck.
Hypothese: Der Verdächtige wird einen Juwelier ausrauben oder eine Geisel nehmen! Zugriff! Vermutlich bewaffnet, Waffengebrauch gestattet! -
Re: Datenschutz vs. Nutzen
Autor: DooMMasteR 18.05.17 - 18:25
In Wirklichkeit hat er Monate lang in Bar auf einen Verlobungsring gespart und muss nun sterben



