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Politisches Versagen der Netzaktivisten

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  1. Politisches Versagen der Netzaktivisten

    Autor: Klaus Wallenstein 12.02.14 - 08:02

    An der Stelle, wo der Artikel die politische Verantwortung anmahnt, kommt er auf den entscheidenen Punkt: Nicht Technik allein, sondern nur gemeinsam mit einem politischen Gestaltungswillen lääst sich die Krise 'beenden'.

    Doch die Voraussetzungen dazu sind denkbar schlecht - was nicht nur an den Politikern liegt. Dem Wähler - und dessen Kreuzchen bei einer Wahl - verpflichtet, findet die Massenüberwachung immer weniger Resonanz auf der politischen Bühne. Der Grund dafür ist der fehlendene, organsierte Widerstand in der Bevölkerung:

    "Trotz mächtiger Werkzeuge zur Informationsweitergabe, Gruppenorganisation und Menschenmobilisierung sind die Nerds und Netz-Aktivisten nicht einmal ansatzweise in der Lage, politische Forderungen zu formulieren oder gar Druck auf die Verantwortlichen in Regierung und Konzernzentralen auszuüben.

    Wir können gerade das Versagen einer ganzen Generation beobachten, die sich weigert, die Herausforderung dieser Zeit anzunehmen. Stattdessen wird der tief verwurzelte politische Analphabetismus als Lifestyle zelebriert mit einem zynischen Schulterzucken, das eher wie stammelnde Hilflosigkeit wirkt als wie stoische Abgeklärtheit. "

    http://wagnisdemokratie.wordpress.com/

  2. Das kann man jeder Interessensgruppe direkt so vorwerfen

    Autor: Anonymer Nutzer 12.02.14 - 15:26

    Klaus Wallenstein schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > An der Stelle, wo der Artikel die politische Verantwortung anmahnt, kommt
    > er auf den entscheidenen Punkt: Nicht Technik allein, sondern nur gemeinsam
    > mit einem politischen Gestaltungswillen lääst sich die Krise 'beenden'.
    Ja, schon klar. Nur die Regierung hat praktisch unendliche finanzielle Ressourcen, während die Gegenseite so gut wie nichts hat. Die breite Masse argumentiert immer noch mit "nichts zu verbergen". Was glaubst Du würden die für eine Interessensvertretung abdrücken? Keinen Cent.

    Ich werde oft genug der Verschwörung bezichtigt, wenn ich Folgen der Totalüberwachung aufzeige. Den DAU kannst Du nicht bekehren. Gerade bei dem Thema spielen > 90% der Bürger politisch doch gar nicht mit.

    Gleiches gilt aber immer. Egal ob jemand die Umwelt schützen will, die Datensicherheit oder sonstiges. Das Volk ist eine Horde unorganisierter und in der breite schlecht informierter Typen mit einem hohen Grad an Desinteresse an politischen Themen. So ein Gegner bringt jede Regierung zum Lachen und helebt demokratische Möglichkeiten vollkommen aus, ohne das überhaupt zu verstehen.

    > Der Grund dafür ist der fehlendene, organsierte
    > Widerstand in der Bevölkerung:
    Absolut korrekt. Aus genannten Gründen erwarte ich diesen auch nicht, bevor körperliche Schmerzen oder finanzielle Einbußen folgen. Bis dahin ist der deutsche Bürger nicht interessiert. Es geht im ja gut. Er hat einen Job, Geld, das Sky Bundesliga Paket, einen Golf vor der Haustüre, er hat keinen Hunger, kann in den Urlaub fahren und zeigt gerne mit dem Finger nach Afrika oder Asien um sich selbst nochmals von seiner tollen Lage zu überzeugen. Sattgefressen lümmelt er auf der Couch und ist zu träge dieses Internet-Dings jetzt nachzuvollziehen. Der Teil der Bevölkerung, der davon ausgegrenzt ist hat zu viele reale Probleme, oft zu wenig Bildung und folglich erst recht keinen Ansporn etwas zu unternehmen.

    > "Trotz mächtiger Werkzeuge zur Informationsweitergabe, Gruppenorganisation
    > und Menschenmobilisierung sind die Nerds und Netz-Aktivisten nicht einmal
    > ansatzweise in der Lage, politische Forderungen zu formulieren oder gar
    > Druck auf die Verantwortlichen in Regierung und Konzernzentralen
    > auszuüben.
    Wie denn auch? Wer sind überhaupt Netzaktivisten? 100.000 Berufs- und Hobbyinformatiker, die alle Job, Familie und Co. vor dieses Thema priosiert haben? Es gibt doch kaum professionelle Netzaktivisten ... wir alle hier sind keine. Und das weiß der Bundestag nur zu gut ...

    > Wir können gerade das Versagen einer ganzen Generation beobachten, die sich
    > weigert, die Herausforderung dieser Zeit anzunehmen.
    Richtig. Oder die zu schlecht informiert ist - siehe "ich hab doch nichts zu verbergen". Zu naiv, mögliche Folgen herzuleiten. Und dann spiel ich doch auch lieber mit dem iPad und fahre mit dem Golf gen Flughafen um den Urlaub anzutreten. Denen dort auf den anderen Kontinenten geht's doch viel schlechter und uns ja eh so gut ... da regt man sich doch nicht wegen ein wenig Internet-Zeug auf. Wo man doch eh nichts zu verbergen hat ...

    > Stattdessen wird der
    > tief verwurzelte politische Analphabetismus als Lifestyle zelebriert mit
    > einem zynischen Schulterzucken, das eher wie stammelnde Hilflosigkeit wirkt
    > als wie stoische Abgeklärtheit. "
    Seit zu viele Menschen hier keine grundlegenden Sorgen mehr haben, hat sich Gleichgültigkeit doch zu etwas schickem entwickelt. Ich kann als Gutverdiener die Politik 20 Jahre ignorieren und mir geht es finanziell immer noch gut. So tickt der deutsche ...

  3. Re: Das kann man jeder Interessensgruppe direkt so vorwerfen

    Autor: Moe479 15.02.14 - 21:03

    ... sogar wenn er harz4 empfänger ist, das scheint mir keine frage des einzel verdienstes sondern von generellem wohlstand.

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