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Gibt es auch ein Argument?

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  1. Gibt es auch ein Argument?

    Autor: Kinch 19.05.10 - 14:54

    > Die Street-View-Autos fahren mindestens seit 2007 in der Welt herum,
    > seitdem gibt es den Dienst in den USA. In all der Zeit will niemand bemerkt
    > haben, dass auch Nutzdaten von WLANs mitgeschnitten wurden? Eine
    > lächerliche Annahme.

    Schade, genau diese Stelle ist doch interessant, wenn man sich hier argumentativ nähern würde. Ein Argument dafür, dass das eine „lächerliche Annahme” sei fehlt aber völlig.

    Meiner Bescheidenen Meinung nach ist googles Erklärung nämlich absolut glaubwürdig. Um die für die Wlan-Katographie nötigen Daten zu sammeln lässt es sich technisch nicht vermeiden alle von WLAN-Stationen gesendete Daten zu empfangen. Aus diesem Rohmaterial der WLAN-Daten werden dann die für den Dienst nötigen Daten generiert. Es ist absolut üblich, dass man die Rohdaten von Messungen einlagert, damit die aus diesen Rohdaten gewonnen Daten nachvollziehen und ggfs. überprüfen kann. Genau das hätte Google zwar nicht machen sollen, aber ich halte das für einen plausiblen Fehler.
    Ich halte es ebenso für plausbiel, dass das lange Zeit nicht bemerkt wurde. Niemand kümmert sich um die Rohdaten selbst, sondern nur um das verwertbare Material. Damit man entscheiden kann, dass da auch Nutzerdaten versehentlich eingelagert wurden hätte sich jemand die Datenbestände genauer ansehen und auch analysieren müssen – und das wurde erst getan, als man die Daten ausliefern wollte.

    Umgekehrt finde ich es nicht plausibel, dass Google das Fehlverhalten in voller Absicht begangen haben sollte. Google hat keinerlei Nutzen von zufälligen Wlan-Daten in 200ms langen Fragmenten. Ein Großteil der Daten ist ohnehin verschlüsselt – selbst bei unverschlüsselten Wlan.

    Vor allem wenn man daran denkt, dass es Googles größtes Kapital ist, dass die Nutzer in die Datensicherheit des Systems vertrauen.

    > Googles als vorauseilender Gehorsam verkaufte Erklärung und Löschung
    > der Daten erinnert mich an das Verhalten von Politik und - in der jüngsten
    > Vergangenheit - anderen Institutionen, die immer genau das zugeben,
    > was ihnen einen Tag später sowieso nachgewiesen werden würde.

    Auch das hätte ich gerne begründet gehabt. Wieso wäre das einen Tag später sowieso nachgewiesen worden? Nur weil Google zu keinem Zeitpunkt versuchte das Problem zu vertuschen, heißt es nicht, dass sie es nicht gekonnt hätten.

    Wenn man davon ausgeht – was ich ja tue – dass das ein Fehler von Google war, hat das Unternehmen in meinen Augen vorbildlich reagiert. Es hat den Fehler nicht vertuscht, sondern sofort öffentlich zugegeben, die Daten vernichtet und das Projekt eingestampft. Leider wird das in keinster Weise reagiert und ein um sein Images besorgtes Unternehmen, wird dann in Zukunft vielleicht anders reagieren.

  2. Re: Gibt es auch ein Argument?

    Autor: nie (Golem.de) 19.05.10 - 16:49

    > > Googles als vorauseilender Gehorsam verkaufte Erklärung und Löschung
    > > der Daten erinnert mich an das Verhalten von Politik und - in der
    > jüngsten
    > > Vergangenheit - anderen Institutionen, die immer genau das zugeben,
    > > was ihnen einen Tag später sowieso nachgewiesen werden würde.
    >
    > Auch das hätte ich gerne begründet gehabt. Wieso wäre das einen Tag später
    > sowieso nachgewiesen worden? Nur weil Google zu keinem Zeitpunkt versuchte
    > das Problem zu vertuschen, heißt es nicht, dass sie es nicht gekonnt
    > hätten.

    Ob eine Vertuschung möglich gewesen wäre, will ich nicht bewerten. Google selbst behauptet aber, die abgefangenen Nutzdaten seien erst aufgefallen, nachdem der Hamburger Datenschutzbeauftragte Einblick in die Daten forderte:

    https://www.golem.de/1005/75133.html

    (Diese frühere Meldung ist auch im Kommentar verlinkt, ich ging mal davon aus, das sei bekannt ; )

    Nach dieser Forderung hat Google nach eigener(!) Darstellung bei einer eigenen Überprüfung festgestellt, dass auch Nutzdaten gespeicher wurden. Nach drei Jahren Street-View-Fahrens.

    Nico Ernst
    Redaktion Golem.de

  3. Re: Gibt es auch ein Argument?

    Autor: Verständlich 19.05.10 - 17:17

    Was durchaus verständlich ist.

    Die Rohdaten werden durch Algorithmen nach brauchbaren Daten abgeerntet. Alle nicht relevanten Daten werden nicht herausgefiltert, somit also auch nirgends explizit aufgeführt.

    Sieht sich nun niemand die Rohdaten genauer an, dann werden die überflüssigen Daten nicht wahrgenommen.

    Bei Golem werden sicherlich auch sehr viele Daten der Nutzer archiviert, ein Teil davon wird ausgewertet, von einem Teil weiß man wahrscheinlich nicht einmal, das er überhaupt vorhanden ist.

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