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Steigerung des Entgelts für Messstellenbetrieb um 1000% ?

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  1. Steigerung des Entgelts für Messstellenbetrieb um 1000% ?

    Autor: tnn85 24.02.20 - 06:51

    Wenn ich auf meine aktuelle Stromrechnung schaue und mir die Kosten für den Messstellenbetrieb niederschreibe, dann steht da aktuelle ein Betrag von ca. 10¤/a brutto.

    Nun sollen bei meinem Verbrauch die Kosten auf 100¤/a brutto ansteigen? ....
    Hm.. Grundsätzlich habe ich nichts gegen die Digitalisierung bei Stromzählern und sehe auch die Notwendigkeit solcher Zähler für die Energiewende, aber sind solche Kosten zu rechtfertigen? Es geht hier schließlich um jährlich anfallende Kosten und nicht nur um eine Einmalzahlung.
    Da bin ich echt mal gespannt ob der "Markt das regelt" und ich auch Messtellenbetreiber finde, die nicht den gesetzlich festgelegten Höchstbetrag verlangen.

    Vermutlich resultieren die hohen jährlichen Kosten ja aus der Notwendigkeit einer Mobilfunkverbindung zwischen Smart Meter Gateway und dem Messstellenbetreiber.
    Wie aus meinem Sicherungsschrank (Metall) im Keller meines Hauses auch nur eine annehmbare Datenverbindung nach außen hergestellt werden soll, ohne größere bauliche Veränderung vornehmen zu müssen frage ich mich seit ich mich mit dem Thema beschäftigt habe.

  2. Re: Steigerung des Entgelts für Messstellenbetrieb um 1000% ?

    Autor: acl 24.02.20 - 07:12

    Die hohen Kosten sind bei dem nicht vorhandenen Mehrwert natürlich indiskutabel.

    Was viele nicht wissen, zumindest als Eigentümer kann man sich auch andere Messstellenbetreiber aussuchen. Es muss nicht zwangsweise der vom Netzbetreiber sein.

  3. Re: Steigerung des Entgelts für Messstellenbetrieb um 1000% ?

    Autor: Psy2063 24.02.20 - 08:49

    acl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was viele nicht wissen, zumindest als Eigentümer kann man sich auch andere
    > Messstellenbetreiber aussuchen. Es muss nicht zwangsweise der vom
    > Netzbetreiber sein.

    wer sind denn solche Messtellenbetreiber? mir war das tatsächlich unbekannt, ich dachte bisher immer das kommt vom Stromversorger.

  4. Re: Steigerung des Entgelts für Messstellenbetrieb um 1000% ?

    Autor: chefin 24.02.20 - 10:17

    Jo, da ist schon lange alles Zwangsgetrennt.

    Das Stromnetz muss seperat vom Endkundenlieferanten sein. Die Erzeuger dürften wirtschaftlich nicht an den Lieferanten gekoppelt sein. Messstellen müssen von eigenständigen Firmen betrieben werden, die nichts mit allen anderen zu tun hat.

    Und da mindestens 3 Lieferanten nötig sind, damit ein Markt funktioniert, musste man warten bis dieser Dritte endlich liefern konnte. Und nun kann der Netzbetreiber wenn er feststellt das der Tausch nötig ist, den Tausch anleiern. Du kannst aber statt des Angebotes das sie machen, dich selbst nach günstigeren Messstellenkosten umschauen. Wie beim Autoreifen. Du musst 225/60 HR drauf machen, aber du musst nicht die von VW vorgeschlagenen nehmen, du kannst dir auch andere raussuchen und drauf ziehen lassen.

    Und was das Gateway angeht. Wenn die beim einbauen feststellen, das im Schrank der Funk nicht geht, wird ein Kabel mit externer Antenne gelegt. Und die wird dort gesetzt, wo ausreichend Empfang ist. Wenn garnichts geht oder der Weg extrem lang wäre, wird auf Powerline ausgewichen. Man setzt ein Modul, das die Daten auf die Leitung aufmoduliert und im Trafohaus wird es wieder ausgeleitet und weiter geschickt. Reicht aber nicht um alle 200-500 Haushalte die an solchen Trafos hängen können auch zu versorgen. Deswegen wird das nur als Plan B benutzt. Die Wahrscheinlichkeit, das im Einzugsbereich eines Trafos ALLE kein Mobilfunk haben, ist gering. Ausser der Ort selbst wäre ein Funkloch. Dann wird mit den Mobilfunkprovidern verhandelt, das Loch zu stopfen.

    Für alles gibts also irgendwie eine Lösung, es wird kein Homogenes Umfeld sein. Man passt sich an. Im Worstcase wird eine Telefonleitung benutzt um Daten zu transportieren und ein eigenes Funksystem aufgebaut. Eine Weigerung ist nicht möglich, da ohne Zähler kein Strom geliefert werden kann. Man steht dann einfach ohne Strom da, also dürfte schnell klar sein, wer am kürzeren Hebel sitzt.

    PS: in Österreich wurde der Zwang gekippt, nachdem die ersten 3 Jahre gezeigt haben, das alles nicht so funktioniert wie man es gerne hätte. Es ist auch hier so, das die Stromkonzerne diese Zähler nicht mögen. Die Aufstellung wird also eher schleppend voran gehen und mehr Dienst nach Vorschrift entsprechen als ein Hurra endlich haben wir euch. Den von den Messstellenkosten haben die Stromkonzerne garnichts. Durchlaufender Posten, mehr nicht. Auch der finanzielle Aspekt tendiert für die gegen Null. Nur die Messstellenbetreiber verdienen dran, aber die können alleine nicht entscheiden wann gewechselt wird.

  5. Re: Steigerung des Entgelts für Messstellenbetrieb um 1000% ?

    Autor: Pitstain 24.02.20 - 12:18

    Na hoffentlich, das sind gute nachrichten! ;)

  6. Re: Steigerung des Entgelts für Messstellenbetrieb um 1000% ?

    Autor: x2k 24.02.20 - 13:51

    Sehr Interessant. Da stellen sich mir aber ein paar andere Fragen.
    Wer darf den messstelle Betreiber auswählen in einer Mietwohnung der Eigentümer oder der Mieter/stromkunde?

    Wenn im Keller kein Empfang ist, darf man dann dem Betreiber auch untersagen irgendwelche Leitungen durch das haus zu legen? Gebe ich als Eigentümer kein ok fallen Antennenkabel oder Telefonleitung weg und ich zwinge die zu Powerline.

    Was passiert wenn die Zähler kaputt gehen oder die daten nicht richtig übertragen werden? Schaltet der Zähler mir dann einfach den Strom ab?

  7. Re: Steigerung des Entgelts für Messstellenbetrieb um 1000% ?

    Autor: Legendenkiller 24.02.20 - 15:36

    ich hab da 2 Probleme.

    1. die Unverhältnissmäßig hohen Dauerhaften Kosten
    2. Die Zähler sind (vermutlich) aus der Ferne abschaltbar.
    Das war die wichtigste Funktion warum die in Italien und den USA schon vor 10 Jahren ausgerollt wurden. Da muss Strom nichtbezahlen/Stromklauen eine Volkssport gewesen sein.

    Und da plopt dann natürlich auch die Frage auf wie sie sich verhalten wenn die Verbindung zeitweise nicht funktioniert. Soll ja mal vorkommen.

  8. Re: Steigerung des Entgelts für Messstellenbetrieb um 1000% ?

    Autor: Rob Anybody 24.02.20 - 16:31

    tnn85 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vermutlich resultieren die hohen jährlichen Kosten ja aus der Notwendigkeit
    > einer Mobilfunkverbindung zwischen Smart Meter Gateway und dem
    > Messstellenbetreiber.

    Nicht nur. Die reinen Hardware- und Verbindungskosten sind relativ gesehen auf die Betriebsdauer wahrscheinlich zu vernachlässigen.
    Kostentreiber sind zum einen die Sicherheitsanforderungen des BSI (inkl. ISO27001- und TR03109-6-Zertifizierung).
    Dazu kommt, dass der gesamte Administrationsprozess - vor allem das Zertifikatshandling inkl. Betrieb einer Sub-CA - teuer ist, sei es aufgrund von nötigem Personal oder Dienstleistern.
    Vor allem kleinere Messstellenbetreiber (z.B. Stadtwerke) sind oft technisch/personell nicht in der Lage, diese Anforderungen komplett zu erfüllen und in verschiedenem Maße auf Dienstleister angewiesen, die natürlich kräftig mitverdienen wollen. Dazu kommt, dass man diese Dienstleister an einer Hand abzählen kann.
    Wenn dann die eigentlichen Messdaten zur eigentlichen Abrechnung auch noch in SAP-Systeme (oder was sonst noch so im Einsatz ist) eingebunden werden müssen klingen auch bei den SAP-Beratern die Kassen ;-)

    > Wie aus meinem Sicherungsschrank (Metall) im Keller meines Hauses auch nur
    > eine annehmbare Datenverbindung nach außen hergestellt werden soll, ohne
    > größere bauliche Veränderung vornehmen zu müssen frage ich mich seit ich
    > mich mit dem Thema beschäftigt habe.

    Für solche Fälle gibt es u.A. Anbindungen über PowerLine oder LTE NB-IoT / LoRaWAN.

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