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Ich kapier es nicht

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  1. Ich kapier es nicht

    Autor: dabbes 27.11.13 - 17:45

    Wo bitte spare ich auch nur 1 Watt Strom ein, wenn ich mir so ein Gerät installiere ?

    Selbst wenn ich ein E-Auto hätte und es nachts mit billigem Strom laden wollte, dann würde ich doch eine Zeitschaltuhr verwenden. "Intelligente" Lastverteilung bringt da doch nichts, am nächsten morgen muss das Auto schließlich geladen sein.

    Als einzig brauchbare Lösung fällt mir nur Batterienaufladung ein.
    Wenn bei geringer Last / günstigem Strompreis über ein solches System größere Batterien im Haushalt geladen werden, deren Strom dann später genutzt wird.
    In Verbindung mit intelligenten Stromzählern wäre das ein Anwendungsgebiet.
    Aber die Batterien und die Steuerungstechnik kosten sicherlich ein vielfaches von dem, was ein Haushalt einsparen könnte. Also auch wieder sinnlos.

  2. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: nightfire2xs 27.11.13 - 18:01

    dabbes schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wo bitte spare ich auch nur 1 Watt Strom ein, wenn ich mir so ein Gerät
    > installiere ?
    >

    Darum geht's doch auch garnicht.

  3. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: /mecki78 27.11.13 - 18:20

    dabbes schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wo bitte spare ich auch nur 1 Watt Strom ein, wenn ich mir so ein Gerät
    > installiere ?

    Gar nicht. Das ist ja das widersinnige. Und nein, du bist nicht verrückt, die meisten anderen Menschen verstehen es genauso wenig. Eigentlich versteht es niemand so recht, aber weil irgendwer hier mal irgendwas behauptet hat, hält sich das ganze jetzt als hartnäckiges Gerücht, das nicht tot zu kriegen ist.

    Und die Politiker? Wie üblich plappern sie irgendetwas nach, was sie mal irgendwo aufgeschnappt haben und verabschieden Gesetze in total Unkenntnis jeglicher Sachlage und trotz Abstinenz irgendwelcher gesicherten Fakten.

    /Mecki

  4. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: tingelchen 27.11.13 - 19:21

    Insgesamt zwei Faktoren:

    1. Tageszeiten:
    Was machen die aktuellen Zähler? Die Zählen die KWh. Stur, einfach. Sonst nichts. Darum gibt es auch keine Tarife die Tageszeitabhängig sind. Nicht für normale Haushalte jedenfalls :) Denn wie will man prüfen welche kWh zu welcher Tageszeit "verbraucht" wurde, wenn dies nicht aufgezeichnet wird? Dies machen diese neuen Zähler. Warum das jetzt allerdings so teuer sein muss, ist mir schleierhaft ^^

    Wieso allerdings der Strom z.B. nachts nun billiger sein kann wie tags, entzieht sich meiner Kenntnis. Irgendwie schwachsinnig, da die Kraftwerke eh alle durchlaufen müssen. Derartige Turbinen kann man nicht mal eben Ein- bzw. Ausschalten. Auch ist für diese Erfassung keine Echtzeitübermittlung notwendig.


    2. Rückgewinnung:
    Die Zähler geben Auskunft darüber wie viel Energie derzeit verbraucht wird. In Echtzeit, von allen Haushalten mit solchen Zählern. Puffersysteme können so entsprechen hinzu geschaltet oder geladen werden. Gab da mal eine Aussage in denen E-Autos als so ein Puffer herhalten können. Wenn eine Verbrauchsspitze auftritt, könnte der Akku eines solchen E-Autos als Energielieferant her halten.

    Hierbei geht es vor allem auch um zukünftige Technologien.

    Aber warum nun jeder Haushalt unbedingt solche Zählersystem benötigt entzieht sich ebenfalls meiner Kenntnis :) Denn es macht kein Sinn einen solchen Zähler zu montieren, wenn das Haus nicht über entsprechende Möglichkeiten verfügt.


    Es versteht wohl niemand so recht, wo da für den Kunden nun eine Kosteneinsparung zu Stande kommen soll. Aber wie soll man denn den Kunden die neuen teuren Zähler sonst verkaufen ;)

  5. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: Pinguin 27.11.13 - 19:25

    Man sollte sich mal genauer mit der Thematik beschäftigen:
    Smart Meetering und Smart Home stehen in engem Zusammenhang.
    Sicher macht das ganze nur Sinn, wenn man auch billigeren Strom durch die Energieerzeuger dann zur Verfügung gestell bekommt, wenn diese ihn im Überfluss haben (d. h. einen konstanten Preis über den Tag hinweg sollte es dann nicht mehr geben). Geräte im Haushalt (z. B. Aufladen des Autos, Startsignal für Waschmaschine, Spülmaschine, .....) könnten dann diesen billigeren Strom nutzen.

  6. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: kazhar 27.11.13 - 19:40

    die Grund-Idee ist recht einfach und _eigentlich_ auch logisch:

    man "erzieht" den Verbraucher durch hohe Preise bei Spitzenlast und niedrige Preise in der Nacht, seinen Energiebedarf gleichmäßig über den Tag/über die Woche zu verteilen. Dadurch werden Verbrauchsspitzen kleiner und im Gegenzug steigt der "Mindestverbrauch" an.
    Das hat 2 Vorteile: die Regelreserve (also das ungenutzte Potential von auf Halbmast dahinnudelnder Kraftwerke) kann kleiner werden und die Grundlastkraftwerke laufen auch am Montag um 3 in der Früh halbwegs wirtschaftlich.

  7. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: non_sense 27.11.13 - 20:16

    tingelchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Insgesamt zwei Faktoren:
    >
    > 1. Tageszeiten:
    > Was machen die aktuellen Zähler? Die Zählen die KWh. Stur, einfach. Sonst
    > nichts. Darum gibt es auch keine Tarife die Tageszeitabhängig sind.
    Doch, die gibt bzw. gab es ;)
    Informiere dich z.B. mal, was Nachtspeicherheizungen sind.

    tingelchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso allerdings der Strom z.B. nachts nun billiger sein kann wie tags,
    > entzieht sich meiner Kenntnis. Irgendwie schwachsinnig, da die Kraftwerke
    > eh alle durchlaufen müssen. Derartige Turbinen kann man nicht mal eben Ein-
    > bzw. Ausschalten. Auch ist für diese Erfassung keine Echtzeitübermittlung
    > notwendig.
    Ganz einfach: Nachts wird weniger Strom verbraucht, als Tagsüber, und wie du schon richtig sagst, fahren die Kraftwerke auch Nachts auf Hochtouren, und produzieren im Grunde zu viel Strom. Also wird der Strom in der Nacht günstiger angeboten. In der Nacht merkt man auch oft, dass die Spannung um ein paar Volt höher liegt, als Tagsüber.

    tingelchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber warum nun jeder Haushalt unbedingt solche Zählersystem benötigt
    > entzieht sich ebenfalls meiner Kenntnis :) Denn es macht kein Sinn einen
    > solchen Zähler zu montieren, wenn das Haus nicht über entsprechende
    > Möglichkeiten verfügt.
    >
    > Es versteht wohl niemand so recht, wo da für den Kunden nun eine
    > Kosteneinsparung zu Stande kommen soll. Aber wie soll man denn den Kunden
    > die neuen teuren Zähler sonst verkaufen ;)

    Es würde schon Sinn machen, aber nur bei Neubauten, wo eh ein Zähler eingebaut werden muss. Bei bestehenden Häusern lohnt es sich nur bedingt, weil die Anschaffungskosten sich erst mal amortisieren müssten.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 27.11.13 20:17 durch non_sense.

  8. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: caso 27.11.13 - 20:20

    tingelchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso allerdings der Strom z.B. nachts nun billiger sein kann wie tags,
    > entzieht sich meiner Kenntnis. Irgendwie schwachsinnig, da die Kraftwerke
    > eh alle durchlaufen müssen. Derartige Turbinen kann man nicht mal eben Ein-
    > bzw. Ausschalten. Auch ist für diese Erfassung keine Echtzeitübermittlung
    > notwendig.


    Nachts ist der Strom billiger weil er dann kaum verbraucht wird. Angebot und Nachfrage!

  9. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: Eheran 27.11.13 - 20:30

    >2. Rückgewinnung:
    >Die Zähler geben Auskunft darüber wie viel Energie derzeit verbraucht wird. In Echtzeit, von allen Haushalten mit solchen Zählern.
    In Echtzeit merken es die Stromproduzenten sowieso, weil der Strom in dem Moment gebraucht wird, in dem der Zähler es auch misst. Das kann daher kein Argument sein.
    Genau genommen ist das sogar noch "Echtzeitiger", weil die IT dazwischen entfällt.

  10. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: /mecki78 27.11.13 - 21:33

    Pinguin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sicher macht das ganze nur Sinn, wenn man auch billigeren Strom durch die
    > Energieerzeuger dann zur Verfügung gestell bekommt, wenn diese ihn im
    > Überfluss haben (d. h. einen konstanten Preis über den Tag hinweg sollte es
    > dann nicht mehr geben).

    Also genau das System, von dem wir bei den Tankstellen gerade mit aller Gewalt weg wollen (Preise, die sich stündlich, wenn nicht sogar noch öfters ändern), weil am Ende der Kunde dabei nur drauf zahlt. Die meisten Autofahrer währen froh wenn sich Preise nicht ständig ändern würden. Ein verlässlicher Preis (z.B. einer, der sich nur einmal pro Tag ändert) wäre den meisten Autofahrer viel lieber als der Super Schnäppchenpreis, der leider aber gerade wieder vorbei ist, bis man es geschafft hat zur Tankstelle zu fahren. Denn der beste Preis nützt einen nichts, wenn man ihn nicht dann bekommt, dann wenn man ihn gerade braucht.

    > Geräte im Haushalt (z. B. Aufladen des Autos,
    > Startsignal für Waschmaschine, Spülmaschine, .....) könnten dann diesen
    > billigeren Strom nutzen.

    Genau, Hauptsache ich bekommen billigen Strom, ist ja egal ob ich überhaupt dreckige Wäsche zum waschen oder Geschirr zum spülen habe. Nein, ich horte das Geschirr einfach bis der Strom günstiger wird, wenn es sein muss 3 Wochen, nur um meinen Strom dann einen halben Cent billiger zu bekommen. Und gewaschen wird notfalls auch nur ein paar Socken, rentiert sich auf jeden Fall und scheiß auf die anderen Umweltfaktoren (wie z.B. nicht unnötig Reinigungsmittel in die Umwelt fließen lassen, usw.)

    /Mecki

  11. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: /mecki78 27.11.13 - 21:40

    kazhar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > man "erzieht" den Verbraucher durch hohe Preise bei Spitzenlast und
    > niedrige Preise in der Nacht, seinen Energiebedarf gleichmäßig über den
    > Tag/über die Woche zu verteilen.

    Ja, das nennt sich zwei Tarif Strom. Den hatten meine Großeltern schon. Das ist weder neu noch hat man dafür bisher "intelligente Zähler" gebraucht, dafür gab und gibt es Zwei-Tarif-Zähler. Das führt aber nicht zu einem geringeren Stromverbrauch, sondern nur zu einer Umverteilung.

    Was hier aber übersehen wird: Bis auf Kinder, Rentner und arbeitslose sind die meisten Leute Tagsüber in der Arbeit. Die Zeiten wo der Mann arbeiten ging und die Frau den ganzen Tag daheim sitzt ist auch für die meisten Familien in Deutschland schon lange vorbei. Und Leute die Tagsüber in der Arbeit sind, werden daheim auch nicht groß Strom verbrauchen. Zumindest ich lasse bis auf den Kühlschrank keinerlei elektrische Geräte laufen, wenn ich nicht daheim bin (schon alleine aus Angst, da könnte was passieren und am Ende steht du Bude unter Wasser oder fackelt ab).

    Und natürlich wird in der Arbeit auch jede Menge Strom verbraten, aber deswegen können die Firmen schlecht ihre Arbeitszeiten in die Nacht verlegen, oder?

    Überhaupt, ist euch und den Politikern überhaupt klar, dass alle Privathaushalte in Dtl. nur für 25% des gesamten Stromverbrauches in Dtl. verantwortlich sind? Oder anders formuliert: 75% des Verbrauches kommt nicht von Privathaushalten, sondern hauptsächlich von Gewerbe und Industrie und deren Verbrauch lässt sich auch durch noch so intelligente Zähler nicht einfach beliebig zeitlich verschieben. Hat da schon mal jemand dran gedacht?

    /Mecki

  12. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: violator 27.11.13 - 21:53

    kazhar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > man "erzieht" den Verbraucher durch hohe Preise bei Spitzenlast und
    > niedrige Preise in der Nacht, seinen Energiebedarf gleichmäßig über den
    > Tag/über die Woche zu verteilen

    Was für tolle Strombedürfnisse hat man eigentlich nachts, bzw. was soll ich denn nach nachts auslagern? Normalerweise schlafe ich da.

  13. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: Peter Brülls 27.11.13 - 21:55

    kazhar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > die Grund-Idee ist recht einfach und _eigentlich_ auch logisch:
    >
    > man "erzieht" den Verbraucher durch hohe Preise bei Spitzenlast und
    > niedrige Preise in der Nacht, seinen Energiebedarf gleichmäßig über den
    > Tag/über die Woche zu verteilen.…
    > und die> Grundlastkraftwerke laufen auch am Montag um 3 in der Früh halbwegs
    > wirtschaftlich.


    Und jetzt Butte bei die Fische: Welche Energieintensiven Tätigkeiten würdest Du, ganz konkret Du, um Montag 3 Uhr machen, wenn es Dir ein paar Euro spart?

    Mediennutzung? TV, Audio, IT? (25%)
    Kochen? (10%)
    Baden und Duschen mit warmen Wasser? (15%)
    Waschen, Trocknen, Spülen? (12,5%)

    Ist doch Tinnef, macht kein Mensch.

    Der Stromverbrauch wird durch den Lebensrhythmus vorgegeben und der ist für die Mehrheit fremdbestimmt.

    Duschen, kochen, das findet im Einklang mit dem Rest statt. Kühlgeräte benötigen eine eher konstante Temperatur. Wäsche kann auch nur in einigen Zeitfenstern stattfinden, insbesondere wenn man Strom spart und keinen Trockner benutzt. Ganz zu schweigen davon, dass in einem Mehrparteienhaus wummernde Waschmaschinen um drei Uhr morgens eher weniger auf Gegenliebe stossen.

  14. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: /mecki78 27.11.13 - 22:01

    tingelchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Darum gibt es auch keine Tarife die Tageszeitabhängig sind.

    Natürlich gibt es die. Schon meine Großeltern hatten "Nachtstrom". Das nennt sich auch Zwei-Tarif-Strom (such mal bei Google danach) und entsprechend braucht man für den einen Zwei-Tarif-Zähler. Und dies Zähler waren nicht digital und auch nicht intelligent. Einen Zähler, der je nach Tageszeit ein anderes Zählwerk laufen lässt, den kannst du ganz einfach mit analogen Elektrokomponenten bauen.

    Sieht dann so aus:
    http://@#$%&/la4wu9a

    HT steht für "Hochtarif" und NT für "Niedertarif":

    http://www.strompreise.net/nachtstrom-und-htnt-stromzaehler

    > Nicht für normale Haushalte jedenfalls

    Aha, dann hatten also meine Großeltern einen "abnormalen" Haushalt, oder wie?

    Natürlich gab es den für normale Haushalte. Das der heute aus der Mode gekommen ist, da kann ich nichts dafür, aber es gab mal eine Zeit, da waren die meisten Deutschen ganz scharf da drauf.

    Ich glaube das Problem kam mit der Öffnung des Strommarktes. Dieses System funktioniert nur, wenn den Strom von deinen Lokalanbieter beziehst (also Stadtwerke vor Ort). Beziehst du den Strom von einem Anbieter am andere Ende von Deutschland, dann geht das nicht mehr, daher bietet das keiner mehr an. Außerdem war Nachtstorm bis 2007 steuerlich begünstigt; auch das hat man abgeschafft.
    Guckst du hier:
    http://www.stromseite.de/nachtspeicherstrom/

    /Mecki

  15. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: /mecki78 27.11.13 - 22:19

    Peter Brülls schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Stromverbrauch wird durch den Lebensrhythmus vorgegeben
    > und der ist für die Mehrheit fremdbestimmt.

    Der höchste Stromverbrauch liegt sowieso dann vor, wenn die meisten Menschen in der Arbeit sind und daher kaum großartig daheim Strom verbrauchen. Ich meine, welche Geräte lässt du großartig daheim laufen, während du in der Arbeit bist? Mal abgesehen von deinem Kühlschrank/Gefrierschrank, die natürlich immer laufen und immer Strom brauchen um die Kühlung aufrecht zu erhalten. Und die Arbeitgeber können ja ihre Geschäftszeiten schlecht in die Nacht verlegen.

    Auch haben die meisten Menschen nur noch A, A+, A++ oder sogar A+++ Geräte daheim. D.h. diese Geräte verbrauchen heute sowieso schon so viel weniger Strom als noch vor 10 Jahren und je weniger sie verbrauchen, desto irrelevanter ist es wann diese Geräte den Strom verbrauchen. Heute läuft mein Stromzähler bei zig eingeschalteten Geräten langsamer als noch bei 10 Jahren wenn ich nur ein paar Glühlampen an hatte und sonst gar nichts.

    Erinnerst du dich noch an "Oh mein Gott! Fernseher bloß nicht in StandBy laufen lassen! Auf jeden Fall immer ganz ausschalten". Ja klar, StandBy muss wirklich nicht sein. Aber diese StandBy Hysterie stammt noch aus der Zeit als Fernseher im StandyBy 2-4 Watt verbraucht haben. Das heutige Fernseher nicht mal mehr 0,2 Watt verbrauchen, Samsung Geräte typischer Weise z.B. nur 0,06 Watt, das ist an der Gesellschaft spurlos vorbei gezogen. Heute brauchen ca. 20 Geräte im StandBy so viel wie vor 10-15 Jahren ein Fernseher alleine gebraucht hat.

    Und das aller wichtigste wird komplett übersehen: Privathaushalte sind nur 25% des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland verantwortlich. D.h. egal was du da sparst, du könntest im günstigsten Fall 25% des Verbrauchs einsparen (wenn wir alle in die Höhle zurück ziehen) oder verlagern (wenn wir alle zu Nachtmenschen werden). Die anderen 75% werden größtenteils von Gewerbe, Handel und Industrie verbraucht, d.h. das Potential ist hier 3x so groß Strom zu sparen oder den Stromverbrauch auf eine andere Tageszeit zu schieben. Wenn das überhaupt geht, denn alles Nachts zu machen ist auch keine Lösung. Warum nicht? Nachts ist es kalt und dunkel. D.h. ggf. brauche ich viel elektrisches Licht und einen Heizstrahler/-lüfter, was absolut kontraproduktiv ist, wenn ich tagsüber Licht und Wärme von der Sonne für Lau bekomme.

    /Mecki

  16. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: Peter Brülls 28.11.13 - 06:54

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Peter Brülls schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Der Stromverbrauch wird durch den Lebensrhythmus vorgegeben
    > > und der ist für die Mehrheit fremdbestimmt.
    >
    > Der höchste Stromverbrauch liegt sowieso dann vor, wenn die meisten
    > Menschen in der Arbeit sind und daher kaum großartig daheim Strom
    > verbrauchen.

    Wie denn das? Weil ein paar Kühlgeräte weiterlaufen? Ne, siehe oben. Die starken Stromverbraucher außer Kühlung sind an definierte Aktionen gebunden, wie TV, Kochen, Duschen.

    > Auch haben die meisten Menschen nur noch A, A+, A++ oder sogar A+++ Geräte
    > daheim.

    Das bezweifle ich, wenn ich mir die Märkte so ansehe. Aber vor allem sind das eben auch keine Sachen, die von anderen Zeiten profitieren. Ob A++++ oder Z---- : Wäsche wird nicht um 3 Uhr gewaschen.


    > Erinnerst du dich noch an "Oh mein Gott! Fernseher bloß nicht in StandBy
    > laufen lassen! Auf jeden Fall immer ganz ausschalten".

    Ja. Momentan nutzen wir das Ding so selten, dass wir da auch wieder hin zurückkönnten, aber als wir es neu hatten, war die Diskussion gottseidank schnell zu Ende als ich vorgerechnet hatte, dass einmal den Heizlüfter anmachen mehr Strom verbraucht als Standby eines Jahres.

  17. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: non_sense 28.11.13 - 08:27

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auch haben die meisten Menschen nur noch A, A+, A++ oder sogar A+++ Geräte
    > daheim. D.h. diese Geräte verbrauchen heute sowieso schon so viel weniger
    > Strom als noch vor 10 Jahren und je weniger sie verbrauchen, desto
    > irrelevanter ist es wann diese Geräte den Strom verbrauchen.

    Diese Energieeffizienzklasse ist ein recht großer Marketing-Gag. Beispiel:
    Ein 42" A+ Fernseher verbraucht mehr Strom, als ein 32" B Fernseher, da nicht der tatsächliche Stromverbrauch zählt, sondern das Verhältnis zwischen Stromverbrauch und Bildschirmgröße, und dieses Verhältnis ist überproportional. Mein 42" Fernseher wurde in die Klasse A+ eingestuft, und der 32" Fernseher von meinen Eltern mit B, dennoch verbraucht mein Fernseher das doppelte an Strom.

    Der Stromverbrauch von Waschmaschinen wird über den Durchschnitt der Programme 40- und 60-Grad-Baumwolle ermittelt. Wie viel Strom die Maschine bei anderen Programmen benötigen, spielt überhaupt keine Rolle. Man könnte bei 90 Grad tatsächlich Heizwiderstände einbauen, und das würde keinen Einfluss auf die Klasse nehmen.

    Auch bei Kühlschränken ist dies der Fall. Ein größerer Kühlschrank darf deutlich mehr Strom verbrauchen, als ein kleinerer. Aus diesem Grund werden doch zum Großteil nur noch größere Kühlschränke in den Elektromärkten angeboten, weil kleinere Kühlschränke kaum über die Klasse B schaffen, und wer will denn schon ein kleinen Klasse B Kühlschrank, wenn ein großer Kühlschrank mit Icecrusher, Gefrierfach, etc. Klasse A++ besitzt?

    Es ist zwar schon richtig, dass die heutigen Geräte weniger Strom verbrauchen, aber man sollte den tatsächlichen Stromverbrauch prüfen, und sich nicht von der Klasse täuschen lassen.

  18. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: THoMM 28.11.13 - 09:42

    An 95% der Poster hier: *daumenhoch

    Nachts Waschmaschinen ... bei Straßenlaternen in der Nacht spricht man hier von Lichtverschmutzung ...
    Bei den Waschmaschinen spräche ich von Lärmverschmutzung.

    Lasst uns noch einen Weg finden, unsere Meinungsbildung hier den politischen Stellen zukommen zu lassen und die Demokratie ausleben.
    Doch genau DARAN wird es wohl wieder scheitern :-/
    Es sollte doch endlich mal jemand diese Non-Plus-Ultra - Software entwickeln: Befinden wir uns in einer Informationsgesellschaft oder noch in der Steinzeit?

  19. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: 0xDEADC0DE 28.11.13 - 09:56

    non_sense schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Doch, die gibt bzw. gab es ;)
    > Informiere dich z.B. mal, was Nachtspeicherheizungen sind.

    Informiere du dich lieber mal, was dazu der aktuelle politische Stand ist.

    > Ganz einfach: Nachts wird weniger Strom verbraucht, als Tagsüber, und wie
    > du schon richtig sagst, fahren die Kraftwerke auch Nachts auf Hochtouren,
    > und produzieren im Grunde zu viel Strom. Also wird der Strom in der Nacht
    > günstiger angeboten. In der Nacht merkt man auch oft, dass die Spannung um
    > ein paar Volt höher liegt, als Tagsüber.

    So trivial ist das nicht, die Kraftwerke können nicht abgeschaltet, aber geziehlt gedrosselt werden. Oder es wird Strom über andere Strecken geleitet und z. B. für Pumpspeicher verwendet, ins Ausland exportiert, etc.

    > Es würde schon Sinn machen, aber nur bei Neubauten, wo eh ein Zähler
    > eingebaut werden muss. Bei bestehenden Häusern lohnt es sich nur bedingt,
    > weil die Anschaffungskosten sich erst mal amortisieren müssten.

    Da armortisiert sich gar nichts. Schon aus versicherungstechnischen Gründen nicht. Wer Waschmaschine, Wäschetrockner & Co. nachts unbeaufsichtigt benutzt und dann einen Brandschaden hat, bekommt keinen Cent von seiner Versicherung. So viele Geräte gibt es sonst nicht, die man nachts betreiben könnte und die beiden genannten fallen eigentlich auch weg, da sie oft zu Ruhestörung bzw Lärmbelästigung führen.

  20. Re: Ich kapier es nicht

    Autor: non_sense 28.11.13 - 10:04

    0xDEADC0DE schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Informiere du dich lieber mal, was dazu der aktuelle politische Stand ist.
    Wie wärs, wenn du mal meinen Beitrag richtig lesen würdest O_o
    Am besten auch noch die Stellen, die ich zitiert habe ...

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