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Wie kommt man an solche Aufträge?

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  1. Wie kommt man an solche Aufträge?

    Autor: OeffOeff 03.07.20 - 11:42

    Geht das nur über Lobby-Arbeit und Beziehungen?
    So einen Goldesel könnte unsere Firma gerade auch gebrauchen...

  2. Re: Wie kommt man an solche Aufträge?

    Autor: Oktavian 03.07.20 - 11:55

    > Geht das nur über Lobby-Arbeit und Beziehungen?

    Ganz normal über Ausschreibungen. Wir haben auch einige Projekte bei Public, hatten wir in meiner vorletzten Firma auch.

    Die Ausschreibungen sind öffentlich, es gibt ein Portal, bei dem man sie einsehen kann. Sollte Euer Vertriebler kennen, wenn er seinen Job versteht.

    > So einen Goldesel könnte unsere Firma gerade auch gebrauchen...

    Erst mal musst Du eine gewisse Größe haben. Public schreibt, weil die Ausschreibungsverfahren so umfangreich sind, keine einzelnen Projekte oder Beratungsaufträge aus, sondern meist ganze Kontingente und Lose.

    Dann sind die Tagessätze bei Public auch nicht höher als woanders, eher etwas knapper. Wer bei Public 2000 EUR Tagessatz bekommt, bekommt die auch in jedem anderen Unternehmen. Public gilt zudem als schwieriges Arbeitsumfeld, da geht man als Berater nicht so gerne hin. Mich müsste mein Chef da auch schon unter Androhung arbeitsvertraglicher Konsequenzen dazu motivieren.

  3. Re: Wie kommt man an solche Aufträge?

    Autor: theFiend 03.07.20 - 12:01

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Erst mal musst Du eine gewisse Größe haben. Public schreibt, weil die
    > Ausschreibungsverfahren so umfangreich sind, keine einzelnen Projekte oder
    > Beratungsaufträge aus, sondern meist ganze Kontingente und Lose.

    Ist nicht pauschal, aber oft richtig. Es gibt auch viele Ausschreibungen die man als Einzelunternehmer wahrnehmen kann. Allerdings muss einem bewusst sein, das man allein in die Ausschreibung schon SEHR viel Zeit stecken muss, und es oft sinnlos ist, wenn man nicht bereits vorher Kontakte hergestellt hat.

    Aber je spezieller das Fachwissen ist das angefragt wird, desto kleiner kann in der Regel auch die Firma sein die das macht...

  4. Re: Wie kommt man an solche Aufträge?

    Autor: Oktavian 03.07.20 - 12:06

    > Ist nicht pauschal, aber oft richtig. Es gibt auch viele Ausschreibungen
    > die man als Einzelunternehmer wahrnehmen kann. Allerdings muss einem
    > bewusst sein, das man allein in die Ausschreibung schon SEHR viel Zeit
    > stecken muss, und es oft sinnlos ist, wenn man nicht bereits vorher
    > Kontakte hergestellt hat.

    Das stimmt, und das weiß auch die Auftraggeberseite. Natürlich werden Spezialitäten auch mal einzeln ausgeschrieben, aber meist ist denen das zu aufwendig.

    Dann fragt man einen der bekannten Dienstleister mit großen Kontingenten, ob er das leisten kann, und wenn nicht, ob er einen Kleinen, ggf. einen Freelancer als Subunternehmer reinnehmen kann.

    Mein AG hat dafür eine eigene Tochterfirma, die nur für solche Durchreichegeschäft agiert. Die verdient ein wenig daran, es ist aber für alle Seiten weniger Aufwand. Der Auftraggeber muss nicht extra eine Ausschreibung machen mit allem Drum und Dran. Der Freelancer muss nicht diese ganze Ausschreibung bedienen, was oft mehr Aufwand ist, als er am Ende daran verdient. Und bei uns bleiben ein paar Cent hängen.

  5. Re: Wie kommt man an solche Aufträge?

    Autor: dit 03.07.20 - 12:11

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Geht das nur über Lobby-Arbeit und Beziehungen?
    >
    > Ganz normal über Ausschreibungen. Wir haben auch einige Projekte bei
    > Public, hatten wir in meiner vorletzten Firma auch.
    >

    Ja genau, "ganz normal über Ausschreibungen". Süß.

    Bis zur gewissen Summen, kann z.B. eine Kommune Aufträge ohne Ausschreibung vergeben. Ich habe selbst so ein "Berater"-Auftrag bekommen, weil ich Paar Leute im Stadtrat halt kenne... Geht ganz einfach.

    Bei einer Ausschreibung, wenn man Beziehungen hat, funktioniert es so. Wenn man z.B. als SW-Firma richtige Beziehungen hat, erfährt man rechtzeitig, dass der Auftraggeber sagen wir mal in 12 Monaten eine Ausschreibung machen wird. So werden schon gewisse Dinge im Vorfeld, auf Risiko natürlich "vorbereitet". Später in der Ausschreibung ist man natürlich billiger und schneller als die Konkurrenz, weil man "Hauseigenen Framework einsetzen würde". Die Vorfeldaufwände werden dann durch einen "Supportvertrag" wieder reingeholt.

    "Ganz normal über eine Ausschreibung" Oh man...

  6. Re: Wie kommt man an solche Aufträge?

    Autor: Puschie 03.07.20 - 12:12

    Kann bestätigen das das oft Augenwischerei ist - da werden die Kosten bei den Ausschreibungen so gedrückt das man der günstigste Anbieter ist und im Nachhinein wird dann nicht die geforderte Leistung der Ausschreibung erbracht. Die kommt dann über folge Aufträge und zieht sich Jahre lang bis dann die gewünschten Ergebnisse (oder die rechtlich minimalsten Anforderungen) erfüllt. Das ist richtiger wilder Westen wenn man die Zusagen für Ausschreibungen haben will - wir stehen meiste Jahre vorher schon bei Behörden im persönlichen Kontakt um dann Vorbereitungen für die zukünftigen Ausschreibungen machen zu können.

    Aber selbst die Zuständigen wissen das, da wird sich über Vorgesetzten und anderes ( wie rechtliche Bedingen ) reingequetscht oder andere ausgestochen - bis die in paar Jahren merken das das alles nicht so funktioniert wie in der Orginal Ausschreibung ist das Geld schon weg ;) Von größeren Konsequenzen hab ich persönlich noch nicht gehört

  7. Re: Wie kommt man an solche Aufträge?

    Autor: Oktavian 03.07.20 - 12:18

    > Ja genau, "ganz normal über Ausschreibungen". Süß.

    Naja, ich arbeite bei einem etwas größeren Dienstleist, da sind das ganz normale Ausschreibungen.

    > Bis zur gewissen Summen, kann z.B. eine Kommune Aufträge ohne Ausschreibung
    > vergeben. Ich habe selbst so ein "Berater"-Auftrag bekommen, weil ich Paar
    > Leute im Stadtrat halt kenne... Geht ganz einfach.

    Das muss dann aber wirklich Kleinkram sein. Seit dem 1.1.20 müssen alle öffentlichen Dienstleistungsaufträge über 214.000 EUR europaweit ausgeschrieben werden. Obere Bundesbehörden schon ab 139.000 EUR.

    Wenn man mal mitbekommen hat, welch irrer Aufwand eine solche Ausschreibung macht, ist schon sinnvoll, dass man 30.000 EUR-Aufträge nicht ausschreibt.

    > Bei einer Ausschreibung, wenn man Beziehungen hat, funktioniert es so. Wenn
    > man z.B. als SW-Firma richtige Beziehungen hat, erfährt man rechtzeitig,
    > dass der Auftraggeber sagen wir mal in 12 Monaten eine Ausschreibung machen
    > wird. So werden schon gewisse Dinge im Vorfeld, auf Risiko natürlich
    > "vorbereitet".

    Das ist natürlich richtig. Den Vorteil hat man schon, wenn man halt "drin" ist, schon einen Auftrag hat, Leute kennt. Und natürlich findet man auch immer mal wieder Ausschreibungen, wo man zwischen den Zeilen lesen kann, wer den Auftrag bekommen soll.

    Das ist als Dienstleister auch okay, dann beteiligt man sich halt nicht, leben und leben lassen. Wenn die kungeln wollen, kommt man eh nicht dazwischen. Es gibt genug Auftrag für alle. Als Stadt darf man es nur nicht übertreiben.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.07.20 12:21 durch Oktavian.

  8. Re: Wie kommt man an solche Aufträge?

    Autor: theFiend 03.07.20 - 12:51

    dit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Bis zur gewissen Summen, kann z.B. eine Kommune Aufträge ohne Ausschreibung
    > vergeben. Ich habe selbst so ein "Berater"-Auftrag bekommen, weil ich Paar
    > Leute im Stadtrat halt kenne... Geht ganz einfach.

    Das ist dann immer "nett" für ein Einzelunternehmen, aber halt in Summe keine großen Beträge.

    > Bei einer Ausschreibung, wenn man Beziehungen hat, funktioniert es so. Wenn
    > man z.B. als SW-Firma richtige Beziehungen hat, erfährt man rechtzeitig,
    > dass der Auftraggeber sagen wir mal in 12 Monaten eine Ausschreibung machen
    > wird.

    Beziehungen gehören natürlich auch dazu. Je spezieller die Ausschreibung ist, desto mehr Recherche ist auch im Vorfeld nötig. Natürlich wird man dann auch im Vorfeld mal nach was gefragt und erfährt so davon, oder eine Lösung muss vorher aufwändig geprüft werden. Das lässt sich in Ausschreibungen oft garnicht abbilden. Ganz oft müssen auch Dinge ausgechrieben werden, wovon der Ausschreibende konkret überhaupt keine Ahnung hat, weil ihm einfahch das knowhow fehlt. Auch dann muss ja vorher irgendwie schon festgelegt werden was wie wo und warum zu leisten ist.

    > So werden schon gewisse Dinge im Vorfeld, auf Risiko natürlich
    > "vorbereitet". Später in der Ausschreibung ist man natürlich billiger und
    > schneller als die Konkurrenz, weil man "Hauseigenen Framework einsetzen
    > würde". Die Vorfeldaufwände werden dann durch einen "Supportvertrag" wieder
    > reingeholt.

    Wie oben beschrieben. Natürlich hat man bei der Ausschreibung dann auch einen Vorteil, weil man eben schon sehr konkret weiss was der Kunde eigentlich will. Unser Vergaberecht ist super kompliziert, da lassen sich leider bestimmte Dinge garnicht abbilden. Entsprechend ist jeder im Vorteil, der sich mit dem Kunden und seinem Anliegen im vorfeld schon beschäftigt hat. Das findet natürlich auf eigenes Risiko statt. Supportverträge sind eigentlich fast immer üblich, der Dienstleister soll ja noch länger für Nachfragen ect. verfügbar sein.

    > "Ganz normal über eine Ausschreibung" Oh man...

    Das erscheint von Aussen alles gerne mal komisch, ist aber alles weniger "selbstbedienungsmäßig" als man so meint.

  9. Re: Wie kommt man an solche Aufträge?

    Autor: ElMario 04.07.20 - 21:33

    dit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oktavian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > > Geht das nur über Lobby-Arbeit und Beziehungen?
    > >
    > > Ganz normal über Ausschreibungen. Wir haben auch einige Projekte bei
    > > Public, hatten wir in meiner vorletzten Firma auch.
    > >
    >
    > Ja genau, "ganz normal über Ausschreibungen". Süß.
    >
    > Bis zur gewissen Summen, kann z.B. eine Kommune Aufträge ohne Ausschreibung
    > vergeben. Ich habe selbst so ein "Berater"-Auftrag bekommen, weil ich Paar
    > Leute im Stadtrat halt kenne... Geht ganz einfach.
    >
    > Bei einer Ausschreibung, wenn man Beziehungen hat, funktioniert es so. Wenn
    > man z.B. als SW-Firma richtige Beziehungen hat, erfährt man rechtzeitig,
    > dass der Auftraggeber sagen wir mal in 12 Monaten eine Ausschreibung machen
    > wird. So werden schon gewisse Dinge im Vorfeld, auf Risiko natürlich
    > "vorbereitet". Später in der Ausschreibung ist man natürlich billiger und
    > schneller als die Konkurrenz, weil man "Hauseigenen Framework einsetzen
    > würde". Die Vorfeldaufwände werden dann durch einen "Supportvertrag" wieder
    > reingeholt.
    >
    > "Ganz normal über eine Ausschreibung" Oh man...


    Schön das Leute auch mal ehrlich aus Ihrem Umfeld schreiben.
    Kann das alles 1:1 bestätigen.

  10. Re: Wie kommt man an solche Aufträge?

    Autor: bitshift 05.07.20 - 04:59

    Leider bekommen das zu wenige mit. Den erlaubt sind solche Mauscheleien eigentlich nicht. Auch wenn sich viele für clever halten, wenn eine Ausschreibung so geschustert ist, dass sich im Grunde nur noch eine Firma darauf bewerben kann: https://rp.baden-wuerttemberg.de/Themen/Wirtschaft/Seiten/Vergaberecht.aspx

    Solche Mauscheleien sollten deutlich öfter von Wettbewerbern gemeldet werden, Beispiel BW: https://rp.baden-wuerttemberg.de/rpk/Abt1/Ref11/Seiten/Vergabesperren.aspx

    Und ja, die sind clever genug mal nachzufragen warum eigentlich genau Partnerstatus X oder Produkteigenschaft Y gefordert wird und ob der Ausschreibende eigentlich weiß was das so ist.

    Es ist übrigens auch unlauter, wenn überteuerter Scheiß eingekauft wird. Bei nem' Bürgermeister anrufen und mal kostenlos beraten was es an Alternativen gibt und ob er eigentlich weiß was da so abläuft wenn es "riecht" kann auch nicht schaden. Ich habe langsam eine Allergie gegen diese Art der Korruption - nichts anderes ist das.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.07.20 04:59 durch bitshift.

  11. Re: Wie kommt man an solche Aufträge?

    Autor: Backbone 05.07.20 - 15:08

    Man darf davon ausgehen das bei 90% aller IT-Ausschreibungen, in diesem Sektor kenn ich mich aus über andere kann ich nix sagen, vorher klar ist wer den Zuschlag bekommen wird bzw. welches Produkt es werden wird. Genau aus diesem Grund sind übrigens die guten Vertriebler auch so gut bezahlt. :)
    Wer als Firma fragt wie das geht muss sich dringend um seine Vertriebsorganisation kümmern.

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