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nur 100m? Auf die Entfernung kann man auch kabelgebundene Tastaturen abhören

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  1. nur 100m? Auf die Entfernung kann man auch kabelgebundene Tastaturen abhören

    Autor: Poison Nuke 28.07.16 - 08:11

    das wissen vermutlich die wenigsten, aber BND und Bundeswehr sind z.B. in der Lage, Tastaturen MIT KABEL auf bis zu 100m abzuhören.

    Ja richtig gelesen, Tastaturen die per Kabel angeschlossen sind.

    Wie sollte das möglich sein? Ganz einfach: die Tastatur besteht meist nur aus einem Plastik-Gehäuse und einer gedruckten Leiterbahn, die die Tastendrücke erkennt. Und diese Leiterbahnen verhalten sich nicht anders wie eine Antenne.

    Hab das Experiment in meiner Zeit bei der ELOKA (elektronischer Kampf) selbst mal bei einem Bürogebäude zum Spaß durchgeführt und war überrascht wie ich ein paar Häuser weiter stehend recht einfach bei allen Rechnern mitlesen konnte, was geschrieben wird.


    Ok einfach ist vllt übertrieben, das Equipment dafür ist teurer als 90¤, weil man Breitband-Richtantennen braucht, die gleichzeitig mehrere Frequenzen abhören können, denn jeder Tastenanschlag auf einer anderen Frequenz einen Impuls verschickt aufgrund der Leiterbahnlänge.

    Greetz

    Poison Nuke

  2. Re: nur 100m? Auf die Entfernung kann man auch kabelgebundene Tastaturen abhören

    Autor: RienSte 28.07.16 - 08:25

    Sollte das Verfahren wirklich so funktionieren (was trotz Militärtechnik schwer vorstellbar ist, bei den minimalen Leistungen die in einem Keyboard emittiert werden), dann möchte ich mal einhaken:

    Wenn die Leiterbahnlänge einen Einfluss hat (was ja logisch wäre), wie stellt man sicher, um welches Produkt es sich handelt? Ich nehme mal an, dass hier abhängig vom Hersteller bzw. sogar innerhalb eines Herstellers, je nach Produkt, unterschiedliche Boardlayouts existieren mit demnach unterschiedlichen Bahnlängen zu den Tasten.

    Das heißt, um die empfangene Frequenz einer Taste zuzuordnen, müsste man exakt wissen, welches Keyboard verwendet wurde.

    Oder vergesse ich was?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.07.16 08:29 durch RienSte.

  3. Re: nur 100m? Auf die Entfernung kann man auch kabelgebundene Tastaturen abhören

    Autor: Poison Nuke 28.07.16 - 08:33

    so viele unterschiedliche Layouts gibt es gar nicht, warum sollten die Hersteller das Rad immer neu erfinden.
    Zum anderen ist das ganze nur ein simples Zuordnungsproblem. Du erkennst z.B. immer die Leertaste und die Entertaste aufgrund ihrer regelmäßigen Verwendung recht deutlich.

    Damit erkennt man die Wörter an sich. Durch eine einfache Wörterbuchattacken ist das dann auch innerhalb kurzer Zeit gelöst. Zudem man das ja nicht live machen muss. Es reicht einfach eine Weile aufzuzeichnen und dann im Nachhinein zu entschlüsseln, abhängig davon was für Informationen man abgreifen will.

  4. Re: nur 100m? Auf die Entfernung kann man auch kabelgebundene Tastaturen abhören

    Autor: RienSte 28.07.16 - 08:37

    Klingt verständlich. Also basiert die Entschlüsselung auch gewissermaßen auf Mustererkennung und gewissen logischen Voraussetzungen. Interessantes Thema. Danke!

  5. Re: nur 100m? Auf die Entfernung kann man auch kabelgebundene Tastaturen abhören

    Autor: serra.avatar 28.07.16 - 08:43

    Das Prinzip ist unter den Begriff "Van-Eck-Phreaking" bekannt; bei der NSA unter TEMPEST ...

    funktioniert mit und ohne Kabel! Monitore Mäuse Tastaturen usw. ... jedes Datenkabel funkt als Antenne außer du schirmst mehrfach inkl. Kupfermesh Tapeten und Glas aus
    Aluminiumoxynitrid gegen solch einen farradaischen Käfig hast dann keine Chance mehr ...





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    Gott vergibt, ich nicht!



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.07.16 08:46 durch serra.avatar.

  6. Re: nur 100m? Auf die Entfernung kann man auch kabelgebundene Tastaturen abhören

    Autor: chefin 28.07.16 - 09:24

    Naja, es geht aber auch nur, wenn lediglich eine Tastatur aktiv ist. In einem Bürohochhaus sind das aber viele. Und jede sendet auf der selben Frequenz, je nach Taste und Modell. Wobei in Firmen tendenziell gleiche Hardware benutzt wird.

    Ausser extrem empfindlichen Empfängern sind also noch viele weitere Voraussetzungen nötig, bis das gelingt. Sowas ist vorstellbar, wenn ich einen Agenten abhören will, der in einem Haus alleine sitzt und ich dort nicht reinkomme.

    Funktastaturen senden aber kooperativ im 2,4GHz Band. Sie warten also bis der Kollege durch ist um selbst zu senden. Da man nur Tastendrücke sendet sind 1000 Tastaturen gleichzeitig denkbar, weil ein Tastendruck senden weniger als 1 µsec dauert. 1 msec also 1000 Tastaturen senden lässt und in jedem Datenpaket steckt die Kennung der tastatur drin, damit der Empfänger weis das sein Herrchen sendet.

    Das ist ein riesiger Unterschied.

  7. Re: nur 100m? Auf die Entfernung kann man auch kabelgebundene Tastaturen abhören

    Autor: Poison Nuke 28.07.16 - 10:09

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Naja, es geht aber auch nur, wenn lediglich eine Tastatur aktiv ist. In
    > einem Bürohochhaus sind das aber viele. Und jede sendet auf der selben
    > Frequenz, je nach Taste und Modell. Wobei in Firmen tendenziell gleiche
    > Hardware benutzt wird.
    >
    > Ausser extrem empfindlichen Empfängern sind also noch viele weitere
    > Voraussetzungen nötig, bis das gelingt. Sowas ist vorstellbar, wenn ich
    > einen Agenten abhören will, der in einem Haus alleine sitzt und ich dort
    > nicht reinkomme.

    ich hab sowas selbst durchgeführt bei einem Bürogebäude mit ungefähr 100 aktiven Arbeitsplätzen. Sicher eine gute Richtantenne ist notwendig. Wenn man diese dann genau auf ein jeweiliges Fenster ausrichtet bekommt man relativ klar identifizierbare Signale aus nur einem Büro. Wenn es nicht gerade ein großes Büro ist mit mehreren dicht beisammen stehenden Tischen, dann ist es gut machbar.

    Und meist sind ja eh Chefs oder Leitungspersonal die ein eigenes Büro haben interessant.

  8. Re: nur 100m? Auf die Entfernung kann man auch kabelgebundene Tastaturen abhören

    Autor: c3rl 28.07.16 - 10:16

    RienSte schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Klingt verständlich. Also basiert die Entschlüsselung auch gewissermaßen
    > auf Mustererkennung und gewissen logischen Voraussetzungen. Interessantes
    > Thema. Danke!

    Ist im Prinzip nichts anderes als das Brechen einer Caesar-Chiffre: https://de.wikipedia.org/wiki/Caesar-Verschl%C3%BCsselung#Entzifferung_und_Sicherheit

  9. Re: nur 100m? Auf die Entfernung kann man auch kabelgebundene Tastaturen abhören

    Autor: most 28.07.16 - 10:39

    Poison Nuke schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und meist sind ja eh Chefs oder Leitungspersonal die ein eigenes Büro haben
    > interessant.

    Sehr interessantes Thema, unglaublich was so alles möglich ist.

    Fürs Büro eines Chefs reicht ggf. einer im Blaumann, Putzeimer, USB-Logger und ggf. ein paar rudimentären Fähigkeiten in Sachen Lockpicking.

  10. Re: nur 100m? Auf die Entfernung kann man auch kabelgebundene Tastaturen abhören

    Autor: amagol 28.07.16 - 22:34

    most schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Fürs Büro eines Chefs reicht ggf. einer im Blaumann, Putzeimer, USB-Logger
    > und ggf. ein paar rudimentären Fähigkeiten in Sachen Lockpicking.

    Ich gehe auch davon aus, das im Bereich (Industrie-)Spionage dieser Angriffsvektor oder der meist unterbezahlte und ueberarbeitete Admin die groesseren Risiken darstellen, als das jemand einen schwarzen Transporter vor der Firmenzentrale parkt.

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