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Wie hätte ich wählen müssen um das zu verhindern?
Autor: koki 21.06.23 - 11:13
Die Frage stelle ich mir in den letzten Jahren immer häufiger aber hier umso mehr, da mir das Thema sehr am Herzen liegt.
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Re: Wie hätte ich wählen müssen um das zu verhindern?
Autor: Zoigl 21.06.23 - 11:32
Ich würde vermuten: die FDP. Wenn es nach der ginge, wären wir alle in der PKV.
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Re: Wie hätte ich wählen müssen um das zu verhindern?
Autor: Dubu 21.06.23 - 11:56
Allerdings ist die FDP ja auch explizit "Digital first, Bedenken second"! (Wahlkampfslogan 2017)
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Re: Wie hätte ich wählen müssen um das zu verhindern?
Autor: pizuzz 21.06.23 - 11:56
Zoigl schrieb:
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> Ich würde vermuten: die FDP. Wenn es nach der ginge, wären wir alle in der
> PKV.
Zusatzpunkt: Die PKVen nehmen an dem Programm gar nicht teil. Was das ganze Forschungsvorhaben bisschen konterkariert, da die GKV-Versicherten natürlich keineswegs repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sind.
Disclaimer: Ich find PKV unsolidarischen Dreck, der gerne verschwinden oder irgendwelche kosmetischen Dinge zusatzversichern darf. Eine GKV ohne Bemessungsgrenzen für alle, dann sinken auch die Beiträge für die allermeisten.
Hintergrund: https://chaosradio.de/cr279-zugriff-auf-gesundheitsdaten
4 mal bearbeitet, zuletzt am 21.06.23 12:00 durch pizuzz. -
Re: Wie hätte ich wählen müssen um das zu verhindern?
Autor: EWCH 21.06.23 - 12:18
> Disclaimer: Ich find PKV unsolidarischen Dreck, der gerne verschwinden oder
> irgendwelche kosmetischen Dinge zusatzversichern darf.
Ich sehe das umgekehrt: die PKV tragen sich selbst ohne die Allgemeinheit zu belasten.
Durch die hoeheren Pauschalen koennen sich Aerzte und Krankenhaeuser teure Geraete erst leisten die dann auch den gesetzlich Versicherten zugute kommen.
Ich muss hingegen die GKV mit meinen Steuern quersubventionieren.
Mir waere eine frei Wahl (nicht gekoppelt an's Einkommen) am liebsten. -
Re: Wie hätte ich wählen müssen um das zu verhindern?
Autor: Termuellinator 21.06.23 - 12:20
Nein, durch die PKV (und die Bemessungsgrenze) dürfen sich eben gerade die Wohlhabenden aus dem Sozialsystem ausklinken. Da hilft es auch nicht, wenn es dann ein paar Praxen mit toller Ausstattung gibt, die aber keine Kassenpatienten annehmen ;)
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Re: Wie hätte ich wählen müssen um das zu verhindern?
Autor: Brainfreeze 21.06.23 - 13:00
Dubu schrieb:
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> Allerdings ist die FDP ja auch explizit "Digital first, Bedenken second"!
> (Wahlkampfslogan 2017)
Ein anderes Zitat von Lindner war auch "Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren". Daran halten sie sich ja auch bereits nicht mehr ;-) -
Re: Wie hätte ich wählen müssen um das zu verhindern?
Autor: 43rtgfj5 21.06.23 - 13:35
Termuellinator schrieb:
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> Nein, durch die PKV (und die Bemessungsgrenze) dürfen sich eben gerade die
> Wohlhabenden aus dem Sozialsystem ausklinken. Da hilft es auch nicht, wenn
> es dann ein paar Praxen mit toller Ausstattung gibt, die aber keine
> Kassenpatienten annehmen ;)
Dennoch finanzieren die Privatversicherten proportional mehr am Gesundheitssystem als die Gesetzlich Versicherten. Würde man alle Privatversicherten in die GKV schmeißen, würde die GKV für alle teurer, es sei denn, man würde die Bemessungsgrenze wegfallen lassen. Das wäre dann natürlich logisch im gleichen Atemzug zu erledigen, sonst wäre es Quatsch.
Aber ist auch egal, die GKV Beiträge werden sowieso steigen, genau so wie die PKV nicht abgeschafft werden wird. Selbst Lauterbach ist Fan der PKV. Ich glaube in der aktuellen Regierung sind nur die Grünen überhaupt offen für Diskussionen zu dem Thema. Aber auch die werden sich das 2x überlegen, wenn sie sich die Parteispenden der Versicherungen anschauen ;)
Ich bin da wirklich gespannt, wie es in Zukunft weitergeht - denn es wird auf jeden Fall teurer werden (müssen), weil wir Gesellschaftlich nicht vorgesorgt haben. Und da muss man die PKV wieder in Schutz nehmen: Die haben >300 Milliarden Euro an Rücklagen für die älter werdenden, während die GKV genau so wie die Rente ein reines Umlagensystem ist, das sich zunehmend nicht mehr trägt. Schaut man sich die Ideen der Ökonomen an, wird jedem Geringverdiener schlecht: Mehrere hundert Euro Eigenbeteiligung pro Arztbesuch wird da sehr oft erwähnt. -
Re: Wie hätte ich wählen müssen um das zu verhindern?
Autor: BlindSeer 21.06.23 - 13:46
So sieht es halt aus, wenn Gesundheit ein Wirtschaftsfaktor ist und kein zu schützendes Allgemeingut. Lauterbach ist auch Gesundheitsökonom, ihm liegt also eher die wirtschaftliche Sichtweise und Konzernnähe.
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Re: Wie hätte ich wählen müssen um das zu verhindern?
Autor: pizuzz 21.06.23 - 14:05
43rtgfj5 schrieb:
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> Dennoch finanzieren die Privatversicherten proportional mehr am
> Gesundheitssystem als die Gesetzlich Versicherten. Würde man alle
> Privatversicherten in die GKV schmeißen, würde die GKV für alle teurer, es
> sei denn, man würde die Bemessungsgrenze wegfallen lassen. Das wäre dann
> natürlich logisch im gleichen Atemzug zu erledigen, sonst wäre es Quatsch.
Im Verhältnis zu ihrem Medianeinkommen tragen die Privatversicherten natürlich proportional weniger zur Finanzierung bei. Sonst wären sie ja alle schon lange in die GKV gewechselt, die sind ja nicht blöd.
> Ich bin da wirklich gespannt, wie es in Zukunft weitergeht - denn es wird
> auf jeden Fall teurer werden (müssen), weil wir Gesellschaftlich nicht
> vorgesorgt haben. Und da muss man die PKV wieder in Schutz nehmen: Die
> haben >300 Milliarden Euro an Rücklagen für die älter werdenden, während
> die GKV genau so wie die Rente ein reines Umlagensystem ist, das sich
> zunehmend nicht mehr trägt. Schaut man sich die Ideen der Ökonomen an, wird
> jedem Geringverdiener schlecht: Mehrere hundert Euro Eigenbeteiligung pro
> Arztbesuch wird da sehr oft erwähnt.
Die Rücklagen sind aber auch nur so stabil wie der Kapitalmarkt. Wenn der platzt (siehe diverse Finanzkrisen) sind halt auch die Rücklagen futsch bzw. müssen durch staatliche Finanzhilfen gestützt werden (siehe diverse Pensionsfonds in diversen Finanzkrisen). Das Umlagesystem ist gegen sowas immun, weil das Geld quasi im selben Moment ausgegeben wird, wie man es einnimmt, anstatt es 45 Jahre anzulegen und zu hoffen, dass die Rendite immer schön oberhalb der Inflationsrate bleibt.
Problem ist nicht die Überalterung an sich. Die wurde bei der Konzeption schon mit reingerechnet. Das Problem sind die stagnierenden Löhne der letzten drei Jahrzehnte, die das Ganze erst an die Grenze der Finanzierbarkeit gebracht haben.
4 mal bearbeitet, zuletzt am 21.06.23 14:11 durch pizuzz. -
Was hat dieser Forumsbeitrag mit IT zu tun?
Autor: M.P. 23.06.23 - 15:09
k.w.t
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Re: Was hat dieser Forumsbeitrag mit IT zu tun?
Autor: pizuzz 23.06.23 - 16:51
M.P. schrieb:
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> k.w.t
Netzpolitik im weitesten Sinne? Musst ihn ja nicht lesen. -
Re: Wie hätte ich wählen müssen um das zu verhindern?
Autor: 43rtgfj5 23.06.23 - 19:02
pizuzz schrieb:
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> Problem ist nicht die Überalterung an sich. Die wurde bei der Konzeption
> schon mit reingerechnet. Das Problem sind die stagnierenden Löhne der
> letzten drei Jahrzehnte, die das Ganze erst an die Grenze der
> Finanzierbarkeit gebracht haben.
Wo wurde die überalterung denn eingerechnet bitte? 2050 werden wir in der Rente 1,3 Beitragszahler auf einen Empfänger haben, also 1,3 Arbeitnehmer finanzieren eine Rente. Bei der GKV wird genau das gleiche passieren. Das war nie und ist auch bis heute nicht eingepreist, sonst müssten wir auch nicht zweitstellige Milliardenbeträge aus dem Steuerhaushalt in die Sozialversicherungen pumpen. -
Re: Wie hätte ich wählen müssen um das zu verhindern?
Autor: pizuzz 23.06.23 - 20:28
43rtgfj5 schrieb:
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> pizuzz schrieb:
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> > Problem ist nicht die Überalterung an sich. Die wurde bei der Konzeption
> > schon mit reingerechnet. Das Problem sind die stagnierenden Löhne der
> > letzten drei Jahrzehnte, die das Ganze erst an die Grenze der
> > Finanzierbarkeit gebracht haben.
>
> Wo wurde die überalterung denn eingerechnet bitte? 2050 werden wir in der
> Rente 1,3 Beitragszahler auf einen Empfänger haben, also 1,3 Arbeitnehmer
> finanzieren eine Rente. Bei der GKV wird genau das gleiche passieren. Das
> war nie und ist auch bis heute nicht eingepreist, sonst müssten wir auch
> nicht zweitstellige Milliardenbeträge aus dem Steuerhaushalt in die
> Sozialversicherungen pumpen.
Guckstu hier: https://www.bpb.de/themen/soziale-lage/rentenpolitik/291841/finanzierung-im-umlageverfahren/
Kapitaldeckung hatten wir vorher. Hat nicht funktioniert. Hyperinflation und Weltwirtschaftskrise haben damals die Rücklagen vernichtet. -
Re: Wie hätte ich wählen müssen um das zu verhindern?
Autor: lestard 26.06.23 - 09:44
Egal ob Umlageverfahren oder Kapitaldeckung. Es muss immer die aktuelle arbeitende Bevölkerung die Rente für die aktuellen Rentner und die Gesundheitskosten der aktuell Kranken finanzieren. Daran führ kein Weg vorbei, auch bei Kapitaldeckungssystem.
Auch das Verhältnis von Arbeitenden und Rentnern spielt hier keine Rolle. Beide Systeme haben die gleichen Probleme mit zu wenig Arbeitern und zu vielen Rentnern.
Egal wieviel Geld du anlegst, wenn zu dem Zeitpunkt in der Zukunft niemand da ist, der dir dafür irgendwelche Waren produziert, ist dein Geld nix wert.
Für die Zukunfssicherheit an sich spielt die Art des Systems keinen Unterschied. Das Umlagesystem hat aber diverse Vorteile, insbesondere dass es einfacher und weniger Overhead hat.
Damit es aber wirklich funktioniert, muss es aber richtig ausgestaltet sein. Das ist aktuell in Deutschland tatsächlich nicht der Fall.



