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  5. › Machine Learning: Gesichter auf…

Finde ich gut

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  1. Finde ich gut

    Autor: Fotobar 13.12.18 - 17:03

    Die Paranoia liegt nicht vei den Veranstaltern, sondern bei denen die einen riesen Film aus der Sache machen. Diese Sache ist vom Sinn her nichts anderes, als 100 Security mit fotografischem Gedächtnis, die vorher mit Fotos der Täter gebrieft worden sind, am Eingang stehen zu lassen.

    Das ganze einfach nur automatisiert.

    Hier werden keine Gesichter gespeichert, nur Hashes. Genauso wie ich keine Person vor Augen habe, wenn ich mir einen Fingerabdruck einer Person ansehe. Diese Person lerne ich erst kennen, wenn ich eine mit demselben Fingerabdruck finde.

    Ein kleiner Trost für euch: Auf Festivals haben die meisten Besucher sowieso drei Tonnen Glitzer im Gesicht.

  2. Re: Finde ich gut

    Autor: Seismoid 13.12.18 - 17:24

    Fotobar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Paranoia liegt nicht vei den Veranstaltern, sondern bei denen die einen
    > riesen Film aus der Sache machen. Diese Sache ist vom Sinn her nichts
    > anderes, als 100 Security mit fotografischem Gedächtnis, die vorher mit
    > Fotos der Täter gebrieft worden sind, am Eingang stehen zu lassen.
    Paranoia beruht auf einem Wahn. Hier geht es aber um Tatsachen. Folglich kann keine Paranoia vorliegen. Aber das ist wohl einfach eine Abwandlung des "Ich-hab-doch-nichts-zu-verbergen!"-Arguments ...

    > Das ganze einfach nur automatisiert.
    Aha! Und jetzt noch anstrengen und die geistige Leistung vollbringen, dass es vielleicht einen klitzekleinen Unterschied macht, ob etwas von Menschen oder von Maschine erledigt wird.

    > Hier werden keine Gesichter gespeichert, nur Hashes. Genauso wie ich keine
    > Person vor Augen habe, wenn ich mir einen Fingerabdruck einer Person
    > ansehe. Diese Person lerne ich erst kennen, wenn ich eine mit demselben
    > Fingerabdruck finde.
    Woher weißt du denn was gespeichert wird? Es wird ja inzwischen überall nur noch ungern überhaupt irgendwas gelöscht ...

    > Ein kleiner Trost für euch: Auf Festivals haben die meisten Besucher
    > sowieso drei Tonnen Glitzer im Gesicht.
    Trost hat hier sicher niemand nötig. ... Aber ok.

  3. Re: Finde ich gut

    Autor: guppytastisch 13.12.18 - 18:21

    Fotobar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Paranoia liegt nicht vei den Veranstaltern, sondern bei denen die einen
    > riesen Film aus der Sache machen. Diese Sache ist vom Sinn her nichts
    > anderes, als 100 Security mit fotografischem Gedächtnis, die vorher mit
    > Fotos der Täter gebrieft worden sind, am Eingang stehen zu lassen.
    >
    > Das ganze einfach nur automatisiert.
    >
    > Hier werden keine Gesichter gespeichert, nur Hashes. Genauso wie ich keine
    > Person vor Augen habe, wenn ich mir einen Fingerabdruck einer Person
    > ansehe. Diese Person lerne ich erst kennen, wenn ich eine mit demselben
    > Fingerabdruck finde.
    >
    > Ein kleiner Trost für euch: Auf Festivals haben die meisten Besucher
    > sowieso drei Tonnen Glitzer im Gesicht.


    Hm, wie erklärt man es am Besten.
    Die Atomkraft kann man gut nutzen, um Strom zu erzeugen oder schlecht nutzen, um Leben auszulöschen. Vielleicht klingelt jetzt langsam was...?

    Aber gehen wir auf Nummer sicher.
    Nehmen wir mal an, ich wäre die Reinkarnation eines gewissen A.H..
    Und dieser ganze Überwachungsapparat, der zu immer größere Dimensionen heranwächst...
    Noch ist er nicht so weit, aber wir haben ja Geduld. Stück für Stück erweitern wir ihn, so wie wir das Wasserbad des Frosches erwärmen.
    Kurze Denkpause... ja... du bist der Frosch.
    Jetzt schaffe ich es, vielleicht durch chaotische Zustände und guter Propaganda an die Macht, und somit verfüg ich über einen Apparat, der sehr praktisch ist.
    Anders ausgedrückt, ich versklave dich und deinesgleichen auf so eine harte und brutale Weise, dass du es dir im Moment nicht einmal annähernd vorstellen kannst.
    Und wenn du meinst, du kannst mir ne Bombe an den Tisch legen, wird daraus nichts, du schaffst es nicht mal es zu planen und du verschindest in einem entsprechenden Lager.
    Hm... könnte ja auch fast schon Li mit Nachnamen heißen...

    Vielleicht willst du das als Hirngespinst abtun... aber wenn du AH wärst, wie würdest du deine Macht am effektivsten sichern können.

  4. Re: Finde ich gut

    Autor: Thunderbird1400 13.12.18 - 18:44

    Es geht halt immer um Sicherheit vs. Freiheit. In spätestens ein paar Jahrzehnten werden wir hier Zustände wie in Frankreich oder schlimmer haben, in denen sich noch mehr Menschen als heute mehr Überwachung wünschen werden und ein hartes Durchgreifen des Staates, und dafür bereit sind, Freiheiten abzugeben. Wir werden es nicht aufhalten können. Man kann bis dahin nur seine Schafe in's Trockene bringen.

  5. Re: Finde ich gut

    Autor: divStar 13.12.18 - 20:39

    Mit dem Aluhut auf dem Kopf würde ich sagen, dass das genau das Ziel der heutigen Politik ist. Deswegen auch der Migrationspakt und die legere Flüchtlingspolitik - und auch der laxe Umgang mit Religionen, die offensichtlich nicht Frieden und Gleichberechtigung im Sinn haben. Aber was weiß ich schon...

    Viel Überwachung ist eine Kapitulation des Staates und der Menschen vor dem, was man selbst angerichtet hat.

  6. Re: Finde ich gut

    Autor: Antigonos3 14.12.18 - 02:25

    Fotobar schrieb:
    ------------------------------------------------------------------------------
    > Diese Sache ist vom Sinn her nichts
    > anderes, als 100 Security mit fotografischem Gedächtnis, die vorher mit
    > Fotos der Täter gebrieft worden sind, am Eingang stehen zu lassen.
    >
    > Das ganze einfach nur automatisiert.
    Den Vergleich finde ich interessant. Du hebst damit nicht Computerprogramme auf ein Level mit Menschen ("KI so schlau wie ein Mensch"), sondern umgekehrt einen Menschen auf das Level eines schon bestehenden Computerprogramms.
    Wenn das in der Realität so WÄRE, dann müsste man trotzdem eine Unterscheidung zwischen Mensch-Computer machen, einfach weil unsere Zeitgenossen andere Gefühle einem Computer als einem Mitmenschen gegenüber empfinden: Denn im Kern läuft die ganze Anti-Videoüberwachung-Argumentation ja darauf hinaus, dass sich Menschen eingeschränkt fühlen, weil sie aufgezeichnet werden, also an der "freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit" usw. gehindert werden. Selbst wenn diese Kameras nur die gleichen Fähigkeiten wie Securitypersonal hätten und nicht speichern würden, dann würde sich der 0815-Bürger aus Unwissenheit so eingeschränkt fühlen, dass sich ein Verbot der Kameras mit der gleichen Begründung rechtfertigt, aus der es keine ständige Überwachung gibt. Das klingt etwas weit hergeholt, aber es ist das selbe Grundprinzip wegen dem du keinen Stream von dir im Netz haben willst, wie du dich im Schlafzimmer umziehst.. die Toilette benutzt. Du fühlst dich bei beiden Dingen mies. Es spielt keine Rolle ob objektiv nachvollziehbar oder nicht, da du immer nur subjektiv empfindest. Natürlich kann man einem Menschen durch Übung das Unwohlsein abtrainieren, allerdings sollte das in einer geschützten Umgebung passieren (ab der Kindheit), und weil wir in einer Demokratie leben sollte man vor dem Einsatz von solchen Kameras darüber abstimmen, ob die Mehrheit kein Unwohlsein mehr empfindet!
    Soweit nur um zu zeigen, dass dein Vergleich nicht funktioniert.

    Davon abgesehen gibt es natürlich das schon angesprochene, mögliche Potenzial und die Gefahr ähnlich wie bei Atomkraft. Eine demokratische Abstimmung, ob die Mehrheit trotz dieser Gefahr gut schlafen kann, ist aufgrund der nicht gleich zu durchschauenden Vielfalt an Gefahren bzw. weiteren Folgen.. der Folgen usw. nicht einfach bzw. sollte zuerst unter Experten zur Debatte stehen.
    Ich entwerfen mal eine Chronologie...

    Möglicher Ablauf:
    - Erfindung und erste Entwicklung
    - Staatliche Experten schätzen Potenzial höher als mögliche negative Folgen (= negative Gefühle in Menschen)
    - Es vergeht einige Zeit, in der es staatliche Tests gibt und sich die Bevölkerung argwöhnisch daran gewöhnt (= lernen objektives Pro und Kontra, lernen dass sie sich nicht schlecht fühlen müssen)
    - Irgendwann genug "Übung" der Gesellschaft absolviert, sodass Abstimmung über entsprechendes Gesetz positiv ausfällt, Menschen fühlen sich durch Kameras nicht mehr stark eingeschränkt
    - Überwachungskameras werden großflächig installiert
    - Gefahr vs. Potential entfaltet sich

    Danach 3 grundsätzliche Möglichkeiten:
    - (1): Potentialentfaltung - starke Gewöhnung daran, über die Jahrzehnte wird Überwachungsstaat etabliert und wir sind glücklich damit (ggf. bis Revolution weil irgendwas schlechtes passiert ist, dann zu (2))
    - (2): Eine negative Folge tritt ein und brennt sich in
    das Gedächnis der Gesellschaft, Kameras werden komplett verboten (bis es nach einiger Zeit wieder Etablierungsversuche gibt und sich das Spiel wiederholt, oder es andere Alternativen gibt)
    - (3): Gesellschaft gewöhnt sich an Kameras, wenige positive und negative Erlebnisse, daher ambivalente Gefühle und Diskussionen über Generationen hinweg, sodass sich kein Überwachungsstaat wie in (1) entwickeln kann oder nur verzögert und (2) auch nicht eintritt. (1) tritt erst ein, wenn sich die Gesellschaft dahingehend entwickelt hat, was ewig dauert:
    Allgemein verläuft die Entwicklung einer Gesellschaft nicht einheitlich (weil wir ja immer von unseren Eltern erzogen werden) - damit (1) oder (2) kurzfristig eintritt, müsste die Institution Familie wohl komplett abgeschafft und durch eine einheitliche, staatliche Erziehung ersetzt werden.

    Dass Atomkraft so schnell in (1) und dann in (2) gerutscht ist, kann man aus heutiger Sicht der Unwissenheit der damaligen Experten zuschreiben (s. Ablauf), allerdings wäre ohne das wohl kaum so viel Forschung und damit Fortschritt möglich gewesen.
    Ob durch effektiv (klingende) Überwachung wohl auch neue Gefahren entdeckt werden, und es schnell von (1) zu (2) geht?! Eventuell, zumindest wenn sowas wie Skynet geschaffen werden würde.
    Ich denke es wird aber keine großen neuen Erkenntnisse geben, die entweder alle Kritiker oder Befürworter verstummen lassen, und (3) wird eintreten mit Tendenz zu (1), weil's keine auf den normalen Bürger aktiv verübte negative Auswirkungen gibt und er lernt, sich nicht eingeschränkt / schlecht zu fühlen.


    Ich bin selbst gegen einen Überwachungsstaat, aber es ist interessant zu reflektieren, dass ich das hauptsächlich nur aufgrund meiner subjektiven Gefühle bin und es objektiv für jeden Punkt ein Kontra gibt (Unbeobachtet? Lieber beschützt! Freiheit? Lieber maximale Sicherheit! Eigene Persönlichkeit? Lieber eine Persönlichkeit, mit der ich im Leben am besten klar komme!). Ich bekomm schon ein Eingesperrt-Gefühl wenn ich das nur schreibe, aber ich denke der Mensch ist objektiv betrachtet für keins der beiden Konzepte von Natur aus vorgesehen. Man bzw. die Eltern haben lediglich die freie Entscheidung, wie sie ihr Kind erziehen wollen, was dann auch im Einklang mit dem Freiheits-Konzept des Alten Testaments (s. Sündenfall) steht, falls ein User (liest zwar bestimmt eh keiner ganz haha) hier religiös sein sollte...
    Auf der anderen Seite, bezogen auf Evolution, könnten wir uns mit vieeel Zeit (oder durch Fortschritt auch in kurzer Zeit) in bestimmte der beiden Richtung entwickeln.
    Wenn es angesichts dieser Unbestimmtheit also keine Wahrheit dahingehend gibt, nichtmal eine der man sich ansatzweise nähern kann wie Lessing es vorschlägt, ergibt es dann Sinn, für die eigene Vorstellung einzutreten und die fremde zu bekämpfen?
    Ja, denn wenn man gewinnt schüttet das Gehirn Glückshorne aus und man fühlt sich gut, ist mit sich und seinem Weltbild im Reinen. Im Grunde vertreibt man sich die Zeit nur damit, "sich zu belohnen", und das ist im Endeffekt dann auch der Sinn des Lebens. Sich möglichst lange möglichst gut zu fühlen (auch wenn man Jahre auf etwas vermeintlich Gutes hinarbeitet und dafür ewig braucht schüttet man währenddessen in der Vorfreude Endorphine aus. Jedenfalls mehr als wenn man nichts macht).
    Ist man nun glücklicher, wenn man bis zuletzt für eine einsame Sache kämpft, oder sich der gegnerischen Vorstellung (z.B. Überwachungsstaat) durch "Fake it till you make it" anpasst? Ich denke das muss individuell entschieden werden und hängt sehr von der jeweiligen Überzeugung ab. Das ist dann zusammengefasst auch der Grund, wieso es zum einen Untergrundorganisationen gibt, und wieso diese zum anderen verboten sind. Jeder versucht sich glücklich zu machen!

    Tl;dr: Es gibt kein objektives Richtig oder Falsch in Sachen Überwachungsstaat, weil negative/positive Gefühle subjektiv sind (daher greift Vergleich von OP nicht) und sich Menschen mit beiden Weltvorstellungen wohlfühlen können. Überwachungsstaat wird sich daher nicht sofort einrichten, aber durch fehlende negative Erlebnisse und Gewöhnung langsam etablieren. Sinn des Lebens ist es, glücklich zu sein und sich glücklich zu machen, was die ambivalente Haltung gegenüber Überwachungsstaat erklärt.

  7. Re: Finde ich gut

    Autor: Anonymer Nutzer 14.12.18 - 05:58

    guppytastisch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Fotobar schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Die Paranoia liegt nicht vei den Veranstaltern, sondern bei denen die
    > einen
    > > riesen Film aus der Sache machen. Diese Sache ist vom Sinn her nichts
    > > anderes, als 100 Security mit fotografischem Gedächtnis, die vorher mit
    > > Fotos der Täter gebrieft worden sind, am Eingang stehen zu lassen.
    > >
    > > Das ganze einfach nur automatisiert.
    > >
    > > Hier werden keine Gesichter gespeichert, nur Hashes. Genauso wie ich
    > keine
    > > Person vor Augen habe, wenn ich mir einen Fingerabdruck einer Person
    > > ansehe. Diese Person lerne ich erst kennen, wenn ich eine mit demselben
    > > Fingerabdruck finde.
    > >
    > > Ein kleiner Trost für euch: Auf Festivals haben die meisten Besucher
    > > sowieso drei Tonnen Glitzer im Gesicht.
    >
    > Hm, wie erklärt man es am Besten.
    > Die Atomkraft kann man gut nutzen, um Strom zu erzeugen oder schlecht
    > nutzen, um Leben auszulöschen. Vielleicht klingelt jetzt langsam was...?
    >
    > Aber gehen wir auf Nummer sicher.
    > Nehmen wir mal an, ich wäre die Reinkarnation eines gewissen A.H..
    > Und dieser ganze Überwachungsapparat, der zu immer größere Dimensionen
    > heranwächst...
    > Noch ist er nicht so weit, aber wir haben ja Geduld. Stück für Stück
    > erweitern wir ihn, so wie wir das Wasserbad des Frosches erwärmen.
    > Kurze Denkpause... ja... du bist der Frosch.
    > Jetzt schaffe ich es, vielleicht durch chaotische Zustände und guter
    > Propaganda an die Macht, und somit verfüg ich über einen Apparat, der sehr
    > praktisch ist.
    > Anders ausgedrückt, ich versklave dich und deinesgleichen auf so eine harte
    > und brutale Weise, dass du es dir im Moment nicht einmal annähernd
    > vorstellen kannst.
    > Und wenn du meinst, du kannst mir ne Bombe an den Tisch legen, wird daraus
    > nichts, du schaffst es nicht mal es zu planen und du verschindest in einem
    > entsprechenden Lager.
    > Hm... könnte ja auch fast schon Li mit Nachnamen heißen...
    >
    > Vielleicht willst du das als Hirngespinst abtun... aber wenn du AH wärst,
    > wie würdest du deine Macht am effektivsten sichern können.

    +1

  8. Re: Finde ich gut

    Autor: Truster 14.12.18 - 07:57

    Der nächste Adi wartet nur darauf...

  9. Re: Finde ich gut

    Autor: Bouncy 14.12.18 - 10:04

    guppytastisch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber gehen wir auf Nummer sicher.
    > Nehmen wir mal an, ich wäre die Reinkarnation eines gewissen A.H..
    > Und dieser ganze Überwachungsapparat, der zu immer größere Dimensionen
    > heranwächst...
    Geschwätz, der A.H. hat es auch ohne vorher vorhandenen Militärapparat ziemlich locker und problemlos geschafft, SA, SS, Gestapo und Co. im Nu aus dem Boden zu stampfen. War günstig, war schnell, war effektiv wie nichts anderes. Überwachung ist IT-Spielerei - aber hält mir ein schwarzgekleideter, irrer Sadist eine Knarre an Kopf, _dann_ kusche ich, ohne Mucken. Die Bedrohung in diktatorischen Staaten rührt von ganz anderen Dingen her als von der Überwachung...

    Und Punkt 2: sollte die Überwachung nötig sein, dann wird sie eingeführt, in kürzester Zeit. Die Technik ist da, sie ist bereit und liegt fertig verpackt im Keller, ein paar Geräte hier und da anzuschließen wird keinen Diktator vor größere Probleme stellen.

    Klar ist: Überwachung führt nicht zur Diktatur, vorhandene Überwachung veschlimmert sie nicht und ausbleibende Überwachung verhindert diese auch nicht. Das ist nichts weiter als eines von vielen kleineren Werkzeugen...

  10. Re: Finde ich gut

    Autor: Fotobar 14.12.18 - 10:39

    Antigonos3 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Fotobar schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > ---
    > > Diese Sache ist vom Sinn her nichts
    > > anderes, als 100 Security mit fotografischem Gedächtnis, die vorher mit
    > > Fotos der Täter gebrieft worden sind, am Eingang stehen zu lassen.
    > >
    > > Das ganze einfach nur automatisiert.
    > Den Vergleich finde ich interessant. Du hebst damit nicht Computerprogramme
    > auf ein Level mit Menschen ("KI so schlau wie ein Mensch"), sondern
    > umgekehrt einen Menschen auf das Level eines schon bestehenden
    > Computerprogramms.
    > Wenn das in der Realität so WÄRE, dann müsste man trotzdem eine
    > Unterscheidung zwischen Mensch-Computer machen, einfach weil unsere
    > Zeitgenossen andere Gefühle einem Computer als einem Mitmenschen gegenüber
    > empfinden: Denn im Kern läuft die ganze Anti-Videoüberwachung-Argumentation
    > ja darauf hinaus, dass sich Menschen eingeschränkt fühlen, weil sie
    > aufgezeichnet werden, also an der "freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit"
    > usw. gehindert werden. Selbst wenn diese Kameras nur die gleichen
    > Fähigkeiten wie Securitypersonal hätten und nicht speichern würden, dann
    > würde sich der 0815-Bürger aus Unwissenheit so eingeschränkt fühlen, dass
    > sich ein Verbot der Kameras mit der gleichen Begründung rechtfertigt, aus
    > der es keine ständige Überwachung gibt. Das klingt etwas weit hergeholt,
    > aber es ist das selbe Grundprinzip wegen dem du keinen Stream von dir im
    > Netz haben willst, wie du dich im Schlafzimmer umziehst.. die Toilette
    > benutzt. Du fühlst dich bei beiden Dingen mies. Es spielt keine Rolle ob
    > objektiv nachvollziehbar oder nicht, da du immer nur subjektiv empfindest.
    > Natürlich kann man einem Menschen durch Übung das Unwohlsein abtrainieren,
    > allerdings sollte das in einer geschützten Umgebung passieren (ab der
    > Kindheit), und weil wir in einer Demokratie leben sollte man vor dem
    > Einsatz von solchen Kameras darüber abstimmen, ob die Mehrheit kein
    > Unwohlsein mehr empfindet!
    > Soweit nur um zu zeigen, dass dein Vergleich nicht funktioniert.
    >
    > Davon abgesehen gibt es natürlich das schon angesprochene, mögliche
    > Potenzial und die Gefahr ähnlich wie bei Atomkraft. Eine demokratische
    > Abstimmung, ob die Mehrheit trotz dieser Gefahr gut schlafen kann, ist
    > aufgrund der nicht gleich zu durchschauenden Vielfalt an Gefahren bzw.
    > weiteren Folgen.. der Folgen usw. nicht einfach bzw. sollte zuerst unter
    > Experten zur Debatte stehen.
    > Ich entwerfen mal eine Chronologie...
    >
    > Möglicher Ablauf:
    > - Erfindung und erste Entwicklung
    > - Staatliche Experten schätzen Potenzial höher als mögliche negative Folgen
    > (= negative Gefühle in Menschen)
    > - Es vergeht einige Zeit, in der es staatliche Tests gibt und sich die
    > Bevölkerung argwöhnisch daran gewöhnt (= lernen objektives Pro und Kontra,
    > lernen dass sie sich nicht schlecht fühlen müssen)
    > - Irgendwann genug "Übung" der Gesellschaft absolviert, sodass Abstimmung
    > über entsprechendes Gesetz positiv ausfällt, Menschen fühlen sich durch
    > Kameras nicht mehr stark eingeschränkt
    > - Überwachungskameras werden großflächig installiert
    > - Gefahr vs. Potential entfaltet sich
    >
    > Danach 3 grundsätzliche Möglichkeiten:
    > - (1): Potentialentfaltung - starke Gewöhnung daran, über die Jahrzehnte
    > wird Überwachungsstaat etabliert und wir sind glücklich damit (ggf. bis
    > Revolution weil irgendwas schlechtes passiert ist, dann zu (2))
    > - (2): Eine negative Folge tritt ein und brennt sich in
    > das Gedächnis der Gesellschaft, Kameras werden komplett verboten (bis es
    > nach einiger Zeit wieder Etablierungsversuche gibt und sich das Spiel
    > wiederholt, oder es andere Alternativen gibt)
    > - (3): Gesellschaft gewöhnt sich an Kameras, wenige positive und negative
    > Erlebnisse, daher ambivalente Gefühle und Diskussionen über Generationen
    > hinweg, sodass sich kein Überwachungsstaat wie in (1) entwickeln kann oder
    > nur verzögert und (2) auch nicht eintritt. (1) tritt erst ein, wenn sich
    > die Gesellschaft dahingehend entwickelt hat, was ewig dauert:
    > Allgemein verläuft die Entwicklung einer Gesellschaft nicht einheitlich
    > (weil wir ja immer von unseren Eltern erzogen werden) - damit (1) oder (2)
    > kurzfristig eintritt, müsste die Institution Familie wohl komplett
    > abgeschafft und durch eine einheitliche, staatliche Erziehung ersetzt
    > werden.
    >
    > Dass Atomkraft so schnell in (1) und dann in (2) gerutscht ist, kann man
    > aus heutiger Sicht der Unwissenheit der damaligen Experten zuschreiben (s.
    > Ablauf), allerdings wäre ohne das wohl kaum so viel Forschung und damit
    > Fortschritt möglich gewesen.
    > Ob durch effektiv (klingende) Überwachung wohl auch neue Gefahren entdeckt
    > werden, und es schnell von (1) zu (2) geht?! Eventuell, zumindest wenn
    > sowas wie Skynet geschaffen werden würde.
    > Ich denke es wird aber keine großen neuen Erkenntnisse geben, die entweder
    > alle Kritiker oder Befürworter verstummen lassen, und (3) wird eintreten
    > mit Tendenz zu (1), weil's keine auf den normalen Bürger aktiv verübte
    > negative Auswirkungen gibt und er lernt, sich nicht eingeschränkt /
    > schlecht zu fühlen.
    >
    > Ich bin selbst gegen einen Überwachungsstaat, aber es ist interessant zu
    > reflektieren, dass ich das hauptsächlich nur aufgrund meiner subjektiven
    > Gefühle bin und es objektiv für jeden Punkt ein Kontra gibt (Unbeobachtet?
    > Lieber beschützt! Freiheit? Lieber maximale Sicherheit! Eigene
    > Persönlichkeit? Lieber eine Persönlichkeit, mit der ich im Leben am besten
    > klar komme!). Ich bekomm schon ein Eingesperrt-Gefühl wenn ich das nur
    > schreibe, aber ich denke der Mensch ist objektiv betrachtet für keins der
    > beiden Konzepte von Natur aus vorgesehen. Man bzw. die Eltern haben
    > lediglich die freie Entscheidung, wie sie ihr Kind erziehen wollen, was
    > dann auch im Einklang mit dem Freiheits-Konzept des Alten Testaments (s.
    > Sündenfall) steht, falls ein User (liest zwar bestimmt eh keiner ganz haha)
    > hier religiös sein sollte...
    > Auf der anderen Seite, bezogen auf Evolution, könnten wir uns mit vieeel
    > Zeit (oder durch Fortschritt auch in kurzer Zeit) in bestimmte der beiden
    > Richtung entwickeln.
    > Wenn es angesichts dieser Unbestimmtheit also keine Wahrheit dahingehend
    > gibt, nichtmal eine der man sich ansatzweise nähern kann wie Lessing es
    > vorschlägt, ergibt es dann Sinn, für die eigene Vorstellung einzutreten und
    > die fremde zu bekämpfen?
    > Ja, denn wenn man gewinnt schüttet das Gehirn Glückshorne aus und man fühlt
    > sich gut, ist mit sich und seinem Weltbild im Reinen. Im Grunde vertreibt
    > man sich die Zeit nur damit, "sich zu belohnen", und das ist im Endeffekt
    > dann auch der Sinn des Lebens. Sich möglichst lange möglichst gut zu fühlen
    > (auch wenn man Jahre auf etwas vermeintlich Gutes hinarbeitet und dafür
    > ewig braucht schüttet man währenddessen in der Vorfreude Endorphine aus.
    > Jedenfalls mehr als wenn man nichts macht).
    > Ist man nun glücklicher, wenn man bis zuletzt für eine einsame Sache
    > kämpft, oder sich der gegnerischen Vorstellung (z.B. Überwachungsstaat)
    > durch "Fake it till you make it" anpasst? Ich denke das muss individuell
    > entschieden werden und hängt sehr von der jeweiligen Überzeugung ab. Das
    > ist dann zusammengefasst auch der Grund, wieso es zum einen
    > Untergrundorganisationen gibt, und wieso diese zum anderen verboten sind.
    > Jeder versucht sich glücklich zu machen!
    >
    > Tl;dr: Es gibt kein objektives Richtig oder Falsch in Sachen
    > Überwachungsstaat, weil negative/positive Gefühle subjektiv sind (daher
    > greift Vergleich von OP nicht) und sich Menschen mit beiden
    > Weltvorstellungen wohlfühlen können. Überwachungsstaat wird sich daher
    > nicht sofort einrichten, aber durch fehlende negative Erlebnisse und
    > Gewöhnung langsam etablieren. Sinn des Lebens ist es, glücklich zu sein und
    > sich glücklich zu machen, was die ambivalente Haltung gegenüber
    > Überwachungsstaat erklärt.

    Danke für deine objektive Beurteilung.
    Und genau das ist der Grund, warum es mir total latte ist ob Daten aus meinem Amazon Echo oder Videodaten in der Öffentlichkeit ausgewertet werden. Es macht mich einfach glücklich, mein Leben so zu leben wie es mir gefällt. Und wenn ich Spaß an meinem Smartphone und Echo habe, dann hat es für mich schon seinen Zweck erfüllt. Dabei ist es komplett irrelevant, was andere über mich denken.

    Andere in diesem Thread haben Angst vor einem neuen AH., der diese Technoligie irgendwann missbrauchen kann? Jedes dieser Geräte funktioniert nur mit der nötigen Stromversorgung. Und ihr glaubt gar nicht wie schnell solch ein Stecker gezogen ist... Stichwort EMP- oder CHAMP Angriff. Dabei kann eine KI noch so high-end und intelligent sein. Wenn jemand das Stromkabel mit ´ner Axt kappt, wars das dann auch.

    Ein flächendecker EMP / CHAMP - und herzlich willkommen in der Steinzeit.

    Euch sollte bewusst sein, dass ein Staat sich durch immer mehr Digitalisierung auch immer mehr verwundbar macht. Geheimnisse über Politiker, die man früher gut verbergen konnte, sind heutzutage schneller auf Wikileaks hochgeladen als der Politiker scheiße brüllen kann.
    Ebenso sind auch Politiker nicht unsichtbar vor Kameras im öffentlichen Raum. Denkt mal darüber nach, was heute alles mit dem Smartphone gefilmt und geteilt wird. Früher konnte man ohne diese vielen Kameras Polizeigewalt viel besser totschweigen.

  11. Re: Finde ich gut

    Autor: bazoom 14.12.18 - 10:55

    Findest es bestimmt auch toal gut wenn du mal von solch einem System als False Positive gewertet wirst und einige Tage unschuldig in U-Haft sitzt, oder?

  12. Re: Finde ich gut

    Autor: Fotobar 14.12.18 - 12:15

    bazoom schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Findest es bestimmt auch toal gut wenn du mal von solch einem System als
    > False Positive gewertet wirst und einige Tage unschuldig in U-Haft sitzt,
    > oder?

    Du wirst mich für diese Aussage jetzt wahrscheinlich hassen, aber es sitzen schon seit einigen Jahrhunderten Menschen unschuldig im Gefängnis, weil Augenzeugen die Täter falsch identifizieren und Gesichter verwechseln.

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12 Lehren aus dem Politiker-Hack

Ein polizeibekanntes Skriptkiddie hat offenbar jahrelang unbemerkt Politiker und Prominente ausspähen können und deren Daten veröffentlicht. Welche Konsequenzen sollten für die Sicherheit von Daten aus dem Datenleak gezogen werden?
Eine Analyse von Friedhelm Greis

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