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Und wo liegt nun der Unterschied zu Alexa?

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  1. Re: Und wo liegt nun der Unterschied zu Alexa?

    Autor: chewbacca0815 17.02.17 - 14:02

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Rechtlichen Gegebenheiten sind bei beiden Geräten exakt gleich. Und somit müsste auch für Alexa das gleiche Urteil lauten.

    In anderen Artikeln ist allerdings die Rede davon, dass sich jedes beliebige Bluetooth Gerät (Smartphone, Laptop etc.) ohne Authentifizierung mit der Puppe verbinden kann und so das Mikrofon übernehmen kann. Hier im Golem-Artikel fehlt dieser Passus völlig.

    In diesem ungesicherten Verbindungsaufbau ohne Authentifizeriung scheint das Kernproblem zu liegen.

    Kurzer Ausriss aus §90 TKG:
    (1) Es ist verboten, Sendeanlagen oder sonstige Telekommunikationsanlagen zu besitzen, herzustellen, zu vertreiben, einzuführen oder sonst in den Geltungsbereich dieses Gesetzes zu verbringen, die ihrer Form nach einen anderen Gegenstand vortäuschen oder die mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs verkleidet sind und auf Grund dieser Umstände oder auf Grund ihrer Funktionsweise in besonderer Weise geeignet und dazu bestimmt sind, das nicht öffentlich gesprochene Wort eines anderen von diesem unbemerkt abzuhören

    Das kann jetzt für die Puppe an sich gelten oder aber für die Übernahme des Mikros, wer weiß...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.02.17 14:03 durch chewbacca0815.

  2. Re: Interessant ...

    Autor: Missingno. 17.02.17 - 14:07

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Können diese Dosen-Geräte die Daten über USB übertragen zeitgleich während
    > sie aufnehmen?
    Also "Webcam mit Direktübertragung per Mini-USB" lese ich schon so, dass die Aufnahme direkt per USB an den Rechner übertragen wird und nicht aufgezeichnetes Material.

    > aber das Gerät tarnt sich nicht.
    Dann begeben wir uns auf den schmalen Grat der Tarnung. Wann ist es getarnt? Wenn ich es in eine Schutzhülle stecke? Wenn ich es in einen Buchschutzumschlag stecke? Wenn ich es in eine "Schutzpuppe" stecke? Wenn ich es ins Bücherregal stelle? Wenn ich es hinter die Bücher im Regal stelle (nur Tonaufzeichnung)? ...

    > Ein Wecker, den mir jemand unterschiebt und der mich belauscht, mit dem
    > rechne ich nicht, denn der Wecker hat üblicherweise kein Mikrophon und
    > keinen Sender.
    Ja, aber wieso ist das Gerät dann "legal", wenn der Wecker nicht sendet, sondern "nur" auf SD-Karte aufzeichnet? Das ist doch kein Stück besser als das Senden der Daten und deren Aufzeichnung an einem dritten Ort.

    > In einer Puppe erwarte ich kein Mikrophon. Allenfalls kann ein Mikro drin
    > sein, mit dem sie autonom auf Umgebungsgeräusche reagiert, aber ich erwarte
    > nicht, dass sie senden kann.
    Dann ist das eben eine Smartpuppe. Mit Kamera und Mikro. Wieso muss ich (nur) bei jedem Telefon davon ausgehen, dass es "smart" ist, mich potentiell aufzeichnen kann und die Daten verschickt?

    --
    Dare to be stupid!

  3. Re: Interessant ...

    Autor: DeathMD 17.02.17 - 14:11

    Du:

    https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Unternehmen_Institutionen/Anbieterpflichten/Datenschutz/MissbrauchSendeanlagen/Sendeanlagen-node.html#doc690688bodyText4


    Ich glaube aber nicht, dass diese Kameras darunter fallen.

  4. Re: Und wo liegt nun der Unterschied zu Alexa?

    Autor: dergnu 17.02.17 - 14:22

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es wird dennoch schwierig mit dem Wortlaut des Gesetzes, da Alexa nicht
    > "dazu bestimmt ist" einen anderen "unbemerkt abzuhören". Die Sprache wird
    > zwar aufgezeichnet und nach Amazon geschickt, aber der Zweck ist eben
    > nicht, dass sie abgehört wird sondern elektronisch verarbeitet.

    Das ist bei der Puppe ja wohl auch nicht anders. Wobei man bei dem tollen Gesetzestext-Bandwurmsatz mit einem Haufen Unds und Oders nicht so genau erkennen kann, welche Bedingungen notwenig sind und welche alternativ. Wenn ich solche logischen Ausdrücke formuliere, dann klammere ich üblicherweise.

  5. Re: Und wo liegt nun der Unterschied zu Alexa?

    Autor: M.P. 17.02.17 - 14:25

    Der Amazon Echo-Lautsprecher hat etwas die Abmessungen einer Rolle Toilettenpapier.

    Wenn ich also so etwas über den Lautsprecher ziehen würde, würde ich womöglich gegen §90 TKG verstoßen ;-)

  6. Re: Und wo liegt nun der Unterschied zu Alexa?

    Autor: Smincke 17.02.17 - 14:40

    Nur wenn du das bei jemanden namens Alexa, Amazon, oder Echo machst. Bei leichten Abweichungen triggert es auch.

  7. Re: Interessant ...

    Autor: thecrew 17.02.17 - 14:59

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Natürlich sendet die, nur eben kabelgebunden. Wenn das nicht als
    > > (Funk-)Sendeanlage zählt, dann eben als sonstige
    > Telekommunikationsanlage.
    > > Oder sind kabelgebundene Anlagen generell legal? Wohl eher nicht.
    >
    > Können diese Dosen-Geräte die Daten über USB übertragen zeitgleich während
    > sie aufnehmen? Ich kenne diese Dinger so, dass man damit aufnehmen kann und
    > zu einem späteren Zeitpunkt steckt man sie in den Rechner und läd die
    > Dateien runter.
    >
    > Zeitgleich könnte tatsächlich ein Problem sein.
    >
    > > Doch. Sie täuschen vor ein Telefon, Tablet bzw. Notebook zu sein, sind
    > aber
    > > heimliche Überwachungsgeräte.
    >
    > Bei diesen Geräten erwartet man aber ein Mikrophon und ich erwarte, dass
    > das Gerät senden kann. Wenn so etwas auf dem Tisch liegt, bin ich mir
    > bewusst, dass es prinzipiell aufzeichnenund senden könnte. Wer es tut,
    > macht sich strafbar, aber das Gerät tarnt sich nicht. Der Besitzer
    > missbraucht nur seine Eigenschaften.
    >
    > Ein Wecker, den mir jemand unterschiebt und der mich belauscht, mit dem
    > rechne ich nicht, denn der Wecker hat üblicherweise kein Mikrophon und
    > keinen Sender.
    >
    > > Ansonsten gilt ja genauso, dass die Puppe
    > > nichts vortäuscht, sie sieht ja aus wie eine Puppe und falls man
    > heimlich
    > > damit aufzeichnet, §201.
    >
    > In einer Puppe erwarte ich kein Mikrophon. Allenfalls kann ein Mikro drin
    > sein, mit dem sie autonom auf Umgebungsgeräusche reagiert, aber ich erwarte
    > nicht, dass sie senden kann.

    In dieser Puppe aber schon, weil sie genau als eine solche Puppe mit der man sprechen kann beworben wird. Ein kleiner Robot mit dem du sprechen kannst und der auch per BT oder Wlan angebunden ist wäre demnach dann auch illegal. Oder nicht?
    Was unterschiedet ihn von einem Roboterpupppe mit Internetverbindung.?

    Ich verstehe das völlig wenn sowas nur gebaut wurde um jemanden abzuhören aber in diesem Fall ist doch die Puppe extra als Smartpuppe so beworben (Man könnte sie also auch als BOT bezeichnen).

  8. Re: Interessant ...

    Autor: Snooozel 17.02.17 - 15:11

    > Glaub ich nicht. Grad mal bei Pearl geguckt, scheinens zeichnen die auf
    > internen Speicher auf. Das ist dann keine Telekommunikationsanlage.

    Es ist aber verboten Aufzeichnungsgeräte so zu tarnen dass sie nicht mehr als solches zu erkennen sind. Kamera im Buch, Rauchmelder etc. -> nö.

  9. Re: Und wo liegt nun der Unterschied zu Alexa?

    Autor: M.P. 17.02.17 - 15:41

    Insbesondere, weil die Wolle der Aufnahmefähigkeit der Mikrofone nicht zuträglich sein wird ;-)

  10. Re: Und wo liegt nun der Unterschied zu Alexa?

    Autor: Anonymouse 17.02.17 - 15:46

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > da gibt es außer der
    > Formgebung die für solch ein Urteil unrelevant sein sollte

    Das sieht §90 TKG aber anders:

    "Es ist verboten, Sendeanlagen oder sonstige Telekommunikationsanlagen zu besitzen, [...] die ihrer Form nach einen anderen Gegenstand vortäuschen oder die mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs verkleidet sind und auf Grund dieser Umstände oder auf Grund ihrer Funktionsweise in besonderer Weise geeignet und dazu bestimmt sind, das nicht öffentlich gesprochene Wort eines anderen von diesem unbemerkt abzuhören oder das Bild eines anderen von diesem unbemerkt aufzunehmen. [...]"

  11. Re: Interessant ...

    Autor: Anonymouse 17.02.17 - 15:54

    Missingno. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oktavian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > aber das Gerät tarnt sich nicht.
    > Dann begeben wir uns auf den schmalen Grat der Tarnung. Wann ist es
    > getarnt? Wenn ich es in eine Schutzhülle stecke? Wenn ich es in einen
    > Buchschutzumschlag stecke? Wenn ich es in eine "Schutzpuppe" stecke? Wenn
    > ich es ins Bücherregal stelle? Wenn ich es hinter die Bücher im Regal
    > stelle (nur Tonaufzeichnung)? ...

    §90 TKG sagt

    " die ihrer Form nach einen anderen Gegenstand vortäuschen oder die mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs verkleidet sind"

    Wenn du ein Smartphone in eine Hülle packst, dann ist es für gewöhnlich noch aks Smartphone zu erkennen. Wenn du es in einer Stoffpuppe verpackst, dann wohl nicht mehr. So schmal ist der Grad im alltäglichen Leben nun auch nicht, wie du hier versuchst zu inszenieren.

    >
    > > Ein Wecker, den mir jemand unterschiebt und der mich belauscht, mit dem
    > > rechne ich nicht, denn der Wecker hat üblicherweise kein Mikrophon und
    > > keinen Sender.
    > Ja, aber wieso ist das Gerät dann "legal", wenn der Wecker nicht sendet,
    > sondern "nur" auf SD-Karte aufzeichnet? Das ist doch kein Stück besser als
    > das Senden der Daten und deren Aufzeichnung an einem dritten Ort.
    >
    Das TKG behandelt nunmal Sendeanlagen und keine Speichermedien.

  12. Re: Interessant ...

    Autor: Kondratieff 17.02.17 - 15:54

    Missingno. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oktavian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Können diese Dosen-Geräte die Daten über USB übertragen zeitgleich
    > während
    > > sie aufnehmen?
    > Also "Webcam mit Direktübertragung per Mini-USB" lese ich schon so, dass
    > die Aufnahme direkt per USB an den Rechner übertragen wird und nicht
    > aufgezeichnetes Material.
    >

    Aber da ist eben die Kabelverbindung, die die Kommunikation zwischen den Geräten relativ eindeutig kennzeichnet. Bei Funk ist die Kommunikation mit dem bloßen Auge nur über Umwege (z.B. mithilfe einer LED als Indikator) erkennbar.

    > > aber das Gerät tarnt sich nicht.
    > Dann begeben wir uns auf den schmalen Grat der Tarnung. Wann ist es
    > getarnt? Wenn ich es in eine Schutzhülle stecke? Wenn ich es in einen
    > Buchschutzumschlag stecke? Wenn ich es in eine "Schutzpuppe" stecke? Wenn
    > ich es ins Bücherregal stelle? Wenn ich es hinter die Bücher im Regal
    > stelle (nur Tonaufzeichnung)? ...
    >

    Ich bin kein Jurist und kenne mich nur laienhaft mit dem Gesetz aus, aber ich gehe davon aus, dass es einen Unterschied macht, ob ein massenhergestelltes Gerät von Seiten des Herstellers getarnt ist, oder ob ich als Privatperson mein Smartphone nachträglich zur Tarnung modifiziere.

    > > Ein Wecker, den mir jemand unterschiebt und der mich belauscht, mit dem
    > > rechne ich nicht, denn der Wecker hat üblicherweise kein Mikrophon und
    > > keinen Sender.
    > Ja, aber wieso ist das Gerät dann "legal", wenn der Wecker nicht sendet,
    > sondern "nur" auf SD-Karte aufzeichnet? Das ist doch kein Stück besser als
    > das Senden der Daten und deren Aufzeichnung an einem dritten Ort.
    >
    > > In einer Puppe erwarte ich kein Mikrophon. Allenfalls kann ein Mikro
    > drin
    > > sein, mit dem sie autonom auf Umgebungsgeräusche reagiert, aber ich
    > erwarte
    > > nicht, dass sie senden kann.
    > Dann ist das eben eine Smartpuppe. Mit Kamera und Mikro. Wieso muss ich
    > (nur) bei jedem Telefon davon ausgehen, dass es "smart" ist, mich
    > potentiell aufzeichnen kann und die Daten verschickt?

    Das kann ich dank meines Fachbereichs (im Gegensatz zu juristischen Aussagen) mit besonders viel Selbstvertrauen sagen:
    Das Smartphone hat als Technik Eingang in das allgemeine Praxiswissen der Gesellschaft (vgl. Schulz-Schäffer, I. (2000). Sozialtheorie der Technik. Frankfurt/Main: Campus Verlag GmbH) erlangt, während eine Puppe von der allgemeinen Bevölkerung und erst recht von Kindern nicht in erster Linie als "Smartpuppe" erkannt wird.

  13. Re: Interessant ...

    Autor: Anonymouse 17.02.17 - 15:58

    thecrew schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > In dieser Puppe aber schon, weil sie genau als eine solche Puppe mit der
    > man sprechen kann beworben wird. Ein kleiner Robot mit dem du sprechen
    > kannst und der auch per BT oder Wlan angebunden ist wäre demnach dann auch
    > illegal. Oder nicht?
    > Was unterschiedet ihn von einem Roboterpupppe mit Internetverbindung.?
    >
    > Ich verstehe das völlig wenn sowas nur gebaut wurde um jemanden abzuhören
    > aber in diesem Fall ist doch die Puppe extra als Smartpuppe so beworben
    > (Man könnte sie also auch als BOT bezeichnen).

    Das Problem ist doch im Artikel beschrieben. Nicht gelesen?

  14. Re: Interessant ...

    Autor: Kirschkuchen 17.02.17 - 16:04

    Was ist mit SmartWatches mit eingebauter Kamera/Mikrophon? Für den Laien nicht als aufnahmetauglich erkennbar und WLAN/Bluetooth haben auch die Meisten.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.02.17 16:05 durch Kirschkuchen.

  15. Re: Und wo liegt nun der Unterschied zu Alexa?

    Autor: Berner Rösti 17.02.17 - 16:13

    M.P. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > dergnu schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich kenne das Gerät nur von Erzählungen. Wohin funkt es denn die
    > Aufnahmen
    > > und zu welchem Zweck?
    >
    > Eingebautes Mikrofon und WLAN-Verbindung -> beide Kriterien erfüllt...
    > Soweit ich weiß, wird die Spracherkennung auch nicht im Gerät selber
    > gemacht...

    Das Gerät kann nicht unbemerkt Gespräche belauschen und irgendwohin senden.

    Es muss zunächst vom Nutzer aktiviert werden -- wahlweise per Knopfdruck oder über ein Sprachkommando.

    Das Gerät "hört" nicht permanent mit. Die Erkennung des Sprachkommandos erfolgt im Gerät. Erst dann werden die gesprochenen Wörter aufgezeichnet und ans Amazon-Rechenzentrum zur Auswertung gesendet.

    Sobald dies aktiv ist, geht die Signalleuchte an. Des weiteren gibt es nach kurzer Zeit ein akustisches Feedback in Form einer Antwort.

  16. Re: Interessant ...

    Autor: Anonymouse 17.02.17 - 17:21

    Kirschkuchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was ist mit SmartWatches mit eingebauter Kamera/Mikrophon? Für den Laien
    > nicht als aufnahmetauglich erkennbar und WLAN/Bluetooth haben auch die
    > Meisten.

    Warum erwartest du von mir, dass ich hier nun jeden Sachverhalt bzgl. des Gesetzes kläre?

  17. Re: Und wo liegt nun der Unterschied zu Alexa?

    Autor: Oktavian 17.02.17 - 18:41

    > Bei Amazon ist es wie bei vielen Firmen auch ein Geschäftsmodell Daten zu
    > sammeln (zu spionieren). Doch da der Benutzer blind den AGBs zugestimmt
    > hat, kann rein juristisch nicht nicht von "unbemerkt abhören" oder
    > "Spionage" die Rede sein oder irre ich mich da?

    Das ist schon ein ganz wesentlicher Punkt. Das Gerät tut es weder unbemerkt, noch tarnt es sich als ein Gegenstand völlig anderer Art. Also gilt weder TKG 90 noch StGB 201.

    > Aber nur weil etwas
    > elektronisch verarbeitet wird, heißt es ja noch lange nicht, dass man
    > machen darf was man will! Selbst in der Spionage werden heute viele Sachen
    > elektronisch verarbeitet, das macht die Sache noch lange nicht legal.

    Für TMG 90 ist das schon entscheidend, denn dort ist von "abhören" die rede, nicht von verarbeiten, interpretieren oder ähnlichem. Aber natürlich kann auch elektronische Verarbeitung illegal sein, nur eben nicht mit diesem Gesetz.

  18. Re: Und wo liegt nun der Unterschied zu Alexa?

    Autor: Oktavian 17.02.17 - 18:44

    > Das ist bei der Puppe ja wohl auch nicht anders. Wobei man bei dem tollen
    > Gesetzestext-Bandwurmsatz mit einem Haufen Unds und Oders nicht so genau
    > erkennen kann, welche Bedingungen notwenig sind und welche alternativ.

    Doch, kann man, TMG 90 ist schon einer der besseren Paragraphen in diesem Werk. Mein Jura-Prof. für Bürgerliches Recht meinte immer, wenn sie einen Paragraphen lesen und meinen, sie hätten ihn nach dem ersten lesen verstanden, lesen sie ihn nochmal. Und wenn sie nach dem lesen meinen, es sind Uneindeutigkeiten oder Redundanzen drin, lesen sie nochmal. Das galt aus seiner Sicht insbesondere für das BGB als handwerklich gutes Gesetz. TMG ist aber auch okay.

    Ich arbeite gerade intensiv an der EU-DSGVO, die ist echt schlecht gemacht, so richtig schlecht.

  19. Re: Und wo liegt nun der Unterschied zu Alexa?

    Autor: radnerd 17.02.17 - 19:19

    Soweit ich das bisher verstanden habe, gibt es noch einen kleinen, aber wesentlichen Unterschied zu Amazon Echo.

    Dazu habe ich mir eben mal extra eine Handvoll Youtube-Videos angeschaut, in denen häufig Kinder stolz ihre Cayla präsentieren. Also nicht die Werbevideos.
    Es sieht ganz so aus, dass die Puppe nach Aktivierung tatsächlich "always on" ist. Also permanent lauscht und dann reagiert, wenn sie eine Frage oder Antwort erkannt hat.
    Zumindest konnte ich keine Schnitte erkennen und es gab keine sichtbaren Trigger.
    Cayla muss per App einmal in den Aufnahmemodus versetzt werden - aber danach konnte ich keine Trigger mehr erkennen.

    Bei Echo braucht es immer erst ein Keyword. "Alexa", "Echo", "Amazon" und neuerdings auch "Computer". Dieses Keyword wird lokal erkannt und nur die darauf folgenden Sprachaufnahme zur Analyse an Amazon zur Auswertung gesendet.

    Träger eines Aluhuts werden nun argumentieren, dass das ja bei weitem keine Sicherheit bedeutet usw. Ich konnte in meinem Netzwerk bisher zumindest keinen Traffic von Echo feststellen, den ich nicht getriggert hatte. Und wenn die Übertragung getriggert war, dann waren die Pakete in der Größe nicht ausreichend, um irgendwie alles, was stundenlang gespeichert wurde, "versteckt" mit zu übertragen.

    Nur eine subjektive Beobachtung - aber sollte Cayla wirklich ohne Trigger aufzeichnen und senden, ist das schon ein großer Unterschied im Standardverhalten.

  20. Re: Und wo liegt nun der Unterschied zu Alexa?

    Autor: thinksimple 17.02.17 - 23:09

    Also wie ich das jetzt in anderen Artikeln gelesen habe kann sich jedes BT-Gerät im Umkreist von 10m mit der püppi verbinden und dann mithören was gesprochen wird.
    Die püppi hat keinerlei Sicherungen gegen so einen zugriff.
    Also ist es eine getarnte Wanze die das gesprochene Wort sendet und an x-beliebige Empfänger übermitteln kann.
    Der Verbraucherschutz hat dies schon öfter bemängelt.


    Mal so gesponnen:
    Du jubelst der Tochter eines Anwalts so ein Püppi unter und kannst den Typen damit abhören.

    Mit Vision only hört man ja nix mehr....

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