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Vorsintflutliche Rechtslage in Deutschland

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  1. Vorsintflutliche Rechtslage in Deutschland

    Autor: spyro2000 14.10.21 - 08:40

    Dass das Aufdecken von Sicherheitslücken immer noch solche massiv negtiven Folgen für die solche Leute hat, ist einfach nur beschämend. Dass ein Richter eine solche Anordnung treffen kann obwohl ja die aufgedeckte Sicherheitslücke gerade nahelegt, dass alle Shops untereinander freien Zugriff haben, spricht ebenfalls Bände.

    Shoot the messenger, im Jahr 2021 in Deutschlands IT-Wesen offenbar noch verbreitet und vom Staat durchgesetzt.

  2. Re: Vorsintflutliche Rechtslage in Deutschland

    Autor: Prypjat 14.10.21 - 08:57

    Ich würde dem Richter da keinen Vorwurf machen, denn Richter handeln nur nach den Fakten die Ihnen vorgelegt werden.
    Wenn in den Fakten steht, dass da ein pöser Pup die Firma gehackt hat und Zugriff auf Abertausende Datensätze hatte, dann müssen die das erst mal glauben.
    Aber umso öfter solche Fehlentscheidungen getroffen werden, umso sensibler werden auch irgendwann die Richter werden und nicht mehr alles so ohne weiteres durchwinken.

  3. Re: Vorsintflutliche Rechtslage in Deutschland

    Autor: theFiend 14.10.21 - 09:00

    Prypjat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Wenn in den Fakten steht, dass da ein pöser Pup die Firma gehackt hat und
    > Zugriff auf Abertausende Datensätze hatte, dann müssen die das erst mal
    > glauben.

    Der Richter jain, aber eigentlich hätte der zuständige Staatsanwalt vorher mal schlicht ermitteln können. Es ist ja nicht gerade so das 3 Monate später noch gefahr im Verzug wäre, also hätte man schlicht mal Ermitteln können ob es z.B. bei besagter Firma wirklich eine Zusammenarbeit gab, in deren Zuge man sowas aufdecken konnte... oder schlicht den Beschuldigten vorladen.

    Das Problem ist halt, wie hier schon mehrere sagten, die schlechte IT Bildung vieler Leute. Da gibts dann noch immer diesen schnellschluss "irgendwo steht Hacker, also alles kriminell"...

  4. Re: Vorsintflutliche Rechtslage in Deutschland

    Autor: Iruwen 14.10.21 - 09:16

    Die benutzen noch Schreibmaschinen.

  5. Re: Vorsintflutliche Rechtslage in Deutschland

    Autor: Mangnoppa 14.10.21 - 09:47

    Naja, nach der momentanen, zugegebener Maßen veralteten und schwachsinnigen, Rechtslage ist der Zugriff auf diese Daten rechtswidrig. Eine Anzeige muss aber von den Polizeibehörden und der Staatsanwaltschaft verfolgt werden. Und dazu müssen Beweise gesichert werden.
    Dass hier einer Firma die Arbeitsgrundlage und somit Einkommen der Eigner und Beschäftigten geraubt wird ist einfach nur beschissen und ich hoffe und wünsche der Firma, dass sie sich von dem Vorfall wieder erholt und sich die Rechtsprechung in eine Richtung entwickelt die es Sicherheitsforschern ermöglicht diese Fehler (hier eher Fehlverhalten des Anbieters der Software) melden zu können ohne juristische Repressalien fürchten zu müssen.

    Wenn sich ein "ethischer Hacker" schon ethisch korrekt verhält, sollte sich der Empfänger ebenfalls ethisch korrekt verhalten. Ungeachtet der momentanen Rechtslage. Aber dieses unendlich dumme Abstreiten der Fakten... Da fällt einem echt nichts mehr ein und ich kann einfach nur den Kopf schütteln.

  6. Re: Vorsintflutliche Rechtslage in Deutschland

    Autor: Boandlgramer 14.10.21 - 10:06

    Wir kennen die Vorgänge hinter den Kulissen nicht.

    Sollte der Vorgang wirklich lediglich auf der Anzeige der IT-Firma aus Mordor stammen, dann würde ich auch erstmal die Schuld auf eine eklatante Inkompetenz bei der Staatsanwaltschaft schieben. Und ich habe einige Jahre für Staatsanwaltschaften (und Polizeien und Gerichte) gearbeitet und kann sagen, die Kompentenzen sind dort maximal ungleich verteilt.

    Nichtsdestotrotz hätte der Richter - auch wenn er nicht unmittelbar dazu angehalten ist - das durchaus gründlicher überprüfen und dann auch stoppen können. Dem setzt allerdings das latente Aushungern der Justiz einen Riegel vor, der verhindern soll, dass sich auch Arme Gerechtigkeit leisten können - und dass Richter die Polizei und Staatsanwaltschaften überprüfen.

    Es gibt aber noch eine dritte Variante, die ein anderer Poster hier irgendwo schon anklingen ließ: Die Weisungsgebundenheit der Staatsanwaltschaften macht die zu Spielbällen der Politik - und da müssen in der Tat nur die Richtigen zusammen Golf spielen, damit auch ein Verfahren durchgeprügelt wird, dass bereits im Ansatz falsch ist.

    Deswegen fällt es mir schwer, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen - denn wenn ich das tue, muss ich die BRD ebenfalls als Unrechtsstaat bezeichnen, weil dort solche interessengeleitete Verfahren an allen Regeln des Rechtsstaates vorbei nicht nur möglich sind, sondern effektiv passieren.

    An der Stelle kann man mal wieder auf die großen Justizskandale verweisen wie Mollath oder Harry Wörz, Schottdorf oder auch die verschwundene Festplatte des Max Strauß. Die bayrische Justiz ist offenbar auch besonders anfällig... ;) Allerdings gibt's woanders auch schöne Geschichten wie etwa die Urteile des Richters Gnadenlos oder die skandalösen Urteile im Medienrecht in Hamburg.

    Die Rechtslage ist an sich nicht so schlecht, aber beginnend mit den RAF-Prozessen, als sich Juristen, die im dritten Reich sozialisiert wurden, über den Rechtsstaat erhoben, um politischen Zielen mit juristischen Mitteln zur Durchsetzung zu verhelfen, hat sich die Politik dieses Werkzeugs immer öfter und mit immer weniger Skrupel bemächtigt.

    Und fast immer, wenn es stinkt, hat es mit Weisungen zu tun....

  7. Re: Vorsintflutliche Rechtslage in Deutschland

    Autor: tomatentee 14.10.21 - 11:10

    Prypjat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Aber umso öfter solche Fehlentscheidungen getroffen werden, umso sensibler
    > werden auch irgendwann die Richter werden und nicht mehr alles so ohne
    > weiteres durchwinken.
    >
    Haha, na klar. Wenn Juristen für eins bekannt sind dann ja wohl ihre Fehlerkultur :-D

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