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Wieso denn so umständlich?
Autor: wonoscho 01.07.19 - 16:37
Wenn man schon ein RFID Bezugsystem hat, wieso muss der Kunde dann noch Fahrscheine buchen? Das System registriert wo man ein- aussteigt. Die Fahrstrecke ist also bekannt, und der Preis könnte automatisch abgebucht werden.
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Re: Wieso denn so umständlich?
Autor: sphere 01.07.19 - 17:07
Das System registriert nur dann, wo man aussteigt, sofern man auch am Ausgang eine Schranke hat bzw. einen Check-out-Kontaktpunkt in Bus oder Tram. Man braucht also in der Metro entsprechend viele Schranken mit RFID-Leser in Ausgangsrichtung und die Geschwindigkeit beim Verlassen der Station dürfte niedriger sein, als wenn kein Ticket gebraucht wird. Vielleicht lassen die räumlichen Gegebenheiten das nicht zu - wir wissen es nicht.
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Re: Wieso denn so umständlich?
Autor: Anonymer Nutzer 01.07.19 - 18:10
busse und bahnen haben so spezielle durchgänge namens "türen" zum einsteigen und austeigen, oder nicht?
nur kann man sich den abrechnungs/verfolgungsprill aber auch gänzlich sparen, öpnv und ökologisch weniger schädlicher fernververkehr sind schließlich ein öffentliches anliegen, touristen und geschäftreisende können an der grenze oder dem fluchhafen ihrer einreise dafür ablass leisten.
oder ist hier wer dafür die luft mehr als nötig zu verpesten und würde und nen zwölf stunden joyride von berlin nach münchen und zurück im bitte immer vollem ice machen wollen, nur um ein eis dort zu schlabbern?
2 mal bearbeitet, zuletzt am 01.07.19 18:29 durch ML82. -
Re: Wieso denn so umständlich?
Autor: Sandeeh 01.07.19 - 18:25
sphere schrieb:
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> Das System registriert nur dann, wo man aussteigt, sofern man auch am
> Ausgang eine Schranke hat bzw. einen Check-out-Kontaktpunkt in Bus oder
> Tram. Man braucht also in der Metro entsprechend viele Schranken mit
> RFID-Leser in Ausgangsrichtung und die Geschwindigkeit beim Verlassen der
> Station dürfte niedriger sein, als wenn kein Ticket gebraucht wird.
> Vielleicht lassen die räumlichen Gegebenheiten das nicht zu - wir wissen es
> nicht.
Sehr unwahrscheinlich, das die räumlichen Gegebenheiten soetwas verhindern - andere Verkehrssysteme hatten sehr wahrscheinlich ähnliche Probleme und Lösungen gefunden - Best Practice anwenden!
Normalerweise sind diese "Fare Gates" bidirektionell gestaltet, die Richtung kann je nach Fahrgastaufkommen fix umgeschaltet werden - oder durch den Fahrgast selbst. Ein verringerter Durchsatz ist auch kein Argument, wenn man sich die japanische Lösung anschaut: hier sind die Fare Gates immer offen und schließen nur, wenn man ohne gültiges "Ticket" versucht durchzulaufen. Sehr clever! In den Niederlanden kann man teilweise auch sehen, das die FareGates nachträglich in den Bahnhof integriert wurden, (weil einfach auf dem Boden montiert).
Da muss nicht viel umgebaut werden sondern einfach nur die Passagierströme richtig erfasst und die Aufstellorte richtig geplant werden.
Grüße, Sandeeh -
Re: Wieso denn so umständlich?
Autor: Anonymer Nutzer 01.07.19 - 18:33
nachtrag, und wenn wer das doch macht, nungut, ist das seine lebenszeit, und wenn das stört ist das ausdruck eines mangels an beförderungskapazitäten.
freie fahrt für freie bürger!
und nein kostenlos ist das nicht, nur der kostenträger wäre ein anderer.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.07.19 18:37 durch ML82. -
Re: Wieso denn so umständlich?
Autor: goto10 01.07.19 - 20:33
wonoscho schrieb:
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> Wenn man schon ein RFID Bezugsystem hat, wieso muss der Kunde dann noch
> Fahrscheine buchen? Das System registriert wo man ein- aussteigt. Die
> Fahrstrecke ist also bekannt, und der Preis könnte automatisch abgebucht
> werden.
Ich will aber gar nicht das die Betreiber wissen das ICH von A nach B gefahren bin. Wenn die Karte nicht anonym ist, will ich sie nicht. Wenn ich einen Fahrschein will hat niemand zu fragen wer ich bin.
Big Brother nein Danke. -
Re: Wieso denn so umständlich?
Autor: Anonymer Nutzer 01.07.19 - 22:10
dito. es hat keinen zu inzteressieren ob ich zu meinenem erkranktem verwandtem unterwegs bin oder zur demoplanung gegen die immer falschen vorhaben der regierung, netzneutralität/freiheit schließt das für mich ein, das eine oder andere preis zugeben würde mich angreifbar machen.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.07.19 22:11 durch ML82. -
Re: Wieso denn so umständlich?
Autor: DASPRiD 01.07.19 - 22:48
sphere schrieb:
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> Das System registriert nur dann, wo man aussteigt, sofern man auch am
> Ausgang eine Schranke hat bzw. einen Check-out-Kontaktpunkt in Bus oder
> Tram. Man braucht also in der Metro entsprechend viele Schranken mit
> RFID-Leser in Ausgangsrichtung und die Geschwindigkeit beim Verlassen der
> Station dürfte niedriger sein, als wenn kein Ticket gebraucht wird.
> Vielleicht lassen die räumlichen Gegebenheiten das nicht zu - wir wissen es
> nicht.
Also in den Niederlande (Amsterdam z. B.) funktioniert das mit den RFID Karten wunderbar. Wenn man beim Aussteigen vergisst, auszuchecken, wird halt bis zur Endstation abgerechnet. -
Re: Wieso denn so umständlich?
Autor: sphere 02.07.19 - 05:32
ML82 schrieb:
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> busse und bahnen haben so spezielle durchgänge namens "türen" zum
> einsteigen und austeigen, oder nicht?
Inwiefern widerspricht das dem was ich schrieb? Nur durch die Tür zu gehen reicht halt nicht, um ein RFID-Tag (eindeutig) zu erfassen. Der User muss die Karte schon an einen Kontaktpunkt halten - das ist das was ich auch sagte. Läuft zB so in Bussen und Trams in NL. -
Re: Wieso denn so umständlich?
Autor: ase (Golem.de) 02.07.19 - 08:30
Hallo,
Sandeeh schrieb:
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> Sehr unwahrscheinlich, das die räumlichen Gegebenheiten soetwas verhindern
> - andere Verkehrssysteme hatten sehr wahrscheinlich ähnliche Probleme und
> Lösungen gefunden - Best Practice anwenden!
Da wird es kompliziert. SmartNX-Karten, also das, was üblicherweise in Deutschland genutzt wird, brauchen zwischen 1 und 2 Sekunden für die Registrierung. Man muss also - ähnlich Mautstellen - viel Platz schaffen. Gerade bei alten U-Bahnsystemen, die knapp unter Grund und mit engen Eingängen gebaut wurden, fehlt der aber. Dann bietet sich an eher nur Check-In zu machen und pauschal abzurechnen. Normalerweise sind kommende Fahrgäste eher verteilt. Während das Entladen eines Zuges geballt Last auf die Schranken setzt.
> Normalerweise sind diese "Fare Gates" bidirektionell gestaltet, die
> Richtung kann je nach Fahrgastaufkommen fix umgeschaltet werden - oder
> durch den Fahrgast selbst.
Kommt auf die Stadt an, manchmal auch auf das Tarifsystem. Barcelona prüft das Ticket beim Aussteigen nur bei Bahnen, die außerhalb der Innenzonen fahren. FGC teils auch innerhalb, kommt auf die Fahrtrichtung an.
> Ein verringerter Durchsatz ist auch kein
> Argument, wenn man sich die japanische Lösung anschaut: hier sind die Fare
> Gates immer offen und schließen nur, wenn man ohne gültiges "Ticket"
> versucht durchzulaufen.
Japans System ist eines der schnellsten weltweit, wenn nicht sogar das schnellste. Wobei es einige Tarifkarten gibt, die etwas langsamer sind. Die großen Systeme, die fast im gesamten Land funktionieren, sind aber extrem fix.
> Da muss nicht viel umgebaut werden sondern einfach nur die Passagierströme
> richtig erfasst und die Aufstellorte richtig geplant werden.
In Berlin gibt es Bahnhöfe, die schon ohne Gates nahe an der Kapazität sind. Friedrichstraße etwa zur U-Bahn. Zoo könnte bisweilen auch unangenehm werden, weil Umsteiger von Einsteigern (oder Umsteigern der großen Bahn) separiert werden müssten und dann wird es eng.
Mit dem langsamen E-Ticket Deutschland IMHO nicht machbar und selbst Suica aus Japan wird da vermutlich nichts.
gruß
-Andy (Golem.de) -
Re: Wieso denn so umständlich?
Autor: lestard 02.07.19 - 13:32
Der Betreiber weiß, dass Karte X von A nach B gefahren ist. In wessen Tasche die gerade steckt weiß der Betreiber nicht. Also zumindest nicht zwingend. In Japan ist die Karte z.B. anonym.



