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Die Piraten haben versagt, weil sie keine Antwort haben

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  1. Die Piraten haben versagt, weil sie keine Antwort haben

    Autor: Malocchio 05.06.14 - 14:55

    Oder, mit der Totalüberwachung haben sie nicht gerechnet. In ihr Weltbild passt es nicht hinein.

    "Häh?!?" Ok, ich erkläre das einmal.

    Wenn wir uns einmal daran erinnern, wie die Piraten angefangen haben, mit welchen Ideen und vor allem welcher Technik sie die Politik revolutionieren wollten, bitte. Da sind u.A. die Stammtische im Mumble, Etherpads, ganz groß Liquid Democracy, um das es still geworden ist und nicht zuletzt Facebook und kurz vor ihrem Niedergang Twitter.

    Ich würde sogar behaupten Twitter hat zu ihren Niedergang mit beigetragen, weil es interne Konflikte in die Öffentlichkeit geholt hat. Aber das ist ein anderes Thema. Hier geht's ja darum, warum die Piraten auf die Totalüberwachung keine Antwort haben.

    Warum können sie nun keine Antwort haben? Weil egal welche Antwort sie haben, sie selbst und auch ihre Ideologie von der Totalüberwachung allumfassend betroffen sind. Wer sein politisches Handeln in und auf einen total überwachten Raum anwendet, der sabotiert sich selbst.

    Die Welt hat erfahren, dass alle Kommunikation abgehört werden soll, sofern sie abgehört werden kann, und somit verliert man das Vertrauen in diese Kommunikation. Die Dienste die die Piraten benutzen sind von Grund auf unverschlüsselt, der Wille zur Verschlüsselung ist bei ihnen genauso mau wie beim Rest der Online-User, und mehr noch, wenn man sich in ein verschlüsseltes Dark Net zurück ziehen würde, widerspräche das der Ideologie der Piraten. Dann ist das andere Problem die Affinität der Piraten zu kostenlosen Diensten von Google, Facebook und Twitter. Es herrscht hier keine politische Unabhängigkeit von diesen Konzernen, die an der Totalüberwachung maßgeblich Mitschuld sind. Die Piraten haben ihre politische Arbei von diesen Diensten abhängig gemacht, weil sie anscheinend später kaum noch Lust und Leute hatten, die ihre eigenen Plattformen benutzen oder weiterentwickeln wollten.

    Ein wichtiger Grund für das Schweigen der Piraten, ist wohl auch, dass sie sowieso im Sturzflug sind, und eh keiner mehr auf sie hört. Das halte ich allerdings für weniger wichtig, denn ich will nicht glauben, dass man da nichts Öffentlichwirksames hätte machen können.

    Dann gibt es auch nicht zuletzt Strömungen bei den Piraten, die das verfassungsrechtlich garantierte Grundrecht auf Privatssphäre für unnötig halten. Auch wenn das nur eine Minderheit innerhalb der Piraten ist, zeigt es doch, was für ein Nährboden diese Partei so manchen Spinnern bietet. Die Spackeria fühlt sich anscheinend noch bestätigt durch die NSA-Enthüllungen...

    Aber nicht zuletzt ist die Ausrichtung der Grundwerte der Mitglieder, die Demographie entscheidend. Womit sind die Piraten denn ursprünglich angetreten? Urheberrecht, das Recht auf Privatkopie, Software-Patente abschaffen, usw. Überwachung war von Anfang an wenn überhaupt nur ein Nebenthema der Piraten. Man arbeitete sich damals an der Vorratsdatenspeicherung ab, aber das muss man hier auch wieder nur im Zusammenhang mit den Urheberrechtsverletzungen sehen. Die Motivation war dann wohl doch vor allem lediglich die Angst vor Strafverfolgung bei Filesharing.

    Das derzeitige Problem der Totalüberwachung ist nicht mit Verhindern von Gesetzen zu lösen, weil es ein strukturelles Problem ist. Es ist die Infrastruktur selbst, die totalitäre Überwachung möglich macht, ja geradezu dazu einlädt. Diese Netzinfrastrutktur, Cloud-Dienste, GSM-Funknetze usw. ist allerdings auch die Grundlage all jender Gadgets und Sozialen Medien, die die Piraten so lieben gelernt haben. Man kann von diesen Leuten dann auch nicht verlangen, dass sie Facebook, Twitter, Smartphones und all dies und jenes hinter sich lassen, und was IT anbelangt wieder mit den Bare Essentials weitermachen. Die sind einfach nicht dazu in Lage oder Willens, das ist nicht ihre Welt. Ich würde fast sagen, die Piraten sind Teil vom Überwachungskomplex, natürlich als Opfer, die sich selbst nicht befreien können und wollen. Wenn sie sich schon nicht selbst befreien können, wie sollen sie anderen dabei helfen?

  2. Re: Die Piraten haben versagt, weil sie keine Antwort haben

    Autor: spiderbit 06.06.14 - 17:51

    selten so viel blödsinn gelesen:

    1. "die piraten sind still", nur weil keiner hin hört heißts nicht das sie nicht überwall wo sie können aufschreien, wenn die Medien keine Kameras mehr schicken oder die aufnahmen in der Schublade landen oder niemand mehr drüber schreibt oder wenig zumindest, dann ist das nich tdie schuld der Piraten.

    2. "die piraten haben keine Antworten" ... auf die überwachung, das stimmt schicht nicht keine einzige totale lösende Antwort von jetzt auf gleich.

    Aber sehr wohl einige gute schritte wo keine andere Partei höchstens vielleicht die Linken mit gegangen sind.

    2.1 zum einen wollen sie wenn überhaupt über TTIP geredet wird, wobei ich mir schwer vorstellen kann das das irgendwie positiv geändert werden kann, dann nur mit gleichzeitigem anti-spionage-abkommen. Aber im endeffekt würde es auf ne Ablehnung von TTIP gehen.

    2.2 Aber was ganz konkretes, wo man z.B. was machen kann ist mit Großbritanien, dort könnte man ein Vertragsverletzungsverfahren starten, weil in den EU-Verträgen sowas verboten ist. Alle anderen Parteien lehnen das ab (außer vielleicht linken).

    2.3 sie wollen Snowden Asyl hier gewähren und her holen.

    Das sind doch sehr konkrete antworten, Und das sind nur die sachen die ich am Rande mit gekriegt habe, im Parteiprogramm stehen sicher noch weitere Massnahmen oder "Antworten".

    3. "eine kleine Gruppierung der Piraten ist gegen Verschlüsselung", ja und zeig mir bitte nicht eine Partei ohne solche Gruppierungen, auch in der SPD oder CDU oder Grünen gibts einzelne die für Euro-austritt sind. etc. Das entscheidende ist wofür kriegt man mehrheiten udn wofür nicht.

    Willst an dem Tag an dem ein Republikaner in den Bundestag kommt das Parlament schließen, weil ein spinner drin sitzt?

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