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Die Wahrheit über GA
Autor: /mecki78 14.11.19 - 15:20
Die Wahrheit über GA (Google Analytics) ist, dass es fast jede größere Webseite und App heute einsetzt, obwohl es den meisten so gut wie gar nichts bringt, denn selten bis gar nicht haben die jemals irgend eine bahnbrechende neue Erkenntnis durch den Einsatz von GA erlangen können (sofern sie überhaupt jemals die Daten vernünftig auswerten, weil schon das machen die meisten ja kaum).
Jetzt könnte man sagen, ist ja egal, aber ist es nicht, denn hier werden massiv Daten von Nutzern zusammen getragen, die danach nicht nur den Betreiber selber, sondern auch Google zur Verfügung stehen. Diese Daten sind nur scheinanonymisiert, so dass der Betreiber selber sie nicht zuordnen kann (wobei auch das kann er umgehen!), Google hingegen könnte diese Daten mit ihren gigantischen anderen Datensätzen abgleichen und damit problemlos die anonymisierung wieder aufheben. Offiziell sagen sie natürlich, das würden sie niemals tun, aber bemerken würde es auch niemand, wenn sie es tun. Davon ab, was Google sagt ist das eine, was irgend ein Google Mitarbeiter still und heimlich so treibt, ist etwas anderes.
/Mecki -
Re: Die Wahrheit über GA
Autor: Anonymer Nutzer 14.11.19 - 15:44
/mecki78 schrieb:
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> Die Wahrheit über GA (Google Analytics) ist, dass es fast jede größere
> Webseite und App heute einsetzt, obwohl es den meisten so gut wie gar
> nichts bringt, denn selten bis gar nicht haben die jemals irgend eine
> bahnbrechende neue Erkenntnis durch den Einsatz von GA erlangen können
> (sofern sie überhaupt jemals die Daten vernünftig auswerten, weil schon das
> machen die meisten ja kaum).
Dem kann ich zu 100% zustimmen.
Ich habe auch jahrelang GA in diversen Webprojekten genutzt, und mir vielleicht mal die pageviews/visits angesehen (alle paar Monate), vielleicht noch die Zugriffe auf einzelne Seiten.
Aber dafür ist es Wahnsinn sämtliche Nutzungsdaten an Google weiterzugeben.
Google kann natürlich viel mehr mit den Daten anfangen, das ist ihr Geschäft. Damit werden Nutzerprofile verbessert und mit Machine Learning kann man bestimmt auch viel herausfinden (eben weit mehr als der eigentliche Website Betreiber mit den Daten machen kann).
Darum: Matomo, idealerweise am eigenen Server installiert.
Einen geeigneten Server bekommt man etwa bei Hetzner um 3 EUR im Monat (der kleinste virtuelle "Cloud" Server reicht meist völlig).
Da kann man dann nur selbst auf die Daten zugreifen, und sie auch jederzeit per Klick löschen/anonymisieren etc. -
Re: Die Wahrheit über GA
Autor: /mecki78 14.11.19 - 16:00
fox82 schrieb:
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> Darum: Matomo, idealerweise am eigenen Server installiert.
Danke dafür. Matomo kannte ich noch gar nicht, aber werde ich mir mal näher anschauen. Wenn das seinen Zweck erfüllt, dann werde ich das gerne mal beim nächsten internen Meeting bei meinem Arbeitgeber ins gespräch bringen.
Aktuell ist der Zeitpunkt dafür gut, weil wir est kürzlich mal unter die Lupe genommen haben, welche Dienste wir selber hosten und welche in der Cloud und dann diese Aufteilung mal grundsätzlich hinterfragt haben. Das Ergebnis war, das ein paar weniger wichtige Dienste in die Cloud gewandert sind, weil es hier fertige Anbieter für gibt, die uns weniger kosten, als das selber zu hosten, wir aber auch ganz viele Dienste wieder zu uns zurück geholt haben und jetzt doch wieder lieber selber hosten, weil sich heraus gestellt hat, dass die uns in der Cloud nur teurer kommen und im Zweifel eben oben drauf auch noch unseren Datenschutz bzw. unsere Netzwerksicherheit gefährden. Cloud ist schon cool, aber man sollte es sinnvoll und mit Bedacht einsetzen und nicht pauschal alles in die Cloud verlagern, nur weil man es theoretisch könnte.
/Mecki -
Re: Die Wahrheit über GA
Autor: berritorre 14.11.19 - 17:37
Matomo (früher Piwik, ganz früher phpMyVisites) ist doch eigentlich sehr bekannt und vor allem im deutschen Raum (in dem Traditionell der Datenschutz schon immer relativ hoch gehalten wurde) auch relativ verbreitet. Bietet sicher nicht alle Features wie GA, aber das scheint ja für deine Einsatzzwecke nicht so wichtig zu sein. Viele Ecommerce-Projekte werden die gesammelten Daten aber schon recht konsequent aus, nicht nur hin und wieder mal ein paar Pageviews, etc.
Aber für 95% der Webseiten da draussen würde Matomo/Piwik ganz sicher ausreichen. -
Re: Die Wahrheit über GA
Autor: /mecki78 14.11.19 - 17:50
berritorre schrieb:
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> Matomo (früher Piwik
Aha, Piwik hab ich schon mal gehört. Mich zwar auch nie näher damit befasst, aber hier sagt mir wenigstens der Name etwas. Matomo hingegen war mir gänzlich unbekannt.
> Bietet sicher nicht alle Features wie GA, aber das scheint ja
> für deine Einsatzzwecke nicht so wichtig zu sein.
Für das, was wir letztlich wirklich erfassen wollen, würde bestimmt auch noch etwas viel einfacheres reichen, aber da gibt es so Entscheider, die haben irgendwo gehört wie cool doch GA ist (ohne genau zu wissen, was das eigentlich ist oder wie es technisch umgesetzt ist) und meinen daher, dass wir das natürlich auch brauchen, weil das doch alle nutzen. Wohlgemerkt die werten die Daten nacher nicht selber aus, die haben GA noch nie von "innen" gesehen.
/Mecki -
Re: Die Wahrheit über GA
Autor: Yash 14.11.19 - 23:09
Bei den Projekten die ich betreue wird GA nicht einfach nur so eingesetzt weil man es kann, sondern viele der gebotenen Funktionen werden teilweise bis in die kleinsten Details genutzt. Aber die Firmen nehmen das Thema auch ernst und installieren nicht einfach irgendwelche Tools ohne sie zu nutzen.
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Re: Die Wahrheit über GA
Autor: Anonymer Nutzer 15.11.19 - 09:58
Bezüglich Auswerten der Daten im Ecommerce:
Wenn man das Ziel hat den User komplett nackt auszuziehen, und jede Bewegung zu verfolgen (auch über verschiedene Geräte hinweg, über verschiedene Webseiten, zeitlich gerne über Monate) dann sind die Tools von Google und auch Facebook sicher das Mittel der Wahl.
Dieses Ziel hat nur ein paar kleine Schönheitsfehler:
1) es ist höchstwahrscheinlich illegal - man wartet im Prinzip nur auf Gerichtsentscheidungen die feststellen, dass es wirklich illegal ist
2) die Daten werden dank Selbstverteidigung der User (Adblocker aller Art, blockende Browser wie Firefox, Firefox Klar...) sowieso immer ungenauer
3) echte freie Zustimmungen der User einzuholen ist kaum realistisch - und mit den Zustimmungstools vergrault man viele User auch (ich will mich kaum minutenlang durch zig Einstellungen klicken bevor ich eine Produktseite ansehen kann)
Wenn man nun datenschutzfreundlich tracken will (möglichst OHNE eine Zustimmung des Nutzers zu benötigen) dann wird das Ganze sowieso viel ungenauer. Und dann ist auch Matomo (Piwik) das Mittel der Wahl, denn das kann man ungenau einstellen, also IPs wirklich kürzen, KEINE Cookies setzen etc.
Und außerdem: Verkaufsdaten in der Warenwirtschaft sind die echte harte Metrik. Ein Produkt verkauft sich oder nicht. Das kann man exakt messen.
Dieses ganze "ich verfolge jeden Klick des Users überall und schaue am besten auch noch bei seinen Mausbewegungen zu" ist doch Voodoo. Da kann man ewig herumanalysieren, aber man weiß deshalb noch lange nicht was der Kunde denkt etc. -
Re: Die Wahrheit über GA
Autor: Yash 15.11.19 - 15:10
fox82 schrieb:
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> Und außerdem: Verkaufsdaten in der Warenwirtschaft sind die echte harte
> Metrik. Ein Produkt verkauft sich oder nicht. Das kann man exakt messen.
Wenn du aber wissen willst, warum es sich z.B. manchmal besser oder schlechter verkauft, dann nützen dir auch die Daten der Warenwirtschaft nichts. Dann benötigst du z.B. die Daten der ganzen Marketingkanäle... lag es jetzt am Newsletter dass das sonst schlecht verkaufte Produkt in den letzten zwei Wochen durch die Decke ging oder lag es an der Werbung bei einem Partnerportal?
Zu behaupten die ganzen Analysetool bringen nichts und alles was über Matomo hinausgeht sei unnötig ist halt völlig aus der Luft gegriffen und meiner Meinung nach auch nicht gültig. Es geht auch bei allen Projekten, die ich betreue, nicht darum den Nutzer auszuziehen (der einzelne Nutzer ist den ganzen Entscheidern völlig egal), sondern um Tendenzen um auf diesen Daten bessere Entscheidungen zu treffen. Man will ja nicht Lisa Maier oder Hans Wurst durch das Internet verfolgen, sondern wissen ob die Usergruppe in der Lisa Maier drin ist (z.B. durch das Geschlecht oder den Marketingkanal Newsletter) Kontakt aufnimmt weil der Button grün oder rot ist und ob die Usergruppe in der Hans Wurst drin ist mehr Umsatz über Google Shopping oder Shopping24 macht.
Aber bei meinen eigenen Webseiten nutze ich derzeit Borlabs Cookie für Wordpress und ich habe dort Zustimmungsraten für Analytics von 70 - 90% (je nach Zielgruppe; auf der IT-Webseite liegt es bei 70%, bei der Webseite für Gesundheit liegt es bei knapp 95%). Damit kann ich leben, das reicht um Entscheidungen zu treffen die Webseiten zu verbessern. -
Re: Die Wahrheit über GA
Autor: Anonymer Nutzer 16.11.19 - 10:57
Yash schrieb:
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> fox82 schrieb:
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> > Und außerdem: Verkaufsdaten in der Warenwirtschaft sind die echte harte
> > Metrik. Ein Produkt verkauft sich oder nicht. Das kann man exakt messen.
> Wenn du aber wissen willst, warum es sich z.B. manchmal besser oder
> schlechter verkauft, dann nützen dir auch die Daten der Warenwirtschaft
> nichts. Dann benötigst du z.B. die Daten der ganzen Marketingkanäle... lag
> es jetzt am Newsletter dass das sonst schlecht verkaufte Produkt in den
> letzten zwei Wochen durch die Decke ging oder lag es an der Werbung bei
> einem Partnerportal?
Kann man teilweise auch datenschutzfreundlich tracken.
Ich nutze zB bei allen Marketingmaßnahmen entsprechende Matomo-URLS (die Keyword, Kampagne... enthalten), und sehe dadurch was User machen die über eine bestimmte Werbung reinkommen.
Der Webshop hat auch Referrer-IDs (in der URL), man sieht also wenn ein Auftrag über einen bestimmten Kanal gekommen ist.
Das Datenschutzfreundliche Setup führt dazu dass es ungenauer ist, da ich keine Cookies dafür verwende kann ich zB Nutzer nicht über einen längeren Zeitraum verfolgen, sondern nur solange sie dieselbe IP und dasselbe Gerät nutzen (und das auch nicht 100% exakt, klar).
Weiters fließen keine Daten zu anderen Firmen, wie Google (Adwords Tracking), Microsoft, Preisportale...
- das halte ich aus Datenschutzsicht für den Hauptvorteil.
Aus Kundensicht finde ich es schockierend wenn ich in einem Webshop eine Bestellung abschließe, und der Webshop dann an etwa 10 fremde Firmen petzt was genau ich gekauft habe.
Das kanns doch nicht sein. Ich hatte da auch mal eine Diskussion mit einem Lieferanten, ich sagte ihm "hey ich finde eure Produkte gut, habe schon mehr als 10x bei euch eingekauft, komme immer wieder - aber warum müsst ihr jeden meiner Käufe an billiger de, idealo, google, bing... melden?"
Der Shop hat jetzt wesentlich weniger Tracking eingebaut, dürfte also etwas genutzt haben.
> Zu behaupten die ganzen Analysetool bringen nichts und alles was über
> Matomo hinausgeht sei unnötig ist halt völlig aus der Luft gegriffen und
> meiner Meinung nach auch nicht gültig. Es geht auch bei allen Projekten,
> die ich betreue, nicht darum den Nutzer auszuziehen (der einzelne Nutzer
> ist den ganzen Entscheidern völlig egal), sondern um Tendenzen um auf
> diesen Daten bessere Entscheidungen zu treffen. Man will ja nicht Lisa
> Maier oder Hans Wurst durch das Internet verfolgen, sondern wissen ob die
> Usergruppe in der Lisa Maier drin ist (z.B. durch das Geschlecht oder den
> Marketingkanal Newsletter) Kontakt aufnimmt weil der Button grün oder rot
> ist und ob die Usergruppe in der Hans Wurst drin ist mehr Umsatz über
> Google Shopping oder Shopping24 macht.
Ich kann diese Argumentation nachvollziehen, habe es auch viele Jahre so gehandhabt.
Ja, für den Shopbetreiber sind einzelne Personen irrelevant - darum habe ich auch viele Jahre lang nicht verstanden wo das Problem beim Tracking liegt, schließlich sehe ich in Google Analytics doch noch irgendwelche Summen, und keine persönlichen Daten.
Nein, das Problem ist die Weitergabe der Daten an große Datensammler, die dann WESENTLICH mehr mit den Daten anfangen können als der einzelne Shopbetreiber. Denn Google oder Facebook bekommen eben fast von JEDER Website (und App!) diese Daten. Und das ist kritisch.
Die Statistiken mit denen der Shopbetreiber abgespeist wird eher nicht.
> Aber bei meinen eigenen Webseiten nutze ich derzeit Borlabs Cookie für
> Wordpress und ich habe dort Zustimmungsraten für Analytics von 70 - 90% (je
> nach Zielgruppe; auf der IT-Webseite liegt es bei 70%, bei der Webseite für
> Gesundheit liegt es bei knapp 95%). Damit kann ich leben, das reicht um
> Entscheidungen zu treffen die Webseiten zu verbessern.
Probier mal Matomo (kann man einfach selbst hosten, virtueller Cloud Server etwa bei hetzner für ein paar Euro reicht), ohne Cookies, mit Kürzung der IPs, mit Respektieren der "Do not Track" Einstellung des Browsers. Dafür ohne Zustimmung, ohne Cookie Banner...
Vielleicht reicht es ja um die gewünschten Erkenntnisse zu gewinnen?
Ich zumindest lese bei Matomo mehr raus als früher bei Google Analytics, weil es für meinen kleinen Shop / für meine geringen Anforderungen eben praktikabler ist (vor allem der "Besucher Log" ist bei kleinen Seiten sehr hilfreich). -
Re: Die Wahrheit über GA
Autor: /mecki78 16.11.19 - 23:27
Yash schrieb:
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> Wenn du aber wissen willst, warum es sich z.B. manchmal besser oder
> schlechter verkauft,
wirst du das nicht dadurch erfahren, dass du trackst wie oft jemand dein Seite besucht, von wo nach wo er dort navigiert. Nichts davon verrät dir, was er an deinen Produkt nicht mag. Und du wirst es auch nicht dadurch erfahren, dass du trackst, wann er deine App startet, wie oft oder wie lange er sie nutzt. Nichts davon wird dir verraten, was er am Konkurrenzprodukt mehr schätzt.
Wenn du wissen willst, was Nutzer von deinen Produkt oder Service so denken, frag sie doch einfach. Ich werde als Kunde/Nutzer gerne gefragt und gebe auch gerne meine unverblümte Meinung zu Protokoll. Aber ich werde sehr ungern hinterrücks auf Schritt und Tritt überwacht, nur damit dann irgendwer komplett falsche Schlüsse aus meinen Verhalten ziehen kann.
Und das kann man. Beispiel: Laut Analytics ist da ein Feature, dass ich nur einmal pro Monat überhaupt nutze. Also ein total unwichtiges Feature, richtig? Falsch! Ich nutze es zwar nur einmal im Monat, aber der einzige Grund warum ich überhaupt dieses Produkt nutze IST dieses Feature, denn alles andere bietet mir die Konkurrenz auch, nur eben dieses eine Feature nicht. Man kann anhand der Häufigkeit der Nutzung nicht beurteilen, wie wichtig ein Feature dem Nutzer und daher für den Erfolg des Produktes ist, aber genau das denken Martketingfuzzis, lassen das Feature entfernen und schaffen letztlich einen weiteren Klon, woraufhin ich dann zur Konkurrenz gehe, weil jetzt wo das Feature weg ist, hält mich nichts mehr bei dem Produkt.
Deswegen gleichen sich auch Produkte irgendwann immer mehr an und bieten alle irgendwann die gleichen Features, womit sie aber austauschbar und belanglos werden. Echte Kundenwünsche, also wenn Kunden wirklich mal nach etwas explizit fragen, werden hingegen grundsätzlich ignoriert, selbst dann wenn hunderte von Kunden danach gefragt haben bzw. das bereits seit Jahren tun, aber was nicht in einer Marketingauswertung eines Marketingfuzzis auftaucht, existiert irgendwann dann einfach nicht mehr. Nur wie soll Tracking oder Analytics Erkenntnisse über fehlende oder fehlerhafte Features liefern?
> Man will ja nicht Lisa
> Maier oder Hans Wurst durch das Internet verfolgen,
tut aber letztlich genau das. Denn selbst wenn einem die Tools nur eine Zusammenfassung zeigen, haben sie alle Einzelevent erfasst und im Falle eines Drittdienstes wie GA, hat Google vollen Zugriff darauf und zwar auf jedes Einzelevent und nicht nur auf die Zusammenfassung.
Fun Fact:
Eines der größten Unternehmen der Welt, ist dadurch so groß geworden, dass es grundsätzlich die Wünsche ihrer Kunden ignoriert hat. Microsoft hat ihren Kunden immer das vorgesetzt, vom dem sie wollten, dass ihre Kunden es nutzen und nicht das, wonach die Kunden gefragt haben oder was sie sich gewünscht haben. Denn Microsoft wollte einen dauerhafte Kundenbindung sicherstellen, deswegen war Windows auch über so viele Jahre maximal inkompatibel zu offenen Standards bzw. sollte einen Alternativstandard von Microsoft durchdrücken, der nichts besser war, aber eben nicht offen und nicht kompatibel. Windows verdankt seinem Marktanteil dieser Taktik, denn sie machte es schwer bis unmöglich das System zu wechseln, so sind die Kunden geblieben. Natürlich wünschten sich Kunden mehr offene Standards, aber das wäre nicht im Interesse von Microsoft gewesen. Hätte Microsoft die Kundenwünsche berücksichtigt, wäre es für sie leicht gewesen von Windows zu einem anderen System zu migrieren. Wer weiß, ob Windows dann nicht schon lange tot wäre.
/Mecki -
Re: Die Wahrheit über GA
Autor: FreiGeistler 18.11.19 - 17:07
Yash schrieb:
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> Aber bei meinen eigenen Webseiten nutze ich derzeit Borlabs Cookie für
> Wordpress und ich habe dort Zustimmungsraten für Analytics von 70 - 90% (je
> nach Zielgruppe; auf der IT-Webseite liegt es bei 70%, bei der Webseite für
> Gesundheit liegt es bei knapp 95%). Damit kann ich leben, das reicht um
> Entscheidungen zu treffen die Webseiten zu verbessern.
Das kann ja was nicht stimmen. Wenn man bedenkt, dass bei IT-Zeitschriften wie Golem oder Heise die Block-Rate bei um die 50% liegt.
Vorausgefüllte Checkboxen in einem versteckten Menü oder opt-out sind übrigens nicht erlaubt. -
Re: Die Wahrheit über GA
Autor: berritorre 19.11.19 - 14:07
Es gibt sicher viele, die GA nutzen, weil es einfach ist. Und das stimmt ja auch. Wenn man nicht zu viele Visits hat, ist es umsonst, vermutlich mittlerweile auch der Branchenprimus was Funktionalität angeht und man braucht sich um nichts zu kümmern. Das spricht schon mal sehr für GA.
Die Probleme die im Rahmen von Datenschutz auftreten können, die haben halt viele nicht auf dem Radar. Und wenn man sich nur seine eigene Analyse ansieht, ist das durchaus auch so. Du kannst da kaum auf eine bestimmte Person schliessen, es sei denn deine Visits sind im einstelligen Bereich. Und wem welche IP-Adresse zu welchem Zeitpunkt gehörte, daran kommt man auch als Firma im Normalfall nicht ran.
Aber wenn man sich dann das grosse Ganze ansieht, dann kann man sich schon vorstellen, wo die Probleme mit GA liegen. Die haben einfach unheimlich viele Daten und können diese auch noch mit Daten aus anderen Produkten kreuzen (Android, Websuche, Werbung auf verschiedensten Seiten, etc.) und da entstehen meiner Meinung nach die echten Datenschutz-Probleme. Nicht weil eine kleine Firma auf ihrer Website die Statistiken auswertet, was ja im Normalfall anonym passiert. -
Re: Die Wahrheit über GA
Autor: berritorre 19.11.19 - 14:18
Tracking kann gewisse Formen der Marktforschung nicht ersetzen, das ist klar. Haben viele halt noch nicht verstanden. Auf der anderen Seite muss man oft gar nicht wissen WARUM jemand etwas macht, sondern nur dass er es macht.
Oft kann eine Person dir nicht sagen, warum sie bei einem bestimmten Banner/Ad/Call to action gekauft hat, bei einem anderen nicht. Und dem Verkäufer kann es egal sein. Wenn er über A/B-Testing herausgefunden hat, dass Methode A mehr Verkäufe bringt als Methode B, ist es gar nicht so relevant warum das so ist. Aber man kann entsprechend optimieren.
Also, eine Co-Existenz. Ich finde Tracking auf einer Webstie nicht per se schlecht. Schlimm wird es, wenn ich eben über verschiedene Websites hinweg verfolgt werden kann. Und da sind Google gar nicht mal die schlimmsten. Es gibt viele Werbenetzwerke die einen geradezu verfolgen. Da hört für mich der Spass wirklich auf. -
Re: Die Wahrheit über GA
Autor: berritorre 19.11.19 - 14:19
> Aha, Piwik hab ich schon mal gehört. Mich zwar auch nie näher damit befasst, aber hier
> sagt mir wenigstens der Name etwas. Matomo hingegen war mir gänzlich unbekannt.
Das habe ich mir gedacht, und deswegen habe ich das erwähnt. Habe sich halt vor einiger Zeit umbenannt. Ich denke auch noch in "Piwik". ;-)



