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Überregulierung

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  1. Überregulierung

    Autor: twiro 15.11.19 - 01:17

    Die Cookiemeldungen nerven doch jetzt schon. Ich verstehe nicht, was an dem Tracking so schlimm sein soll.
    "Zugeschnittene Werbung".. Ja ist doch gut.. Werbung für einen Handyakku für ein Handy was ich nicht habe ist genauso sinnfrei wie (für mich) rote Gummistiefel.
    "Die wissen welche Webseite du besucht hast" .. okay ja.. Wahnsinn. Und dadurch passiert was genau?

    Wer hat denn da noch Lust ein StartUp zu gründen? DSGVO mit Daten-Export-Funktion und Datenlösch-Funktion und eigentlich braucht man sowieso einen Datenschutz-Beauftragten. (Das kann sich ja auch jeder leisten). Dann noch AGB und Datenschutzbestimmungen schreiben, und Impressum, Businessplan anfertigen, Fahrtenbuch schreiben, Steuererklärung machen, PSD2 implementieren, Tracking-Erlaubnis vom User einholen und schwupps kann man schon anfangen die eigentliche Webseite zu coden. Die dann aber auch keinen User-Content haben darf, es sei denn man kann nachweisen, dass man hier und da auch Kommentare, Bilder und Videos löschen kann. Also ... lieber auf User-Content verzichten.

    Man kann sich natürlich die Dienstleistungen kaufen. Also am besten erstmal am Bahnhof singen und hoffen, das irgendwer Geld in'nen Hut schmeißt, damit man aufhört zu singen. So kann man nach ca. 38 Jahren dann von diesem Geld einen Datenschutzbeauftragten, Steuerberater, Rechtsanwalt, ein Team von Programmierern anheuern und endlich sein Startup gründen.

  2. Re: Überregulierung

    Autor: Anonymer Nutzer 15.11.19 - 10:31

    "Überregulierung": Ja teilweise. Das Problem ist: Der Gesetzgeber hat 10-20 Jahre geschlafen, und die Entwicklungen im Internet (die vor allem durch US Konzerne vorangetrieben wurden) völlig ignoriert. Und JETZT plötzlich wird eine Regulierung eingeführt die alles auf den Kopf stellt. Das ist ein Schock für die Wirtschaft und nicht schön.

    twiro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Cookiemeldungen nerven doch jetzt schon. Ich verstehe nicht, was an dem
    > Tracking so schlimm sein soll.

    Cookiemeldungen sind sogar ziemlich sinnlos. Technisch notwendige Cookies darf man völlig ohne Cookie Banner einsetzen - also alles was man für den Betrieb der Seite so braucht.
    Und bei zustimmungspflichtigem Tracking hilft ein normaler Cookie Banner sowieso nicht, weil keine echte freie Zustimmung eingeholt wird.
    Eine echte Zustimmung kann man nur einholen wenn es auch einen "NEIN" Button gibt, und dann NICHT getrackt wird.

    Was ist an Tracking schlimm?
    Nun, durch extern eingebundene Skripte werden persönlichste Daten erfasst. ALLES was du in einer Website eintippst, jede Mausbewegung.
    Das wird mit umfangreichen weiteren Daten verknüpft, über Android wird gerne erfasst wo du dich zu jeder Sekunde aufhältst.

    Ist das schlimm? Ich weiss nicht. Wenn die Daten umfangreich sind (besser als jede Stasi Akte) und dann weiterverkauft werden sicher. Den Supergau hat man wenn etwa Versicherungen solche Daten nutzen um deinen Tarif zu berechnen. Oder wenn man fürs Flugticket mehr zahlt. In Länder nicht einreisen darf - was weiss ich, nur weil über dich eine Akte existiert und auf Basis dieser Daten dann von KIs Entscheidungen getroffen werden.

    > "Zugeschnittene Werbung".. Ja ist doch gut.. Werbung für einen Handyakku
    > für ein Handy was ich nicht habe ist genauso sinnfrei wie (für mich) rote
    > Gummistiefel.

    Ist sogar ziemlich sinnlos. Wenn du bei Amazon einen Kühlschrank kaufst siehst du dann wochenlang auf jeder Website Inserate zu Kühlschränken. Obwohl du gerade einen gekauft hast. Creepy und sinnlos.

    Besser ist Interessensbasierte Werbung nach Werbeumfeld. Wenn du einen Artikel über Autos liest siehst du Autowerbung. Klappt völlig ohne Tracking.

    > "Die wissen welche Webseite du besucht hast" .. okay ja.. Wahnsinn. Und
    > dadurch passiert was genau?

    Ein Datenpunkt ist egal. Problematisch ist die Verknüpfung von vielen Datenpunkten aus unterschiedlichen Quellen.

    > Wer hat denn da noch Lust ein StartUp zu gründen? DSGVO mit
    > Daten-Export-Funktion und Datenlösch-Funktion und eigentlich braucht man
    > sowieso einen Datenschutz-Beauftragten. (Das kann sich ja auch jeder
    > leisten). Dann noch AGB und Datenschutzbestimmungen schreiben, und
    > Impressum, Businessplan anfertigen, Fahrtenbuch schreiben, Steuererklärung
    > machen, PSD2 implementieren, Tracking-Erlaubnis vom User einholen und
    > schwupps kann man schon anfangen die eigentliche Webseite zu coden. Die
    > dann aber auch keinen User-Content haben darf, es sei denn man kann
    > nachweisen, dass man hier und da auch Kommentare, Bilder und Videos löschen
    > kann. Also ... lieber auf User-Content verzichten.

    Ja, das Geschäftsleben ist hart ;)

    "DSGVO mit Daten-Export-Funktion und Datenlösch-Funktion"

    macht der Anbieter deiner Software, zB der Anbieter der Webshop oder Warenwirtschaftssoftware.

    "Datenschutz-Beauftragten" brauchen kleine Firmen nicht, wenn man nicht gerade ein Startup für den Handel mit Medizindaten gründet oder so.

    "AGB und Datenschutzbestimmungen" jaa das muss man schon lange! Gibt auch Anbieter dafür wie Gütezeichen Anbieter, die dann fertige AGB Vorlagen bereitstellen und immer an rechtliche Gegebenheiten anpassen. Nutze ich seit 2006, bisher keine Probleme damit.

    "Impressum, Businessplan anfertigen, Fahrtenbuch schreiben, Steuererklärung"
    alles schon lange notwendig und sinnvoll

    "PSD2 implementieren"
    da muss man zB als Webshop Betreiber nichts machen weil die Zahlugsfunktionen von Dienstleistern bereitgestellt werden (Klarna, Heidelpay, Paypal, Wirecard und wie sie alle heißen).

    "Tracking-Erlaubnis vom User einholen"
    wenn man Datenschutzfreundlich trackt (selbst gehostet, Matomo, keine Cookies) braucht man keine Erlaubnis und auch keinen Cookie Banner

    "lieber auf User-Content verzichten"
    ja absolut. User Content wird immer kritischer.
    ich halte auch nichts davon das Feld hier zu 100% den Konzernen wie Facebook zu überlassen. Aber das ist ein anderes Thema

  3. Re: Überregulierung

    Autor: s3r4pH 15.11.19 - 10:52

    Diese Cookie Meldungen sind auch sehr nervig. Niemand hat einen Mehrwert dadurch, blinder Aktionismus wie immer. Wer keine Cookies will, schaltet die Speicherung im Browser ab, thats it.
    Wer kein Tracking möchte blockt die Scripte. Die Herrschaften sollten mal unser Bildungssystem massiv verbessern. Dann wüsste das jeder :-). Das einzig Sinnvolle ist meiner Meinung der "Vebindlich Kaufen" Schalter. Aber echte Regeln gegen Hasskommentarer o.Ä. werden natürlich nicht umgesetzt. Warum wird Facebook nicht verklagt oder Abgemahnt ?? Jeder kleine Websitebetreiber ist sofort dran. Ausserdem würde ich mich noch viel mehr freuen wenn Grosskonzerne mal ordentlich ihre Steuern zahlen würden. Also EU... just do it!

  4. Re: Überregulierung

    Autor: Zim 15.11.19 - 10:57

    Ich stimme dir da weitestgehends zu.
    Aber die Überwachung innerhalb von Android kommt von den Google-Diensten. Nicht von Android AOSP.

    Diese können deinstalliert werden oder deaktiviert werden.
    Außerdem kann man Android auch als AOSP per div. custom Roms benutzen.
    Oder man nutzt das microG Projekt.

    Ich nutze seit Jahren Android ohne installierte Google-Dienste und komme damit gut klar.

    Aber ich gebe dir insofern Recht, dass es die meisten Anwender nicht kümmert, da sie nix davon wissen was ihr System so alles treibt.
    Da läuft ein Schrittzähler mit usw. Und alle 2 Jahre spätestens wird ein neues Smartphone geholt...

    Aber man muss sich nicht bespitzeln lassen



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.11.19 10:58 durch Zim.

  5. Re: Überregulierung

    Autor: twiro 15.11.19 - 18:08

    fox82 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    Erstmal vielen Dank für das ausführliche Darauf eingehen.

    > Den Supergau hat man wenn etwa Versicherungen solche Daten nutzen um deinen Tarif zu berechnen.
    Das wäre mal etwas was man regulieren könnte. Ich hoffe allerdings auch, dass die Behörden das bereits überprüfen.

    > In Länder nicht einreisen darfst
    Wenn ich also schreibe, dass ich nicht in die USA will, weil da jeder eine Waffe tragen kann und ich nicht erschossen werden will, kann man mir verbieten in die USA einzureisen.

    Ich glaube damit könnte ich leben.

    > auf Basis dieser Daten dann von KIs Entscheidungen getroffen werden
    Also eine Regulierung durch KI - Verstößt so etwas nicht gegen elementare Gesetze (wie bspw. §1 GG.) ? An irgendeinem Punkt wird eine KI dann mal den Falschen "bestrafen" (z.B. höhere Versicherung, Einreiseverbot usw.). Dann wird dieser klagen und ein Präzedenzfall wird geschaffen werden, der solche Analysen - oder zu mindest solche Strafen verbieten wird.

    Anders ausgedrückt: Ist eine Regulierung der ungerechten Behandlung (durch bspw. KI) nicht zielorientierter?

    > Ist sogar ziemlich sinnlos. Wenn du bei Amazon einen Kühlschrank kaufst siehst du dann wochenlang auf jeder Website Inserate zu Kühlschränken. Obwohl du gerade einen gekauft hast.
    Behauptung: Es gibt niemanden der diesen Text hier im Golem-Forum liest und nicht sowieso mit Adblocker surft. ;)

    Ich verstehe auf was du hinaus willst. Gleichzeitig erwähnst du auch, dass so etwas mit "Interessensbasierter Werbung" ohne direktes Tracking geschaffen werden kann. Der Witz ist, dass ich dann auch Kühlschränke sehe. Nur irgendwelche komischen die mich nicht interessieren, weil es zwar das gleiche Interessengebiet ist, nur leider die Gruppe Kühlschränke viel zu grob ist, und das System kapiert offensichtlich nicht, dass ich einen silbernen Kühlschrank wollte.
    Spielt aber alles keine Rolle... Den Kühlschrank habe ich längst gekauft. Das weiß "der Browser" nur nicht.

    Ein direktes Tracking wäre hier besser gewesen. Dann bekomme ich keine Kühlschrank-Werbung mehr, da genau verfolgt wurde, dass ich jetzt einen habe. Dafür bekomme ich nun die Angebote für Tiefkühlpizza, da Amazon nun weiß, dass ich einen mit Tiefkühlabteil habe. (Das ist besser als mir einen 2ten Kühlschrank andrehen zu wollen!)
    Außerdem kauften 100 andere Leute 2 Jahre später Leuchtmittel für diesen Kühlschrank, da offensichtlich die Lampe nicht besonders lange hält.
    Nach 2 Jahren bekomme ich also ab und zu mal Werbung für diese Lampe eingeblendet. Und als sie dann auch bei mir kaputt ging, konnte ich sie einfach bestellen. Und es war die Richtige, da keiner von den 100 Leuten die zurückgeschickt hat.
    Viel zu bequem, oder?

    > Ja, das Geschäftsleben ist hart ;)
    Leider so hart, dass ich es aufgegeben habe. An zu viel Faulheit kann's kaum gelegen haben, sondern wirklich eher an dieser "Überregulierung". Ich konnte sehr gut Karriere machen und habe nun als Angestellter eigene Teams, die sich sehr gut um alle genannten Probleme in meinem ersten Post kümmern. Desto mehr wird mir aber auch bewusst, dass es mittlerweile eine extrem StartUp-feindliche Umgebung ist. (Es sei denn natürlich man will komplett offline Hufeisen verschicken... als Glücksbringer oder so)

    > Das Problem ist: Der Gesetzgeber hat 10-20 Jahre geschlafen, und die Entwicklungen im Internet (die vor allem durch US Konzerne vorangetrieben wurden) völlig ignoriert. Und JETZT plötzlich wird eine Regulierung eingeführt die alles auf den Kopf stellt. Das ist ein Schock für die Wirtschaft und nicht schön.
    Sehr wahr! Und es ist auch - wie auch s3r4pH schreibt - blinder Aktionismus.

  6. Re: Überregulierung

    Autor: Anonymer Nutzer 16.11.19 - 10:33

    twiro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > fox82 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > Erstmal vielen Dank für das ausführliche Darauf eingehen.
    >
    > > Den Supergau hat man wenn etwa Versicherungen solche Daten nutzen um
    > deinen Tarif zu berechnen.
    > Das wäre mal etwas was man regulieren könnte. Ich hoffe allerdings auch,
    > dass die Behörden das bereits überprüfen.

    Es gibt den Grundsatz der Datensparsamkeit. Daten die gar nicht erfasst werden (weil nicht benötigt) führen dann zu keinen Problemen.

    Regulierung wird eventuell auch notwendig werden um die schlimmsten Auswüchse zu bekämpfen, aber da habe ich nur wenig Hoffnung (der Gesetzgeber ist extrem langsam - siehe auch die DSGVO die gut 10-20 Jahre zu spät gekommen ist, siehe Wettbewerbsgesetzgebung, die die Entstehung von Monopolen (Microsoft, Google, Amazon...) widerstandslos zulässt und wenn es viel zu spät ist kleine Strafen verhängt).

    > > In Länder nicht einreisen darfst
    > Wenn ich also schreibe, dass ich nicht in die USA will, weil da jeder eine
    > Waffe tragen kann und ich nicht erschossen werden will, kann man mir
    > verbieten in die USA einzureisen.
    >
    > Ich glaube damit könnte ich leben.

    Ich auch. Wir beide sind aber nicht die die entscheiden wo genau die Einschränkung in Zukunft liegen wird...

    > > auf Basis dieser Daten dann von KIs Entscheidungen getroffen werden
    > Also eine Regulierung durch KI - Verstößt so etwas nicht gegen elementare
    > Gesetze (wie bspw. §1 GG.) ? An irgendeinem Punkt wird eine KI dann mal den
    > Falschen "bestrafen" (z.B. höhere Versicherung, Einreiseverbot usw.). Dann
    > wird dieser klagen und ein Präzedenzfall wird geschaffen werden, der solche
    > Analysen - oder zu mindest solche Strafen verbieten wird.
    >
    > Anders ausgedrückt: Ist eine Regulierung der ungerechten Behandlung (durch
    > bspw. KI) nicht zielorientierter?

    Nein, reicht nicht aus. Zu spät, wird umgangen...

    Kleines Beispiel aus dem Bankenbereich:
    Eine große Bank die gratis Girokonten anbietet entscheidet mittels Algorithmen, KI, wasweissich darüber ob jemand mehr oder weniger Überziehungsrahmen bekommt.
    Man kann nun im Online Banking "beantragen" mehr zu bekommen, und das wird dann automatisch abgelehnt. Man weiss nicht warum (die eigene Bonität ist ja gut, man hat immer alles bezahlt - aber vielleicht wohnt man zufällig im falschen Land?), man wird von der Maschine einfach so eingestuft und muss das so hinnehmen.

    Bei der Apple Kreditkarte gibts gerade den Fall, dass der Mann einen x Fach höheren Rahmen/bessere Konditionen oä bekommt als seine Frau - die wehren sich gerade dagegen (wenn Frauen benachteiligt werden gibts ja eine gewisse öffentliche Diskussion die helfen könnte).
    Aber wie viele solche Entscheidungen werden getroffen wo sich niemand wehrt bzw. wehren kann?

    Regulierung vonb solchen automatischen Entscheidungen lässt sich auch ganz leicht umgehen, man schafft einfach eine Beschwerdemöglichkeit bei einem Menschen - und der entscheidet dann halt so wie vorher die Maschine, und fertig.

    Ich würde sagen: Wenn Konzerne (und/oder Staaten) mittels KI/Algorithmen die Bevölkerung so bequem unter Kontrolle halten können dann müssen wir von Demokratie, Grundgesetz etc. wohl nicht mehr reden.
    Die Maschine, der Konzern... hat alle Daten über die Person, und entscheidet nach eigenen (rein profitorientierten...) Kriterien wer was bekommt. Also ich sehe da nichts Positives dran.

    > Ein direktes Tracking wäre hier besser gewesen. Dann bekomme ich keine
    > Kühlschrank-Werbung mehr, da genau verfolgt wurde, dass ich jetzt einen
    > habe. Dafür bekomme ich nun die Angebote für Tiefkühlpizza, da Amazon nun
    > weiß, dass ich einen mit Tiefkühlabteil habe. (Das ist besser als mir einen
    > 2ten Kühlschrank andrehen zu wollen!)
    > Außerdem kauften 100 andere Leute 2 Jahre später Leuchtmittel für diesen
    > Kühlschrank, da offensichtlich die Lampe nicht besonders lange hält.
    > Nach 2 Jahren bekomme ich also ab und zu mal Werbung für diese Lampe
    > eingeblendet. Und als sie dann auch bei mir kaputt ging, konnte ich sie
    > einfach bestellen. Und es war die Richtige, da keiner von den 100 Leuten
    > die zurückgeschickt hat.
    > Viel zu bequem, oder?

    Ich lehne Werbung die mich manipulieren möchte und Bedürfnisse schaffen möchte (das Hauptziel der Werbung) generell ab.
    Ich sehe also auch keinen Sinn darin es den Werbern möglichst einfach zu machen bei mir Bedürfnisse zu wecken (sprich mich dazu zu bringen Dinge zu wollen/kaufen ohne die ich sonst auch wunderbar leben könnte).
    Darum sehe ich keinen Vorteil darin "relevante/interessante Werbung" zu sehen - ich will gar keine Werbung sehen.

    Produktinformationen will ich dann bekommen wenn ich danach suche.
    Und ich finde es noch akzeptabel wenn Unternehmen ihre neuen Produkte im passenden Umfeld vorstellen, wenn also zB ein neues Elektroauto bei einem Artikel über einen Verbrenner Sportwagen beworben wird (ich weiss, in der Realität läuft es umgekehrt *g*).

    > > Ja, das Geschäftsleben ist hart ;)
    > Leider so hart, dass ich es aufgegeben habe. An zu viel Faulheit kann's
    > kaum gelegen haben, sondern wirklich eher an dieser "Überregulierung". Ich
    > konnte sehr gut Karriere machen und habe nun als Angestellter eigene Teams,
    > die sich sehr gut um alle genannten Probleme in meinem ersten Post kümmern.

    Ich verstehe sehr gut, dass oft ein Angestelltenverhältnis in einer guten Firma wesentlich attraktiver ist als die Situation als Selbstständiger.

    Wenn man eine Firma gründet dann ist ausreichend Kapital sehr sinnvoll, damit kann man dann auch Mitarbeiter für die Bürokratie einstellen etc.

    Der Start mit fast null Kapital, als sehr motivierter Einzelkämpfer, ist in unserem Wirtschaftssystem eher nicht so attraktiv. Am ehesten ging das noch im IT/Internet Umfeld so vor 10-20 Jahren, wo man nur einen Laptop brauchte - aber heute wird man auch da von Regulierung erschlagen. Aber so ist das nun mal, es kann nicht eine neue Branche ewig boomen und attraktiv für Neugründer sein...

  7. Re: Überregulierung

    Autor: /mecki78 16.11.19 - 23:34

    twiro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Cookiemeldungen nerven doch jetzt schon.

    Auch du bellst den falschen Baum an. Die Webseitenbetreiber haben entschieden dich zu tracken oder dir unnötige Cookies aufzutrücken und aufgrund dieses Verhalten müssen sie dich informieren oder um deine Erlaubnis fragen. Sie müssten aber nichts davon tun. Wenn dich das nervt, hör auf Seiten zu nuten, die das tun und du wirst sehen, bald werden alle Seiten aufhören das zu tun, aber nicht weil wir jetzt wieder zurückrudern bei Datenschutz, sondern weil die Seiten aufhören den Datenschutz unnötig auszuhölen.

    /Mecki

  8. Re: Überregulierung

    Autor: twiro 21.11.19 - 03:43

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Auch du bellst den falschen Baum an. Die Webseitenbetreiber haben
    > entschieden dich zu tracken oder dir unnötige Cookies aufzutrücken und
    > aufgrund dieses Verhalten müssen sie dich informieren oder um deine
    > Erlaubnis fragen. Sie müssten aber nichts davon tun. Wenn dich das nervt,
    > hör auf Seiten zu nuten, die das tun und du wirst sehen, bald werden alle
    > Seiten aufhören das zu tun, aber nicht weil wir jetzt wieder zurückrudern
    > bei Datenschutz, sondern weil die Seiten aufhören den Datenschutz unnötig
    > auszuhölen.

    Na klar. Wir verzichten plötzlich auf Retargeting und Co., also kein AWIN, Criteo usw. was dann allein schon einige 10'000 ¤ monatlich bringt. Hinzu deaktivieren wir dann noch Hotjar, da wir so zwar stetig die L2B verbessern könnten, aber wir sollten die sein, mit der geringsten L2B am Markt. Oder wir lassen einfach neue Features weg. Dann bleibt die L2B zwar erstmal gleich, aber in 2 Jahren haben wir dann so eine Nokia-Effekt-Seite. Lief ja grad, also brauchen wir keine Anpassung an fortschrittliche Technologien, wie die Konkurrenz das macht. Der Verlust ist schätzungsweise ebenfalls nochmal einige 10'000¤ mtl. (ohne Übertreibung)
    Dann bauen wir noch das ganze Analytics-Zeugs aus. Wozu sollten wir wissen müssen, welche Personas also welche Zielgruppe eigentlich bei uns unterwegs ist. Eine Produktoptimierung ist ja eh überflüssig.
    Und dann noch den ganzen anderen Google-Kram der uns sagt, wann was saisonal relevant ist.
    Merkt man doch an den Buchungen / Käufen? Ja, wenn's zu spät ist. Also nachdem die Konkurrenz die Anpassungen gemacht hat.

    Und mich nerven die Cookie-Meldungen nicht. Dazu gibt's I-don't-care-about-Cookies und andere Addons. Mir geht's darum dass einfach nur mehr Verbraucher genervt sind. Diese werden aber nicht die Seite deswegen verlassen sondern sind einfach nur angepisst, weil sie jedesmal so einen blöden Mist wegklicken müssen.

  9. Re: Überregulierung

    Autor: Anonymer Nutzer 21.11.19 - 08:38

    twiro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Na klar. Wir verzichten plötzlich auf Retargeting und Co., also kein AWIN,
    > Criteo usw. was dann allein schon einige 10'000 ¤ monatlich bringt. Hinzu
    > deaktivieren wir dann noch Hotjar, da wir so zwar stetig die L2B
    > verbessern könnten, aber wir sollten die sein, mit der geringsten L2B am
    > Markt. Oder wir lassen einfach neue Features weg. Dann bleibt die L2B zwar
    > erstmal gleich, aber in 2 Jahren haben wir dann so eine Nokia-Effekt-Seite.
    > Lief ja grad, also brauchen wir keine Anpassung an fortschrittliche
    > Technologien, wie die Konkurrenz das macht. Der Verlust ist schätzungsweise
    > ebenfalls nochmal einige 10'000¤ mtl. (ohne Übertreibung)
    > Dann bauen wir noch das ganze Analytics-Zeugs aus. Wozu sollten wir wissen
    > müssen, welche Personas also welche Zielgruppe eigentlich bei uns unterwegs
    > ist. Eine Produktoptimierung ist ja eh überflüssig.
    > Und dann noch den ganzen anderen Google-Kram der uns sagt, wann was
    > saisonal relevant ist.
    > Merkt man doch an den Buchungen / Käufen? Ja, wenn's zu spät ist. Also
    > nachdem die Konkurrenz die Anpassungen gemacht hat.

    Wenn es faire Marktbedingungen für alle Medien gibt (sprich ALLE verzichten auf Retargeting etc.) dann gibt es auch keine Verluste - Werber müssen schlicht mehr für die dann vorhandenen (nicht getrackten) Werbeflächen bezahlen.
    Blöd ist nur wenn ein Medium die DSGVO streng auslegt und auf Tracking verzichtet, und ein anderes Medium die DSGVO ignoriert und sich durchmogelt solang es geht.

    Optimierung mit Hotjar etc.:
    Das ist ja alles möglich, wenn der Nutzer ZUSTIMMT, und weiss dass seine Mausbewegungen nun genau verfolgt werden. Man muss User mit ein paar Goodies eben dazu bringen bei der Optimierung, Marktforschung etc. mitzuhelfen.

  10. Re: Überregulierung

    Autor: twiro 21.11.19 - 18:46

    fox82 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Optimierung mit Hotjar etc.:
    > Das ist ja alles möglich, wenn der Nutzer ZUSTIMMT, und weiss dass seine
    > Mausbewegungen nun genau verfolgt werden. Man muss User mit ein paar
    > Goodies eben dazu bringen bei der Optimierung, Marktforschung etc.
    > mitzuhelfen.

    Die da wären "Hier haste ein Gutschein und jetzt lass dich tracken" ?

    Das ist sehr schwer vorstellbar. Insbesondere wenn monetäre Anreize bei Generation Y und Z stark in den Hintergrund gerückt sind.
    Obendrein kann man dadurch stark den Optimierunsansatz verzerren: Man trackt letztendlich nur noch die, die wenig Lust haben Geld auszugeben.

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