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Was ändert sich für den Endnutzer nun?
Autor: Blaubeerchen 19.05.21 - 23:21
Was die Bundesregierung anerkennt ist eine Sache. Was sich am Ende bei der Realität der Nutzer abspielt, eine andere. Und hier zählen am Ende vor allem die technischen Realitäten.
Von netID z.B. hat doch kaum jemals jemand was gehört. Was nützt eine staatliche Anerkennung? Was ändert sich davon für den Nutzer? Wie viele potenzielle Nutzer würde das überhaupt treffen, wo doch die überwiegende Mehrheit Login-Dienste von Google, Facebook oder Apple verwendet?
Alleine schon weil - wie fast immer - wir hier nur von nationaler Gesetzgebung und (zumindest bisher) nationalen Angeboten sprechen. Als ob sich eine kanadische Webseite interessiert, was in Deutschland für nationale Login-Dienste existieren und ob das vom deutschen Staat anerkannt wird, oder nicht.
Und Cookie-Banner haben sich (unfassbarer Weise) auch international durchgesetzt. Auch da hilft mir die deutsche Bubble recht wenig - mal ganz von der Tatsache abgesehen, dass man durch den Feldzug gegen Cookies die Tracking-Branche zunehmend zu subtileren und schwerer zu umgehenden Methoden nötigt.
Der ganze Cookie-Feldzug hat mehr geschadet, als genutzt: Wir werden alle nur unnötig genervt (denn Cookies blockieren konnte man schon immer), gleichzeitig geht die ganze Tracking-Industrie nun wesentlich subtiler und geschickter vor.
Das Kernproblem ist doch, dass man versucht hat, ein technisches "Problem" politisch zu lösen - was an sich schon schwachsinnig genug ist. Browser sind nun mal die technischen Torwächter der Cookies, warum zum Teufel kann man die Gesetze nicht an die technischen Realitäten anpassen, als ständig zu versuchen, die technische Realität so zu verbiegen, bis sie irgendwelchen Gesetzen entsprechen. -
Re: Was ändert sich für den Endnutzer nun?
Autor: Schnarchnase 01.12.21 - 11:49
Blaubeerchen schrieb:
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> […] mal ganz von der Tatsache abgesehen, dass man durch den Feldzug
> gegen Cookies die Tracking-Branche zunehmend zu subtileren und schwerer
> zu umgehenden Methoden nötigt.
Wie kommst du auf die Idee, dass andere Methoden erlaubt wären? In der Richtlinie kommt das Wort Cookie nicht vor, die ist schön unabhängig von konkreten Techniken gehalten:
[eur-lex.europa.eu]
Der Begriff Cookie geht in dem Zusammenhang auf das Konto der Medien, die wollen natürlich ungerne von Tracking sprechen, da sie das selbst flächendeckend einsetzen.
> Der ganze Cookie-Feldzug hat mehr geschadet, als genutzt: Wir werden alle
> nur unnötig genervt (denn Cookies blockieren konnte man schon immer),
> gleichzeitig geht die ganze Tracking-Industrie nun wesentlich subtiler und
> geschickter vor.
Wenn sie das tun ist das ganz klar illegal. Die masse an Bannern ist nicht die Schuld der Politik/Richtlinie, sondern der Anbieter, die meinen ihre Nutzer tracken zu müssen. Wenn man möchte kann man fast alle Dienste datensparsam und ohne Tracking umsetzen und das heißt es muss auch keine Einwillgung eingeholt werden.
> Das Kernproblem ist doch, dass man versucht hat, ein technisches "Problem"
> politisch zu lösen - was an sich schon schwachsinnig genug ist.
Wie wir gelernt haben soll gar kein technisches Problem gelöst werden, sondern ein Datenschutzproblem. Die massiven Auswirkungen auf die Nutzer zeigen nur wie unfassbar groß das Problem die ganze Zeit schon war.



