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warum muss das überhaupt per Gesetz geregelt werden?
Autor: hyperlord 10.02.21 - 23:51
Es ist doch offensichtlich, dass Gesetze hier kaum zeitgemäß sein werden. Wenn man sich auf Cookies festlegt, nimmt man künftig s Seitenbetreiber halt local storage oder schleift zur Not wie damals zu Kaisers Zeiten alles über die URLs durch.
Wenn man es ernst meint, müsste man jede Art von Tracking verbieten - das kann man machen, aber das zerstört dann weite Teile der Werbeindustrie. Und bevor jetzt jemand laut "Hurra" ruft - Werbung hat auch seine Berechtigung. Ohne das Werbemodell gäbe es sehr viele kostenfreie Angebote nicht.
Ich glaube, am Ende des Tages reicht es völlig, wenn man das Thema einfach dem Markt überlässt. Es gibt genug Werbeblocker und andere Tools - die Leute haben die Wahl, da braucht es keine bürokratische Gängelung -
Re: warum muss das überhaupt per Gesetz geregelt werden?
Autor: Nasenbaer 11.02.21 - 00:00
Ich gehe davon aus, dass im Gesetz ein abstrakterer Begriff verwendet wird und cookies nur als konkretes Beispiel Erwähnung finden.
Im verlinkten PDF ist es so aber da steht nicht der konkrete Wortlaut der Paragraphen drin. Müsstest mal am besten direkt in die e Privacy Richtlinie schauen. -
Re: warum muss das überhaupt per Gesetz geregelt werden?
Autor: Anonymer Nutzer 11.02.21 - 03:28
hyperlord schrieb:
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> Ich glaube, am Ende des Tages reicht es völlig, wenn man das Thema einfach
> dem Markt überlässt.
Deshalb gibt es für Strom und Telekommunikation ja eine ganze Behörde, die sich um Dinge kümmert, die im freien Markt einfach untergingen. Nein. Die Werbeindustrie gehört mal richtig gedeckelt! Es nimmt Überhand. Werbung in dieser Masse, ist doch keinen Cent mehr wert. Es muss reduziert werden, damit der einzelne Werbende wieder etwas erreicht mit seiner Botschaft. Und Tracking muss dennoch nicht sein. Ich wüsste nicht, was es bringt, wenn Werbenetzwerke Profile mit Surfverhalten speichern, was das wirklich bringen soll.
Werbung hat zu informieren aber nicht Informationen zu sammeln. Altes TV-Denken. Da hat einen die Werbung auch nicht getrackt und was kostete eine Werbesekunde im TV? -
Re: warum muss das überhaupt per Gesetz geregelt werden?
Autor: BlindSeer 11.02.21 - 07:05
Hätten die Werbetreibenden nicht übertrieben mit Tracking, Videos, bewegten Bannern die teilweise 66% der Webseite einnehmen, ungesicherte Server die Malware ausliefern, usw. dann hätten wir nun keine AdBlocker und die Diskussion wäre müßig.
Inzwischen sind über 50% des Traffics Werbung! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Es wird dir mehr Werbung als Content geliefert.
Zurück zu statischen Bannern, die sich nicht bewegen, ohne Tracking und ich schalte jeden AdBlocker aus. Das ist meine Grenze die ich immer wieder teste. AdBlocker ausschalten, warten ob sich irgendwo was bewegt. Ja? AdBlocker an.
Zu Zeiten von statischen Bannern habe ich mir diese sogar mal angeschaut und Dinge entdeckt, sogar mal drauf geklickt. Bei der Flut derzeit mit Animationen, usw. nichts mehr. Und wenn sie wieder versuchen ohne Wissen über Referer URLS (ohne Wissen == ohne das ich bewusst auf ein Banner geklickt habe) zu agieren werde ich wieder mehr auf die URLs achten und den Referer abschneiden, so wie früher auch. Klicken, Referer entfernen, neu laden... Es sei denn es war eine bewusste Handlung. -
Re: warum muss das überhaupt per Gesetz geregelt werden?
Autor: zorndyuke 11.02.21 - 16:13
maverick1977 schrieb:
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> hyperlord schrieb:
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> Werbung hat zu informieren aber nicht Informationen zu sammeln. Altes
> TV-Denken. Da hat einen die Werbung auch nicht getrackt und was kostete
> eine Werbesekunde im TV?
Der Zweck von den Informationen ist in zwei Bereiche aufgeteilt.
1) Herausfinden was dazu geführt hat, dass du dich gegen einen Kauf entschieden hast. Was war der Grund? Wo genau hast du dich entschieden abzubrechen bzw. die Seite zu verlassen? Gibt es eine Textstelle oder irgendwas das einem solche negativen Emotionen herbeiführt, das dieser das Interesse an am Kauf verliert? Wenn ja, was genau ist es?
2) Wenn es dich 2¤ kostet, wenn eine einzige Person auf die Werbung klickt, dann tust du das mit der Absicht, im besten Fall mit mehr als 2¤ Gewinn davon zu kommen.
Wenn du 1 Million klicks auf die Werbung hast, dann willst du mehr als 2 Millionen ¤ an Gewinn dabei raus kommen.
Wenn ich Damenunterwäsche herstelle, die für Frauen mit großen Brüsten sind, die sich perfekt dafür eignen Rückenschmerzen vorzubeugen, dann wäre es doch sinnvoll, wenn Männer und/oder Frauen ohne diese Probleme, die Werbung nicht sehen würden und einerseits nicht unnötig belässtigt und andererseits keine unnötigen Werbekosten erzeugen.
Je passender das Profil einer Person ist, desto besser kann man die Werbung auf sein Wunsch kliente ausrichten.
Werbung selbst ist extrem luktrativ, daher wird es niemals, nie-nie-niemals verschwinden. Der Staat hat schon für weniger seine Bürger über die Planke laufen lassen, da wird es nicht die einer der größten wirtschaftlichen Zweige des Kapitalismuses verhindern.
Durch Trackingpixel kann man einerseits dem Nutzer einen Mehrwert bieten, in dem man wenigstens Werbung ausstrahlt, die für einen auch sinnvoll erscheint. Andererseits kann man auf diese Art und Weise spitz Werbung targetieren, d.h. die neuste Lamborghini Werbung wird einer Person angezeigt, die finanziell stark und gleichzeitig unverantwortlich ist, während ein Brüstenhalten mit Rückstabilisatoren eher einer Frau mit großen Brüsten angezeigt wird.
Je besser das Profil ist, desto spitzer kann man dort gehen und erhöht die Chance stark, dass die Werbung nur einer Person angezeigt, dem das Produkt/die Dienstleistung auch einen wirklichen Mehrwert bietet.
Abschließend möchte ich noch erwähnen: Wenn Werbung auf eine effiziente Art und Weise verwendet wird, finde ich sie total in Ordnung.
Wir diese jedoch wie ein Schrottgewehr einfach blind abgefeuert und für schädliche Sachen benutzt, wo z.B. der Browser auf eine Seite weiterleitet, die mir dann den "Neusten Flashplayer" installieren will, der in wirklichkeit ein Virus ist oder ich zum 1000. Mal ein iPhone gewonnen habe und nicht mehr zurück zum interessanten Artikel kann, weil die Browserhistorie überschrieben wurde.. Dann kriege ich SO ein Hals! Da bin ich sogar so hart, dass ich mir den Netzverkehr rausfiltere und die Werbeserver direkt in meine Hosts Datei Sperrliste eintrage.
Fazit: Ich kann die Frustation und den Hate verstehen, wenn man unfug damit betreibt.
Das Vertrauen in die Indrustrie wurde viel zu oft missbraucht, so dass keins mehr vorhanden ist.
Wieder einmal werden die ehrlichen Unternehmen geschädigt, weil die faulen Menschen den hart erarbeiteten Erfolg auf die "schnelle, hinterhältige Art und Weise" ergattern wollen.
Solch ein "Erfolg" ist nicht von dauer und fast immer mit negativen Konsequenzen verbunden.
Es wird grundsätzlich nicht mit seinen Fails angegeben, wie mit seinen Wins.
Wäre schon lustig, wenn man seine Fails bewerben würde.. wie man Mahnungen bekommen hat, ins Gefängnis muss, Insolvenz angemeldet hat.. da das niemand tut, hat man den Anschein, als würde es sich lohnen diesen hinterhältigen Weg zu gehen.
Tut es nicht.
Der Preis, den ihr dafür zahlen müsst, ist es nicht wert! -
Re: warum muss das überhaupt per Gesetz geregelt werden?
Autor: hjp 14.02.21 - 17:22
zorndyuke schrieb:
> Durch Trackingpixel
Das sind keine Tracking-Pixel. Das sind JavaScript-Fragmente.
> kann man einerseits dem Nutzer einen Mehrwert bieten, in dem man
> wenigstens Werbung ausstrahlt, die für einen auch sinnvoll erscheint.
Wenn es so wäre. Wenn mir Youtube zum dreiundfünfzisten Mal am gleichen
Tag Werbung für wix.com anzeigt (ich neige gelegentlich zum
Youtube-Bingen), dann werde ich beim dreiundfünfzisten Mal noch viel
weniger draufklicken als beim ersten Mal und ich werde sicher nichts
kaufen (ich betreibe meine eigenen Webserver, wie Google ziemlich sicher
weiß). Ebenso wird jemand, der sich gerade einen Staubsauger gekauft
hat, ziemlich sicher keinen zweiten kaufen, nur weil er jetzt einen
Monat lang von Staubsaugerwerbung verfolgt wird.
Ich halte die angebliche "zielgruppenorientierte Werbung" für eine
Abzocke der großen Werbenetzwerke an ihren Kunden. Die sind nicht
annähernd so gut, wie sie behaupten.
Den Preis dafür zahlt der User, der hinten und vorne ausspioniert wird,
um die Begründung für diese Abzocke zu liefern.



