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Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: Captain 05.03.21 - 12:08
gegen eine solche Nummer entschieden. Aber die aktuellen Neuland Politiker sind unfähig aus der Geschichte zu lernen und wollen diese Nummer wieder einführen.
Mittlerweile kotzen mich die ignoranten Nichtskönner nur noch an. Wann werden die verkappten Verfassungsfeinde endlich aus dem Verkehr gezogen? -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: Renricom 05.03.21 - 12:13
So sehr ich die datenschutzrechtlichen Bedenken verstehe, kann ich aus der Praxis im ÖD nur berichten, dass es ohne eindeutigen Identifikator (z.B. eine Bürgernummer) einfach nicht geht.
Man kann keine Datenbanken bzw. Register ohne qualifizierten Primäreschlüssel führen.
PC: Ryzen 7800X3D | RTX 4090 | 32GB DDR5@6000MHz | 2160p@144Hz | Win10 -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: Hyde Mr 05.03.21 - 12:17
^ ¡Ihren Beitrag stütze ich zu 100%! ^
Ich bin mir leider nicht sicher, dass bei dem Gesetz nur Unfähigkeit over aus Böswilligkeit am Werk ist. -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: Hyde Mr 05.03.21 - 12:23
sorry mit „datenschutzrechtlichen Bedenken“ dies klein zu reden ist zwar derzeit in Mode doch durch Wiederholung wird’s kaum besser.
Viele haben im sog. 3. Rech nur überlebt weil es keine PersonenID gab und diese nun einzuführen ist mindestens geschichtsvergessen. -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: uschatko 05.03.21 - 12:37
Renricom schrieb:
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> So sehr ich die datenschutzrechtlichen Bedenken verstehe, kann ich aus der
> Praxis im ÖD nur berichten, dass es ohne eindeutigen Identifikator (z.B.
> eine Bürgernummer) einfach nicht geht.
Dann bitte so wie in Österreich lösen. Und nicht mit der Giesskanne. -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: unbuntu 05.03.21 - 13:05
Alles kann für etwas schlechtes benutzt werden. Aber sollte man deswegen auf alles verzichten, was positive Seiten hat?
Sonst können wir ja gleich auch Personalausweise verbieten, denn die waren im 3. Reich auch problematisch, wenn man verfolgt wurde.
Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe.
- Albert Einstein -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: p4m 05.03.21 - 13:14
unbuntu schrieb:
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> Alles kann für etwas schlechtes benutzt werden. Aber sollte man deswegen
> auf alles verzichten, was positive Seiten hat?
>
> Sonst können wir ja gleich auch Personalausweise verbieten, denn die waren
> im 3. Reich auch problematisch, wenn man verfolgt wurde.
Sie schreiben den Grund ja sogar - wenn auch in polemischer Facon - aus. Exakt deshalb. Wann immer die Vorgängerstaaten der BRD sollte Daten und Listen erhoben und erstellt, ggf. Menschen sogar Nummern gegeben hat, hieß das nichts Gutes.
Man kommt manchmal nicht drumherum, siehe Reisepass, aber wo immer möglich ist darauf - aufgrund der Gefahren die Sie selbst benennen - zu verzichten. -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: jones1024 05.03.21 - 13:24
Captain schrieb:
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> gegen eine solche Nummer entschieden. Aber die aktuellen Neuland Politiker
> sind unfähig aus der Geschichte zu lernen und wollen diese Nummer wieder
> einführen.
>
> Mittlerweile kotzen mich die ignoranten Nichtskönner nur noch an. Wann
> werden die verkappten Verfassungsfeinde endlich aus dem Verkehr gezogen?
Vorsicht bei Erwähnung des Grundgesetzes. Da bekommt man ganz schnell nen rechten Stempel aufgedrückt. So entledigt man sich neuerdings einem Diskurs, der Politiker in Argumentationsschwierigkeiten bringt. -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: Trollversteher 05.03.21 - 13:26
Das "wann immer" halte ich für eine gewagte These.
Zumal, wie bereits erwähnt, auch der Personalausweis oder die Sozialversicherungsnummer eine eindeutige Identifikationsnummer ist. Und im Gegensatz zur USA ist der Personalausweis hierzulande keine freiwillige Angelegenheit.
Vor allem digitalen Informationszeitalter ist die Angst vor so einer Nummer doch ziemlich überzogen - wir leben schließlich nicht mehr in den 30ern (oder der DDR der 60er).
Da gibt es weitaus gefährlichere Tendenzen - die meisten (Google, fcaebook, "Alexa") nimmt der moderne Konsumbürger aber gerne freudestrahlend freiwillig in Kauf... -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: Steven Lake 05.03.21 - 16:01
Hyde Mr schrieb:
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> sorry mit „datenschutzrechtlichen Bedenken“ dies klein zu reden
> ist zwar derzeit in Mode doch durch Wiederholung wird’s kaum besser.
> Viele haben im sog. 3. Rech nur überlebt weil es keine PersonenID gab und
> diese nun einzuführen ist mindestens geschichtsvergessen.
Wir leben nicht mehr im 3. Reich. Einen Personalausweis muss jeder deutsche Staatsbürger ab 16 besitzen. Die meisten tragen ihren Personalausweis auch immer mit sich, weil dies zb. eine Personenkontrolle deutlich leichter macht. Jeder Polizist kann halt eine allgemeine Personenkontrolle durchführen und die Daten eben über Funk durchgeben und da durchaus auf einen Treffer kommen. Mit der kommenden Pflicht eines Fingerabdrucks ist das sogar noch einfacher. Ausweispapiere fälschen war damals deutlich einfacher und die Technik war noch nicht so gut.
Man kann halt gewisse Barrieren einbauen. Sorry aber wo hat man das Recht vor dem Staat anonym zu bleiben? Bei einer Polizeikontrolle? Beim Bürgeramt, wenn ich einen neuen Perso beantrage? Beim Finanzamt? Beim Jobcenter? Man muss natürlich regulieren wer die Nummer haben darf und wer mit einer Nummer was für Daten anfragen darf. Ist natürlich überhaupt nicht okay, wenn mein Vermieter diese Nummer haben will und dann damit meine Religion herausfinden kann. Die Nummer gehört halt nicht lesbar auf den Ausweis. Selbst wenn man die Nummer hat, darf man an keinerlei Daten ran kommen, wenn man nicht dazu berechtigt ist. Das ist technisch zu lösen. -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: NMN 05.03.21 - 16:16
Renricom schrieb:
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> So sehr ich die datenschutzrechtlichen Bedenken verstehe, kann ich aus der
> Praxis im ÖD nur berichten, dass es ohne eindeutigen Identifikator (z.B.
> eine Bürgernummer) einfach nicht geht.
> Man kann keine Datenbanken bzw. Register ohne qualifizierten
> Primäreschlüssel führen.
Es geht hier um den Austausch zwischen verschiedenen Datenbanken. Nicht um _eine_ Datenbank. -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: unbuntu 05.03.21 - 16:19
Es ist aber jetzt schon für den Staat problemlos möglich, alle Daten zu bekommen die er haben will. Es ist nur nicht so komfortabel. Bekommen wird er die aber trotzdem.
Aber gleich sämtlichen Nutzen an anderen Stellen für die gesamte Bevölkerung abzulehnen ist schon recht hart. Du findest den Reisepass in Ordnung, was sagst du denn den Leute, die den nicht in Ordnung finden "weil sämtliche Daten im 3. Reich für was böses verwendet wurden" und die den Reisepass am liebsten abschaffen würden?
Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe.
- Albert Einstein -
"Qualifizierte Primärschlüssel"? Verknüpfung von Registern ist unzulässig
Autor: demon driver 05.03.21 - 18:14
Renricom schrieb:
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> So sehr ich die datenschutzrechtlichen Bedenken verstehe, kann ich aus der
> Praxis im ÖD nur berichten, dass es ohne eindeutigen Identifikator (z.B.
> eine Bürgernummer) einfach nicht geht.
> Man kann keine Datenbanken bzw. Register ohne qualifizierten
> Primäreschlüssel führen.
Das muss aber nicht für jede Behörde und jedes Register derselbe sein. Tatsächlich darf es das nach bisher geltender Gesetzeslage und nach bisher geltenden Rechtsvorstellungen nicht. Eine Behörde X, die bestimmte Daten zu Person A hat, geht es nicht das Geringste an, was Behörde Y für andere Daten zu Person B hat – die Verknüpfung solcher Register, die durch einen solchen Generalschlüssel möglich wird, ist bisher aus guten Gründen als unzulässig angesehen worden.
Deswegen musste auch für den registergestützten Stichprobenzensus, nach außen hin weniger bedenklich erscheinender Ersatz für die ungeliebte "Volkszählung", den Vollzensus, extra ein Gesetz her, damit die dabei beteiligten Register dann doch – letztlich anonymisiert – verknüpft werden konnten. Damit wurde der Stichprobenzensus tatsächlich zu etwas Problematischerem als die alte Volkszählung, weil damit hinter verschlossenen Türen bereits die Praxis der Registerverknüpfungen vorbereitet wurde. -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: demon driver 05.03.21 - 18:28
Steven Lake schrieb:
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> Hyde Mr schrieb:
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> -----
> > sorry mit „datenschutzrechtlichen Bedenken“ dies klein zu
> reden
> > ist zwar derzeit in Mode doch durch Wiederholung wird’s kaum
> besser.
> > Viele haben im sog. 3. Rech nur überlebt weil es keine PersonenID gab
> und
> > diese nun einzuführen ist mindestens geschichtsvergessen.
>
> Wir leben nicht mehr im 3. Reich.
Einerseits. Ein richtiger und wichtiger Hinweis.
Dennoch ist auch der heutige Staat nicht für alle seine Bürger die zivilisierte, menschenfreundliche Einrichtung, als die sie sich seit Erfindung des Grundgesetzes feiert.
> Man kann halt gewisse Barrieren einbauen. Sorry aber wo hat man das Recht
> vor dem Staat anonym zu bleiben?
Das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist die Frage, wieviele Stellen des Staats wieviel von einem wissen können sollen. Und was die untereinander austauschen können sollen. Genau das war bisher rechtlich massiv erschwert – aus gutem Grund. Eine Bürgernummer ist jetzt der Universalschlüssel für alle staatlichen Datensammlungen. Damit wird die erste und entscheidende technische Voraussetzung für die Verknüpfung aller Daten, die die unterschiedlichsten staatlichen Stellen über einen führen, geschaffen. Und darin liegt die Gefahr, die in letzter Konsequenz auf den gläsernen Bürger hinausläuft. -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: JeWie 05.03.21 - 20:24
Ich habe eher Bedenken, das die zusammengeführten Daten ein Leckerli für alle Interessierten sind, also Banken, Versicherungen, geldgeile Armleuchter. Es wurde doch schon gelabert, das Daten das neue Gold sind.
Happy WE -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: minnime 06.03.21 - 00:32
Die Bürgernummer ist kein Universalschlüssel, sie ist nur ein weiteres Identifikationsmerkmal. Die Behörden tauschen jetzt schon Daten untereinander aus, müssen dafür aber Name, Vorname, Geburtsdatum und Geburtsort haben. Mit der Bürgernummer brauchen sie nur noch die Nummer und ein weiteres Merkmal z.B. den Namen. Die Nummer reduziert vor allem Fehler, die durch unterschiedliche Schreibweisen von Namen oder Geburtsorten zu Stande kommen können, mehr nicht.
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Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: Mandri 06.03.21 - 10:36
Der Reisepass ist meines Erachtens ein höchst untaugliches Beispiel.
1. Wird der nur auf Antrag ausgegeben - den niemand stellen muss.
2. Dient er nur zu bestimmten Zwecken - Reisen ins außereuropäische Ausland - die niemand machen muss.
3. Will den nicht unser Staat sehen, sondern man kommt ohne ihn in viele Länder einfach nicht rein.
Nach Abschaffung der DDR benötige ich keinen Reisepass mehr, also habe ich keinen. -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: violator 06.03.21 - 11:05
Bleibt trotzdem die Frage, wo man da anfangen soll Dinge abzulehnen, weil Nazis damals irgendwas böses gemacht haben. Der Perso würde schonmal darunter fallen, den könnte man mit der Argumentation genauso ablehnen.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.03.21 11:06 durch violator. -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: Mandri 06.03.21 - 11:54
Ja, die Frage bleibt.
Mir ist es im Augenblick egal, außer , dass sie ausgerechnet die SteuerID genommen haben, von der bei ihrer Einführung Stein und Bein geschworen wurde, dass sie nur für steuerliche Fragen benutzt werden soll.
Aber eigentlich ist das vor allem für die Politiker:innen eher ein Schuss ins eigene Knie, stellen sie doch damit klar, dass man ihnen nicht über den Weg trauen darf. Man könnte auf die Idee kommen, sie alle für gewohnheitsmäßige Lügner zu halten. -
Re: Aus gutem Grund haben sich die Väter des GG...
Autor: demon driver 06.03.21 - 16:40
minnime schrieb:
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> Die Bürgernummer ist kein Universalschlüssel, sie ist nur ein weiteres
> Identifikationsmerkmal. Die Behörden tauschen jetzt schon Daten
> untereinander aus, müssen dafür aber Name, Vorname, Geburtsdatum und
> Geburtsort haben. Mit der Bürgernummer brauchen sie nur noch die Nummer und
> ein weiteres Merkmal z.B. den Namen. Die Nummer reduziert vor allem Fehler,
> die durch unterschiedliche Schreibweisen von Namen oder Geburtsorten zu
> Stande kommen können, mehr nicht.
Natürlich ist die Bürgernummer ein Universalschlüssel, er wird sehr schnell die entscheidende Indexspalte in allen Verwaltungsdatenbanken sein, und der Unterschied zu dem Datenaustausch, der "jetzt schon" (in der Regel weitgehend legal und auf der Grundlage geltender Gesetze) stattfindet, ist eben, dass dort deutlich mehr Merkmale erforderlich sind – und dass damit auch der Missbrauch erschwert wird. Welcher Missbrauch? Zum einen der bis jetzt noch illegale, wie der durch Nazis in Behörden bis hin zur Polizei (wo ja erst vor kurzem Tatbestände publik geworden sind), die es auf bestimmte Angehörige der von Nazis systematisch verfolgten Gruppen abgesehen haben. Zum anderen aber auch der Missbrauch im Namen der immer weiter ausufernden Ausweitung behördlicher Befugnisse zum Zugriff auf Daten anderer Behörden. Je einfacher die technischen Möglichkeiten sind und je weiter die Voraussetzungen bereits implementiert sind, umso schneller entstehend auch entsprechende Begehrlichkeiten seitens der Behörden.



