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Terror, Überwachung und Politik

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  1. Terror, Überwachung und Politik

    Autor: aLpenbog 15.11.15 - 18:01

    Terror und Überwachung ist irgendwie immer ein Thema, dass ich nie richtig verstanden hab. Damals zu 9/11 hat man das ganze Thema Überwachung hinterfragt und wie sowas geschehen konnte, ohne dass man das mitkriegt. Da gab es dann Aussagen wie, dass in diesen Kreisen vermehrt persönlich kommuniziert wird oder über Kuriere und nicht das Internet oder Handys genutzt werden.

    Ein paar Tage später dann hat man aufgrund dieser Terroranschläge Überwachung von Kommunikation ausgeweitet, neue Gesetze entworfen etc pp.

    Fakt ist doch, so doof sind die lieben Terroristen nicht. Jetzt den Kram zu überwachen ist wie Aufhören ein bestimmtes Fleisch oder Gemüse zu essen, weil gerade ein Skandal ans Tageslicht kommt. Dann ist die Sache gelaufen.

    Nun wollen se das am liebsten noch Überwachen und unverschlüsselt haben und beim nächsten Terroranschlag werden Brieftauben genutzt, im Anschluss dessen wird alles Federvieh getötet und Überraschung beim nächsten Fall ist es wieder was anderes.

    Jedoch pumpt man Geld und Ressourcen rein, um mögliche Terrorkanäle zu überwachen, die nach ihren bekannt werden eh nur noch von normalen Burgern benutzt werden.

    Ich hab zwar auch kein Heilmittel gegen den Terror parat aber mehr Überwachung ist sicher nicht die Lösung. Lieber ein wenig Energie in Ursachenforschung stecken. Ist ähnlich wie mit den ganzen Schulamokläufen. Man diskutiert über Waffengesetze, Killerspiele und brutale Filme, das Umfeld zu hinterfragen und warum der Mensch in diese Lage gekommen ist wäre ja auch zu schwierig und lässt sich nicht wahlkampftechnisch in einen einfachen Slogan pressen.

    Da wird teilweise mehr Energie reingesteckt möglichst viele Vorteile aus diesen Tragödien zu ziehen, als sie zukünftig zu verhindern. Vom Durchbringen von Gesetzen die vorher ewig scheiterten bis hin zum Wahlkampf.

    Aber vielleicht ist das auch alles eine positive Entwicklung. Sämtliche elektronische Kommunikation wird irgendwann per Gesetz nur noch via Klartext übertragen und sofort analysiert und zwar von jeden ohne richterlichen Beschluss. Ggf. sorgt das dafür, dass zwei Leute die zwei Meter voneinander entfernt stehen zukünftig wieder miteinander Reden als sich via Whatsapp zu texten.

  2. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: Anonymer Nutzer 15.11.15 - 18:07

    aLpenbog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber vielleicht ist das auch alles eine positive Entwicklung. Sämtliche
    > elektronische Kommunikation wird irgendwann per Gesetz nur noch via
    > Klartext übertragen und sofort analysiert und zwar von jeden ohne
    > richterlichen Beschluss. Ggf. sorgt das dafür, dass zwei Leute die zwei
    > Meter voneinander entfernt stehen zukünftig wieder miteinander Reden als
    > sich via Whatsapp zu texten.

    Das würde ich nicht unbedingt als positiv sehen... Denn das kann man auch heute schon. Jedoch möchte man trotzdem vertraulich bleiben können, auch im Netz...

  3. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: Muhaha 15.11.15 - 19:09

    aLpenbog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich hab zwar auch kein Heilmittel gegen den Terror parat ...

    Das es so auch nicht gibt. Warum Menschen zu Terroristen werden ist zwar hinreichend bekannt, aber a) sind wir alle nicht zu den entsprechenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen bereit und b) gegen Wirrköpfe, die es immer wieder zu allen Zeiten gibt, ist eh kein Kraut gewachsen. Terror ist so alt wie die Menschheit selbst.

    > aber mehr
    > Überwachung ist sicher nicht die Lösung.

    Korrekt.

    > Lieber ein wenig Energie in
    > Ursachenforschung stecken.

    Wird schon. Das Problem dabei ist nur, dass die Politik sich nicht in der Lage sieht ihren Wählern die dafür nötigen Veränderungen zu verkaufen. Wer das umsetzen will, wird abgewählt.

  4. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: johnsonmonsen 15.11.15 - 19:16

    Hallo clarissa1986!

    >Das würde ich nicht unbedingt als positiv sehen... Denn das kann man auch heute schon. Jedoch möchte man trotzdem vertraulich bleiben können, auch im Netz...

    Zumindest lässt sich eine recht sichere Kommunikation über ein abgeschlossenes Areal relativ einfach etablieren. Also bezogen auf eine Stadt und deren Peripherie. Ein Radius von 50km kann mit wenig Planung sehr zuverlässig abgedeckt werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten, derer sich jeder bemächtigen kann. Alles aus dem Amateurfunk bekannt:

    1. Analoger Funk und Morsedekoder-Software zum Einrichten von Textmailboxsystemen.

    2. Digitalfunk mit Dateiübermittlung (DMR). In Zusammenhang mit klug platzierten Repeatern kann man sich so ein weitläufiges privates Netz aufbauen. Die Übertragungszeiten von Textnachrichten sind sehr kurz und es kann mit bis zu 256 Bit verschlüsselt werden.

    Das einzige, das beachtet werden sollte, ist eine gewisse Funkdisziplin. Für diskrete Kommunikation auf das notwendigste beschränken und die Nachrichten (nur Text) stets von unterschiedlichen Punkten aus absetzen. Die Frequenzen wirr durchwechseln. Niemand kann eine derartige Verbindung "sprengen", niemand verhindern, dass sich Leute ungestört austauschen - wenn das wirklich deren Ziel ist. Das sollte sich jeder bewusst machen, der dazu tendiert, sich blindem politischen Aktionismus zuzuneigen.

    Mit ein wenig mehr Aufwand, lässt sich "Orbcomm" auch recht sicher zum Texten verwenden. Das war ein Geheimtipp ;-)!

    Nur so meine Gedanken dazu.

    Viele Grüße :-)!

  5. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: plutoniumsulfat 15.11.15 - 19:28

    Das Problem sind die vielen Arbeitsplätze, die dann keiner verlieren will.

  6. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: Muhaha 15.11.15 - 19:33

    plutoniumsulfat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem sind die vielen Arbeitsplätze, die dann keiner verlieren will.

    Das Problem ist die Veränderung, die für eine halbwegs funktionierende Reduzierung von Terrorismus notwendig ist. Die meisten Menschen haben mehr Angst vor Veränderung als vor Terrorismus. Die israelischen Bürger zeigen dies deutlich, weil sie seit vielen Jahren genau die Leute in Amt und Würden wählen, die einer friedlichen Lösung des Konfliktes mit Palästina im Weg stehen. Man lebt lieber mit dem bekannten Schrecken der Gegenwart als mit der unbekannten Zukunft.

  7. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: plutoniumsulfat 15.11.15 - 19:55

    Naja, und Deutschland? Hier gibt es ja bislang noch kaum Terrorismus. Andererseits werden Terroristen schon mit Waffen beliefert.

  8. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: Muhaha 15.11.15 - 20:09

    plutoniumsulfat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Naja, und Deutschland? Hier gibt es ja bislang noch kaum Terrorismus.

    Die deutsche Bevölkerung hat derart viel Angst vor Veränderung, dass die Politik es seit einigen Jahrzehnten nicht wagt der Bundesrepublik Deutschland einen offiziellen Status als Einwanderungsland zu geben. Einwanderer wurden "Gastarbeiter" genannt, weil Gäste ja nach ner Weile wieder verschwinden. Und heute wird alles in einen Topf geworfen, Einwanderer und Flüchtlinge, weil Deutschland aus den besagten Gründen kein Einwanderungsgesetz hat, sondern eine beschissene Krücke namens Asylrecht.

    Und ja, Waffen werden natürlich weiterhin in Krisenregionen verkauft. Weil die Waffenindustrie ja wichtig ist. Deutschland gehört neben den USA, Rußland, China und Frankreich zu den fünf Staaten, die weltweit am meisten Kohle in der Rüstungsindustrie umsetzen. Denk doch einer mal an die Kinder von den Arbeitern bei Rheinmetall. Die wollen doch auch jedes Jahr zweimal in Urlaub fahren, nicht?

  9. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: Mingfu 15.11.15 - 20:44

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die israelischen Bürger zeigen dies deutlich, weil sie seit vielen Jahren genau die
    > Leute in Amt und Würden wählen, die einer friedlichen Lösung des Konfliktes mit
    > Palästina im Weg stehen.

    Diese Interpretation bietet sich zwar geradezu an, andererseits halte ich sie für zu simpel.

    Auch der Friedensprozess in den 1990er Jahren war dauerhaft begleitet durch palästinensische Selbstmordanschläge. Selbst gemäßigtere israelische Politiker, die zu Zugeständnissen bereit waren (letztlich wurde Jitzchak Rabin genau dafür durch einen jüdischen Fundamentalisten ermordet), vermochten daran nichts zu ändern. Auf der anderen Seite machte die palästinensische Autonomiebehörde während dieser gesamten Zeit nie eine gute Figur. Korruption und doppeltes Spiel (vorn verhandeln, hinten Terroristen unterstützen) waren die bezeichnenden Faktoren.

    Insoweit ist es nicht verwunderlich, dass sich in Israel nach dem Scheitern von Camp David im Jahr 2000 (im Vergleich zu heute ist es damals offiziell an Peanuts gescheitert) eher wieder die Hardliner durchsetzen konnten. Denn letztlich konnten auf israelischer Seite diejenigen, die eine Verständigungslösung suchten, im Gegenzug die Sicherheitslage in Israel nicht verbessern, so dass es so aussah, als würden sie nur Zugeständnisse machen ohne etwas zu erhalten.

    Jetzt ist es 15 Jahre später und es ist definitiv nur noch schwerer geworden. Denn neben den zusätzlichen Siedlungen, die riesige Stolpersteine für jeden denkbaren Prozess sind, ist inzwischen auch Wasser ein extrem ernstes Problem in der Region geworden, welches die Konflikte weiter verschärft. Und ein Palästinenserstaat bräuchte ebenso eine wirtschaftliche Perspektive, die extrem teuer wird, weil ohne eine solche die wirtschaftlichen Gegensätze so groß bleiben, dass das immer einen Konfliktherd darstellt.

    Die Voraussetzungen sind also noch viel schlechter als in den 1990er Jahren und schon damals hat man es nicht vermocht, eine friedliche Lösung zu finden. Insoweit ist die Skepsis in Israel nachvollziehbarerweise verbreitet und dann wählt man im Zweifelsfall eben lieber die Mauer, bei der man weiß, was man hat.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.11.15 20:45 durch Mingfu.

  10. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: Muhaha 15.11.15 - 22:31

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Diese Interpretation bietet sich zwar geradezu an, andererseits halte ich
    > sie für zu simpel.

    Ich habe es absichtlich ziemlich einfach gehalten, weil ich keinen großen Exkurs über die Geschichte Israels der letzten zwanzig Jahre beginnen wollte :) Aber danke dafür, dass Du es dann getan hast.

    Als Stolpersteine für den Friedensprozess gelten unter anderem auch ultrareligiösen Parteien, die auch das öffentliche Leben so sehr im Griff haben, dass zwar jeder Israeli, die NICHT Mitglied dieser Glaubensgemeinschaften ist, massiv darüber abkotzt, aber letztendlich nichts unternommen wird um den Staat aus dieser Geiselhaft religiöser Fanatiker zu befreien. Sicher, der israelische Bürger kann nichts tun, um die Probleme auf palästinensischer Seite zu beheben, aber er könnte bei sich zu hause dafür sorgen, dass diese Irren weniger Einfluss auf Gesellschaft und Politik haben. Doch offenbar ist es wohl einfacher diese Spinner gewähren zu lassen, sich ab und an darüber aufzuregen und dann weiterhin Parteien zu wählen, die ebenfalls keine Anstalten machen diese Extremisten politisch zu isolieren.

    Man lebt lieber mit der aktuell existierenden Dreckssituation, anstatt etwas an dieser Situation zu ändern. Ist jetzt nichts speziell nur Israelis betreffend, ist sehr, sehr menschlich.

  11. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: Mingfu 15.11.15 - 23:17

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Als Stolpersteine für den Friedensprozess gelten unter anderem auch
    > ultrareligiösen Parteien, die auch das öffentliche Leben so sehr im Griff
    > haben, dass zwar jeder Israeli, die NICHT Mitglied dieser
    > Glaubensgemeinschaften ist, massiv darüber abkotzt, aber letztendlich
    > nichts unternommen wird um den Staat aus dieser Geiselhaft religiöser
    > Fanatiker zu befreien.

    Die Schwierigkeit daran ist, dass sich der Staat Israel eben ganz maßgeblich über die Religion definiert. Insoweit ist die Säkularisierung dort ein ganz weiter Weg, weil ein verbindendes Element abseits der Religion erst einmal gefunden werden und wachsen müsste in einem Staat, der innerhalb der letzten 70 Jahre durch Einwanderung aus aller Herren Länder entstand und damit äußerst heterogen ist.

    Ich würde die ultarorthodoxen und fundamentalnationalistischen Parteien aber auch nicht als das größte Problem ansehen. Sie sind zwar eine konstante Größe und sie haben natürlich auch viel Einfluss, wenn sie in eine Regierung eingebunden sind, aber sie sind nicht die beherrschende Größe. Mehrheiten, in denen sie bei der Regierungsbildung keine Rolle spielen würden, sind nicht so weit weg.

    Das größere Problem ist, dass jeder, der einen anderen Kurs fahren will, ziemlich schnell in Erklärungsnot kommt: Mit wem will er denn auf palästinensischer Seite verhandeln? Zu Arafats Zeiten war das ja noch vergleichsweise leicht zu beantworten, auch wenn Arafat wenig Verbindlichkeit mitbrachte. Aber jetzt? Abbas ist zwar gewählt, hat aber erkennbar nicht die Fäden in der Hand. Und die, die die Fäden in der Hand haben, wie die Hamas, mit denen kann man nicht verhandeln. Schon bei dieser absolut vorhersehbaren Frage, die sich nur um die Modalitäten und nicht einmal um Inhalte dreht, kommt jeder Politiker, der sich an dieses Thema heranwagen wöllte, sofort ins Schwimmen. Und damit kann man eben niemanden von einem Aufbruch überzeugen.

  12. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: Muhaha 15.11.15 - 23:37

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und die, die die Fäden in der Hand
    > haben, wie die Hamas, mit denen kann man nicht verhandeln.

    Und genau HIER liegt das Problem. Lieber dämonisiert man die Hamas, anstatt mit ihnen zu verhandeln. So kann das nichts werden. Und genau vor dieser Veränderung (Was passiert, wenn wir die Hamas durch die Verhandlungen politisch anerkennen?) hat man so sehr viel mehr Angst, als durch den Terror, den die Hamas oder ihr nahestehende Gruppen verbreiten.

    In Südamerika ist der in nicht wenigen Ländern tobende Guerillakrieg zwischen Staat und linken Gruppierungen erst dann eingedämmt und teilweise auch friedlich beigelegt worden, als der Staat endlich angefangen hat mit diesen Gruppen zu verhandeln. Genau das muss auch hier passieren. Es gibt keine andere Lösung.

  13. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: Mingfu 15.11.15 - 23:52

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und genau HIER liegt das Problem. Lieber dämonisiert man die Hamas, anstatt
    > mit ihnen zu verhandeln.

    Das hat nichts mit einer Dämonisierung der Hamas zu tun. Die Hamas verhandelt einfach nicht über den Status Israels. Für die Hamas gibt es nur die eine einzige Lösung, dass Israel von der Landkarte verschwindet und die gesamte Region wieder Palästina wird. Jedes Zugeständnis an Israel ist in ihren Augen Verrat an der Sache. Du wirst bei der Hamas deshalb niemanden finden, der über einen Friedensprozess mit Israel verhandelt, denn die Hamas definiert sich genau über den Krieg mit Israel.

  14. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: Muhaha 16.11.15 - 00:38

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Das hat nichts mit einer Dämonisierung der Hamas zu tun. Die Hamas
    > verhandelt einfach nicht über den Status Israels.

    Und Israel verhandelt deswegen nicht mit der Hamas. Aber ohne die Hamas wird es keine Lösung geben. Das meine ich ja mit der Sackgasse, in der sich die Israelis offenbar lieber verrennen, weil diese Sackgasse vertraut ist und man nicht den Mut findet umzudrehen und nach einem neuen Weg zu suchen.

    Wie gesagt, Südamerika. Da hieß auch lange "Mit Terroristen verhandeln wir nicht". Bis nach Jahrzehnten voll mit Bürgerkriegen, Anschlägen und Tausenden von Toten jemand diesen Mut gefunden hat. Und nun bestehen gute Chancen den holprigen und mühsamen Friedensprozess nach und nach zu einem guten Ende zu führen.

  15. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: Mingfu 16.11.15 - 01:13

    Das ist nicht vergleichbar. Selbst wenn man sich auf israelischer Seite eine Ruck geben könnte und auch mit Terroristen verhandeln würde - die Hamas würde das nicht tun. Die sieht keine Notwendigkeit für irgendwelche Verhandlungen, weil es nichts zu verhandeln gibt: Palästina zu 100 % oder Krieg. Erschwerend kommt hinzu, dass aus ihrer Sicht der Status quo auch gar nicht so schlecht ist. Der Kriegszustand sorgt für fortlaufende Finanzierungen aus der arabischen Welt. Man hat ferner insbesondere im Gaza-Streifen die Kontrolle und kann sich damit über Korruption und Willkür ziemlich gut halten. Nachwuchs rekrutiert sich unter den prekären Umständen wie von selbst. Für die Hamas gibt es also keinen signifikanten Leidensdruck - jeder Frieden kann für sie nur schlimmer werden, da er mit Bedeutungsverlust einhergeht. Die Interessen der Hamas sind also nicht mit denen des palästinensischen Volkes identisch.

    Die Hamas kann demzufolge aber auch keine Hoffnung bringen. Jemand Anderes, der es auf Seiten der Palästinenser könnte und der in letzter Konsequenz auch die Möglichkeiten und den Willen hätte, sich gegen die Hamas durchzusetzen, ist aber auch nicht in Sicht. Im Moment ist die Sache völlig verfahren. Da hilft es nur, das anzuerkennen, zu warten und zu hoffen, dass sich irgendwann eine Konstellation einstellt, die neue Lösungsmöglichkeiten eröffnet. Man kann es nicht übers Knie brechen, wenn die Voraussetzungen nicht stimmen.

  16. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: Anonymer Nutzer 16.11.15 - 01:15

    Da sieht man mal wieder was Religion alles anrichtet, wenn sie auf "seichte Gemüter" trifft... Menschen, die daraus einen Konflikt heraufbeschwören, aufgrund von fanatischem Eifer...

  17. Re: Terror, Überwachung und Politik

    Autor: Mingfu 16.11.15 - 01:56

    Das ist zu oberflächlich betrachtet. Der Nahostkonflikt ist nur vordergründig ein religiöser Konflikt. Die historischen, wirtschaftlichen und machtstrategischen Gründe sind aber keinesfalls geringer zu gewichten und sind die eigentlichen Hürden zu jeder Lösung. Der Wegfall religiöser Differenzen könnte bestenfalls Misstrauen abbauen, würde aber noch lange nicht die eigentlichen Kernfragen beantworten.

    Die ungeordnete Gründung des Staates Israel im Nachgang des Zweiten Weltkrieges auf einem Gebiet des ehemaligen Osmanischen Reiches, welches durch die Mandatsmacht Großbritannien im Auftrag des Völkerbundes verwaltet wurde, ist nun einmal der eigentliche Knackpunkt. Denn das führte unmittelbar zu Krieg und zu Flucht und Vertreibung der dort angestammten Bevölkerung. Diese Ausgangslage wirkt nun einmal bis heute nach. Zu diesen umstrittenen Gebietsansprüchen kommen dann noch wirtschaftliche Faktoren hinzu, weil das Wohlstandsgefälle erheblich ist, weil die Wasserressourcen zu gering sind. Die Religionsdifferenzen runden dieses ganze Chaos dann nur noch ab.

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