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Was soll Vorratsdatenspeicherung bringen?

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  1. Re: Was soll Vorratsdatenspeicherung bringen?

    Autor: Niaxa 17.11.15 - 13:13

    Wer spricht den überhaupt von dessen Wunderwirkung? VDS ist kein Wundermittel. Das Ziel von VDS kann alles mögliche sein, aber sicher kein Anti-Terror Kondom. Wenn NSA und wie sie alle heisen, zu dumm sind, mit den Daten was anzufangen, ändert das noch nichts an der Tatsache, das fähige Leute es könnten. Wie das in Zukunft weiter geht kann keiner sagen. Ich hoffe es bleibt bei der Unfähigkeit, diese Daten zu verwerten.

    Wertet man die Daten eines jeden Bürgers vor deren Löschung aus, steckt die Bürger anschließend in ein passendes Profil, macht dies über Jahre hinweg und strickt das ganze dann viel weiter, weis man vieles bis alles über diese Bürger. Das hilft im gewissen Maße bei der Aufklärung und wenn auch selten, hier und da mal der Verhinderung von Straftaten. Jedoch dient es viel mehr der Kontrolle. Wie einfach Daten zu verwerten sind zeigen Anbieter von Online-Diensten wie Google, Apple und co. auch wenn diese den Inhalt jeglicher Datenkommunikation kennen. Doch der Inhalt der Daten ist schnell herausgefunden, wenn man erst mal weis wer sie von wo wann wie sendet.

    Wer was wann wo wie und wie oft getan hat, gibt Massenweise Rückschluss auf ein gewisses Profil. Wenn man wie heute den Menschen gerade erst erfasst, ist es schwieriger. Wenn man dies über 30 Jahre macht, dann wird es immer leichter den Menschen einzuschätzen, einzuordnen und zu bewerten.

    VDS ist nichts weiter, als ein Hilfsmittel, wenn man so will, ein Unterstützer für das große Ganze. klar wollten hier einige auch, das diese Daten dafür verwendet werden, Tauschbörsler etc. (ich denke das sind die, die am meisten Angst vor VDS haben) zu fassen. Ja würde ich auch wollen, wenn mein Beruf in diesem Bereich liegen würde und es mir das Arbeiten erleichtert. Das wurde aber abgeschmettert und es wird bei der jetzigen Gesetzeslage niemanden geben, der durch VDS an Beweise für Filesharing kommt. Dabei wären mir diese viel lieber, als BND, NSA etc. Denn wenn ich recht behalte, kann VDS ganz schnell auch nach hinten los gehen, wenn ich aufgrund falscher Kategorisierung meiner Person, eben auch ein falsches Profil erhalte.

    So das war nur eine von vielen Theorien, ohne auf wiederum die technischen Möglichkeiten von VDS eingehen zu müssen. Diese Theorie ist aber dann eher in der Kategrie "Verschwörung".

    War es so etwas? Hast du so etwas erwartet?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.11.15 13:16 durch Niaxa.

  2. Re: Was soll Vorratsdatenspeicherung bringen?

    Autor: SelfEsteem 17.11.15 - 14:28

    Niaxa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > War es so etwas? Hast du so etwas erwartet?

    Vielen Dank fuer deinen langen Text. Ja, ich habe tatsaechlich _exakt_ sowas erwartet. Ich moechte dir an dieser Stelle nicht verschweigen, dass ich beim Lesen des Textes ueberrascht darueber war, wie weit ich meine Augen verdrehen kann.
    Stichwort: Spieltheorie.

    Jemand, der sich beobachtet fuehlt, passt sein Verhalten an den Beobachter an. Da er das genaue Verhalten nicht kennt, ist die Schlussfolgerung aber NICHT, dass es nichts anzupassen gibt, sondern die, dass man sein eigenes Verhalten an _moegliches_ Verhalten des Beobachters anpasst.
    Im Endeffekt laeuft das auf eine ewige Kette aus "Ich weiss, dass er weiss, dass ich weiss, dass er weiss, dass .... ... ... ... des Nachbars Katze grau ist".
    Deine postulierten 30 Jahre aendern daran leider exakt garnichts, sondern machen alles nur noch viel schlimmer, da sie nur die Anzahl an bekannten (schlimm genug!) und unbekannten Variablen in die Hoehe treiben. Die "ich weiss, dass er weiss"-Kette wird also nicht nur laenger, sondern auch noch unbekannt lang.

    Ja, bei der Werbung funktioniert es trotzdem, hast du richtig festgestellt. Und warum? Weil der Mensch, der in der Werbung ersaeuft, in diesem Kontext kein aktiver Spieler ist, er passt sein Verhalten nicht aktiv an - er ist viel mehr eine Art "passiver" Akteur, der eher reagiert d.h. sich anpassen laesst. Da der Werbetreibende der einzig aktive Spieler ist, bestimmt er das Verhalten und kann somit Auswertungen fahren.

    Im Kontext der VDS kann das ganz prima bei 12 jaehrigen Kindern funktionieren, die eine MP3 herunterladen. Das funktioniert auch super bei regierungskritischen Demonstranten, die nichts boeses im Schilde fuehren und garnicht an Ueberwachung denken. Das funktioniert bei allen, die keine Paranoia haben und keinerlei Gefahr fuer die Gesellschaft darstellen. Das gilt auch fuer alle kleinen Delikte (auch haeufig Kauf- und Verkauf schwacher Drogen, MP3- und Film-Downloads etc.), bei denen man als Normalbuerger kurz mit den Schultern zuckt und den "Taeter" fuer nicht weiter schlimm haelt.
    Bei allen, die aber mit einer wie auch immer gearteten Ueberwachung rechnen muessen, funktioniert das exakt garnicht und lange Zeitraeume machen alles nur noch schlimmer. Jedes private Treffen legt die Wuerfel dabei voellig neu.

    Maschinell koennte man sowas nur mit einer empathischen KI auswerten (und eben nicht statistisch!), von der wir noch min. Jahrzehnte entfernt sind.
    Manuell - d.h. Mensch sitzt dran - kannst du das fast vollstaendig knicken, da du min. soviele Ueberwacher wie Ziele braeuchtest.
    Der EINZIG sinnvolle Weg fuer Auswertungen ist eine gezielte live-Auswertung von ausgewaehlten Verdaechtigen, da man als Mensch hierfuer die Ressourcen haette. Und genau das ist auch ohne VDS moeglich.

    Unterm Strich ist eine angeblich hilfreiche VDS ein absolutes Maerchen und voellig esoterischer Bloedsinn.

    Ich dachte, das waere in den vergangenen 15 (15! fuenfzehn!) Jahren genug erleutert worden.

    //edit: Und waere es anders, waere das in den Aufklaerungsstatistiken ersichtlich - ist es aber immernoch nicht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.11.15 14:29 durch SelfEsteem.

  3. Re: Was soll Vorratsdatenspeicherung bringen?

    Autor: Niaxa 17.11.15 - 14:36

    Wie gesagt. Terror ist ein Vorwand in meinen Augen, kein Grund und Ziel für VDS. Klar kann man darauf hoffen, das Terrorist X mit Terrorist Y vor der Tat noch telefonischen ungeschützten Kontakt hatte, dann hat man auch eine Verfolgungsmöglichkeit für die Hintermänner. Ich gebe dir aber recht, das dies in den wenigsten Fällen zum Erfolg führt. Wie gesagt war das jetzt nur ein Szenario und dieses zeigt wie du schon erkannt hast, das VDS definitiv effektiv eingesetzt werden kann. Nur eben nicht gegen Terroristen. Aber für Staatsoberhäupter ist ein Terrorist auch weitaus weniger gefährlich, wie ein politischer Gegner ;-).

  4. Re: Was soll Vorratsdatenspeicherung bringen?

    Autor: SelfEsteem 17.11.15 - 14:45

    Niaxa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nur eben nicht gegen Terroristen. Aber für
    > Staatsoberhäupter ist ein Terrorist auch weitaus weniger gefährlich, wie
    > ein politischer Gegner ;-).

    Dann sind wir uns also einig darueber, dass die VDS exakt keine guten Seiten hat und lediglich der Bevoelkerung schadet ;).

    Dass die VDS aus Sicht eines haesslichen Regimes (Nordkorea, China, Bayern ...) sogar sehr hilfreich sein kann, moechte ich garnicht bestreiten.

  5. Re: Was soll Vorratsdatenspeicherung bringen?

    Autor: Niaxa 17.11.15 - 14:48

    Natürlich hat es keine guten Seiten aus der Sicht der Bevölkerung. Es sei den der Staat ist auf einmal der Ehrlichkeit verfallen und setzen diese Daten richtig und zum wohlwollen der Bürger ein.

    Ich wollte ja auch nur sagen, das VDS effektiv sein kann. Für wen halt ist die Frage. Und vor allem gegen wen.

    Was hast du gegen Bayern ^^?

  6. Re: Was soll Vorratsdatenspeicherung bringen?

    Autor: SelfEsteem 17.11.15 - 14:59

    Niaxa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Natürlich hat es keine guten Seiten aus der Sicht der Bevölkerung. Es sei
    > den der Staat ist auf einmal der Ehrlichkeit verfallen und setzen diese
    > Daten richtig und zum wohlwollen der Bürger ein.
    >
    > Ich wollte ja auch nur sagen, das VDS effektiv sein kann. Für wen halt ist
    > die Frage. Und vor allem gegen wen.
    Na haettest du das vorher in aller Deutlichkeit gesagt, haetten wir uns die letzten Postings auch sparen koennen.

    > Was hast du gegen Bayern ^^?
    Ich habe rein garnichts gegen Bayern (so wie ich auch nichts gegen China oder Nordkorea habe). Bin selbst Bayer, aber es ging um Unrechts-Regime und die menschen- und verfassungsfeindliche CSU bewegt sich nunmal auf dem selben Level mit anderen menschenverachtenden Parteien und Regimen.

  7. Re: Was soll Vorratsdatenspeicherung bringen?

    Autor: Niaxa 17.11.15 - 15:05

    Dem ist nichts hinzuzufügen ;-).

  8. Re: Was soll Vorratsdatenspeicherung bringen?

    Autor: MistelMistel 19.11.15 - 07:19

    gadthrawn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was genau soll also Vorratsdatenspeicherung bringen?

    Falls einer von den Attentätern sich zuvor illegal was auf seinen mp3 Player geladen hat können die ihn dann hinterher noch dafür dran kriegen!

  9. Re: Was soll Vorratsdatenspeicherung bringen?

    Autor: joma007 21.11.15 - 20:44

    Die Anschläge wurden in Belgien geplant. Warum wohl?
    Seit April 2014 ist die VDS da verboten. Jetzt kommst du!

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