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Und im ersten Gerichtsprozess

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  1. Und im ersten Gerichtsprozess

    Autor: Sharra 10.07.17 - 11:39

    Herr Richter, die "Beweise", die durch das Spionagetool auf meinem Computer "gefunden" wurden, waren vor dem Einbruch durch das BKA gar nicht da. Die hat das BKA da untergebracht.
    Richter: IT-Experte, ist das denkbar?
    IT-Experte: Ja, ohne weiteres.
    Richter: Freispruch.

    Zumindest dann, wenn es sich nicht um einen völlig verblödeten Richter handelt.

  2. Re: Und im ersten Gerichtsprozess

    Autor: schap23 10.07.17 - 11:47

    Es gab immer schon Beweise, die man nicht verwerten konnte. Früher galt das auch grundsätzlich für alles, was beim Abhören von Telephonen nur zufällig entdeckt worden war, von dem in der richterlichen Anordnung noch nicht die Rede war.

    Was schon immer gemacht wurde, ist, mit dem nicht verwertbaren Wissen an der Hand nach verwertbaren Beweisen zu suchen. Es sollte einfacher sein, etwas zu finden, wenn die Polizei genau weiß, daß da was sein muß. Nur ganz dämlich Staatsanwälte werden versuchen, allein mit den mit dem Staatstrojaner gefundenen Ergebnissen in einen Prozeß zu gehen.

  3. Re: Und im ersten Gerichtsprozess

    Autor: \pub\bash0r 10.07.17 - 11:54

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Herr Richter, die "Beweise", die durch das Spionagetool auf meinem Computer
    > "gefunden" wurden, waren vor dem Einbruch durch das BKA gar nicht da. Die
    > hat das BKA da untergebracht.
    > Richter: IT-Experte, ist das denkbar?
    > IT-Experte: Ja, ohne weiteres.
    > Richter: Freispruch.
    >
    > Zumindest dann, wenn es sich nicht um einen völlig verblödeten Richter
    > handelt.

    Realität....
    "Herr Richter, die Drogen waren vor der Hausdurchsuchung noch nicht da!"
    Richter: <wasauchimmer>-Experte, ist das denkbar?
    Experte: naja klar könnten die durchsuchenden Beamten die Drogen erst versteckt haben.
    Richter: unsere Beamten sind hochdekorierte Staatsbedienstete, die ordnungsgemäß arbeiten. Die würden niemals nie gegen das Gesetz verstoßen und Beweise unterschieben. Aufgrund der vielen Beamten die die Durchsuchung bekleidet und bezeugt haben besteht kein Zweifel an der Rechtmäßigkeit. Schuldig!

  4. Re: Und im ersten Gerichtsprozess

    Autor: Dr.Glitch 10.07.17 - 12:41

    \pub\bash0r schrieb:
    > Realität....
    > "Herr Richter, die Drogen waren vor der Hausdurchsuchung noch nicht da!"
    > Richter: -Experte, ist das denkbar?
    > Experte: naja klar könnten die durchsuchenden Beamten die Drogen erst
    > versteckt haben.
    > Richter: unsere Beamten sind hochdekorierte Staatsbedienstete, die
    > ordnungsgemäß arbeiten. Die würden niemals nie gegen das Gesetz verstoßen
    > und Beweise unterschieben. Aufgrund der vielen Beamten die die Durchsuchung
    > bekleidet und bezeugt haben besteht kein Zweifel an der Rechtmäßigkeit.
    > Schuldig!

    Vielleicht etwas näher an der Realität, weil's eben doch einen kleinen Unterschied gibt:

    "Herr Richter, durch den Bundestrojaner konnte Jeder (und seine Mutter) Daten auf dem Rechner meines Mandanten hinterlegen.
    Richter: "Herr IT-Experte...?"
    IT-Experte: "So ist es! Wer die Zugangsdaten (User: Polizei, Passwort: P0lizei) errät, der kann sich da einfach einloggen."
    Richter: "Hätte das der Programmierer von dem Trojaner nicht etwas besser lösen können!?"
    IT-Experte: "Schon, aber besser kostet Geld - für die Aufwandsentschädigung, die den IT-Menschen bei der Polizei bezahlt wird, bekommen Sie aber nur in Bangladesch Kompetenz."
    Richter: "Freibier!"

    ;-)

  5. Re: Und im ersten Gerichtsprozess

    Autor: 946ben 10.07.17 - 12:53

    Ich glaube ja eher, dass das Passwort P0lizei! ist. Wegen dem Sonderzeichen.

  6. Re: Und im ersten Gerichtsprozess

    Autor: Sharra 10.07.17 - 12:56

    946ben schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube ja eher, dass das Passwort P0lizei! ist. Wegen dem
    > Sonderzeichen.

    Das wäre eher der Login.
    Die Polizei wird dann aber als erstes das große scharfe S benutzen. Sonderzeichen inklusive, kann man dann Paßwort benutzen.

  7. Re: Und im ersten Gerichtsprozess

    Autor: User_x 10.07.17 - 13:02

    und wie sehe es aus, wenn man "nachlässig" andere Malware und oder Benutzer auf dem Rechter hat bzw. stillschweigend akzeptiert?

    Wie will man die Datenintegrität dann sicherstellen, dass tatsächlich von dem Beschuldigten ausgegangen werden kann?

    Die Putzfrau zu beschuldigen wird ja auch nicht im ermessen der Richter sein...

  8. Re: Und im ersten Gerichtsprozess

    Autor: Trockenobst 10.07.17 - 14:52

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > IT-Experte: Ja, ohne weiteres.

    Staatsanwalt: Gut, dann lassen wir es bei dem Sprengstoff im Auto, ihren Facebook Chats, ihren SMS und der Audioabhörung.

    Der Trojaner ist praktisch nur Beschaffung von anderen Daten relevant. Bei den immensen Kosten und Aufwand das Ding von externen irgendwo aufspielen zu lassen, werden die das nicht bei irgendeinem Quatsch Fall machen.

    Genau deswegen kriegen sie das Teil auch nicht wirklich juristisch sicher. Wer will sich den Aufwand leisten, das ist der Knackpunkt. Da ist es "billiger" jemanden mit drei vollen Teams mit klassischem Mikro durchs Fenster zu belauschen.

  9. Re: Und im ersten Gerichtsprozess

    Autor: chefin 10.07.17 - 16:25

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Herr Richter, die "Beweise", die durch das Spionagetool auf meinem Computer
    > "gefunden" wurden, waren vor dem Einbruch durch das BKA gar nicht da. Die
    > hat das BKA da untergebracht.
    > Richter: IT-Experte, ist das denkbar?
    > IT-Experte: Ja, ohne weiteres.
    > Richter: Freispruch.
    >
    > Zumindest dann, wenn es sich nicht um einen völlig verblödeten Richter
    > handelt.

    Das BKA handelt nicht als Einzelperson sondern immer mindestens 2 Personen. Diese sind zudem Zeugen, dürfen also nicht straffrei lügen. Du willst also nun sagen, das diese zwei sich gegen dich verschworen haben, zusammen mit dem Staatsanwalt und du meinst ein Richter glaubt dir das?

    Das mag vieleicht noch ein Argument sein, wenns um Massenmord geht und die Beweislage ansonsten extrem dünn, aber eigentlich weis jeder das der Typ es war. Nur beweisen kann man es schwer. Dann mag man sich vorstellen, das die Polizei vieleicht etwas nachilft. Aber was bringt es unschuldigen Bürgern Bilder unterzujubel um sie einzuknasten? Damit erwischt man keinen Schuldigen.

    Auch Polizisten sind Menschen mit Frau und Kinder und den selben Ängsten um diese Menschen wie wir sie haben. Lass also mal die Kirche im Dorf.

  10. Re: Und im ersten Gerichtsprozess

    Autor: Sharra 10.07.17 - 17:33

    Ich werde bestimmt nicht behaupten, dass unsere Beamten per Definition korrupt oder gänzlich unfähig seien.
    Aber es gibt genügend belegte Fälle, in denen deutsche Beamte der staatsanwaltlichen Erfüllungsgehilfen gewaltig ins Klo gegriffen haben mit ihren Aktionen.
    Per se kann man es also nicht ausschließen.

  11. Re: Und im ersten Gerichtsprozess

    Autor: Trockenobst 10.07.17 - 21:00

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > staatsanwaltlichen Erfüllungsgehilfen gewaltig ins Klo gegriffen haben mit
    > ihren Aktionen. Per se kann man es also nicht ausschließen.

    Das kann auch anders rum laufen. Donnerstag morgen um 6 Uhr, Hausdurchsuchung in der Wohnung. Söhne 14 und 17 schlaftrunken im Zimmer.

    Finden kleine Box voll mit Tütchen mit Dope und Pills im Schuhschrank unten. Vater sagt, meine Kinder tun so was nicht, das wurde ihnen untergeschoben. Fingerabrücke auf den Tütchen machten dann die Sache klar, der Große wars, und dann auch massig Videoaufzeichnungen etc. Später kam dann auch raus, dass er auch Verschieber von geklauten Handies etc. war und an der Schule wohl der mit den sehr spitzen Fingern.

    Die hatten Massen an Beweismittel bevor sie an die Tür geklopft haben. Die Polizei will auch einen sauberen Sieg, keine wischi-waschi Aufwand mit 5 Leuten + für zwei Tütchen Dope ohne Fingerabdrücke. Das wäre dann schon peinliche Sheiße, diese dann auch noch beim 14j im Zimmer zu verstecken, weil sie in der Panik am Morgen nicht wissen wo sie diese hinlügen sollen.

  12. Re: Und im ersten Gerichtsprozess

    Autor: User_x 11.07.17 - 00:46

    und woher sind die Daten dann angefallen? ...bzw. wozu dann noch der Akt der Hausdurchsuchung? Wenn man den bereits durch Fremdmaterial (davon gehe ich aus) überführt hat, ist das doch Nötigung der ganzen Familie - ich sehe da durchaus Sippenhaft!

  13. Re: Und im ersten Gerichtsprozess

    Autor: plutoniumsulfat 11.07.17 - 01:17

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sharra schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Herr Richter, die "Beweise", die durch das Spionagetool auf meinem
    > Computer
    > > "gefunden" wurden, waren vor dem Einbruch durch das BKA gar nicht da.
    > Die
    > > hat das BKA da untergebracht.
    > > Richter: IT-Experte, ist das denkbar?
    > > IT-Experte: Ja, ohne weiteres.
    > > Richter: Freispruch.
    > >
    > > Zumindest dann, wenn es sich nicht um einen völlig verblödeten Richter
    > > handelt.
    >
    > Das BKA handelt nicht als Einzelperson sondern immer mindestens 2 Personen.
    > Diese sind zudem Zeugen, dürfen also nicht straffrei lügen. Du willst also
    > nun sagen, das diese zwei sich gegen dich verschworen haben, zusammen mit
    > dem Staatsanwalt und du meinst ein Richter glaubt dir das?
    >
    > Das mag vieleicht noch ein Argument sein, wenns um Massenmord geht und die
    > Beweislage ansonsten extrem dünn, aber eigentlich weis jeder das der Typ es
    > war. Nur beweisen kann man es schwer. Dann mag man sich vorstellen, das die
    > Polizei vieleicht etwas nachilft. Aber was bringt es unschuldigen Bürgern
    > Bilder unterzujubel um sie einzuknasten? Damit erwischt man keinen
    > Schuldigen.
    >
    > Auch Polizisten sind Menschen mit Frau und Kinder und den selben Ängsten um
    > diese Menschen wie wir sie haben. Lass also mal die Kirche im Dorf.

    Du gehst davon aus, dass alle Polizisten sich stets treu ans Gesetz halten. Wie man in der Politik gut sehen kann, funktioniert das eben nicht bei allen. Eine Menge Gesetze ala NetzDG sind bloß blinder Aktionismus. Das gibt es auch bei den Freunden in blau.

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