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Schade

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Schade

    Autor: Renricom 03.11.21 - 11:45

    Die Verurteilung wegen "Verletzung der Anti-Umgehungsbestimmung des Digital Millenium Copyright Act (DMCA)" kann ich nachvollziehen, aber "die Verschwörung zur Umgehung von technischen Maßnahmen" und der "Vertrieb von Umgehungsvorrichtungen" sollten m.M.n. überhaupt kein Straftatbestand sein. Schließlich habe ich die Hardware gekauft und sollte damit machen können, was immer ich will. Und ob ich anderen jetzt dabei helfe, das ebenfalls zu tun ist doch vollkommen egal.

    _____________________________________________________________________________________
    Kellerkind, PC-Enthusiast und zu eurem Pech jetzt auch auf Golem unterwegs.

  2. Re: Schade

    Autor: Waffelparty 03.11.21 - 12:16

    aber wenn man solche Sachen verkauft ist das eine ganz andere Baustelle

  3. Re: Schade

    Autor: Black616Angel 03.11.21 - 12:24

    Nein.
    Das ist so als würde man den Verkäufern spezieller Schraubenzieher-Bits dasselbe vorwerfen, nur weil man damit Gehäuse aufschrauben kann, die man nicht aufschrauben soll.

    Ein Verlust der Garantie ist ja noch vertretbar bzw. wenigstens teilweise verständlich.
    Dass das aber ein Straftatbestand sein soll, ist nicht wirklich sinnvoll.

  4. Re: Schade

    Autor: fabiwanne 03.11.21 - 12:41

    Mit dem geistigen Eingentum wurde das sächliche in der uns bekannten Form abgeschafft. Es kann logisch nicht beide geben. Es gab diese Debatte sehr ausführlich unter den Liberalen im 18. Jahrhundert. Deswegen hat man in Europa damals 2 Sachen gemacht: Eigentum. (Also das exklusive recht maximale Verfügungsgewalt über eine Sache zu haben. Und damit die Freiheit es nach belieben zu verwenden.) und Urheberrechte etc., die irgend wo zwischen Persönlichkeitsrechten und Eigentum standen. Wie Persönlichkeitsrechte schränken sie das Eigentum ein: Du darfst mit /deinem/ Messer auch niemanden erstechen. Aber diese Einschränkungen beziehen sich nur auf wenige gesetzlich definierte Fälle: Die Person, die du nicht erstechen darfst, kann dir nicht vorschreiben, dass du keine Butterbrot mit deinem Messer streichen darfst.

    Wenn man aber wie John Locke geistiges Eigentum einführt Fällt die Eigentumsdefintion von oben in sich zusammen: In die meisten Sachen läuft Schöpfungsarbeit von zig oder gar Tausenden Menschen ein. Dazu kommt der Eigentümer der Sache. Exklusivität kann sich aber nicht auf tausende Menschen verteilen. Da sie sich nie alle einig sein werden folgt, dass diese nicht alle die Freiheit haben können belieben zu verwenden. Am Ende bleibt nur übrig, dass sich alle über die Verwendung einigen. Eigentum wird zu dem Recht an Verträgen mitzubestimmen degradiert. Das ist am ende der angelsächsische Weg: Sehr wenig gesetzlich verbriefte Rechte und viele Verträge. Ende des 20. Jahrhunderts schwappte diese Auffassung nach Europa zurück.

    Besonders interessant ist in dem Zusammenhang Art 14 GG. Der lässt ausdrücklich offen, was Eigentum ist. Damals aus dem Grund, dass die nach dem Krieg deutlich stärkeren Linken Eigentum zwar an beweglichen Objekten nicht aber an Grund und Schürfrechten etc. befürworteten. (Siehe das Modell in der heutigen Volksrepublik China, wo Grund Volkseigentum ist und nur für 70 Jahre "gemietet" werden kann.) Bei zweiterem konnten sie sich später sogar teilweise durchsetzen.
    Anfangs wurde das Grundrecht Eigentum von den Gerichten über Urheberrechte gestellt, solange es nicht gesetzlich anders definiert war. Spätestens seit 1989 werden Urheberrrechte als Eigenturm und damit mit Verfassungsrang geurteilt.

  5. Re: Schade

    Autor: FreiGeistler 03.11.21 - 13:07

    Relativiert sich vor dem hintergrund, dass gleichzeitig Behörden Deals mit Firmen eingehen/sie selbst betreiben, die genau darauf spezialisiert sind.
    Der grosse Kommerz hat mehr Rechte.

    Und dass sich niemand über die Kuhhändel wundert? "Du gibst die Schuld zu und dafür lassen wir einige Klagepunkte fallen." Was soll daran Rechtstaatlich sein, von wegen des ausgeübten Druckes?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.11.21 13:11 durch FreiGeistler.

  6. Re: Schade

    Autor: Sterling-Archer 03.11.21 - 13:20

    niemand verbietet dir die hardware kaputtzumachen.
    du gehst aber an die software, zu deren nutzung du lizenzverträgen mit konditionen zugestimmt hast.

    und sx os war nunmal auf das spielen von raubkopien ausgelegt und nicht, wie man es bei der verteidigung versuchte zu behaupten, nur für homebrew gedacht.

    zumahl in deren code unter garantie auch copyright geschützter nintendo-code verwurstet wurde.

  7. Re: Schade

    Autor: Gucky 03.11.21 - 13:40

    Ich finde es auch unglaublich. Wenn man das Gerät kauft, gehört es doch einem und man sollte damit machen können was man will, auch wenn man es modded. Damit meine ich auch die Umgehung von einem Kopierschutz. Erst die Nutzung dieser Umgehung mit geschützten Spielen ist in meinen Augen strafbar, ausgenommen man kann diese Spiele nicht mehr nutzen. Z.b. wenn der Store nicht mehr online ist (Online-DRM).

    Mit dem selben Gedanken kann Apple JEDEN der ein iPhone repariert verklagen, denn die Bauteile der Handies sind auch geschützt...

    @fabiwanne
    Ich gebe dir Recht. Allerdings müsste man beim KAUF einer Konsole bereits einen Vertrag abschließen. Wenn man eine Konsole kaufen kann ohne das auf einen Vertrag überhaupt hingewiesen wird, so ist er nichtig. Vorallem im Onlinehandel kann man auch nicht das Kleingedruckte auf der Rückseite lesen. Die AGBs z.b. für die Nutzung des Konsolen Stores können von daher NICHT gegen das Modden der Konsolen genutzt werden, da dieser erst NACH dem Kauf stattfindet. Aber dafür für die Nutzung des Stores und dessen Spiele.
    Es gibt also aktuell keinerlei Vertrag, Regel, etc. was gegen das Modden ansich wirksam ist.

    Der Grund warum man ihn hier anklagen kann ist die Verbreitung der gecrackten/umschriebenen Firmware und nicht das modden.
    Man geht auch davon aus das man mit den gemoddeten Konsolen gezielt die Absicht hat Urheberrechtsverletzungen zu begehen, also die geschützen Spiele zu nutzen. BEWEISEN das jeder Käufer es auch tut kann man aber nicht.
    Anklagen müsste man hier eigentlich jeden Käufer, weil diese die Straftat begehen und nicht der Modder. Das ist aber unmöglich, also wird der Modder angeklagt um das verbreiten zu verhindern. Man könnte ja auch nur die Hardware der Switch nutzen nur um Homebrews zu spielen :-)
    Eine neue Firmware aufzuspielen ist auch nicht strafbar, aber alleine nur Teile des Codes von Nintendos Firmware zu nutzen IST strafbar (geistiges Eigentum). Und die Verbreitung meist auch.
    Meine Frage dazu: Ist nur der Ersteller der (gecrackten) Firmware haftbar oder auch deren Nutzer? Verbreiter sind sowieso meist dran (solange es in den AGBs steht).

    Tl;dr
    Konsole modden ist für mich OK, geschützte Spiele zu nutzen (DRM umgehen) ist strafbar.
    Firmware hacken ist auch strafbar.

    Das ist meine Rechtsauffassung und muss nicht mit dem Gesetz einstimmig sein. (Vor allem US-Gesetze kenne ich nicht)



    5 mal bearbeitet, zuletzt am 03.11.21 13:48 durch Gucky.

  8. Re: Schade

    Autor: FreiGeistler 03.11.21 - 14:00

    Gucky schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Tl;dr
    > Konsole modden ist für mich OK, geschützte Spiele zu nutzen (DRM umgehen)
    > ist strafbar.

    Auch nicht absolut. Für Spiele nicht von GoG lade ich mir meist zusätzlich einen Crack, weil DRM mit Wine/Proton oft probleme macht.

    Also Tl;dr
    DRM Hacken/umgehen sollte ok sein. Software/Hardware die den Vorgang erleichtert (u.a. DVD-Ripper) vertreiben, sollte legal sein. Einschränkungen der Privaten Nutzung sollten nicht legal sein.
    Urheberrechtsgeschützte werke vertreiben ist ein anderes paar Schuhe. Blosse vermeintliche Vorbereitung dazu (Software/Hardware zum cracken nutzen) sollte keine rechtliche Relevanz haben, weil basierend auf reiner Vermutung.
    Dazu noch als Vertreiber stellvertretend für die Nutzer/Kunden der Crack-Soft-/Hardware, sind die Richter Irre? Und natürlich wieder mit fantasie-Beträgen.



    4 mal bearbeitet, zuletzt am 03.11.21 14:07 durch FreiGeistler.

  9. Re: Schade

    Autor: RienSte 03.11.21 - 14:09

    Ich glaube da wird bzw. MUSS unterschieden werden... zwischen allgemeingültigem Werkzeug (oder bspw. einem Messer, mit dem man auch Schaden anrichten kann) und speziellen Tools, die einzig und allein dem Zweck dienen wo einzubrechen bzw. irgendwelche Schutzmechanismen zu umgehen.

  10. Re: Schade

    Autor: chefin 03.11.21 - 14:35

    Renricom schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Verurteilung wegen "Verletzung der Anti-Umgehungsbestimmung des Digital
    > Millenium Copyright Act (DMCA)" kann ich nachvollziehen, aber "die
    > Verschwörung zur Umgehung von technischen Maßnahmen" und der "Vertrieb von
    > Umgehungsvorrichtungen" sollten m.M.n. überhaupt kein Straftatbestand sein.
    > Schließlich habe ich die Hardware gekauft und sollte damit machen können,
    > was immer ich will. Und ob ich anderen jetzt dabei helfe, das ebenfalls zu
    > tun ist doch vollkommen egal.

    Du kannst natürlich mit der Hardware machen was du willst. Nur nicht mit Software die du nicht erworben hast. Du stellst das aber so hin, als würde mir dein Auto gehören, wenn ich es mit offenen Türen vorfinde. Oder mir dein Laptop gehören, weil die Türe nicht abgeschlossen war.

    Selbst wenn ich den Laptop vor meine Haustüre stelle und dann aufs Klo gehen muss, kannst du daraus keinen Anspruch erwerben. Genausowenig kann man die Nutzungslizens dadurch erwerben, das man die Haustüre so modifiziert, das sie nicht mehr abschliessbar ist.

    Jeder der da einfach ein OS drauf packt um dann damit die Rechenleistung für IRGENDWAS zu nutzen, macht nichts falsch. Aber wenn das OS kein OS ist, sondern ausschliesslich drauf ausgelegt, die Haustüre nicht mehr abschliessbar zu machen, dann ist die Intension doch klar.

    Es zählt also immer das Motiv, nicht die äusseren Umstände. Aber das Motiv war klar, das haben sie selbst so beworben.

  11. Re: Schade

    Autor: EGMU 03.11.21 - 14:41

    Nur durch reines Ändern der Hardware kann man sicherlich keine Kopiergeschützten Spiele spielen.
    Dafür muss etwas an der Software / Firmware geändert werden.

  12. Re: Schade

    Autor: Sterling-Archer 03.11.21 - 16:15

    Gucky schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich finde es auch unglaublich. Wenn man das Gerät kauft, gehört es doch
    > einem und man sollte damit machen können was man will, auch wenn man es
    > modded. Damit meine ich auch die Umgehung von einem Kopierschutz. Erst die
    > Nutzung dieser Umgehung mit geschützten Spielen ist in meinen Augen
    > strafbar,

    das kommt halt ganz darauf an.
    wenn du ein gewerbe daraus machst, das produkt eines anderen kostenfrei zur verfügung zu stellen, gegen dessen expliziten wunsch, gibt es eben ärger.
    wenn du, um den kopierschutz zu umgehen, code benutzt, den ein unternehmen rechtlich gesichert hast (und das ist bei sx os der fall, soweit das andere die sich damit auskennen beurteilen konnten), hast du halt schon da eine straftat begangen.

    du als moddender hast ja sowieso nichts zu befürchten.

  13. Re: Schade

    Autor: dx1 03.11.21 - 20:33

    Black616Angel meint ziemlich sicher 'gamebit'. Schlag das nach und lies den Beitrag, auf den Du geantwortet hast, sowie Deine Antwort darauf, noch einmal.

  14. Re: Schade

    Autor: nachwuchsmisanthrop 04.11.21 - 08:58

    Renricom schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Verschwörung zur Umgehung von technischen Maßnahmen" und der "Vertrieb von
    > Umgehungsvorrichtungen" sollten m.M.n. überhaupt kein Straftatbestand sein.
    > Schließlich habe ich die Hardware gekauft und sollte damit machen können,
    > was immer ich will. Und ob ich anderen jetzt dabei helfe, das ebenfalls zu
    > tun ist doch vollkommen egal.

    Naja, ich finde es ist schon ein Unterschied, ob ich alleine zu Hause mit meiner Hardware rumexperimentiere und alles selbst mache oder ob ich etwas anbiete, damit Geld verdiene und es anderen auf einfachste Weise möglich mache kopierte Spiele zu nutzen.

    Und ich denke letzteres wird das Problem sein. Hätten die es für sich behalten oder unentgeltlich nur mit einem kleinen Personenkreis geteilt, hätte es wohl niemanden interessiert.
    In dem von dir zitierten Text steht ja auch nicht, dass die Änderung an sich zur Anklage geführt hat, sondern das Anbieten hiervon an Dritte.

  15. Re: Schade

    Autor: RienSte 04.11.21 - 09:54

    Das Aufschrauben einer Game-Cartridge stellt aber - soweit ich weiß - keine strafbare Handlung dar. Der kommerzielle Vertrieb eines Chips der das DRM umgeht aber eben schon. Ganz andere Baustelle.

    Der Vertrieb einer C oder Java oder (...) IDE ist auch erlaubt. Wenn man damit aber Würmer, Viren oder dgl. programmiert und vertreibt (oder auch nur im Umlauf bringt) ist das zumindest problematisch.

    Das eine ist ein Werkzeug. Das andere ist ein konkretes Tool um Schaden anzurichten. Darum sind auch Schlagringe verboten, ein Hammer aber nicht.

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