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Interessantes Konzept was die Politik versemmelt hat
Autor: Michagnom 02.03.21 - 02:07
Grundsätzlich fand ich diese Idee durchaus nett.
Statt Briefe ans Gericht zu schreiben oder Kündigungen per Einwurfeinschreiben zu verschicken wo man nie genau weiß, wielange die Laufzeit des Briefes ist schnell eine Email-ähnliche Nachricht zu schicken und trotzdem nachverfolgen und beweisen zu können wann, und vor allem WAS, der Empfänger erhalten hat wäre nett. Dazu reichte es theoretisch, 5 Minuten vor Fristende noch die Nachricht zu verschicken. Dazu musste sich der Anwender um keine Schlüssel oder Schlüsselprüfungen und Backups usw. kümmern.
Das tägliche abrufen fand ich da weniger schlimm als zur Post rennen zu müssen weil das Einschreiben mit Rückschein nicht zugestellt werden konnte und in der nächsten Postfilliale liegt. Dafür wäre aber entweder ein Plugin für die gängigen Emailprogramme nötig gewesen oder auch ein eigener Client.
Leider hat halt so gut wie keine Behörde oder Firma De-Mails angenommen. Selbst als alle Gerichte und co. dazu verdonnert waren, De-Mail zu nutzen wurden die De-Mail-Adressen unter Verschluss gehalten damit man da bloß keine Nachrichten bekam.
Die 50 Cent, oder was das mit Nachweis gekostet hätte, wäre ich da sogar auchnoch bereit gewesen zu zahlen wenn ich dafür eben nicht zur Post gemusst hätte um den Brief abzugeben. Briefkästen fielen raus da diese hier in der Gegend gerne mal brannten und man zu dem Zeitpunkt noch keinen Nachweis hatte, dass da irgendwas verschickt wurde. Dazu kam ja, das ich ohne Notar quasi nicht beweisen konnte ob in dem Briefumschlag jetzt eine Kündigung oder ein leeres Blatt/garnichts drin war. Zeugen schön und gut aber auch Firmen konnten "Zeugen" benennen welche sicherlich problemlos bezeugt hätten, dass der Brief leer war.
Die Politik hätte zum Start von De-Mail bereits alle Behörden und Ämter daran anschließen müssen und die Firmen irgendwie dazu bringen müssen, es ebenfalls zu nutzen (nicht mit Zwang, eher mit anreizen). -
Re: Interessantes Konzept was die Politik versemmelt hat
Autor: Steven Lake 02.03.21 - 09:23
Ich bin nicht Bereit 50 Cent für eine E-Mail zu zahlen. Wahrscheinlich findest du das auch gut, dass für den Versandweg "E-Mail" Versandgebühren berechnet werden.
Der E-Mail Standard hat einige Lücken und da wird immer oben drauf gebaut. Man hätte da an einem offenen Standard arbeiten können, aber man macht halt wieder eine dumme Insellösung die einen Totgeburt war.
Ich kommuniziere viel mit E-Mail, auch mit Behörden. Einzig wenn es wichtig ist und der Versand vor Gericht wichtig werden kann, dann muss man dies per Einschreiben machen. Sicherheit gibt es da aber auch keine, genau so wenig wie beim Fax. Bei E-Mail hätte man aber am ehesten die Chance etwas herauszufinden. Ich kann auch einen leeren Brief per Einschreiben verschicken. Was einem da Quittiert wird, ist der Versand des Umschlages. Fax ist nicht Fälschungssicher und noch nicht mal Datenschutzkonform, da alles unverschlüsselt geschickt wird.
E-Mails können Inhaltlich verschlüsselt werden, es gibt die Transportverschlüsselung, können vom Server Signiert werde, können vom Absender Signiert werden. Der Empfang und das Lesen kann bestätigt werden. E-Mails kann man auch nicht so leicht löschen. Einen Brief kann ich in den Schredder schmeißen und dann in die blaue Tonne schmeißen. Wenn man lang genug wartet, kann man es wieder als Klopapier kaufen. Digitale Daten zu löschen ist nicht so einfach. Bei Behörden kann der Admin ja durchaus eine Speicherpflicht einstellen und alles was gelöscht wird, wird noch 30 Tage behalten, oder so. -
Re: Interessantes Konzept was die Politik versemmelt hat
Autor: marcuslieder@gmail.com 02.03.21 - 13:39
Steven Lake schrieb:
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> Ich bin nicht Bereit 50 Cent für eine E-Mail zu zahlen. [...] Einzig wenn es wichtig
> ist und der Versand vor Gericht wichtig werden kann, dann muss man dies per
> Einschreiben machen.
Genau dann, wenn es um was "offizielles" geht nutze ich z.B. die DE-Mail sehr gerne. Dafür würde ich dann auch die 50 Cent berappen.
> E-Mails können Inhaltlich verschlüsselt werden [...] etc.
Das stimmt natürlich. Aber die deutsche Demokratie braucht offenbar ein offensichtlich "anderes" Mittel. Der Kopf muss fühlen, dass beim Einsatz dieses anderen Kommunikationsmittel nun alles ganz besonders sicher ist.
Und wenn es eben nur so geht mit den Behörden und Beamten, dann eben lieber ein kostenpflichtiger Service, statt ständig zur Post zu rennen.
> Einen Brief kann ich in den Schredder schmeißen und dann in die blaue Tonne schmeißen.
> Wenn man lang genug wartet, kann man es wieder als Klopapier kaufen.
Sehr witzige Darstellung :-D



