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Zwangs-De-Mail'isierung war bei uns ein Flop
Autor: Wulfman 02.03.21 - 12:59
Man wollte bei uns im Konzern Kosten für die Zustellung von Post-Gehaltsabbrechungen sparen. Da wir bei De-Mail an der "Quelle" sitzen, hatte plötzlich jeder Mitarbeiter ein, "teil-"aktiviertes, De-Mail-Postfach erhalten (allerdings aus einem "eigenen"-Adressen-Kreis (es gab also keine Kollisionen mit eine De-Mail die man Privat hatte; die konnte man aber natürlich auch angeben); die war auch nur für Dienstliche Belange zu nutzen).
Im HR-Tool war die De-Mail für jeden Mitarbeiter hintelegt worden. Wer das kreuzchen nicht schnell genug entfernt hat, hatte seine nächste Gehaltsabbrechnung per De-Mail erhalten ... wer sich in seine De-Mail eingeloggt hat, hat die dann komplett aktiviert. Da gab es riesige Entrüstung ... wir hatten damals gedacht das hätte man AUCH gemacht um auf dem weg die De-Mail-Zahlen nach oben zu drücken: über 150.000 Adressen - in kurzer Zeit. Mehr als De-Mail wohl je genutzt haben... gab riesige Entrüstung, Proteststürme so das man sich genötigt sah das ganze ganz schnell wieder zu deaktivieren.... Den Scheiß wollten nicht mal die Mitarbeiter haben....
Ich sah den Wert der De-Mail nie ... das System hat sich mir nie erschlossen - mit dem Versuch der Zwangs-De-Mailisierung war es dann endgültig gestorben... -
Re: Zwangs-De-Mail'isierung war bei uns ein Flop
Autor: Max_85 02.03.21 - 18:50
Danke für deinen Kommentar. Ich finde das als Kollege nicht gerade nett so über ein Produkt zu schreiben, an dem du wahrscheinlich nicht mit beteiligt warst? Die Wertschätzung für die Kollegen, die diese Produkt evtl. über Jahre betreut haben, ist somit nicht sehr hoch (Gilt aus meiner Sicht für alle Ebenen im Unternehmen). Schon die Idee, dass die interne Zustellung der Gehaltsmitteilungen dazu dienen sollte die Nutzerzahl zu erhöhen, ist doch quatsch. Ich fand bzw. finde die Idee noch bis heute gut und finde es schade, dass es das nicht mehr gibt. Wenn jemand keine interne Adresse wollte, konnte man seine "private" hinterlegen und die andere nicht aktivieren (sie gehörte ja eh dem Konzern und war analog einer "Arbeits-E-Mail-Adresse zu nutzen --> nicht für private Zwecke). In einem solchen Konzern passiert nichts ohne Zustimmung des Betriebsrats und der Datenschutzkollegen, es gab vorab genug interne E-Mails und Kommunikation, wer den hacken nicht gesetzt hat, hat das bestimmt überlesen.
Aber im großen und ganzen, was ist so schlimm daran, dass ein Unternehmen evtl. 150.000 Briefe weniger im Monat versenden möchte, nur allein das Gesamtgewicht vom 150.000 Blatt Papier im Format DIN A4 (210 mm x 297 mm) und einer Grammatur von 80 g/m² sind 748 kg, also kommen im Jahr ein paar Tonnen zusammen. Nur allein der Umweltgedanke war schon ganz gut und vom Porto mal ganz abgesehen.
Aber egal wie, ich habe meine private Adresse noch heute und was damit geht, mache ich auch und wenn es nur die Rentenbescheide sind, die ich auf dem Weg bekommen. Diese bösen Gehaltsmitteilungen die ihnen die Kollegen aufdrücken wollten, gibt es nun ja nicht mehr.
Ich finde es an dieser Stelle nicht gut das die für "alle" sprichst.



