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Aufklärung erbeten

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  1. Aufklärung erbeten

    Autor: Apollo13 21.04.21 - 16:17

    "Zudem müssen Mieter ihren Internetprovider frei wählen können." heißt es im Artikel. Diese Bedingung gilt aber nur, sofern die Kosten diese 300¤-Marke überschreiten, richtig?

    Weiterhin frage ich mich, ob die Wahlfreiheit prinzipiell schon dadurch nicht gegeben ist, dass nur ein Anbieter ausgebaut hat (ich gehe davon aus, dass die Glasfaser-Anschlüsse aus den Wohnungen dann im Keller auf nem APC-Stecker enden, der grundsätzlich umgesteckt werden könnte, wenn ein zweiter Anbieter in den Keller kommt - aber stimmt diese Annahme eigentlich?).

    Weiß hier jemand mehr?

  2. Re: Aufklärung erbeten

    Autor: Tuxraxer007 21.04.21 - 16:42

    Ob man so einfach auf einen anderen Provider umstecken kann - ich wage es zu bezweifeln, weil

    - kaum ein Provider Glasfaser ausbauen wird, wenn bereits ein anderer Anbieter vorhanden ist - das ist ein Invest, der sich nie rechnen wird.
    Ich erlebe es gerade bei uns, die Deutsche Glasfaser baut nicht aus, weil GBit Kabelinternet vorhanden ist - die Telekom baut dort kein FTTH aus, wo bereits die Deutsche Glasfaser ausgebaut hat ( z.b. komplettes Gewerbegebiet )

    - einzig interessant wird das ganze, wenn die Provider dazu gezwungen werden, ihre FTTH Netz für andere Provider zu öffnen, wie es Vodafone ja z.b. nun mit Telefonica im Kabelinternet macht.
    Aber dann braucht man nichts umstecken, man nutzt die selbe Infrastruktur weiter.

    Was ich mich vielmer fragen, warum das Hausnetz auf Glasfaserkomponenten aufgebaut werden soll, auch wenn kein FTTH-Anschluss vorhanden ist. Die Logik erschliesst sich mir nicht.

  3. Re: Aufklärung erbeten

    Autor: Apollo13 21.04.21 - 16:49

    Klar, dieses "Monopol"-Problem bleibt natürlich. Bei uns im Keller (Großraum München) liegt Glasfaser von der Telekom, andere Anbieter (M-net zum Beispiel) wollen da dann gar nichts mehr machen.

    Aber prinzipiell gäbe es die Möglichkeit, "einfach" umzustecken, wenn ein neuer Anbieter dazu käme. Konkret geht es mir tatsächlich darum, dass die Glasfaser bei uns im Keller endet und keine passende Inhouse-Verkabelung existiert. Ich würde das gern über meinen Vermieter ändern (der dem ganzen sehr aufgeschlossen gegenüber steht), aber die anderen Eigentümer müssten zustimmen und sich entsprechend beteiligen. Zusätzlich gehe ich davon aus, dass aufgrund der notwendigen Baumaßnahmen die Kosten von 300¤ pro Einheit deutlich geknackt würden. Und dass es keinen anderen GF-Anbieter bei uns gibt, ist ja nicht meine Schuld...

  4. Re: Aufklärung erbeten

    Autor: Paule 21.04.21 - 18:19

    Apollo13 schrieb:
    -------------------------------------------------
    > "Zudem müssen Mieter ihren Internetprovider frei wählen
    > können." heißt es im Artikel.

    Das bedeutet nur, dass der Vermieter nicht den Provider für den Mieter festlegen darf,
    ... wenn denn überhaupt mehr als ein Provider über den Glasfaser/Kabel Anschluss seinen Dienst anbietet.

    Der Vermieter muss aber wohl nicht zB von drei verschiedenen FTTH Anbietern die Kabel ins Haus legen lassen und bezahlen, nur weil drei Mieter die drei verschiedenen Anbieter haben wollen. Das dürfte aber auch eher selten vorkommen und die teure inhouse Verkabelung von den Wohnungen in den Keller wäre auch dann eh nur einmal nötig.

    > Diese Bedingung gilt aber nur, sofern die Kosten diese
    > 300¤-Marke überschreiten, richtig?

    Nein, das mit den 300 ¤ bezieht sich eher auf einmalige Kosten pro Wohneinheit für die Bereitstellung.
    Also wohl vor allem zB die Glasfaserverkabelung im Haus bis zu den Wohnungen und ggf. die Einmalkosten des FTTH Anbietrs für den Anschluss des Hauses.
    Wenn da mehr als 300 ¤ pro Wohneinheit entstehen, dann muss der Vermieter mindestens drei Angebote für den Bau (zB drei Elektriker für die inhouse Verkabelung) einholen und das wirtschaftlichste wählen.

    > Weiterhin frage ich mich, ob die Wahlfreiheit
    > prinzipiell schon dadurch nicht gegeben ist,
    > dass nur ein Anbieter ausgebaut hat

    Richtig

    Und oft hat der jeweilige FTTH/Kabel Betreiber auf seinen Anschlüssen das Monopol, bzw. ein defacto Monopol, weil sich kein anderer Provider dafür interessiert dessen Leitungen anzumieten.

    > ich gehe davon aus, dass die Glasfaser-Anschlüsse
    > aus den Wohnungen dann im Keller auf nem
    > APC-Stecker enden, der grundsätzlich umgesteckt
    > werden könnte, wenn ein zweiter Anbieter in den
    > Keller kommt

    Vom Prinzip her könnte im Keller das inhouse Glasfaserkabel auf jeden Provider geschaltet werden, der dort seinen Hausanschluss hinlegt.

    Dürfte aber eher selten passieren, dass mehr als ein FTTH Anbieter ausbaut.

  5. Re: Aufklärung erbeten

    Autor: Faksimile 21.04.21 - 18:40

    Oder doch. Weil ja die Inhouse Verkabelung jetzt "zwangsweise" installiert wurde/ist. Der Hauseigentümer/Vermieter aber keinen Provider vorgeben darf. Ergo: Wenn ein Mieter einen Anschluß haben will, bestellt er einen. Die Kosten für den Hausanschluß muss er ggf. tragen, die Zustimmung kann aber der Vermieter nicht verwehren. Jetzt kommt Mieter 2 und möchte ebenfalls einen GF Anschluß aber von Provider 2. Auch das kann der Vermieter nicht verwehren, da er den Provider nicht vorschreiben darf. Nun sind schon 2 Wettbewerber mit Glasfaserkabel im Haus und jeder hatte seine Erschließungskosten.
    Entweder einigen sich die Provider also auf open access und sparen sich so Mehrkosten oder die Anschlußkosten werden so hoch, das sie, trotz vorhandener Hausverkabelung, keine Kunden finden ... Ein Monopol kann es also kaum geben.

    Viel wichtiger wäre eine genormte Technik für GF Wanddosen / passiven Netzabschluss mit einheitlichem Steckverbinder (statt TAE).

  6. Re: Aufklärung erbeten

    Autor: Trockenobst 22.04.21 - 03:23

    Apollo13 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Klar, dieses "Monopol"-Problem bleibt natürlich. Bei uns im Keller
    > (Großraum München) liegt Glasfaser von der Telekom, andere Anbieter (M-net
    > zum Beispiel) wollen da dann gar nichts mehr machen.

    Und genau da muss man ansetzen. In Italien, Spanien, Portugal willst du einen Glasfaseranschluss (jedenfalls in den Städten) gibt es eine Ausschreibung für das verlegen.
    Dann wird der neben der Regenrinne, in der Abdeckung in der Fassade, durch den Keller und dann im Aufzug hoch verlegt. Beim Bekannten in Barcelona haben sie das Kabel hoch über das Dach des Nachbarhauses gezogen, weil es dort einen dicken leeren Schacht in der Fassade gab. Kosten: um die 200¤ einmalig bei 24 Monate Glasfaser Vertrag.

    Dieses fucking strategische Denken auf Kosten der Bevölkerung muss weg. Wenn man aus dem Pott 10.000¤ dem Ersten gibt der in den Rohren noch ein Kabel zum Übergabepunkt zieht, wird irgendwer in Europa das Geld nehmen. Da bin ich ganz sicher, wenn man bedenkt das 10.000 "Baufirmen" im regulären Jahr angeblich Insolvenz anmelden. Genau der selbe Kack beim Mobilfunk. Im Regeldickicht ist schon schwierig so einen verdammten Tower zu bauen. Aber das ewig hinterbetteln bei den Mobilfirmen ist einfach ein Kniefall vor den Eliten.

  7. Re: Aufklärung erbeten

    Autor: BlindSeer 22.04.21 - 06:46

    Hier ist halt die fehlende Trennung zwischen Provider und Infrastruktur das Problem. Wobei ich eben aus ähnlichem Grund der Meinung bin, dass Infrastruktur staatliche Aufgabe ist. Soll der Staat das Netz ausbauen, der muss auch nicht gewinnorientiert handeln, und dann an die Provider vermieten. Oder eine nicht gewinnorientierte Stiftung dafür gründen.

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